Rezensionsübersicht

190 Rezensionen
Überleben ist alles Ewan Morrison
Überleben ist alles (Buch)
Nichts für schwache Nerven
Morrison hat hier ein Jugendbuch vorgelegt, dass definitiv nichts für schwache Nerven ist. Das Buch handelt von einer Prepper-Familie, die sich vor einem weltweit grassierenden Virus versteckt. Das ganze wird aus der Sicht der 15jährigen Tochter Hailey beschrieben.

Ich bin ehrlich, ich konnte das Buch nicht in einem Stück lesen. Einfach weil es Themen behandelt, die einem schon ganz schön auf den Magen schlagen können. Das fängt an mit dem toxischen Elternhaus. Der Vater ist ein Prepper mit psychischen Problemen, der beide Kinder einfach entführt und in seinem Safe-House einsperrt. Später kommt noch die Mutter hinzu, die das Ganze noch getoppt hat. Ihr Verhalten war einfach nur manipulativ und zerstörerisch. Das Hailey solche Probleme mit Entscheidungen hat und insgesamt immer wieder mit der Welt hadert, liegt einfach an dem Mobbing der Mutter. Ich habe so mit ihr mitgelitten.

Der Autor wusste aber auch wie man die Spannung hält. Bis zum Schluß ist nicht ganz klar, ob es nun eine weltweite, zerstörerische Pandemie gibt oder nicht. Selbst das Ende bleibt vage. Dafür zeigt er aber auch gut auf, wie Prepper sich verhalten und was in einer Pandemie wichig ist und was nicht. Da kommt man selbst immer wieder ins grübeln, wie man sich auf Katastrophen besser vorbereiten kann.

Ich möchte aber auch eine Warnung aussprechen: Neben dem toxischen Elternhaus werden hier detailliert Szenen beschrieben (bspw. eine Amputation), die sicher manche triggern könnten. Genau wegen solcher Szenen musste ich immer mal ab und zu das Buch aus der Hand legen.

Dennoch mein Fazit: Ein faszinierender Einblick in ein Prepper-Leben, das einen berühren kann, und das zum nachdenken anregt.
Für immer Maja Lunde
Für immer (Buch)
Die Zeit kommt zum Stehen
Der Roman thematisiert ein interessantes, zum Nachdenken anregendes Gedankenspiel. An einem Sommertag bleibt plötzlich die Zeit stehen mit der Folge, dass zwar alles in der Natur fortschreitet, aber kein Mensch mehr stirbt oder geboren wird. Was die meisten Menschen zunächst wie ein Geschenk ansehen, wird für sie zusehends zum Albtraum und es wird fieberhaft nach Lösungen gesucht, den ursprünglichen Status wiederherzustellen. Alles wird anhand eines Dutzends von Leuten dargestellt, die wir während der wenigen Wochen, die dieses Phänomen anhält, wiederkehrend begleiten. Da ist etwa die sterbenskranke Fotografin und Mutter Jenny, deren Tumor nicht mehr wächst, der Pensionär Otto, der sich wie besessen der Hobbygärtnerei widmet, während seine Frau die ihr geschenkte Lebenszeit nicht mehr mit ihrem Mann verbringen will, der Extremsportler Philipp, der Verschwörungstheorien folgt, der werdende Vater, der sein Baby auf die Welt bringen will. Die neue Situation wird für alle zur Herausforderung. Sich durch diese Art der Lektüre mit Sterblichkeit und der Bedeutung von Zeit zu befassen, ist zwar anspruchsvoll. Aber keinesfalls ist es so, dass sich das Buch schwer lesen ließe, im Gegenteil.
Pearly Everlasting Tammy Armstrong
Pearly Everlasting (Buch)
Abenteuer in der kanadischen Wildnis
„Pearly Everlasting“ spielt im Kanada des Jahres 1934 und erzählt die bewegende Geschichte eines jungen Mädchens, das in einem abgelegenen Holzfällercamp aufwächst – gemeinsam mit Bruno, einem Bären, der für sie wie ein Bruder ist. Als Bruno fälschlicherweise beschuldigt wird, einen Mann getötet zu haben, wird er ohne Vorwarnung fortgebracht. Für Pearly beginnt eine gefährliche Reise durch die verschneite kanadische Wildnis, um ihren treuen Gefährten zu retten.

