Rezensionsübersicht

155 Rezensionen
Waldmann Thomas Ziebula
Waldmann (Buch)
5 von 5 Sterne

Spannende Story, interessante Figuren

Nachdem Hauptkommissar Hannes Waldmann vor sieben Jahren auf einem Bazar von Lagos seine Frau verloren hat, kämpft er mit einer PTBS. Immer wieder wird er zu dem Moment auf dem Bazar zurückgeschleudert, in dem seine Frau spurlos verschwand. Das führt wiederholt zu Fehlern im Dienst. Da helfen keine Psychotherapie, keine Klinikeinweisung und auch keine Medikamente. Doch den Dienst quittieren will er nicht. Als es jetzt einen Fall gibt, der in die Kreise von Zwangsprostitution, Menschenhändlern und getöteten Kunden führt, ist dies Waldmanns letzte Chance, zu zeigen, was in ihm steckt.
Der Autor Thomas Ziebula erschafft hier mit Hauptkommissar Hannes Waldmann eine sehr eigenwillige, nicht immer dem Gesetz verpflichtete Figur im Polizeidienst. Ich kann mir vorstellen, dass dies manchem Lesenden aufstoßen wird. Waldmann übt Selbstjustiz und konsumiert Drogen. Der aktuelle Fall triggert das erlittene Trauma immer wieder aufs Neue. Rechtfertigt dies das Verhalten von Waldmann? Kann man ihm mildernde Umstände zusprechen? Ich finde, Hannes Waldmann ist gerade mit seinen Brüchen sehr interessant. Sein Handeln, seine Verletzungen, sein Denken und Verstehen sind für mich ein großer Anreiz, das Buch nicht zur Seite zu legen, sondern unbedingt weiter zu lesen und am Schluss zu hoffen, dass weitere Fälle mit Waldmann kommen.
Das Thema Flüchtlinge aus der Ukraine und ihre Schicksale ist sehr aktuell. Genauso wie das ganze Thema Menschenhandel in Deutschland und anderen europäischen Ländern akut ist. Es gibt die Bereiche des modernen Sklavenhandels ebenso wie Bordelle und Pornoindustrie, in denen viele Menschen verschwinden. Der Autor hat dieses Thema sehr spannend und erschreckend realistisch aufbereitet.
Wer Figuren mit Ecken und Kanten mag, wird mit diesem Buch auf seine Kosten kommen. Dazu gibt es einen spannenden, top aktuellen Fall, der nachwirkt. Ich hoffe, wir hören mehr von Hauptkommissar Hannes Waldmann.
Das Dreizehnte Kind Erin A. Craig
Das Dreizehnte Kind (Buch)
4 von 5 Sterne

Berührendes Märchen über Leben und Tod

Schade, dass man in der Kindle Version oder beim Hörbuchdownload das wunderschöne Cover und den farbigen Buchschnitt verpasst, denn das Buch wirkt auf den Fotos wie ein dickes Märchenbuch. Genau dieses Gefühl bestätigt sich auch beim Lesen.

Hazel, das dreizehnte Kind einer verarmten und lieblosen Familie, wurde bereits vor ihrer Geburt dem Tod als Patenkind versprochen. Bis dieser sie zu sich holt, wächst sie unter schlimmen Bedingungen auf. Ihr Patenonkel, der Tod, hat jedoch große Pläne mit ihr und bildet sie zu einer Heilerin aus. Schließlich gelangt Hazel an den Hof eines todkranken Königs, den sie heilen kann. Dort verliebt sie sich in den Kronprinzen, und beide geraten in eine gefährliche Intrige.

Trotz des Umfangs wird die Geschichte zu keiner Zeit langweilig. Hazel trifft zwar viele falsche Entscheidungen, doch stets aus Mitgefühl heraus und ist bereit, die Konsequenzen zu tragen. Die Liebesgeschichte entwickelt sich leise und unterschwellig und drängt das zentrale Thema, Hazels Gabe über Leben und Tod, nicht in den Hintergrund.

