Rezensionsübersicht

98 Rezensionen
Minnesota Jo Nesbø
Minnesota (Buch)
4 von 5 Sterne

Bühne frei für Bob Oz

Nach Harry Hole, den Königen und Romanen wie „Nachthaus“ schickt Jo Nesbø in „Minnesota“ einen neuen Ermittler ins Rennen. Wie macht der sich?

2016 treibt ein „guter Mörder“ in Minneapolis sein Unwesen (er eliminiert die „bösen Jungs“), spielt Katz und Maus mit der Polizei, genauer gesagt mit Ermittler Bob Oz. Der kämpft mit dem Verlust seiner Familie: Nachdem die Tochter bei einem Unfall ums Leben kam, geht die Ehe in die Brüche, sodass die Ermittlungen ihn von seinem Elend ablenken. Diesem Fall geht sechs Jahre später Holger Rudi nach, um ihn „true-crime-mäßig“ aufzuarbeiten.

Mehr sei nicht verraten, damit die Spannung erhalten bleibt, die Nesbø-typisch nichts für schwache Nerven ist. Die Konstruktion mit einer Rahmenhandlung 2022 und dem zugrundeliegenden Fall 2016 ist geschickt und glaubwürdig. Dabei gibt gerade das Jahr 2016 Nesbø die Chance, auch Gesellschaftskritik zu üben. Gerade Krimis auf zwei Ebenen bringen m. E. ja immer eine Grundspannung mit, weil man wissen will, wie es beim anderen Strang weitergeht. Das ist gut gemacht, aber auch ein bisschen nötig, denn reihenaufttakttypisch (wovon ich ausgehe) wird Erzählzeit für die Einführung der Figuren bzw. das Setting verwendet. Die Figuren sind allesamt etwas kaputt, allen voran Bob Oz. Er ist freundlich ausgedrückt bärbeißig, kämpft aber mit einer gewissen Kompromisslosigkeit für Gerechtigkeit, was ihn wieder sympathisch macht und womit Harry Hole in ihm einen würdigen Nachfolger fände. Was die Nerven angeht, hat sich Nesbø ein „Gimmick“ ausgedacht, das ziemlich morbid-gruselig ist, aber das weiß man bei ihm ja. Lesen lässt sich die Geschichte bis auf einzelne Hakler sehr flüssig, sodass „Minnesota“ in Summe ein guter Start für einen neuen Ermittler ist, stärker als die „Königs-Reihe“, aber noch nicht Harry-Hole-Niveau, insofern gibt es 3,5 aufgerundete Sterne, weil sich die Geschichte aus dem Krimi-Einheitsbrei heraushebt.
The Academy Shelby Cunningham
The Academy (Buch)
5 von 5 Sterne

Elite Internat... Intrigen, Skandale, Geheimnisse und Enthüllungen

Das Cover wäre allein schon ein Grund, das Buch zu kaufen.
Die herbstliche Atmosphäre, mit der Academy im Hintergrund ein Augenschmaus.
Ich liebe es.
Zu Anfang habe ich überlegt, ob ich rausgewachsen bin, ein Academy mit pubertierenden Schülern?
Aber nein absolut nicht. Die Story hat mich gefesselt. Geheimnisse von Teenager, Lehrer und Eltern. Ein Drama folgte dem nächsten.
Acht Monate von September bis Mai wird das turbulente Internatsleben beschrieben.
Die Tiffin Academy hat im letzten Jahr ein schweren Verlust der Schülerin Cinnamon immer noch zu verarbeiten. Das jährliche Ranking kommt überraschend von Platz 17 auf Platz 2. Der Notendurchschnitt ist nicht der beste, genauso wie der Ruf der Schule. Die neue ZipZap App veröffentlicht Skandale, die nicht vom Feinsten sind. Aber wer steckt dahinter? Die Schulleiterin Audre ist manchmal echt verzweifelt.
Ich mochte es in die Welt, der Highschools einzutauchen.
Es war, als wäre ich ein Teil davon.
Alles wurde detailliert geschildert.
Die Geheimnisse, Enthüllungen, Intrigen waren so greifbar.
Es gab
Die Spannung ließ nicht ab, das Setting und die düstere Atmosphäre waren toll.
Es gab unglaublich viel zu entdecken und ich spürte die Spannungen von den Protagonisten.

