Rezensionsübersicht

96 Rezensionen
Lola im Spiegel Trent Dalton
Lola im Spiegel (Buch)
5 von 5 Sterne

Der Spiegel der Erkenntnis

Lola im Spiegel fesselt von Beginn an: durch die wundervollen Zeichnungen, die das Buch von Anfang bis Ende illustrieren; durch die Gewalt der Sprache, die zu Beginn explosionsartig auf einen einstürzt; und durch die ungewöhnliche Geschichte, die von Missständen und Armut und der Gemeinschaft der Obdachlosen in Brisbane, Australien erzählt. Es schockiert und wächst einem ans Herz. Zunächst liest man weiter, weil man mehr erfahren möchte. Irgendwann, weil man das Mädchen, um das sich die Geschichte rankt, nicht fortlassen will - das Mädchen ohne Namen, das nach ihrer Identität sucht - die Liebe zu ihrer Mutter - die Neugierde darauf, was in dem 600 Seiten dicken Buch alles noch passieren muss. Die Gedanken der Protagonistin sind von außergewöhnlicher Schönheit. Schon durch die Art und Weise, wie sie spricht und denkt, wird klar, dass sie eine Künstlerin ist. Und nicht nur eine, die für ihr Leben gern zeichnet. Trotz der Misere, in der sie aufwächst, verliert sie nie den Glauben an ihr Ziel. Immer wieder betrachtet sie das, was in ihrem Leben aktuell passiert, aus der Perspektive eines Museumsführers, der nach ihrem Ableben Besucher durch die Ausstellung ihres Lebenswerks führt. Und sie spricht immer wieder mit ihrem Spiegel. Die Beschreibungen der Menschen, die ihre Begleiter sind, der Treibenden, wie sie genannt werden, sind allesamt einzigartig. Ihre Geschichten ineinander verwoben. Man möchte weinen und kann sich schließlich nicht davor schützen. Lola im Spiegel ist ein Wunderwerk der Sprache, der Emotionen, der Brutalität. Die Sprache ist klar. Die Geschichte berührend wahrhaftig. Und am Ende gewinnt die Liebe.
Lightfall 1: Das verlorene Licht Tim Probert
Lightfall 1: Das verlorene Licht (Buch)
5 von 5 Sterne

Buch 1 einer fantastischen Abenteuerreise

Hummel Beatrice, genannt Bea wohnt bei ihrem Adoptiv-Opa, dem Zauber-Eber. Als Bea auf der Suche nach Zutaten für ein Zaubertrank ist, begegnet sie Cad, ein Galdurier. Dieser ist auf der Suche nach dem Eber. Deshalb nimmt Bea ihn mit nach Hause. Doch dort finden sie nur noch einen Brief vom Eber, der los musste. Voller Sorgen machen sich die beiden auf die Suche nach Bea's Opa. Ihre gemeinsame Abenteuerreise beginnt.

Bea und Cad sind übrigens auf dem farblich sehr gelungenem Cover zu sehen, was ich toll finde.
Das Buch ist innen wie außen komplett farbig bedruckt. Daher riechen die Innenseiten leider auch sehr stark. Am Buchanfang findet man eine Landkarte. Die Zeichungen im Buch sind sehr schön gemacht und ohne viel Worte lesbar. Die Szenen, die zum Beispiel Gefühle vermitteln sollen, können problemlos gedeutet werden. Dazwischen gibt es aber auch sehr finstere Szenen, die sehr dunkel gehalten sind und erst nach und nach zu verstehen sind.
Mein Kind (10) und ich haben das Buch jeweils einzeln gelesen und es hat uns beiden sehr gut gefallen. Durch den wenigen Text und die sehr spannende Handlung ist man sehr schnell durch mit dem Buch. Bea und Cad müssen viele Gefahren überstehen. Wo Bea ängstlich ist und alles zerdenkt, geht Cad offen und furchtlos an die Sache ran. Ihre Freundschaft ist toll und Bea entwickelt sich mithilfe von Cad zu einem mutigen Mädchen.

