Rezensionsübersicht

149 Rezensionen
Botanic Hearts Melanie Sweeney
Botanic Hearts (Buch)
5 von 5 Sterne

Herzensbuch

Nicht nur das süsse Cover, sondern auch der interessante Klappentext haben mich sofort dazu verleitet, in Botanic Hearts reinlesen zu wollen. Eine Geschichte, in der Bücher und Pflanzen vorkommen, finde ich nämlich schon mal sehr ansprechend.

Ein Hurricane zieht übers Land und verwüstet nicht nur die halbe Stadt, sondern auch die Bibliothek, in der Tansy angestellt ist, sowie den benachbarten botanischen Garten, für den Jack arbeitet. Diese beiden Hauptfiguren erwischen sich gleich zu Beginn auf dem falschen Fuß und geraten aneinander. Nun müssen sie aber irgendwie zusammen arbeiten.

Obwohl der Beginn mit dem Hurricane sehr dramatisch ist und dadurch Existenzen bedroht sind, ist das Buch insgesamt nicht traurig oder gar niederschmetternd. Vielmehr hat es oft etwas Erfrischendes, was den knackigen Dialogen, gepaart mit einer Prise Humor geschuldet ist. Es beinhaltet ganz viele Gefühle aber auch so manches Chaos. Meine Erwartungen an eine schöne Grumpy-meets-Sunshine Liebesgeschichte wurden definitiv erfüllt.
Die Jagd nach den magischen Münzen Jessie Burton
Die Jagd nach den magischen Münzen (Buch)
5 von 5 Sterne

Abenteuerlich, gefährlich, traurig

Wir schreiben das Jahr 1918 in London. Die 12-jährige Bo geht oft zur Themse und sucht dort nach Schätzen und anderen brauchbaren Dingen. Eines Tages spricht der Fluss zu ihr. Daraufhin findet sie eine besondere Münze und hat dabei eine Vision. Auch begegnet sie den Jungen Billy, der ebenfalls den Fluss reden hört. Gemeinsam versuchen sie das Geheimnis der Münze zu lüften.

Das Buch ist im Januar 2026 im Carlsen Verlag erschienen und hat einen Umfang von 272 Seiten. Es ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet, die auf abenteuerliche Geschichten mit einem Hauch Magie stehen. Das Cover ist detailreich und der Farbschnitt ist wunderschön. Mir als Erwachsene hat das Buch sehr gut gefallen und ich denke, dass die Handlung insgesamt altersgerecht ist. Der Schreibstil ist spannend und es wurden historische Gegebenheiten wie den ersten Weltkrieg und die vielen in ärmlichen Verhältnissen lebenden Familien mit eingebunden. Bo ist ein freundliches und mutiges Mädchen, das offen für Abenteuer ist.
Trotz trauriger und gefährlicher Situation, lässt sie sich nicht unterkriegen. Billy unterstützt sie dabei. Insgesamt ist es eine altersgerechte Abenteuergeschichte für Kinder und Erwachsene.
Dein ADHS Buddy Grace Koelma
Dein ADHS Buddy (Buch)
5 von 5 Sterne

ADHS verstehen

Grace Koelmas Workbook ist ein Rettungsanker für spät diagnostizierte Erwachsene wie mich. Statt starrer To-Do-Listen setzt sie auf viel Selbstakzeptanz und Verständnis. Das Besondere an diesem Buch ist definitiv das Layout: wenige, eher kürzere Texte und viel Struktur. Koelma erklärt fundiert, wie unser Dopaminhaushalt tickt, und hilft, den Alltag um die eigenen Bedürfnisse herum zu bauen, statt gegen die eigene Natur zu kämpfen. Als besonders hilfreich empfand ich vor allem die stetig eingebauten Übungen für mehr Ruhe, Fokus und Klarheit. Sie lassen sich meist wunderbar in den Alltag integrieren. Da es sich hier um ein Arbeitsheft handelt, ist Eigeninitiative unerlässlich, was für manche vielleicht eine Hürde darstellen könnte. Dennoch würde ich das Buch uneingeschränkt empfehlen, da man so oder so viel daraus mitnehmen kann! Es ist Ideal, um das Chaos im Kopf Schritt für Schritt zu ordnen.
KUNTH Bonjour Bretagne Christa Pöppelmann
KUNTH Bonjour Bretagne (Buch)
5 von 5 Sterne

Herzensorte

Das wunderschöne Buch aus dem Kunth Verlag ist mehr als ein Reiseführer. Es ist ein Buch mit so vielen schönen Fotos die mir die Schönheiten der Bretagne zeigen. "Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Bretagne. Es entführt in die mittelalterlichen Gassen, zu den Leuchttürmen an der Atlantik Küste oder an die Strände."

