Rezensionsübersicht

102 Rezensionen
Die weiße Nacht Anne Stern
Die weiße Nacht (Buch)
5 von 5 Sterne

Zwischen Schnee und Ruinen - spannender Kriminalroman

Im Hungerwinter 1946/47 kurz vor Weihnachten streift Lou mit ihrer Kamera durch das in Trümmern liegende Berlin. Sie hält mit ihrer Kamera fest, was die Welt am liebsten vergessen würde. Und mitten in den Ruinen findet sie eine Frauenleiche. So wird Lou unfreiwillig in die Ermittlungen von Kriminalkommissar König hineingezogen.

Sehr atmosphärisch, anschaulich und detailgetreu schildert Anne Stern die Zustände der Nachkriegszeit. Macht Kälte, Schnee, Eis, die Trostlosigkeit und das leere Gefühl im Magen direkt spürbar. Fängt die Stille der Ruinen und die Sprachlosigkeit der Menschen ein. Sehr nachvollziehbar werden hier auch die Ermittlungen geschildert. Das fehlende Equipment, unzureichendes Personal, keine verfügbaren Fahrzeuge, alles Widrigkeiten mit denen die Behörden zu dieser Zeit durchaus zu kämpfen hatten.

Die Autorin hat mit ihren neuen Protagonisten ein ganz besonderes authentisches Ermittlerduo erschaffen. Lou, sehr empathisch, sozial und mit dem Blick für das Wesentliche. Kriminalkommissar König, verlässlich, mit scharfen Verstand und zielorientiert, doch auch etwas speziell. Obwohl man sich mit ihm erst ein bisschen anfreunden muss, habe ich ihn als sehr überzeugend empfunden. Beide haben ihre ganz eigene tragische Kriegsgeschichte, von der Bruchteile immer wieder geschickt in die Erzählung eingepflegt werden. Die Anzahl weiterer Charaktere ist überschaubar und sie bilden einen guten Hintergrund für diesen ruhigen aber durchaus spannenden und mitreißenden Krimi.

Richtig super finde ich die Gestaltung des Covers. Wie das Objektiv der Kamera die fröhlichen Momente, der doch so arg gebeutelten Bevölkerung widerspiegelt. Farblich auf schwarz und weiß reduziert und mit Gold Akzente gesetzt. Die gradlinige Typografie angepasst an die Zeit.
Alles in allem ein toller Krimi, den zu lesen es sich absolut lohnt.
Das Internat Hannah Richell
Das Internat (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein Lesevergnügen

Das Entsetzen im Internat Folly View College im Städtchen Thorncombe ist gross. Eine Gruppe Pfadfinderinnen entdeckt am Tag nach Halloween eine Tote bei dem Turm, der in der Nähe des Schule steht.

Die Internatsschüler, die am Abend zuvor eine Party im Wald rund um den Turm gefeiert haben, werden in die Ermittlungen einbezogen.

Detective Inspector Ben Chase von der Avon & Somerset Police ist persönlich betroffen, denn seine Tochter Ellie war im selben Jahrgang an der Schule wie die Tote. Zudem arbeitet seine Exfrau Rachel als Schulpsychologin in dem Internat.


Wie auch in ihrem Buch "Das Wochenende" hat mich die Autorin wieder komplett überzeugt. Ein gut durchdachter Plot, eine spannende Ausgangslage, logisch erscheinende Ermittlungen und überzeugende Figuren haben diesen Thriller zu einem Lesevergnügen gemacht. Im Mittelpunkt des Ganzen steht Ellie, eine 17-Jährige kunstbegeisterte und sich für die Umwelt einsetzende Schülerin des Internats, sowie ihre Eltern.

Ihr Vater ist Ben Chase, ein engagierter DI der örtlichen Polizei. Er lebt getrennt von seiner Frau und Tochter und ist kurz davor eine neue Familie zu gründen. Ellies Mutter Rachel bringt sich als Schulpsychologin des Internats bei dem Mordfall ein. Sie hat zudem Angst um ihre Tochter und muss sich mit den neuen Lebensplänen ihres Ex-Mannes arrangieren.

Es spielt etliches an Familienleben mit. Dieses macht die Handlung lebendig und glaubhaft. Zugleich ist der Fall rätselhaft und unvorhersehbar. Ich hatte viele Theorien, wer für den grausamen Mord verantwortlich sein könnte und ich habe ebenso viele wieder verwerfen müssen. Eine Bereicherung ist die Sicht der Schulpsychologin Rachel auf die Auswirkungen des Mordes für die Jugendlichen. Diese waren realistisch und dicht beschrieben. Diese Sicht hebt das Grauen auf ein zusätzliches Level.