Tammy Armstrongs poetischer Schreibstil und ihre lebendigen Naturbeschreibungen haben mich tief beeindruckt. Die raue Schönheit der Wälder und die innige Verbindung zwischen Mensch und Tier werden meisterhaft eingefangen. Pearly ist eine starke, mutige Protagonistin, deren Entschlossenheit und Liebe zu Bruno mich sehr berührt haben.

Ein Buch voller Abenteuer und Emotionen, das lange im Gedächtnis bleibt.
Stromlinien Rebekka Frank
Stromlinien (Buch)
100 Jahre - Elbe, Marsch und Zwillinge
Die Elbe, die Zwillinge und die Gefängnisinsel. Achtunddreißig Jahre Haft, siebzehn Jahre Schweigen.

Die Elbmädchen Enna und Jale warten sehnsüchtig auf die Haftentlassung ihrer Mutter Alea. Denn bei Oma Ehmi herrscht vor allem Stille. Doch am Morgen, an dem die Familie endlich zusammenfinden soll, kommt alles anders. Eine Familiengeschichte, die 1923 beginnt, durchströmt uns mit 100 Jahren Höchstspannung und verästelten Ereignissen, die alle miteinander verbunden sind - genau wie die Mädchen mit der Marsch.

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„Die Stromlinienform ist die ideale Form eines Körpers, die sich durch einen möglichst geringen Strömungswiderstand gegenüber dem […] Medium Wasser auszeichnet.“ (?????????)

Gemäß der Definition trifft der Titel perfekt auf Jale zu. Anpassung und Höflichkeit, ja nicht anecken - so geht Jale lange Zeit gut durchs Leben. Ihre Zwillingsschwester Enna ist das Gegenteil und eine der wichtigsten Figuren des Romans. Die Rebellion, die sie verkörpert, bringt die Wellen und Strömungen in die Elbe. Doch ob die Schwestern ihrem Muster treu bleiben werden?

Ennas Perspektive wechselt sich mit anderen Familienmitgliedern ab und so reisen wir zusammen durch die Zeit, durch die Elbmarschen und mit Schiffen und Booten über die Gewässer.

Als Lesende werde ich schnell zur Detektivin und möchte tatkräftig mithelfen, die Mysterien zu klären. Dass der Roman über 500 Seiten umfasst, merke ich nur an der enormen Breite der Thematik und an den vielen Nebenflüssen und -flüsschen. Denn gelesen habe ich „Stromlinien“ tatsächlich in nur zwei Tagen - an Spannung mangelt es keineswegs.

Ich bin nicht ganz sicher, ob die vielen Perspektiven und Handlungsstränge zwingend nötig waren. Denn die Mystik der Marschen in Verbindung mit den tollen Schwestern und der Naturnähe hätten die Geschichte bereits wunderbar erzählt. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen und mochte vor allem die spannenden Charaktere und den enormen Sog, der „Stromlinien“ ausmacht. Eine Leseempfehlung von mir!
Halbinsel Kristine Bilkau
Halbinsel (Buch)
Ein Geisterschimmel im Watt
Die Flut strömt heran und aus dem endlos wirkenden Wattenmeer werden winzige Sandinseln, die vom Meer umschlossen sind. Und innerhalb von wenigen Minuten sind auch diese verschwunden.

Das endlos wirkende, junge Glück von Annett, Linn und Johan versank ebenfalls innerhalb von wenigen Minuten. Mutter und Tochter blieben allein zurück - damals vor 20 Jahren. Wie die beiden Frauen heute zueinander stehen und neu zueinander finden, was vom Schrecken übrig ist und ob sie ihr Schicksal aufarbeiten konnten, erfahren wir im Roman „Halbinsel“.

