Schwacher Anfang, wird zunehmend fesselnd
Schon allein die Geschichte, die den Anspruch erhebt, dein Leben retten zu können oder besser ausgedrückt „was dich nicht umbringt, lässt dich überleben“, macht neugierig aufs Buch, dazu das sehr ansprechende Äußere – da muss man einfach zugreifen. „This Story Might Save Your Life“, kurz TSMSYL, ist ein Comedy-Survival-Podcast, der sich jede Woche einem anderen Thema widmet.
Joy und Benny sind die beiden Protagonisten, die diesen Postcast betreiben. Einer ist Stichwortgeber, der andere kontert, das Ergebnis sind launige, witzige Folgen, die Reichweite ist mittlerweile enorm. Man muss schon locker sein, um den vorgegebenen, mitunter lebensgefährlichen Situationen auf witzig-spritzige Art beizukommen - ihre Fans lieben genau diesen Nervenkitzel. Die beiden kennen sich wirklich gut, sind beste Freunde, sie ticken ähnlich. Ein Paar sind sie jedoch nicht. Joy ist mit Xander verheiratet und Luna ist Bennys Ex-Frau. Einige andere spielen schon auch eine Rolle, sie kommen ins Geschehen, sobald es die Story zulässt. Als dann Joy und Xander verschwinden, ist nichts mehr so, wie es war.
Gespannt starte ich in diese Geschichte, die mich jedoch bald das Buch zur Seite legen lässt. Der extrem langatmige Anfang macht das Hineinfinden in die Story nicht gerade einfach, das Durchhalten hat sich aber dann doch gelohnt. Die wechselnden Kapitel werden aus Sicht von Joy und Benny erzählt, es sind einmal Rückblenden und dann ist es die Suche nach Joy und Xander. Und jetzt nimmt die Story so richtig Fahrt auf, von jedem einzelnen werden auch unschöne Dinge ans Licht gezerrt, keiner kommt ungeschoren davon. Letztendlich sehe ich klarer, es geht um perfide Manipulation, die lange gut versteckt werden kann. Ein Thriller, der sich langsam entwickelt, dem man trotz Startschwierigkeiten eine Chance geben sollte, es lohn sich allemal.