Hannah Richell versteht es meisterhaft viele falsche Spuren zu legen und hebt damit für ihre Leser den Rätselfaktor auf ein hohes Level. Dazu kommt ein gruseliges Setting. Angefangen mit der Passage, der Autostrecke "Sally in the Wood", bis zu dem grossen Finale, kurz bevor die (für mich überraschende) mordende Figur geschnappt wird. Die Autorin hat mit wenig Blut, dafür mit viel gruseliger Atmosphäre eine Geschichte erschaffen, die einen regelrechten Sog entwickelt hat.
Das Jahr voller Bücher und Wunder Libby Page
Das Jahr voller Bücher und Wunder (Buch)
5 von 5 Sterne

Ergreifend

Es gibt Bücher, die ziehen einen in ihren Bann, obwohl man zwischendurch überlegt, ob man weiterlesen kann, weil einen der Herzschmerz so packt. Eigentlich sind Bücher für mich Fiktion und ich nehme das auch bewusst so war, jedoch gibt es Themen, die wenig an einem abprallen können und der Verlust des Partners gehört dazu. Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie und ob überhaupt man nach so einem Schicksalsschlag weitermachen kann und da ist die Erwartungshaltung und der Umgang des eigenen Umfelds noch gar nicht einkalkuliert. Libby Page schaffte es, mir Tillys Gedankenwelt so offen zu legen, dass ich einfach völlig in diesem Buch versunken bin. Es ist einfach ohne Schnickschnack und mitten aus dem Leben. Ich war skeptisch, wie ich die Entwicklung zwischen Alfie und Tilly sehen soll, Liebesromane sind halt so gar nicht mein Ding, aber es passte gut in die ganze Story, auch wenn sowas natürlich nicht komplett ohne Kitsch auskommt.

Aber am Ende geht es um Bücher und das lässt mein Herz höher schlagen. Der Stil ist sehr angenehm zu lesen, durch die einzelnen (Buch)-Monate hat das Buch im Prinzip zwölf Kapitel, an jedem befinden sich noch ein paar Buchtipps (wirklich schöne Idee), Chatnachrichten stehen als Chatnachrichten im Text (keine Angst, das kommt gar nicht so oft und wenn dann passend vor) und so ist man am Ende selbst immer gespannt, welches Buch Joe für Tilly als nächstes ausgesucht hat und in der Bücherei auf sie wartet.

Ich habe es wirklich verschlungen und werde mir dann wohl auch weitere Bücher der Autorin mal genauer anschauen.
Weihnachtsspinnerei Kai Pannen
Weihnachtsspinnerei (Buch)
5 von 5 Sterne

Lustige Weihnachtsgeschichte um zwei krabbelnde Weihnachtsmänner

Allgemein hab ich es nicht so mit Krabbeltieren, vor allem mit den achtbeinigen, aber die beiden in der Geschichte sind wirklich niedliche und witzig. Auf der einen Seite gibt es Bisy, den mutigen Stubenfliegenjungen, der Einzelkind ist und von seiner Mutter überbehütet wird. Dabei traut er sich sogar bei einer Spinne einen Klingenstreich zu spielen und entkommt ihr gerade noch so. Auf der anderen Seite ist da Karl-Heinz, das Netzhäkchen der Spinnenfamilie, das immer mit seinen 5 Geschwistern teilen muss und dazu noch ständig geärgert wird, weil er noch an den Weihnachtsmann glaubt. Beide Jungen gehen fest davon aus, dass die jeweils andere Krabblerart sich kein schönes Weihnachtsfest haben wird, weil der Weihnachtsmann zu so einer Familie doch nicht kommt. Beider haben eine Idee, wie sie da Abhilfe schaffen können und dabei noch ihre Familien beeindrucken können.