Man baut sehr schnell eine emotionale Bindung zu Hazel auf, wodurch sich der Roman flüssig und fesselnd liest. Ich habe das Hörbuch mit Rebecca Veil als Sprecherin gehört und kann diese Version ebenfalls sehr empfehlen.
Wellengrab Stefan Ahnhem
Wellengrab (Buch)
5 von 5 Sterne

Hochaktuell

2005 in Schweden: An einem Sommerabend wird die gesamte Küste schwarz. Ein Blackout erfasst Schweden. Die nachfolgenden Vorfälle werden noch mysteriöser: Banküberfälle, entführte Kinder nicht erreichbare Notrufe und ähnliches. Das Team um Fabian Risk beginnt mit den Ermittlungen, doch bald müssen sie diese an übergeordnete Organe und den Geheimdienst abgeben. Doch sie geben nicht auf und entdecken etwas absolut Schreckliches.

Endlich wieder nach einigen Jahren ein neues Buch in der Reihe um Fabian Risk. Es wird als das beste dieser Reihe beworben und zumindest gehört es für mich auf jeden Fall mit zu den besten. Es ist eines Teils hochaktuell, andererseits sind viele gute neue Einfälle darin eingeflossen. Die Spannung ist durch viele Wendungen die ganze Zeit sehr hoch und die darin aufgezeigten Entwicklungen sind in jedem Land in Europa denkbar und möglich. Das zeigt auch viele Gefahren auf. Trotzdem ist das Buch immer noch unterhaltsam und extrem gut lesbar. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.
Tödliches Angebot Marisa Kashino
Tödliches Angebot (Buch)
3 von 5 Sterne

Wenig spannend und eine absolut unsympathische Protagonistin

„Und auf einmal bin ich im Haus. Meine Sinne fühlen sich an wie neu geboren - als wären sie zuvor tot gewesen, aber jetzt wieder zum Leben erwacht und hungerten nach jedem noch so kleinen Detail. Es riecht teuer.“ (S. 87)

Meine Meinung:
Nach dem profitablen Verkauf ihres Reihenhauses sitzen Margo und Ian nun schon seit Monaten in einer kleinen Mietwohnung fest. Auf der Suche nach ihrem Traumhaus wurden sie inzwischen rund ein Dutzend Mal überboten und Margos Verzweiflung wird mit jedem gescheiterten Versuch, ein passendes Haus für die Familienplanung zu finden, immer größer. Als sie eines Tages durch Zufall von einem neuen Traumhaus erfährt, das noch nicht offiziell auf dem Markt ist, ist für Margo schnell klar: Sie würde ALLES tun, um dieses Haus zu bekommen. Wirklich ALLES…

Die Storyidee und die Kurzbeschreibung hatten mich sehr neugierig auf dieses Buch gemach, und auch die ersten Kapitel ließen sich vielversprechend an. Sehr schnell merkt man, dass Margo bei ihrem Ziel, endlich das passende Haus zu finden, keinerlei Scham oder Grenzen kennt. Doch leider ist mir die Protagonistin beim Lesen genauso schnell immer unsympathischer geworden. Margo, die schon seit Teenagertagen ein Wutproblem hat, ist berechnend und manipulativ, vulgär und gemein (Zitat Margo: „Diese Frau ist wie eine Mensch gewordene Pilzinfektion“, S. 58). Und je weiter Margo aus der Spur gerät, desto weniger konnte ich diese Figur ertragen. Leider gab es auch keinen anderen Charakter, der mir wirklich sympathisch war. Dafür gleich so einige, mit denen ich echt Mitleid hatte.

Darüber hinaus hatte ich mir vom Plot viel Spannung erwartet, immerhin wird das Buch als Psycho-Thriller angepriesen. Doch leider habe ich beim Lesen so gut wie keine Spannung erlebt. Erst als nach knapp 2/3 des Buches die Story überraschender Weise weit von Washington DC wegführt, hatte ich felsenfest auf erste wirklich spannende Momente gewartet. Doch leider war dieser kurze Plot-Schlenker bereits nach wenigen Seiten wieder passé. Erst nach rund 90% (!) des Buches kommt wirkliche Spannung auf, zum Finale also, in dem Margo ihre ganze widerliche Hinterhältigkeit ausspielt. Das kurz darauffolgende Ende der Geschichte kann ich nur als „legitim“ bezeichnen. Es passt zur Story, hat mir persönlich aber nicht wirklich gefallen, was aber sicher reine Geschmackssache ist.