Leider hat das Buch ein eher offenes Ende. Jedoch suggeriert uns bereits der Titelzusatz "Buch eins", dass es sich um eine mehrteilige Reihe handelt. Wir können die Fortsetzung kaum erwarten. Wir empfehlen Lightfall gerne weiter, denn es ist ein tolles Buch über Mut, Freundschaft und Hoffnung.
Wellengrab Stefan Ahnhem
Wellengrab (Buch)
5 von 5 Sterne

Fabian Risk ist zurück

Die Krimi-Reihe um den schwedischen Kommissar Fabian Risk von Stefan Ahnhem hatte mich begeistert. Aber „Meeressarg“, das ist lange her. Endlich erscheint, heiß ersehnt, „Wellengrab“, der siebte Fall für Fabian Risk - und eindeutig der beste bisher. Worum geht es?
Der Prolog führt uns zurück in das Jahr 2000. Wir lernen Lennert Olin kennen. Sein kleiner Sohn Samuel wurde entführt - nun bekommt er ihn tot in einem alten Koffer zurück. Der Anfang einer Serie?
Teil 1 beginnt im September 2025. Wir begegnen Harald und Amanda Olsson. Ihre Tochter Emelie verschwindet aus ihrem Zimmer. Sie wurde ebenfalls entführt.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Fabian und seiner Tochter Matilda. Sie sind mit einem Segelboot unterwegs und erleben von dort aus einen Stromausfall in Schweden. Seltsame Vorfälle häufen sich. Fabian, ein guter Beobachter und Kenner menschlicher Abgründe, entdeckt einen Zusammenhang…
Über das Wiedersehen mit Fabian und seiner Truppe, habe ich mich gefreut. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Daher empfehle ich, die Bücher chronologisch zu lesen, zumindest aber den Vorgängerroman. Wenn man hier die Personen, wie zum Beispiel Dunja, nicht zuordnen kann, lässt das wahrscheinlich Fragen offen.
„Wellengrab“ ist vielschichtig, komplex - und hochspannend. Nichts für Zartbesaitete. Denn es geht um Menschen mit fragwürdiger Gesinnung, die daran arbeiten, die Demokratie zu untergraben und auch vor Terroranschlägen nicht zurückschrecken. Es wird gefoltert und gemordet. Bis zum atemberaubenden Finale. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Fazit: Fall Nr. 7 für Fabian Risk. Brandaktuell!
Dein ADHS Buddy Grace Koelma
Dein ADHS Buddy (Buch)
5 von 5 Sterne

Sehr gut für junge Erwachsene

Ich habe sehr spät die Diagnose bekommen, eigentlich Jahrzehnte zu spät. Dennoch hat es mich interessiert, ob ich aus diesem Buch doch noch Benefit für mich gewinnen kann. Ich war sehr skeptisch, da die Aufmachung schon eher für junge ´Leute gedacht ist. Ein Blick auf das rückwärtige Cover und ich musste schmunzeln. Das kenn ich alles... und eine schwarze Katze habe ich übrigens auch:)
Ich fand es nicht leicht im Buch zu stöbern. Zum einen ist es für mich zum Beispiel hinsichtlich der Lebensplanung zu spät um noch durch die Tipps etwas verändern zu können. Zum anderen tue ich mich schwer mit den Aneltiungen, zum Beipsiel visualisiere dein Ziel. Das ist alles ungekanntes Terrain und da bräuchte es Begleitung. Ich möchte aber da keinem einen Therapieplatz wegnehmen, der damit in seinem Leben noch etwas verändern kann.
Was mir aber sehr gut getan hat, war die Anerkennung, die man in diesem Buch spürt. Bisher waren die Reaktionen meiner Familie in den verganenen Jahrezehnten eher so: Dir gehört rechts und links eine runtergehauen, dann bis du wieder in der Spur. Und als das Thema bezwiehungsweise die Diagnose auch in Worten präsenter war eher so die Reaktion: Du willst doch nur was besonderes sein. du suchst Entschuldigungen für dein Versagen. Wer wirklich will kann auch.
Leider habe ich davon viel verinnerlicht. Ich werde immer mal wieder in dem Buch stöbern und denke es wird mir positiven Auftrieb geben.


Starfish Lisa Fipps
Starfish (Buch)
5 von 5 Sterne

Sehr berührend

Mir sind beim Lesen schon ein paar Tränchen in die Augen geschossen. Auch wenn der Versstil dafür sorgt, dass sie etwas abgehackter rüberkommen, sind die Gedanken, die Ellie hat, sehr tief und man möchte sie fast immerzu einfach nur in den Arm nehmen. Dabei will sie gar kein Mitleid, sie will einfach nur als ganz normaler Mensch wahrgenommen werden, denn nur, weil man dick ist, ist man nicht schlechter oder weniger wert als andere Menschen.

Besonders berührt hat mich, dass Ellie noch nicht mal zu Hause ein Refugium hat, denn die Geschwister ärgern sie und sogar die Mutter hat Sprüche parat, da schlackern einem die Ohren. Am liebsten hätte ich sie durch das Buch gezerrt und ihr ein paar Takte erzählt, denn das grenzt an seelischer Grausamkeit!