Uns hat diese Geschichte aus der Kinderzeit von Bisy und Karl-Heinz wirklich gut gefallen. Es sind zwei völlig unterschiedliche Kinderstuben die hier vom Autor Kai Pannen gezeichnet werden und es ist sehr spannend zu verfolgen, was beide Kinder auf die Beine stellen, um Geschwister oder Cousin zu beeindrucken. Dabei begegnen sie sich zum ersten Mal und dieses Aufeinandertreffen verändert alles. An einigen Stellen ist die Geschichte auch furchtbar spannend, denn Spinnen sind für Fliegen natürlich super gefährlich. Gezeichnet ist das ganz in besonderen Illustrationen, die alles mit einem Augenzwinkern begleiten. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark dargestellt und alles ist trotz einiger Pannen bei den Vorbereitungen sehr weihnachtlich. Ein schönes Buch, mit dem man seine Kinder und sich selbst auf unterhaltsame Weise in Weihnachtsstimmung versetzt. Durch die perfekte Kapitellänge eignet sich die Geschichte richtig gut, um sie im Advent oder an den Tagen vor Weihnachten als Betthupferl vorzulesen. Aber auch unabhängig von Weihnachten finde ich die Geschichte lustig und gerade für Fans der Reihe ist sie ein Muss. 5 Sterne
Beautiful Venom (Vipers, Band 1) Rina Kent
Beautiful Venom (Vipers, Band 1) (Buch)
4 von 5 Sterne

Gefährlich

Mit Beautiful Venom liefert Rina Kent genau das, wofür sie bekannt ist: eine dunkle, intensive Dark Romance, die unter die Haut geht und einen nicht mehr loslässt.
Die Geschichte ist von Anfang an von einer bedrohlichen, fast hypnotischen Atmosphäre geprägt. Macht, Obsession und emotionale Abgründe stehen klar im Mittelpunkt. Die Figuren sind alles andere als perfekt und genau das macht sie so faszinierend. Besonders der männliche Protagonist ist moralisch fragwürdig, dominant und gefährlich, aber gleichzeitig erschreckend anziehend. Die weibliche Hauptfigur überzeugt durch innere Stärke, auch wenn sie sich in einem toxischen Geflecht aus Kontrolle, Verlangen und Schmerz wiederfindet.
Rina Kent scheut sich nicht vor dunklen Themen und überschreitet bewusst Grenzen. Die Dynamik zwischen den Protagonisten ist intensiv, stellenweise verstörend, aber genau deshalb so fesselnd. Man muss dieses Genre mögen oder zumindest offen dafür sein. Wer eine leichte Liebesgeschichte sucht, ist hier definitiv falsch. Wer jedoch Dark Romance mit Tiefe, Spannung und einer ordentlichen Portion psychologischer Intensität liebt, wird Beautiful Venom verschlingen.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und emotional aufgeladen. Besonders gefallen hat mir, wie gut die Spannung gehalten wird und wie sehr man in die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren hineingezogen wird.
Von mir eine klare Leseempfehlung
Wem du traust Petra Johann
Wem du traust (Buch)
5 von 5 Sterne

Wenn das perfekte Leben zur größten Lüge wird

Wem kannst du noch glauben, wenn die eigene Familie ins Wanken gerät? Mit Wem du traust legt Petra Johann einen hochspannenden Psychothriller vor, der weniger auf spektakuläre Effekte setzt als auf leise, aber umso eindringlichere psychologische Spannung. Die Geschichte beginnt mit einer scheinbar perfekten Familie und kippt innerhalb weniger Stunden in einen Albtraum, der lange nachhallt.
Besonders überzeugend ist die emotionale Tiefe der Figuren. Eva als Protagonistin wirkt authentisch, verletzlich und gleichzeitig stark, sodass man sich ihrer Perspektive kaum entziehen kann. Die Autorin spielt geschickt mit Zweifel, Misstrauen und der Frage nach Wahrheit und Lüge. Immer wieder wird man als Leser dazu gebracht, die eigenen Einschätzungen zu hinterfragen. Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber stetig, und genau diese kontrollierte Erzählweise sorgt für eine beklemmende Atmosphäre, die sich kontinuierlich steigert.
Petra Johann gelingt es, alltägliche Situationen in etwas Bedrohliches zu verwandeln. Gerade weil vieles so realistisch wirkt, entfaltet der Thriller seine volle Wirkung. Wem du traust ist kein reißerischer Krimi, sondern ein psychologisch dichter Spannungsroman über Vertrauen, Schuld und die dunklen Abgründe hinter einer scheinbar makellosen Fassade. Ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt.
Sarah Dorsel ist eine hervorragende Wahl für dieses Hörbuch. Mit ihrer klaren, ruhigen Stimme verleiht sie der Geschichte eine intensive emotionale Tiefe, ohne dabei zu überdramatisieren. Besonders Evas innere Zerrissenheit und die unterschwellige Spannung transportiert sie sehr feinfühlig. Durch gezielte Betonungen und ein gutes Gespür für Tempo schafft sie es, die Atmosphäre kontinuierlich aufzubauen. Die Figuren sind gut unterscheidbar, und die Lesung bleibt durchgehend fesselnd ein Hörbuch, das man kaum pausieren möchte.
Verbrenn das Negativ Josh Winning
Verbrenn das Negativ (Buch)
4 von 5 Sterne