Alles in allem hat sich das Buch schnell lesen lassen und ist auch flüssig geschrieben, hat mich aber weder gepackt, gar gefesselt. Für mich leider enttäuschend.

Und noch eine Bemerkung zum Schluss: Der Klappentext verrät eigentlich schon fast die gesamte Handlung des Buches - so sollte das eigentlich nicht sein. ☹

FAZIT:
Psycho auf jeden Fall, aber kein wirklich spannender Thriller, zumindest nicht auf den ersten 300 von 330 Seiten.
Die Insel meiner Schwester Sara B. Elfgren
Die Insel meiner Schwester (Buch)
3 von 5 Sterne

Leider nur durchschnittlich

Mirjam und Nia sind Halbschwestern und treffen sich im Alter von 14 Jahren das erste Mal. Sie verbringen viel Zeit miteinander. Mit den Jahren hat sich aber ihre Beziehung verloren und als Nia 40 Jahre alt wird lädt sie Mirjam zu ihrem Geburtstag ein und sie haben so seit langer Zeit mal wieder Kontakt.

Die Inhaltsbeschreibung zu diesem Roman hat mir angesprochen und mich neugierig auf das Buch gemacht.
Leider konnte mich das Buch aber überhaupt nicht überzeugen, ich fand es doch recht durchschnittlich. Die Story selbst vom Thema her hätte meines Erachtens viel mehr Potential gehabt. Als erstes fand ich schon die beiden Schwestern nicht sympathisch, ich bin mit beiden nicht warm geworden, fand sie eher oberflächlich. Dann hat mich auch der Schreibstil überhaupt nicht überzeugt, es gab meines Erachtens auch viele Erzählungen neben der eigentlichen Hauptstory, die einfach zu lang und überflüssig waren. Ich hatte das Buch dann trotzdem recht schnell durchgelesen, war zumindest neugierig wie es enden wird und wollte es nicht abbrechen.
Die Covergestaltung des Romanes finde ich sehr schön und ansprechend.
Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß Disney
Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß (Buch)
5 von 5 Sterne

Lebendig und abwechslungsreich

Gravity Falls ist bisher an uns vorbeigegangen. Das Buch hat aber meine Tochter gleich angesprochen: bunt, ziemlich überladen, chaotisch, Tagebuchstil, verrücktes Thema, skurrile Figuren. Das Thema – Weltklasse-Experte für das Übernatürliche werden – ist natürlich auch sehr verrückt und humorvoll für die Zielgruppe. Neben den lebendigen Illustrationen und der farbenfrohen Gestaltung sorgen auch die direkte Ansprache der Leser, der Wortwitz sowie die Tipps, Quizzes und Mini-Rätsel dafür, dass man lange und motiviert am Lesen bleibt. Bei meiner Tochter hat es auf alle Fälle dazu geführt, dass sie es am Stück verschlungen hat. Die sehr unterschiedlichen, verrückten, nerdigen Zwillinge Dipper und Mabel Pines, die sich gut ergänzen, hat sie auch gleich ins Herz geschlossen. Nicht nur für Fans der Serie, sondern auch für Neulinge geeignet.
Sag, wo mag die Erbin sein? Karen Witemeyer
Sag, wo mag die Erbin sein? (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein Lesehighlight - mit einigen Schwächen. Dennoch ein typischer "Witemeyer". Hat mir sehr gefallen!

Buchinhalt:

Texas, 1896: Scarlett Radcliffe ist einzige Erbin eines Familienunternehmens – doch bis das Kind volljährig ist, ist ihr brutaler Onkel der Vormund. Dieser zögert nicht, nach Scarletts Leben zu trachten, so dass das Mädchen fortan bei ihrer Großmutter in den Wäldern versteckt wird, wo sie als Letty Hood aufwächst und eine unbeschwerte Jugend verlebt. Kurz vor ihrem 21. Geburtstag erhält der Pinkerton-Detektiv Philip Carmichael den Auftrag, Letty zu ihrer Mutter zurückzubringen – mit ungeahnten Folgen....