Mir sind noch ein paar Gedanken gekommen, die vielleicht genauso unpassend sind, denn ich würde das Buch einem Kind automatisch mit den Worten schenken, dass ich es natürlich nicht für zu dick halte. Das alleine ist ja schon wieder Bodyshaming, aber ich will ja nun nicht, dass es überlegt, WARUM ich es ihm schenke. Es ist aber auch ein tolles Buch für jedes Kind, damit man lernt, sich in andere hineinzuversetzen und vielleicht nicht die Gruppendynamiken mitmacht, die so oft in Schule oder Freizeit vorherrschen. Wenn dadurch vielleicht ein Kind für ein anderes in die Bresche springt, ist damit schon viel geholfen.

Ein durchaus gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, der nicht immer ganz einfach ist, an manchen Stellen die 11jährige Zielgruppe überfordern könnte (blaue Periode von Picasso dürfte beispielsweise nicht so geläufig sein, aber dann lernt man ja auch dazu) und wirklich tief ins Herz geht. Gerade wenn ein Kind akut betroffen ist, könnte es enorm triggern, aber letzten Endes auch Mut machen. Ich würde raten, dass Eltern das Buch selbst erstmal lesen und dann entscheiden, ob sie es mit den Kindern aufarbeiten möchten. Mir hat es sehr gut gefallen und mich enorm berührt.
Verbrenn das Negativ Josh Winning
Verbrenn das Negativ (Buch)
4 von 5 Sterne

Interessante Metaebene

Die Grundprämisse des Buchs erinnerte mich ein bisschen an einen Teil der Slasherfilmreihe "Scream", in der die Protagonistin dabei zusehen muss, wie ihr Leben verfilmt wird und bei den Dreharbeiten einer nach dem anderen zu Tode kommt.

Hier handelt es sich aber um eine augenscheinlich etwas überspannte Journalistin, die mal Kinderdarstellerin in einem Horrorstreifen war, der in den 90ern nach und nach fast alle seine Beteiligten ins Grab gebracht hat. Nun soll ein Remake gedreht werden (macht Hollywood ja am laufenden Band) und ausgerechnet sie soll darüber berichten.

Der Text wird durch vermeintliche Produktionsnotizen, Interviewmitschriften, Drehbuchauszügen und Social Media Einträge aufgelockert. Ansonsten ist der Schreibstil recht plastisch und leicht unterkühlt. Das Cover wirkt jetzt auf mich eher zusammengeschustert, passt aber in das Setting der 90er.

Es ist mal etwas erfrischend anderes und eher Horror als Thriller, was mich sehr reizte. Man hat auch während des Lesens automatisch Filmbilder im Kopf, was beabsichtigt gewesen sein wird. Trotz ein paar Längen, die sich in einem Film nicht so lang angefühlt hätten, habe ich mich durchaus unterhalten gefühlt.
Gemüsepower Lucia Schauerhammer
Gemüsepower (Buch)
4 von 5 Sterne

Gartenliebe

Ich kannte Lucia Schauerhammer bereits über Instagram unter dem Account @dorfgarten, dem ich schon länger folge. Ihre Tipps haben mich bisher immer überzeugt, weshalb ich besonders gespannt auf ihr Buch war.
Das Buch beginnt mit einem sehr übersichtlichen Inhaltsverzeichnis, sodass man sofort erkennt, wie klar strukturiert es aufgebaut ist. Besonders gefällt mir, dass die Anzucht nach Monaten gegliedert ist und jeder Schritt nachvollziehbar erklärt wird. Man merkt deutlich, wie viel Mühe und Liebe zum Detail in diesem Buch steckt und mit welcher Leidenschaft die Autorin ihrem Handwerk nachgeht.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass die sehr großen Bilder teilweise viel Platz einnehmen. Dadurch hätte ich mir an manchen Stellen mehr erklärenden Text gewünscht – vor allem für Einsteiger. Da ich selbst kaum Erfahrung mit dem Gemüseanbau habe, empfand ich die ersten Seiten stellenweise als etwas überfordernd. Außerdem hätten mir Vergleiche oder Alternativen für Balkone und Terrassen gut gefallen, da nicht jeder die Möglichkeit hat, ein ganzes Beet anzulegen.
Zusammengefasst ist es ein sehr ansprechend gestaltetes Buch, das mit viel Liebe und Sorgfalt einen wunderbaren Einblick in Natur und Landwirtschaft gibt – für absolute Einsteiger ist es jedoch nur bedingt geeignet.
Der schmale Grat der Vernunft Kirsti Eline Torhaug
Der schmale Grat der Vernunft (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein Leben zwischen Aufbruch und Rückkehr

