Leider sehr vorhersehbar
Lyn, die Hexe aus der Familie Smythe, beginnt ihre Ausbildung am Institut für Moderne Magie. Was weder ihre Familie noch ihre neuen Freunde wissen ist, dass sie vor nicht allzu langer Zeit von einer anderen Hexe verflucht wurde. Wann immer sie sich nun in jemanden verliebt, passieren seltsame Dinge und oft endet schon Anhimmeln im Chaos. Blöd, denn nur durch den Kuss der wahren Liebe kann sie von diesem Fluch erlöst werden. Eine Wahrsagerin prophezeit ihr, dass einer der Barnes-Zwillinge, die ebenfalls am Institut studieren, der Auserwählte sein wird. Doch welcher von beiden ist es? Neben Lyns Bemühungen, den Fluch zu überwinden, geschehen am Institut rätselhafte Einbrüche, denen sie ebenfalls nachgeht.
Die Vorgänger-Dilogie Hunting Souls hatte ich bereits gelesen uns fand sie ganz gut. Optisch ähnelt das neue Buch den Vorgängern sehr und lockt Liebhaber schöner Motive und Farbschnitte zum Kauf. Ich wollte eher wissen, wie es mit den Familienmitgliedern der Familie Smythe nach dem großen Kampf weitergeht. Lyn als Hauptfigur unterscheidet sich deutlich von ihrer älteren "Schwester". Als Hexe hält sich ihr Können für mich in Grenzen dafür, dass sie eigentlich auch in den großen Hexenzirkel hätte aufgenommen werden können oder die Autorin lässt ihr Können nicht deutlich genug zu Tage treten. Lyn wirkt unsicher und viel zu sehr darauf fixiert, einen Typen zu finden, der sie von ihrem Fluch freiküsst. Dass das so nicht gut funktioniert, ist eigentlich klar. In jedem sieht sie zunächst nur einen potentiellen Kandidaten für ihre Zwecke und gerade nach der Prophezeiung der Wahrsagerin versteift sie sich auf eine einzige Person, obwohl das die Aussage der guten Frau überhaupt nicht hergibt. Von vornherein war mir hier klar, wie der Hase laufen wird. Obwohl das was folgt ganz süß gemacht ist und auch einige tiefergehende Gespräche geführt werden, fehlte mir die Spannung komplett, da ich ja bereits wusste, wie es enden würde. Leider ist Lyn von ihrer Schöpferin dahingehend blind geschrieben worden, wodurch die Protagonistin für mich etwas naiv rüberkommt.
Ein weiterer Schauplatz des Geschehens ist ihre Arbeit in der Auffangstation für magische Tiere, auch ganz niedlich, aber auch hier ist mir vieles zu eindeutig. Hexerei kommt viel zu selten vor und auch von den anderen Ausbildungszweigen am Institut erfährt man fast nichts. Ein eindeutiger Hinweis sorgt dafür, dass auch die Einbrüche weniger rätselhaft werden, sondern sich schnell ein Verdacht breitmacht, der sich am Schluss bestätigt. Spannungstechnisch wird viel zu wenig geboten und die Motive sind jetzt auch nicht so stark, dass sie superglaubwürdig wären. Das ganze Buch hat mich leider etwas enttäuscht, da es doch sehr seicht geschrieben ist und bis auf den Cliffhanger am Ende kaum Rätselhaftes bietet. Es ist dadurch allerdings auch sehr leicht und flüssig zu lesen und dürfte wegen der Liebesgeschichte bei jüngeren Jugendlichen, die bisher wenig Romantasy gelesen haben sehr gut ankommen. Wer nicht zur Vorgänger-Dilogie gespoilert werden will, dem empfehle ich, diese zuerst zu lesen. Zum Verstehen des Buches ist das aber nicht unbedingt notwendig. Mehr als knappe 3 Sterne kann ich leider nicht vergeben. Dem zweiten Band werde ich jedoch nach dem mysteriösen Ende trotzdem noch eine Chance geben.