Persönlicher Eindruck:

Karen Witemmeyer ist immer ein Garant für spannende Geschichten aus der Zeit des Wilden Westens, von Farmen und Ranches, von Cowboys und hier eben von den Pinkerton-Detektiven. So nimmt es nicht Wunder, dass mich auch dieser Roman nicht losgelassen hat und ich ihn in zwei Nächsten nahezu verschlugen habe.

Es geht um Scarlett, genannt Letty, die versteckt in den Wäldern von Texas ihren 21. Geburtstag abwartet, um dann ein Testament zu unterschreiben, das ihrem Onkel den Zugriff auf das Firmenvermögen der Familie verwehrt – doch viel lieber streift Letty mit ihrem Wolfshund und ihrem Pferd durch die Wälder. Pinkerton-Detektiv Philip Carmichael hat den Auftrag, Letty nach Houston zu bringen und die Reise der beiden gestaltet sich zunehmend schwer – auf Lettys Kopf ist ein Kopfgeld ausgesetzt und kein Geringerer als ihr Onkel trachtet nach Lettys Leben.

Ein Roman wie ein Film! Ein durchgängiger Spannungsbogen nimmt den Leser mit in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts, in die Weiten von Texas. Letty und Philip, aber auch die anderen Figuren, sind sehr gut ausgearbeitet und haben Profil. Anders der gefürchtete Onkel – dieser ist eher eine graue Eminenz, die wie ein Damoklesschwert über allem schwebt und bleibt die ganze Geschichte lang weitgehend im Dunklen.

Der christliche Aspekt des Romans ist deutlich aber unaufdringlich in die Handlung eingewoben und behandelt Themen wie Gottvertrauen und Nächstenliebe. Die glaubhafte Frömmigkeit der Figuren gibt ein gutes Bild von ihrer Einstellung zum Leben und die sachte eingestreuten Bibelzitate untermauern diese. Natürlich entspinnt sich zwischen den beiden Hauptfiguren eine zarte Romanze, die in einem Happy End mündet – das werde ich wohl nicht zu viel verraten.

Dennoch hat der Roman einige Schwächen, die das Lesevergnügen zwar nicht trüben, dennoch aber nicht unerwähnt bleiben sollen. Das vorliegende Buch ist das dritte in der Texas Ever After-Serie und basiert auf einer modernen Interpretation des Märchens Rotkäppchen. Natürlich sind Parallelen dann gewollt, wirken aber oft künstlich. So zum Beispiel Lettys roter Kapuzenumhang, der in meinen Augen reichlich deplatziert wirkt, wenn man auf der Flucht nicht auffallen möchte oder auch die Märchenassoziation „Hood“ (Red Riding Hood) , „Drake“ (Onkel = der Drache) oder die durch Dornenhecken abgeschirmte „Burg“ eben dieses Onkels: das wirkt alles ein bisschen zu sehr aufgesetzt. Zudem gesundet Philip viel zu schnell wieder von seinem Schüttelfrost und auch die Witwe, die die beiden in ihrer Hütte übernachten lässt, ist ein bisschen arg viel Zufall. Am meisten gestört hat mich aber die Sammlung mittelalterlicher Geräte in der „Burg“ des Onkels. In den USA gab es kein Mittelalter wie in der Alten Welt, die Guillotine und die erwähnten Ritterrüstungen passen zwar zur Märchenkulisse, sind aber wenig glaubhaft insofern, dass Drake Ratcliffe diese alle mit dem Schiff in die Neue Welt hätte schaffen müssen – das halte ich im 19. Jahrhundert doch zu unglaubwürdig.

Insgesamt ist der Roman aber eine Leseempfehlung, die nicht sehr unter seinen Schwächen leidet und auf jeden Fall bei all denen punktet, die historische Romane abseits des Mainstreams und mit christlichen Grundtönen zu schätzen wissen!
Die Faszienlüge Matthias Manke
Die Faszienlüge (Buch)
5 von 5 Sterne

Mythos "verklebte" Faszien

In ihrem Buch mit dem etwas provokanten Titel "Die Faszienlüge" stellen die Orthopäden Dr. Matthias Manke und Dr. Patrick Julius den Hype um das Faszientraining samt umfangreichem Equipment auf den Prüfstand und gelangen dabei zu der Erkenntnis, dass die diversen Faszientools keinen nennenswerten Nutzen haben und bestehende Probleme sogar verschlimmern können.