Erzählt wird von einem Leben, das früh von Sehnsucht geprägt ist. Per wächst in einem norwegischen Dorf auf und spürt schon als Kind den Wunsch, hinauszugehen und mehr von der Welt zu sehen. Diese innere Unruhe begleitet ihn über viele Jahre und wird immer wieder auf eine harte Probe gestellt.
Der Krieg bringt einen deutlichen Einschnitt. Die Entscheidung, sich nicht zu fügen und das Land zu verlassen, entsteht aus Überzeugung und aus der engen Verbindung zu seinem Jugendfreund Helmer. Der gescheiterte Fluchtversuch nach England verändert alles. Die folgenden Jahre im Waldkommando Sachsenhausen werden sachlich beschrieben, ohne auszuholen. Gerade diese Nüchternheit fällt auf. Erinnerungen an das Dorf, an die Familie und an frühere Träume helfen beim Durchhalten. Auch die Freundschaft bleibt in dieser Zeit ein wichtiger Halt.
Nach dem Krieg kehrt Per in eine Welt zurück, die ihm fremd geworden ist. Der Alltag verlangt Anpassung, doch das Erlebte lässt sich nicht einfach ablegen. Alte Regeln greifen nicht mehr, Erwartungen passen nicht zu dem, was ihn innerlich bewegt. Die innere Zerrissenheit wird behutsam beschrieben und bleibt nachvollziehbar. Die Geschichte ist eng mit dem Leben des norwegischen Schriftstellers Per Torhaug verbunden und bleibt ruhig und respektvoll.
Beim Lesen folgt man Per still mit, spürt manchmal Beklemmung, aber wird nie überfordert. Die Erlebnisse wirken nach, gerade weil alles leise bleibt.
Ein ruhiger, eindrücklicher Roman über Durchhalten, Freundschaft und die schwierige Rückkehr in den Alltag. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Kleopatra Saara El-Arifi
Kleopatra (Buch)
3 von 5 Sterne

Frauenpower

Kleopatra- ein Mythos und eine der wenigen Frauen, die einen festen Platz in der Geschichtsschreibung hat.
Saara El-Arifi hat diverse Schriftstücke genommen und eine Art Autobiografie erstellt. In diesem Buch spricht die Pharaonin zu uns, dem Leser, und erzählt uns ihre Geschichte, ihr Leben.
Ich fand den Schreibstil gut zu lesen. Man war recht schnell im Geiste in Ägypten und hat versucht die Entscheidungen der Königin nachzuvollziehen. Ihre Beziehungen mit Cäsar und Antonius wurden ebenfalls aus einem neuen Licht gezeigt. Die Beziehung zu ihren Geschwistern und deren Schicksale haben mich besonders getroffen. (Das war ein Teil ihrer Geschichte, die ich zuvor nicht kannte)
Ich hätte mir zusätzlich aber eine Karte im Buch gefehlt. Da Kleopatra recht viel am Reisen ist, wäre das zur Visualisierung hilfreich gewesen.
Zum Abschluss hätte ich mir auch eine kurze Erklärung gewünscht, welche Teile der Geschichte nun frei erfunden und welche geschichtlich belegt waren. Denn Die Autorin hat es sehr gut geschafft beides ineinander zu Verweben.
Wieso dann nur 3 Sterne? Das kann ich nicht so recht sagen. Ich fand das Buch war solide, aber dennoch hat es Stellen gegeben, sich etwas gezogen haben. Trotzdem ein gutes Buch.

Vielen Dank an Vorablesen für das Rezessionsexemplar im Austausch für meine ehrliche Meinung.
MARCO POLO Reiseführer Dresden, Sächsische Schweiz Angela Stuhrberg
MARCO POLO Reiseführer Dresden, Sächsische Schweiz (Buch)
5 von 5 Sterne

Für jeden Geschmack etwas

Da wir schnell in Dresden sein können, war ich auf diesen Reiseführer neugierig. Die Buckettlist zeigt was man unbedingt gesehen und erlebt haben sollte. Welche Highlights gibt es, wo kann man gut essen und trinken und was eignet sich für das Ausgehen.

Neben den bekannten Orten und Sehenswürdigkeiten, werden auch kleine Besonderheiten abseits beschrieben. Ein Ausflug geht in die Sächsische Schweiz , was ja nicht weit entfernt ist.

Erlebnisrouren beschreiben fuhren durch die Bezirke. Praktisch ist die Karte zum herausnehmen. Und der Plan für die Bahn.

Der Reiseführer bietet einen guten Überblick über Dresden und die Ausflugsmöglichkeiten, passt in jede Tasche für unterwegs und ist toll für die Vorbereitung.
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