Ein absolutes Highlight. Die Story könnte ich mir auch als Netflix Serie gut vorstellen.
Und vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung, ich würde mich freuen.
The Woman in Suite 11 Ruth Ware
The Woman in Suite 11 (Buch)
3 von 5 Sterne

Leider eine schwache Fortsetzung des Bestseller-Thrillers

Meine Meinung:
Mit „The Woman in Cabin 10” hatte Ruth Ware einen brillanten Thriller geschrieben, der in vielerlei Hinsicht zu überzeugen wusste. Nun, rund sieben Jahre später, folgt mit „The Woman in Suite 11“ der Nachfolger. Sehr gespannt war ich auf dieses Buch und hatte mich auf ein vergleichbares Leseerlebnis gefreut, doch leider hat mich dieses Buch alles in allem enttäuscht. Das Grundproblem hier ist, dass der Vorgänger die Messlatte sehr hoch gehängt hatte. Doch schauen wir uns an, warum mich „The Woman in Suite 11“ enttäuscht hat:

Erstens: „Cabin 10“ bot mit dem Kreuzfahrtschiff auf hoher See ein außergewöhnliches und faszinierendes „locked room“-Setting. Niemand konnte weg und niemand konnte dazu kommen - Hilfe von außen war also nicht zu erwarten. Ich liebe ein solches Setting und hatte bei „Suite 11“ auf ein vergleichbares Setting gehofft - leider vergeblich.

Zweitens: Das zweite zentrale Element, das „Cabin10“ so besonders gemacht hat, war das psychologische Spiel damit, was die Protagonistin Laura „Lo“ Blacklock zu sehen gemeint hat – während ihr niemand anders geglaubt hat. Das ließ uns Lesende wie die Protagonistin selbst an ihrer Wahrnehmung zweifeln. Auch dieses Element fehlt bei „Suite 11“ leider vollkommen.

Drittens: „Cabin 10“ hat schon sehr früh Spannung aufgebaut - und dieses Level dann über weite Strecken gehalten. In „Suite 11“ ereignet sich der Kriminalfall erst nach rund der Hälfte des Buches - zuvor gab es gerade mal ein paar wenige Überraschungen, von denen nur eine als annähernd spektakulär zu bezeichnen ist. Spannung war somit im ersten Teil kaum vorhanden und dann in der zweiten Hälfte des Buches… leider auch nicht viel mehr. Das liegt auch mit daran, dass der Fall recht unspektakulär konstruiert und in Teilen auch recht durchsichtig gewesen ist.

Alles in Allem, wie eingangs gesagt, leider enttäuschend und eigentlich auch mehr ein Krimi als ein Thriller. Ohne den sehr guten Vorgänger wäre dieses Buch als solider Krimi durchgegangen, der sich aber aus der breiten Masse der Krimis in keiner Weise hervorheben kann - Mainstream halt. Im direkten Vergleich zu „Band 1“ aber viel zu schwach.

FAZIT:
Nein, „The Woman in Cabin 10” hätte keine Fortsetzung gebraucht - zumindest nicht diese.
Die Magnolientochter Tessa Collins
Die Magnolientochter (Buch)
5 von 5 Sterne

Auf nach Neuseeland

Das Cover des Buches ist passend zum Titel gestaltet. Am Rande und im Schnitt zeigt es Magnolien.
Dieses Buch ist Teil einer Reihe, ich kann aber sagen, es lässt sich unabhängig davon lesen, denn die anderen Teile waren mir bisher auch unbekannt und ich hatte nicht das Gefühl mir würde etwas zur Handlung fehlen.
Das Buch bringt einen nach Neuseeland. Wo die Hauptperson Magnolia versucht einen Hinweis ihrer Familie zu folgen und einem alten Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Im Roman springt man immer zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart bis sich beide Teile zusammen fügen. Der Wechsel klappt sehr gut und die einzelnen Kapitel sind so geschrieben, dass man auch nicht den Faden verliert. Der erzählerische Stil ist flüssig und leicht zu lesen und mit jeder Seite mehr hofft man auf ein gutes Ende. Das Buch hat mittlerweile meine Neugier auf die anderen Bände geweckt.
One Date to Gold Ivy Leagh
One Date to Gold (Buch)
4 von 5 Sterne