Das Grauen kehrt zurück

Mit Verbrenn das Negativ liefert Josh Winning einen ungewöhnlichen und atmosphärisch dichten Thriller, der gekonnt mit Horror Elementen spielt und eine klare Hommage an die Kultfilme der 70er, 80er und 90er Jahre ist. Die Mischung aus Psychothriller und Horror sorgt für eine spannende Grundidee, die sich wohltuend von klassischen Genrevertretern abhebt.
Im Mittelpunkt steht Laura Warren, deren Vergangenheit untrennbar mit einem verfluchten Horrorfilm verbunden ist. Die Geschichte entfaltet sich langsam, aber stetig spannender und lebt vor allem von ihrer düsteren Stimmung, den filmischen Bildern und dem permanenten Gefühl, dass etwas Unheilvolles bevorsteht. Besonders gelungen fand ich die Verbindung zwischen Filmgeschichte und realer Bedrohung , das verleiht der Handlung eine beklemmende, fast schon metaartige Ebene.
An einigen Stellen hätte das Tempo etwas straffer sein dürfen, da sich bestimmte Passagen etwas ziehen. Dennoch hält der Roman die Spannung insgesamt gut aufrecht und überrascht mit gelungenen Wendungen.
Fazit: Ein atmosphärischer, clever konstruierter Thriller mit starker Horrorfilm-DNA, kleinen Längen, aber einer originellen Idee und packender Stimmung lesenswert für Genre-Fans.
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die Julia Dippel
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Buch)
4 von 5 Sterne

Ziemlich cool, aber manchmal etwas too much

In einer Welt voller neuer Götter war es Velvets Traum, in eine Hexenzirkel aufgenommen und dort ausgebildet zu werden. Doch dann lernt sie Kash kennen und das Schicksal nimmt einen völlig anderen Verlauf. Jetzt ist Vel Dämonenreiterin mit unglaublichen Kräften, die von der Liebe Abstand hält. Visionen warnen sie vor unmittelbaren Gefahren durch Dämonen. Doch dann sieht sie die Welt in Flammen und Götter die sterben. Nachforschungen lassen vermuten, dass die Götter durch ein geheimnisvolles Virus ausgelöscht werden. Ein Gegenmittel kann es nur geben, wenn Vel das Blut aller 7 Göttersöhne auftreiben kann. Einen von ihnen kennt sie und er könnte ihr helfen. Doch leider ist es Kash und sie hatte sich geschworen, ihm nie mehr zu nahe zu kommen.

Ich mag es, wenn Protagonist*innen mit schier unlösbaren Aufgaben konfrontiert werden und über ihren Schatten springen müssen. Zudem ist das Buch optisch wirklich gelungen, auch wenn das Cover erstmal nichts mit der dämonischen Geschichte zu tun hat. Der Anfang ist ziemlich actionreich, brutal und schleimig. Man merkt gleich, dass Vel keine zimperliche Frau ist. Mit Dämonen und Widersachern macht sie kurzen Prozess. Doch dafür muss sie einen ständigen Hunger bändigen. Das gibt der Geschichte eine krasse Dynamik. Bindungen geht Velvet nicht mehr ein, da sie in der Vergangenheit enttäuscht wurde und ihre Zukunftspläne vergessen musste. Was wirklich in der Vergangenheit geschehen ist, erschließt sich erst nach und nach. Es gibt zwischen den Kapiteln immer wieder Rückblicke in die Zeit, als Vel und Kash sich trafen. Überhaupt wechselt die Perspektive zwischen beiden hin und her. Das macht das Lesen spannend und man möchte unbedingt wissen, was passiert ist und gleichzeitig entwickelt sich nach dem Wiedersehen eine ganz eigene Anziehung zwischen den eigentlich verfeindeten Protagonist*innen. Einen blauäugigen Azubi hat die erfahrene Drachenreiterin auch noch an der Backe. Der ist wirklich allerliebst und ein guter Gegenpart zu der doch sehr rüden Vel.

