Neue cpo-Opernverdienste
Wie kein anderes Label setzt sich cpo für vergessene oder vernachlässigte Werke ein und veröffentlicht sie auf CD.
Das gilt besonders für Opern. Mit Lachners "Catharina Cornaro" hat das rührige Label wieder einen neuen Volltreffer gelandet, weil hier ein Werk zum Leben erweckt wurde, das mal nur so vor Leben strotzte und dann in der Versenkung verschwand. Der Zeitgeist zog über Lachners Opus hinweg. Die neue Zeit ist sicherlich überreif, Lachners wohltönende, schicksalhafte Oper wieder Gehör zu verschaffen. Der Stoff über den Zoff zwischen Venezianern und Zyprioten ist sicherlich nicht jedermanns Sache, veranlasste aber Lachner zu einer dramatischen Komposition voller Inbrunst und Leidenschaft. Schon die eindrucksvolle Ouvertüre vermittelt diesen Eindruck. Die Interpreten können den hohen Standard nicht immer halten, den die Ouvertüre zu versprechen scheint. Das Münchner Rundfunkorchester ist zwar jederzeit Herr des instrumentalen Geschehens und der Chor das Highlight der Interpretation. Die weniger bekannten Gesangsolisten geraten jedoch gelegentlich an ihre stimmlichen Grenzen, was besonders die hohen Solopartien betrifft. Doch hält Dirigent Weikert ein Gesamtniveau aufrecht, das dem Werk mehr als angemessen ist. Ob es jedoch ausreicht, der Oper wieder auf die Beine und Bühne zu helfen, sei dahingestellt. In der Zwischenzeit kann sich der Opernfreund an der gelungenen Einspielung erfreuen, die mit einem 91-seitigen Booklet sogar üppig ausgestattet ist. Sehr erfreulich!