Das sehr schön und übersichtlich gestaltete, 176 Seiten umfassende Buch ist in vier Kapitel gegliedert:
Im ersten Kapitel geht es nicht nur um den Bewegungsapparat, sondern auch um so wichtige Themen wie z.B. Stress, Atmung, Ernährung und Schlaf.
Das zweite Kapitel widmet sich dem Aufbau, der Struktur und Funktion der Faszien sowie dem Mythos Faszientraining und dem Geschäft mit der Faszie.
Im dritten Kapitel thematisieren die Autoren die Schmerzen im Bewegungsapparat sowie orthopädische Krankheitsbilder.
Im vierten und letzten Kapitel "Bewegung hilft Muskeln, Faszien & Co." werden nicht nur die Themen Sitzen ("wer sitzt, verliert") und Bewegung behandelt, sondern auch ein 30 Übungen umfassendes Programm vorgestellt.

Das Buch, das von viel Fachwissen und Kompetenz zeugt, hat mir sehr gut gefallen. Es liest sich flüssig, ist durch seine lebendige Sprache äußerst kurzweilig und auch für medizinische Laien wie mich gut verständlich. Viele Fotos und anschauliche Illustrationen ergänzen die informativen Texte.
Die letzten 30 Seiten motivieren den Leser, selbst aktiv zu werden, denn hier werden von den Autoren 30 Übungen vorgestellt, die uns dabei helfen können, unsere Schmerzen zu lindern oder sogar ganz loszuwerden. Die Autoren agieren hier selbst als Vorturner, pro Seite gibt es eine Übung mit Fotos und ergänzenden Texten. Dieser Teil des Buches war besonders interessant für mich, auch wenn mir einige der Übungen bereits bekannt waren und mir die Nackengreiferübung vielleicht nie gelingen wird. Ein umfangreiches Equipment ist nicht erforderlich, eine gute Bodenmatte reicht, und Therabänder gehören schon lange zu meiner Ausstattung. Zwei der gezeigten Übungen erfordern einen großen Gymnastikball, der sich aber auch durch einen Stuhl ersetzen lässt. Für drei Übungen ist ein guter Gleichgewichtssinn erforderlich, hierbei stabilisiere ich meine eher wackelige Ausgangsposition, indem ich mich mit einer Hand an einem Tisch festhalte.

Auf den ersten und letzten Seiten befindet sich ein Test, mit dem jeder feststellen kann, wie es um seine eigene Beweglichkeit bestellt ist. Ich muss gestehen, dass mich dieser Test teilweise etwas frustriert hat, doch ich bin optimistisch, mit den vorgestellten Übungen und der nötigen Disziplin wieder gelenkiger zu werden.

Der Ratgeber hat mich inhaltlich vollends überzeugt, zumal ich mich selbst über Jahre mit unterschiedlichen Faszienrollen und -bällen malträtiert habe und keine Besserung meiner Beschwerden erzielen konnte.

Absolute Leseempfehlung für diesen Ratgeber, der sicherlich für Aufsehen sorgen wird!
Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse Sabine Schoder
Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse (Buch)
3 von 5 Sterne

Farbenfroher, unterhaltsamer Fantasyauftakt, dem es stellenweise etwas an Tiefgang fehlte

Nachdem Liv von der Kunstuni geflogen ist, sieht sie in der Teilnahme bei einem internationalen Autorenwettbewerb ihre letzte Chance, mit ihrem Webtoon Erfolg zu haben. Bereits am Flughafen trifft sie auf Flame, der zwar reichlich genervt von ihrer chaotischen Art ist, Livs Herz aber dennoch leicht zum stolpern bringt. Auf Korfu stellt sich heraus, dass er ebenfalls am Wettbewerb teil nimmt und schon bald wird Liv klar, dass die vermeintlich gut gefälschten Illusionen tatsächlich aus echter Magie bestehen. In neun Prüfungen müssen sich die Teilnehmer beweisen, um jeweils am Ziel mit dem Kuss einer Muse belohnt zu werden. Nur wer alle neun Küsse erhält, kann im Finale antreten, doch das magische Verwirrspiel ist gefährlicher als Liv ahnt. Neben Flame steht ihr auch Erato, die Muse der Liebe oftmals hilfreich zur Seite, der allerdings ganz eigene Pläne zu verfolgen scheint.

"Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse" von Sabine Schoder ist ein unterhaltsamer Romantasy-Auftakt, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Die chaotische Protagonistin war mit sofort sympathisch, auch Flame und ein paar andere Personen in ihrem Umfeld mochte ich sehr. Sowohl die Figuren, als auch den Hintergrund fand ich plastisch und umfassend dargestellt, so dass ich nicht nur emotional in der Handlung versunken war, sondern die gesamte Geschichte beinahe wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablief. (Eventuell eher ein Manga als eine Realverfilmung, besonders die farbenfrohe, fantasievolle Darstellung der verschiedenen Charaktere erinnerte mich sehr an einen Anime-Film.)

Den Schreibstil betrachte ich als größten Pluspunkt des Buches, ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und bin gefühlt viel zu schnell am Ende angekommen. Dabei muss ich allerdings anmerken, dass es mir stellenweise an Tiefgang gefehlt hat, die Gefühle zwischen Liv und Flame sind nicht nur sehr plötzlich entstanden, sie haben die Protagonisten auch zu recht unlogischen Reaktionen gebracht, z.B. mussten sie oft in den größten Gefahrensituationen innehalten und miteinander rum machen....nicht dass mir die erotischen Aspekte nicht gefallen hätten, aber eventuell hätte man sich erst einmal in Sicherheit bringen können?

Während Flame und Liv vorab klären, was sie gegenseitig tun dürfen, verhielten sich die Musen - allen voran Erato - für meinen Geschmack etwas übergriffig. Denn bei einem Musenkuss handelte es sich nicht etwa um einen kurzen, keuschen Schmatzer, nein, da musste manchem Teilnehmer die Zunge tief in den Hals geschoben werden, inklusive betatschen natürlich. Dass die Muse der Liebe nicht nur für romantische Gefühle, sondern auch für Sinnlichkeit empfänglich ist, hat mich jetzt nicht verwundert, aber Erato schien seiner Lust regelrecht hilflos ausgeliefert zu sein. Ab und an wurden Geheimnisse angeteasert, deren Verfolgung dann im Rausch der Gefühle wieder untergingen, was bei mir den Eindruck hinterließ, dass dieses Buch - abgesehen vom Spice - eher auf eine jüngere Zielgruppe abzielte. Trotz aller Kritik hatte ich insgesamt einige angenehme Lesestunden, der Cliffhanger am Schluss lässt mich ungeduldig auf die Fortsetzung warten.

Fazit: Die Geschichte hat mich mit ihrer farbenfrohen Schreibweise und fantasievollen Handlung schnell in ihren Bann gezogen. Ein wenig Oberflächlichkeit lässt sich meiner Meinung nach nicht abstreiten, dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und empfehle den Auftaktband gern weiter.
Schleifen Elias Hirschl
Schleifen (Buch)
5 von 5 Sterne

Lesenswert

Elias Hirschl hat mit „Schleifen“ ein Buch geschrieben, das mich richtig erwischt hat – nicht wegen komplizierter Theorie, sondern weil es zeigt, wie sehr Sprache unter die Haut gehen kann. Die Idee, dass Franziska jedes Wort direkt als Krankheit am eigenen Körper spürt, ist einerseits kreativ verrückt und gleichzeitig total beklemmend. Man fühlt beim Lesen richtig mit, wie schutzlos sie ihrer eigenen Wahrnehmung ausgeliefert ist.

Zusammen mit dem Mathematiker Otto Mandl flüchtet sie sich in die Logik, um sich gegen die Welt zu immunisieren. Das ist mal spannend, mal aber auch sehr traurig, weil man merkt, dass die beiden eine Rettung suchen, die es vielleicht gar nicht gibt. Hirschl schreibt das so leichtfüßig, dass man den Wiener Kreis fast vergisst und einfach nur wissen will, ob die beiden in ihren „Sprach-Schleifen“ glücklich werden. Ein kluges Buch, das einen emotional ordentlich durchschüttelt.
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