Sprachlich ist das Buch in weiten Teilen doch ziemlich derb geschrieben, was nicht nur daran liegt, dass Vel Dämonen und andere Verfolger töten muss. In ihr selbst herrscht Aufruhr und auch ihre Vergangenheit lässt sie nicht allzu positiv denken. Besonders am Anfang, wenn man noch nicht so viel darüber weiß, kann das doch ziemlich irritierend sein für Leser*innen, die eine normale Romantasy erwarten. Auch geht es sprachlich recht oft unter die Gürtellinie und vieles wird sexualisiert. Es geht manchmal gefühlt nur darum und das kann manchmal nerven, weil es schnell plump rüberkommt. Die Sexszenen sind auch sehr explizit, also nix für Zartbesaitete. Dabei ist die Grundidee der Geschichte und die Stärke der Protagonistin echt toll. Das kann ich von ihrem Ex Kash nicht immer behaupten. Der ist manchmal eine echte Red Flag, was man in Kauf nimmt, weil der Plot mitreißend ist. Leider war das Ende des eigentlich tollen ersten Bandes dann für mich eine Enttäuschung, da mir das Ganze Konstrukt plötzlich sinnlos erschien. Wie es danach mit Velvet weitergeht interessiert mich trotzdem, weshalb ich den zweiten Band trotz einiger Kritikpunkte an Band eins lesen werde. 4 Sterne
Smeralda Bohms Bestiarium Anja Fislage
Smeralda Bohms Bestiarium (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein faszinierendes Bestiarium voller Magie, Mut und Geheimnisse

Smemeralda Bohms Bestiarium – Auf den Spuren der verborgenen Wesen ist ein echtes Schmuckstück, sowohl inhaltlich als auch optisch. Schon das Cover zieht einen sofort in eine geheimnisvolle Welt voller außergewöhnlicher Kreaturen, und genau dieses Versprechen hält das Buch auch.
Im Mittelpunkt steht Smemeralda, eine kluge, mutige und angenehm eigenständige Protagonistin, die sich auf die Spur verborgener Wesen begibt. Die Mischung aus Abenteuer, Fantasie und einem Hauch Grusel ist perfekt ausbalanciert und besonders für junge Leser spannend, aber auch Erwachsene haben hier ihre Freude. Die dargestellten Kreaturen sind fantasievoll, manchmal unheimlich, manchmal sogar liebenswert und immer mit viel Liebe zum Detail beschrieben.
Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen: Sie sind atmosphärisch, hochwertig und tragen enorm zur Wirkung des Buches bei. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Herzblut in dieses Werk geflossen ist.
Ein wundervolles Buch für alle, die fantastische Wesen lieben, gerne entdecken und sich verzaubern lassen möchten. Absolute Leseempfehlung!
To Cage a Wild Bird Brooke Fast
To Cage a Wild Bird (Buch)
5 von 5 Sterne

Mega gut

Verlier dein Leben. Oder dein Herz.
„To Cage a Wild Bird“ ist eine düstere dystopische Romance, die vor allem von ihren emotionalen Spannungen und moralischen Grauzonen lebt. Brooke Fast entwirft eine Welt, in der Freiheit ein Privileg ist und Entscheidungen selten richtig oder falsch, sondern meist schmerzhaft notwendig.
Im Mittelpunkt steht eine Protagonistin, die in ein System hineingezogen wird, das Kontrolle, Macht und persönliche Opfer verlangt. Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin innere Konflikte und Zerrissenheit darstellt. Loyalität gegen Selbstbestimmung, Überleben gegen Moral, Gefühl gegen Vernunft. Diese Gegensätze ziehen sich konsequent durch die Handlung und verleihen der Geschichte Tiefe.
Der Schreibstil ist atmosphärisch und gut lesbar, mit einer durchgehend ernsten, teilweise bedrückenden Stimmung. Besonders die dystopische Welt wird nicht überladen erklärt, sondern entfaltet sich nach und nach, was ich sehr mochte. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Hintergrundwissen zur Welt und ihren Strukturen gewünscht.

Insgesamt ist „To Cage a Wild Bird“ ein emotionaler Auftakt, der vor allem Fans von düsteren Dystopien und Romance mit Tiefe ansprechen dürfte. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und macht neugierig auf die Fortsetzung.

Als Hörbuch überzeugt „To Cage a Wild Bird“ ebenfalls. Dagmar Bittner trägt die Geschichte mit einer klaren, ausdrucksstarken Stimme vor und schafft es, die emotionale Zerrissenheit der Protagonistin glaubhaft zu transportieren. Besonders in intensiven und ruhigen Momenten verleiht ihre Interpretation der Handlung zusätzliche Tiefe. Die düstere Atmosphäre der Dystopie kommt sehr gut zur Geltung, wodurch das Hörbuch ein fesselndes Hörerlebnis bietet und die emotionale Wirkung der Geschichte noch verstärkt.
1 bis 10 von 102 Rezensionen