Kleine Besonderheiten aus dem Alltag, von Austernfischern bis in Cafés geht die kulinarische Reise. Kleine Orte bis zur großen Klosterinsel Mont Saint Michel erstehen vor unseren Augen.

Ich bin begeistert von den schönen Fotos. Dazu kurze Beschreibungen und Tipps.

Das Buch lädt ein, die Region per Buch zu entdecken. Oder in Erinnerungen zu schwelgen bis zum nächsten Urlaub.
KUNTH Ciao Italien Rita Henss
KUNTH Ciao Italien (Buch)
5 von 5 Sterne

Sehnsuchtsziele

Das Buch aus dem Kunth Verlag ist ein echter Genuss. Es entführt an die Herzensorte in Italien. Es ist für viele ein Sehnsuchtsort und das Buch verleitet zum Genießen, zum in Erinnerungen versinken oder um neue Ziele zu finden. Es ist weniger ein Reiseführer sonder ein Bildband voller wunderschöne Fotos.

Es entführt uns abseits der großen und bekannten Orte in kleine besondere Atmosphären. Es geht durch kleine Gassen wo die Wäsche im Wind flattert, zu Pizzabäckern wo mit Liebe und altem Wissen gebacken wird, oder an Kilometer lange Sandstrände.

Städte und kleine Besonderheiten werden mit schönen Fotos vorgestellt und dazu gibt es kurze, informative Texte.

Ein wunderschönes Buch zum betrachten und Neues kennenzulernen.
Nightweaver R. M. Gray
Nightweaver (Buch)
3 von 5 Sterne

Leider verliert sich die Spannung ein wenig in Unübersichtlichkeit

Die siebzehnjährige Aster Oberon kennt nur das Leben auf See, denn weit vor ihrer Geburt sind die Nightweaver aus einem fremden Reich gekommen und haben sich das Land angeeignet. Denn Menschen blieb nur die Wahl zwischen Versklavung oder Flucht auf die Meere. Als das Schiff ihrer Familie angegriffen und ihr Bruder Owen getötet wird, schwört Aster den Nightweavern blutige Vergeltung, allerdings geraten die Oberons erst einmal in Gefangenschaft und werden an Land gebracht, um für ihre Taten angeklagt zu werden. Noch ehe es zu einem Prozess kommt, beansprucht der adlige Nightweaver Will die gesamte Familie als Arbeitskräfte für sein Anwesen und verspricht ihnen dafür Freiheit - doch kann Aster ihre Rache für das Glück der Familie aufgeben und kann sie einem dieser Wesen wirklich trauen?

"Nightweaver" von R.M. Gray ist ein fantasievoll geschriebener Reihenauftakt mit düsterer Atmosphäre. Anfangs hat mich die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen, die kämpferische Aster war mir direkt sympathisch. Allerdings bekam ich schnell das Gefühl, dass ihr Weltbild ein wenig von der bestehenden Realität abweicht - da sie auf einem Schiff aufgewachsen ist und das Leben der Menschen auf dem Festland seit der Machtübernahme durch die Nightweaver lediglich aus Erzählungen kennt, hatte sie nie die Möglichkeit, sich unvoreingenommen eine umfassende Meinung zu bilden. Mit ihren siebzehn Jahren empfand ich die Protagonistin noch als sehr jung, das stand für mich in krassem Gegensatz zu ihren Erfahrungen als Piratin, die bereits zahlreiche Menschen getötet hat. Durch das raue Leben auf See musste sie sicherlich früh erwachsen werden, dennoch hatte ich meine Probleme mit ihrem teilweise unüberlegtem Wesen (was ich ganz alterstypisch fand) und der Abgeklärtheit, mit der sie bedenkenlos töten konnte. Aster hatte so viele verschiedene Facetten, dass ich trotz der Erzählweise in de ersten Person ewig gebraucht habe, mir ein Bild von ihr zu machen und noch länger, um eine emotionale Bindung aufzubauen.

