Magische Fortsetzung, sehr düster und spannend
Noch immer sind die Wechselbälger auf der Suche nach dem Zugang zur Anderswelt, die sie unbedingt erobern wollen. Irida und die Furchtlosen müssen alles versuchen, um dies zu verhindern und ihre Stadt Hohenburg vor den gefährlichen Plänen der Gegner zu schützen. Doch da sind dunkle, teuflische Mächte, die als Verbündete hilfreich wären für beide Seiten. Und dann ist da noch jemand, der im Hintergrund seine Strippen zieht. Es geht um nichts weniger als hunderte Menschenleben, die geopfert werden sollen. Können die Furchtlosen diese Katastrophe verhindern?
Schon das Cover dieses zweiten Bandes hat für mich alle Verspieltheit, die es beim ersten noch gab, verloren. Iridas Gesichtsausdruck und die Farben spiegeln hier wieder, wie sich die Geschichte entwickelt. Nach den Ereignissen in Band eins, der eher eine Hinführung war, schließt die Handlung hier nahtlos an. Irida, die um ihre Kräfte weiß, und ihre Freunde von den Furchtlosen, bekommen es nicht nur mit einem Gegner zu tun, der mit dem Rücken zur Wand steht, die Gruppe der Wechselbälger wird auch immer radikaler, ihre Pläne rücksichtsloser. Toll ist, dass Irida trotz ihrer wahren Identität zu ihren menschlichen Freunden steht. Die Suche nach Antworten in der Vergangenheit ihrer Familie bringt neue Informationen und es tauchen weitere, schwer einschätzbare Mächte in Hohenburg auf, die bisher im Hintergrund blieben. So spitzt sich die Lage immer weiter zu. Der Spannungsbogen ist in diesem zweiten Band wirklich hoch. Gleichzeitig kommen dem ein oder anderen aber auch Zweifel daran, ob man auf der richtigen Seite steht. Die Vielfalt der verschiedenen Gestalten aus düsteren Legenden und Sagen, die der Autor einbindet, ist hoch. Geister, Dämonen, Götter, Irrlichter, Trolle... die Story bietet viele fantastische Figuren, nicht alle kann man sofort einordnen, viele stammen aus unterschiedlichen Zeiten, so dass manchmal die Verbindung fehlt. Doch Markus Heitz schafft es, sie zu einem großen Ganzen zu verknüpfen.
Der Schreibstil ist diesmal für mich eingängiger, baut mehr Spannung auf und beschreibt sehr bildlich vor allem Orte und Personen, so dass man sich alles vorstellen kann. So macht das Eintauchen in die Welt um Hohenburg und bei gelegentlichen Abstechern in die Wälder Norwegens Spaß. Die Wechsel zwischen den Perspektiven fallen mir in diesem Band auch leichter, weil ich mich im ersten daran gewöhnen konnte. Um der Geschichte gut folgen zu können, sollte man diesen ohnehin zuerst lesen, denn er enthält wichtige Infos zu den Personen und der zweite Band baut auf ihm auf. Nur ist dieser spannender, düsterer und auch etwas brutaler geraten. Eine tolle Steigerung. 5 Sterne