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Dieses Buch ist eine Ode an meine Mama, auch wenn uns zum Glück ein Schicksalsschlag erspart geblieben ist. Doch wir haben gemeinsam eine schlimme Krankheit durchstehen müssen - sich anschließend frei und unbefangen zu entwickeln, ist wohl fast nicht möglich.

Die liebevolle Art von Annett, die für ihre Tochter alles tut, hat mich unglaublich bewegt. Es sind die kleinen Dinge: sich auch als erwachsene Frauen noch aneinander kuscheln, im Krankenhausbett neben der Tochter schlafen, noch immer das Kind in der erwachsenen Tochter sehen und dieser unbändige Stolz auf das Wesen, das aus dem Kind geworden ist.

Obwohl die Thematik des Buchs im ersten Moment sehr schwer wiegt, übernimmt der Alltag das Zepter des Romans. Zum einen bringt das diese wundervolle Leichtigkeit mit sich, die ich auch in Kristine Bilkaus Roman „Nebenan“ so mochte. Zum anderen macht es aber auch deutlich, wie sehr wir auch die kleinen Dinge schätzen dürfen: ein Mosaik aus alten Fliesen legen, die Veranda mit eine Lichterkette schmücken, sich trauen, allein schwimmen zu gehen.

Wie Magnete finden die beiden Frauen zueinander, als das Leben erneut ins Wanken gerät. Das ist für mich einfach nur herzerwärmend. Auch wenn beide Fehler machen, ist es so ergreifend zu verfolgen, wie sie daran wachsen - und größer und schöner erblühen, als je zuvor. Große Leseempfehlung für einen Roman, mit dem ich mich sehr gut identifizieren konnte. Ich wünschte, die Buchseiten hätten nie geendet.
The Surf House Lucy Clarke
The Surf House (Buch)
So gar nicht paradiesisch
Bea als Aussteigerin zu bezeichnen, trifft es nicht. Sie hat spontan, im wahrsten Sinne des Wortes von jetzt auf gleich, ihre Modelkarriere beendet. In Marokko steht sie vor der Kamera und trotzdem sie so gut wie nichts zu sich nimmt, ist das sündteure Kleid so eng, dass sie damit nicht sitzen kann. Sie hat dieses Leben so satt, sie steigt aus und findet sich in den Gassen Marrakeschs wieder. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, sie wird überfallen, Rucksack und Papiere sind weg.
Eine schicksalhafte Begegnung führt sie direkt hinein in ein Surfparadies. War es Zufall? War es Schicksal? Bea lernt die Besitzer des Surf House kennen, sie findet hier Arbeit, sie lernt surfen – hat das Leben genau diesen magischen Ort für sie vorgesehen? Das Leben kann so leicht sein, es hat ihr viel zu bieten, wäre da nicht der Überfall zuvor, denn sie wird erpresst.
Der Thriller beginnt direkt gemächlich, je weiter ich dann lese, desto mehr offenbart sich mir. Die anfangs eher oberflächlich wirkende, austauschbare Story, die ich so immer wieder lese, wird intensiver, es wird beklemmend, es wird zunehmend gefährlich. Ich lese von Savannah, deren Bruder Seth sich im Surf House einmietet. Er sucht seit geraumer Zeit nach ihr, ihre Spur verliert sich in dieser Gegend. Da sind Marnie und Ped, die sich hier ihren Lebenstraum erfüllt haben. Aiden scheint hier auch fest verwurzelt zu sein und da ist noch Momo, ein Polizist, der so gar nicht durchschaubar ist. Die so vielschichtigen Charaktere lernt Bea besser kennen, nicht zu jedem findet sie Zugang. Mehr noch, sie ist dem ein oder anderen regelrecht ein Dorn im Auge, andere dagegen vermitteln ihr das Gefühl der Zugehörigkeit.
Lucy Clarke versteht es, die Spannung kontinuierlich zu steigern, sie vermittelt von allen hier, die sich in und um dieses Surf House bewegen, ein durchaus schlüssiges Bild, das sich mir einprägt. So bin ich schon mal voreingenommen gewissen Personen gegenüber, andere sehe ich sehr wohlwollend. Mit Seths Auftauchen dann spürt man eine Bedrohung, die sich nicht mehr aufhalten lässt, die Stimmung kippt. Nicht nur am Haus sind Risse zu sehen, auch die Idylle scheint am Bröckeln zu sein. Die Story entwickelt sich mehr und mehr zu einem Sog, den ich mich nicht entziehen konnte und es auch nicht wollte. Geheimnisse, Lügen, falsche Entscheidungen sind es, die letztendlich die ganze Dramatik offenbaren, das drastische Ende dann habe so nicht vermutet. Ein Thriller, der es in sich hat, den ich gerne gelesen habe.
Mein Schiebe-Mitmachbuch - Wilde Tiere Bernd Penners
Mein Schiebe-Mitmachbuch - Wilde Tiere (Buch)
Ideal für Kinder ab 18 Monaten
Mit diesem Schiebe-Mitmachbuch Wilde Tiere haben bereits Kinder ab 18 Monaten Spaß. Mal wird an diesem Schiebe-Element gedreht und sonst eben hin und her geschoben und die Tiere tauchen in den Gucklöchern auf oder auch nicht. Dieses Papp-Bilderbuch hat nur wenige Seiten und die Texte sind kurz und reimen sich, das verstehen selbst die Kleinsten sehr gut. In dem Buch gibt es verschiedene wilde Tiere zu entdecken und dann kommen die Schieber zum Einsatz.
Eine tolle Idee, das macht es für die Kinder noch viel interessanter. Toll sind auch die vielen bunten Illustrationen. Ich mag es, wenn die Tiere freundlich aussehen und die Illustrationen die Kleinkinder nicht abschrecken. Hier sind sie wirklich sehr gut gelungen, was man bereits auch auf dem Cover sieht, das bereits ansprechend aussieht und zu diesem Buch ausgezeichnet passt. Ja, es sind natürlich wilde Tiere, für ältere Kinder gibt es ja dann die Sachbücher, hier passt es aber für Kinder ab 18 Monaten.