Den Schreibstil habe ich durchaus als fesselnd empfunden, meiner Meinung nach verliert die spannende Handlung allerdings durch Unübersichtlichkeit. Sowohl die Figuren (die für meinen Geschmack gern etwas ausgeprägter charakterisiert sein dürften) - Aster hat sechs Geschwister, dazu kamen Wills Verwandte und jede Menge Angestellte und Nachbarn - als auch der magische Hintergrund mit den vielfältigen Wesen wirkte auf mich reichlich verworren. Wahrscheinlich sollte es der Spannung dienen, dass Aster nur alle paar Wochen eine weitere Information über die Arten der Unterlinge erhielt, das erschwerte aber auch mir das Verständnis des Weltenaufbaus. Diese Unwissenheit ließ mich ständig jede der Figuren hinterfragen und bezüglich ihrer Motive verdächtigen, wodurch bei mir der Eindruck entstand, dass die Geschichte keiner wirklich klaren Linie folgt. Schlussendlich habe ich mich dennoch recht gut unterhalten gefühlt und das Ende hat meine Neugier auf den Folgeband geweckt.

Fazit: Sowohl die Emotionen der Protagonistin als auch den Weltenaufbau fand ich etwas verworren dargestellt, die Geschichte ist zwar durchaus spannend, schöpft aber in meinen Augen nicht ihr gesamtes Potential aus.
Starfish Lisa Fipps
Starfish (Buch)
5 von 5 Sterne

Unbedingt lesen!

„Dicke Menschen haben eine Superkraft: Ihre Augen sind Zollstöcke, mit denen sie die Abstände zwischen Gegenständen messen können, um einzuschätzen, ob sie hindurchpassen.“ Das Mädchen mit dieser Superkraft heißt Ellie und die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt. Ellie ist extrem übergewichtig, so lange sie denken kann. Richtig wohl fühlt sie sich nur im Pool im Garten, obwohl dieser Pool für ihren Spitznamen Platschi verantwortlich ist. Bei einer Arschbombe an ihrem fünften Geburtstag, hat Ellie fast den gesamten Pool geleert. Es verwundert nicht, dass in der Öffentlichkeit Ellie mit ihrer Figur immer Aufsehen erregt. Fremde Menschen grabbeln sie an und geben ungefragt Kommentare ab und in der Schule wird sie gemobbt. Am schlimmsten wiegt für Ellie aber, dass ihre Familie kein Schutzraum bietet. Ellie hat das Gefühl, dass ihre Mutter sie wegen ihres Gewichts nicht lieben kann. Die Mutter setzt alles daran, dass Ellie Gewicht verliert. So gibt es jede Menge Dicke-Mädchen- Regeln. Zuhause ist Ellies einziger Verbündeter ihr Vater. Aber zum Glück gibt es da noch ihre Therapeutin und ein neues Mädchen in der Nachbarschaft.
Das gesamte Buch ist in Versform geschrieben und gibt so gut die Gedanken von Ellie wieder. Ich musste mich erst beim Lesen daran gewöhnen, aber ab Seite 3 habe ich das schon gar nicht mehr wahrgenommen. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz. Ich konnte das Buch kaum bei Seite legen, so sehr hat mich die Geschichte von Ellie beschäftigt. Mobbing kenne ich auch zu gut und bis heute gibt es davon Risse in meiner Seele. Umso wichtiger ist die Botschaft am Ende des Buches: Du bist richtig, genauso, wie du bist! Für mich ist dies ein Buch, das Pflichtlektüre sein sollte.
Der Schatten von Avamoore Nathan Winters
Der Schatten von Avamoore (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein atmosphärischer Mystery-Roman mit einem starkem Setting

In "Der Schatten von Avamoore" entführt Nathan Winters uns in ein abgelegenes schottisches Dorf, umgeben von Mooren, Nebel und alten Legenden.

Die düstere Atmosphäre war für mich von Beginn an spürbar.
Das Setting wirkt lebendig und bedrohlich zugleich. Man hat sofort das Gefühl, dass Fremde unerwünscht sind und Geheimnisse tief verwurzelt liegen.

Im Mittelpunkt steht Elisabeth, die nicht glauben will, dass ihr Verlobter einfach verschwunden oder ertrunken ist. Sie reist gemeinsam mit seinem Bruder Alexander nach Avamoore, um nach Antworten zu suchen. Doch die Dorfbewohner sind verschlossen und wenig hilfsbereit. Schnell wird klar, dass hier nicht alles so ist, wie es scheint, und dass viele Menschen etwas zu verbergen haben.