Schöne Lovestory

Mir hat diese Geschichte von Anfang bis Ende sehr gut gefallen. Amy hat es zu Olympia geschafft, obwohl sie es in der Vergangenheit nicht ganz leicht hatte. Dort trifft sie auf Hunter, der laut Medien ein absoluter Frauenheld ist. Aber auch Hunter hat seine Geschichte.
Das Thema Sport ist natürlich wichtiger Bestandteil im Buch. Aber wie ich finde in absolut angenehmen Maße. Selbst wenn man nicht so auf Sport oder Sport Romanzen steht, sollte das bei diesem Buch kein Problem sein.
Denn die Geschichte um Amy und Hunter hat ein sehr schönes Tempo und die Dynamik zwischen den beiden macht richtig viel Spaß.
Besonders Amy Schwierigkeiten sind sehr gut nachzuvollziehen und es ist schön zu sehen wie Hunter sie dabei begleitet und Amy sich nach und nach mehr öffnet.
Mir gefallen auch Amys Freundin und besonders das Eishockey Team. Jeder hat sein besonderen Charakter und trägt zu diesem schönen Buch entscheidend bei.
Die neue Wissenschaft vom Sattsein Pia Roser
Die neue Wissenschaft vom Sattsein (Buch)
4 von 5 Sterne

wissenschaftlich, aber verständlich

Das Cover zeigt uns, dass die Autorin eine sehr attraktive Ärztin ist.
In ihrem Buch erklärt sie verständlich und auf unterhaltsame Weise komplexe medizinische Zusammenhänge.
Besonders originell ist die Darstellung der Botenstoffe: Sie werden wie Charaktere beschrieben und dadurch regelrecht vermenschlicht, was das Lesen angenehm und einprägsam macht.

Anschaulich wird erklärt, wie eng im Körper alles miteinander verknüpft ist – insbesondere die große Achse zwischen Gehirn und Darm. Auch die Rolle der Fettreserven des Körpers und deren potenziell gefährliche Auswirkungen werden nachvollziehbar dargestellt.

Das Buch unterhält gut und vermittelt solides Wissen. Wer allerdings konkrete Anleitungen oder neue Tricks zum Abnehmen erwartet, wird enttäuscht sein. Letztlich bleibt es bei den bekannten Empfehlungen: viel Bewegung und gesunde Ernährung. Das weiß jeder, der selbst mit seinem Gewicht zu kämpfen hat. Aber man erkennt auch die Fallstricke, in die man geraten kann, selbst wenn man sich mit gesunder Ernährung befasst hat.
Sehr interessant sind auch die Passagen, in denen die Wirkungsweisen der Abnehmspritze erklärt werden.
Insgesamt ein informatives und kurzweiliges Buch für alle, die die medizinischen Hintergründe besser verstehen möchten – ohne unrealistische Versprechen.
Bauen ist nichts für Feiglinge! Anja Erben
Bauen ist nichts für Feiglinge! (Buch)
4 von 5 Sterne

Wenn der Amtsschimmel wiehert

Das ist ein wahnsinns Bericht einer Berliner Bauherrin. Sie will ein Senioren Wohnheim bauen und ist guter Dinge, denn das ist für die Gemeinschaft ein tolles Projekt und im Interesse aller. Aber denkste! Anja Erben schreibt von ihren Erfahrungen bei den diversen Anträgen bei Behörden. Wer denkt, so eine Behörde ist für die Bürger da und ihre Anträge werden zeitnah bearbeitet, wird hier eines besseren belehrt. Da wiehert der Amtsschimmel jedes mal aufs neue. Veraltete Gesetze und Vorschriften müssen durchgesetzt werden. Zum Beispiel Fahrrad Ständer für jede Wohnung. Ein großer Spielplatz für die Pflegebedürftigen. Aber keine Parkplätze oder Ladestationen.

Fehlende Mitarbeiter, oder inkompetente. Ist dann jemand zuständig, lässt er die Muskeln spielen und ist bald krank. Geht ein Antrag endlich über die Bühne kommen die Bauarbeiter. Leider sind.auch dort nicht immer Leuchten am Werk.