Wie Risse in der Erde Clare Leslie Hall
Wie Risse in der Erde (Buch)
Die zerstörerische und heilende Kraft der Liebe ...
Im England des Jahres 1955 verlieben sich die Teenager Beth und Gabriel ineinander. Die Liebe hält nur einen Sommer lang, bleibt jedoch nicht ohne Folgen.
Jahre später lebt Beth mit ihrem Mann Frank auf einer Farm. Das Glück scheint perfekt - bis Gabriel plötzlich wieder zurück ist im Dorf. Die Vergangenheit holt Beth wieder ein. Erneut bleibt die Begegnung nicht ohne Folgen, und diesmal sind sie noch größer als damals: eine Person wird sterben, eine andere die Schuld dafür auf sich nehmen.
Doch was geschah damals wirklich, wer ist der wahre Täter?
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Ein großartiger Roman, der mich sehr beeindruckt hat und sicher noch eine ganze Weile nachklingen wird.
"Wie Risse in der Erde" beginnt als Liebesgeschichte, entwickelt sich dann aber auch zu einer Familiengeschichte und stellenweise fast auch schon zu einem Kriminalroman.
Schnell entfaltet dieser Roman seine Sogwirkung, ist ebenso poetisch und atmosphärisch wie spannend und dramatisch.
Clare Leslie Hall erzählt diese Geschichte auf mehreren Zeitebenen.
Sowohl die Figuren als auch die Handlung überzeugen vollends; bis zum Schluss bleibt unklar, was wirklich geschah. Clare Leslie Hall steigert die Spannung kontinuierlich, sodass der Leser diesen Roman kaum noch aus der Hand legen kann.
Es ist ein Roman, der das Leben in seiner ganzen Bandbreite zeigt - und ein unfassbar guter Roman. Unbedingt lesen!
Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall Theresa Bell
Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall (Buch)
Das Herz von Flohall - Jugendliche Phantastik, besonders für Buchliebhaber
„Ein Strudel aus Tinte umspülte sie, zerrte an ihr und zog sie tiefer in eine unbekannte Dunkelheit. Sie hatte Asche und Tinte im Mund und konnte sich nicht bewegen.“ (S. 50)

