Kalt. Brutal. Fesselnd.
„Minnesota“ war mein erster Kontakt mit Jo Nesbø und definitiv nicht mein letzter. Ohne große Erwartungen bin ich an das Buch herangegangen und wurde schnell positiv überrascht. Schon nach den ersten Kapiteln war klar: Das ist kein gewöhnlicher Krimi, sondern ein düsterer, intensiver Thriller mit enormer Sogwirkung.
Die Geschichte um Bob Oz, der eigentlich nur ankommen und bleiben möchte, entwickelt sich zu einem beklemmenden Psychospiel voller Gewalt, Einsamkeit und moralischer Grauzonen. Besonders beeindruckt hat mich, wie vielschichtig die Hauptfigur gezeichnet ist. Man schwankt ständig zwischen Mitgefühl und Abscheu, genau diese Ambivalenz macht den Reiz des Romans aus.
Obwohl der Plot komplex ist, bleibt die Handlung jederzeit gut nachvollziehbar. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf und entlädt sich in mehreren unerwarteten Wendungen. Die Atmosphäre ist kalt, rau und bedrückend, man spürt förmlich die Trostlosigkeit und die ständige Bedrohung, die über allem liegt.
Ein zusätzliches Highlight ist das Hörbuch, gesprochen von David Nathan. Mit seiner markanten, eindringlichen Stimme verleiht er der Geschichte noch mehr Tiefe. Er trifft den düsteren Ton perfekt und schafft es, die inneren Konflikte von Bob Oz besonders intensiv hörbar zu machen. Für mich war das Hörbuch keine bloße Alternative zum Lesen, sondern eine echte Bereicherung.
Fazit:
„Minnesota“ hat mich als Erstleser von Jo Nesbø vollkommen überzeugt. Ein harter, atmosphärisch dichter Thriller, der lange nachhallt und definitiv Lust auf mehr macht. Wer düstere, psychologisch starke Krimis mag, sollte diesem Buch unbedingt eine Chance geben.