Wenn einem schon die ersten grauen Haare kommen, lockert die Autorin die Handlung etwas auf mit einem Vergleich zu den Ärzten. Dabei musste ich dann lauthals lachen. Wenn Ärzte so arbeiten würden wie Ämter, wären die Friedhöfe überfüllt.

Jetzt ist mir auch klar warum in Berlin nichts voran geht. Weder Wohnungen noch Brücken.

Wer in Zukunft bauen möchte sollte es sich nach dem Lesen noch einmal überlegen. Jedenfalls in Berlin.
Sallys Lieblingsrezepte - ganz easy backen Saliha Özcan
Sallys Lieblingsrezepte - ganz easy backen (Buch)
4 von 5 Sterne

Sehr gut bebildert und erklärt!

Man muss Sally einfach mögen, denn sie ist unbeschreiblich sympathisch. Klar, dass sie wie ich aus dem Badischen kommt und ihr Sallycon Valley knappe 30km von mir weg ist, das bringt noch Zusatzpunkte. Aber ihre Rezepte überzeugen auch einfach!

In diesem Buch findet man optisch und geschmacklich überzeugende Backwerke. Sie sind nicht ganz so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick wirken, aber ganz klar, schnell mal nebenher gemacht sind sie dann doch nicht. Das hat aber auch niemand behauptet! Wer gerne backt und schlemmt, der wird hier schon beim Lesen kulinarische Paradiese erobern!

Schon der Aufbau des Buches ist klasse! Am Anfang steht das Inhaltsverzeichnis, komplett schnörkellos, nach den kürzeren Kapitel zu Lebende bis Backformen unterteilt in die Rubriken Einfache Kuchen; Lieblingstorten; Süßes zum Teilen; Blechkuchen; Herzhaftes. Ganz genial finde ich, dass dieser Inhalt noch einmal in Bildern vorgestellt wird, bevor es wirklich losgeht. Da ich Rezepte ohne Fotos nicht mag, begeistert mich ein Bildverzeichnis natürlich extrem!

Ein wenig Werbung für den Shop, also Eigenwerbung, bekommt man hier auch. Doch dies und selbst die Fotos von Saliha, die im ganzen Buch auftauchen, wirken nicht negativ. Zumindest für mich kommt das Gefühl auf, von einer Freundin begleitet zu werden. Der informative Theorieteil ist nicht zu lang, bietet aber eine tolle Zusammenfassung wichtiger Punkte, auch für geübte Backfans.

Für jedes Rezept ist viel Platz eingeräumt worden, nämlich vier ganze Seiten! Ein großes ganzseitiges Foto, ein Text rund um das Gebäck plus Informationen zu Zeitbedarf, Backzeit, Backofeneinstellung, Backform bzw. Zubehör und Haltbarkeit, eine ganze Seite für die Zutatenlisten, das Rührelement, die Zubereitungsschritte und Tipps & Tricks und auf der vierten Seite dann Fotos zu den Arbeitsschritten, sodass diese auch optisch das Verstehen unterstützen. Ganz klar, diese opulente Art, die Rezepte zu präsentieren, macht das Buch dicker und teurer, doch ich feiere es total.

Die Zutaten sind mehr oder weniger unspektakulär. Etwas ausgefallener ist die Traubenmelasse, die es dann doch nicht überall gibt und noch dazu recht teuer ist. Sumak bekommt man meiner Erfahrung nach leichter, zudem ist es auch vielseitiger einsetzbar in der Küche. Tonkabohnen gehören für mich inzwischen zum Standard. Sie sind ebenfalls gut im Handel zu finden, preislich jedoch wie gute Vanilleschoten etwas höher angesiedelt. Anstelle von Gelatine wird hier immer Agar-Agar verwendet.

Die Anweisungen sind gut verständlich beschrieben und je länger man dieses Buch in Gebrauch hat, desto klarer wird, dass man kaum eins der Rezepte nicht nachmachen möchte! Auch nicht so geübte Backfans können die Rezepte gut nacharbeiten. Wie bei allen Backbüchern musste ich auch hier bei einigen Rezepten die Temperatur und die Backzeit ein wenig an meinen Backofen anpassen. Doch diese Schwierigkeit ist, wie gesagt, bei allen Büchern. Daher gebe ich insgesamt vier Sterne.


(c) cms
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