Elisabeth ist eine starke und mutige Hauptfigur, die mir sehr gut gefallen hat. Sie gibt nicht auf und lässt sich von niemandem einschüchtern. Alexander steht ihr zwar zur Seite, wirkt aber deutlich vorsichtiger und zurückhaltender. Zusammen ergänzen sie sich gut.

Die Geschichte lebt vor allem von der Atmosphäre. Das Moor, der Nebel und das geheimnisvolle Dorf sind sehr bildlich beschrieben. Die Spannung baut sich langsam auf, dafür bleibt lange unklar, was wirklich hinter den Ereignissen steckt. Genau das hat mir gut gefallen.
Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und die meiste Zeit auch angenehm locker, sodass sich das Buch trotz der düsteren Grundstimmung gut lesen lässt. Gegen Ende ging mir die Auflösung etwas zu schnell und verlor für meinen Geschmack ein wenig von dem vorher aufgebauten Grusel, weshalb es keine vollen fünf Sterne wurden.

Fazit:
Ein atmosphärischer Mystery-Roman mit einem starkem Setting, interessanten Figuren und einer konstant unheimlichen Stimmung. Ideal für alle, die langsame Spannung, düstere Orte und geheimnisvolle Geschichten mögen. ⭐⭐⭐⭐
Kalt wie die Luft Orjan N. Karlsson
Kalt wie die Luft (Buch)
5 von 5 Sterne

Nordisch effektiv und geradlinig ermittelt

Für mich war es das erste Buch dieses Autors und es hat mich angenehm überrascht. Dieser Krimi wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, macht aber dennoch einen übersichtlichen Eindruck und ist angenehm zu lesen. Ich fand es erfrischend, dass das Ermittlerteam gut miteinander auskommt und es keine hochgespielten Rivalitäten gibt. Die Hauptermittler Jakob Weber und seine neue Kollegin Noora Yun Sande werden auch privat vorgestellt und ich fand diese Hintergrundinformationen interessant, gut dosiert und nicht übertrieben. Die Ermittlungen sind effektiv und geradlinig und haben einen ganz eigenen Stil mit einer guten Spannungskurve. Der Schreibstil ist angenehm und doch wirkt das Buch besonders, das Setting im hohen Norden hat einen ganz speziellen Flair und passt sehr gut zum Fall, da die Eigenheiten abgelegener Schauplätze beschrieben werden. Der Fall war spannend, hätte aber für meinen Geschmack noch etwas komplexer sein dürfen. Da es der erste Fall einer erfolgreichen Reihe ist, verspreche ich mir viel von den Folgebänden. Von mir gibt es 4,5 Sterne.
Die Routinen Son Lewandowski
Die Routinen (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein transparentes, fremdbestimmtes Leben – Die Spitze des Optimierungswahns

Den Schreibstil habe ich anfangs als fragmentarisch und dadurch etwas gewöhnungsbedürftig wahrgenommen. Mit dem Erkennen der zwei großen Erzählschienen war der Überblick da und der Stil hat mir gut gefallen. Die Ich-Erzählerin beschreibt mehr oder weniger chronologisch ihre eigene Turnkarriere von Kindesbeinen an, während sie am Krankenbett einer verletzten Kollegin sitzt. Inhaltlich fand ich das Buch sehr interessant, da es viele neue Informationen für mich gab, obwohl man eigentlich weiß oder realisieren müsste, dass das Leben als Turnerin unfassbar hart und grenzwertig ist. Von Verletzungen, Routinen, Einsamkeit im Internat, Verpassen der Kindheit, Verständnis und Konkurrenz unter den Sportlerinnen, den Veränderungen in der Pubertät, dem Fokus auf Körper und Gewicht, absolute Transparenz und Fremdbestimmung sowie sexuelle Übergriffe ist alles dabei und es wird nichts ausgespart. Besonders gut haben mir die Zitate von erfolgreichen Turnerinnen gefallen, die sich zu dem jeweiligen Thema äußern. Am Ende gibt es ein ausführliches Literatur- und Quellenverzeichnis, was ich extrem gut finde, da das bei Romanen eher selten vorkommt. Die Autorin hat gründlich recherchiert und sich dem Thema wissenschaftlich genähert, was sich qualitativ bemerkbar macht und an einen überlangen Essay erinnert. Die Lektüre macht nachdenklich und man kann nur hoffen, dass sich etwas verändern wird.
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