Meine Meinung:
Schon Band eins hatte mir rundum gut gefallen und auch mit Band zwei ist es mir wieder so ergangen. Ich mag einfach das bibliophile Setting, die sympathischen Protagonisten und die spannende Story, die uns diesmal begegnet.

Kaum sind die Ereignisse des Vorgängerbandes vergangen, in dem der böse Alchemist Regiomontamus zu Fall gebracht wurde, da werfen die nächsten großen Ereignisse in Flohall ihre Schatten voraus: die Prüfung der Lehrlinge steht an und erstmals seit Jahren soll wieder der große Floball stattfinden, DAS gesellschaftliche Ereignis Flohalls. Doch bevor es überhaupt so weit ist, gibt es immer wieder merkwürdige kleine Erdbeben in Flohall – und eine Stimme, die Sepia in ihrem Kopf eindringlich ruft…

Ich liebe das Mikro-Setting der magischen Bücherstadt Flohall, die so viele Geheimnisse hat und immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Eine Stadt, in der die Grenzen zwischen Kunsthandwerk und Magie verschwimmen und in der sich irgendwie auch immer Vergangenheit und Zukunft zu verwischen scheinen. Dazu die geheimnisvolle und liebenswerte Waise Sepia, die zusammen mit ihren coolen Freunden unerschrocken die Rätsel der Stadt und die atmosphärischsten Settings dort erkundet, wie etwa Nestors Nussschale oder auch das sagenumwobene Theater.

Auch diesmal nimmt einen die Geschichte sehr schnell wieder mit uns lässt uns zusammen mit den Charakteren ganz tief in diese phantastische kleine Welt eintauchen. Wieder einmal gilt es ein Rätsel zu lösen und Schlimmes zu verhindern, so dass es jede Menge Spannung gibt, die uns rasend schnell durch das Buch bis zur letzten Seite trägt.

Wie bereits bei Band eins sind allen Kapiteln zauberhafte schwarz-weiß-Illustrationen vorangestellt, die die geheimnisvolle Grundatmosphäre der Geschichte ganz wunderbar wiedergeben.

FAZIT:
Eine wunderbar bibliophile Reihe mit frischer Phantastik für junge und junggebliebene Lesende.
Die Magie der Konsequenz Inga Böhm-Reithmeier
Die Magie der Konsequenz (Buch)
Inhalt gut, Darstellung nicht gelungen
Der Inhalt des Buchs ist grundsätzlich gut. Die Ausführungen zu konkreten Signalen (Auflöse-Signal, Bleib, Steh still, Langsam, Bei Fuß) sind hilfreich. Auch das Verständnis über das Thema Konsequenz in der Kommunikation mit dem Hund wird gut vermittelt.

Was mir allerdings überhaupt nicht gefällt ist, wie die Idee der Autorin und die Kernbotschaft in diesem Buch umgesetzt wurde:

Im Buch sind immer wieder Einschübe „Aus der Praxis“ angeführt. Diese können auch gut über zwei Seiten gehen. Das Problem ist, dass hier eine deutlich kleinere Schriftgröße mit einem geringen Zeilenabstand gewählt wurde, was das Leser deutlich erschwert.

Die an drei Stellen im Buch eingefügten Fotos sind mir zu gestellt. Die Bilderabfolge zu einzelnen Übungssequenzen ist sehr gut. Ansonsten sind viele Fotos enthalten, die nicht notwendig sind, wie zum Beispiel ein Dackel mit ausgestreckten Pfoten, der magische Funken ergreift (Bildunterschrift hier „Magie der Konsequenz“, ein unaufgeräumter Schreibtisch (Bildunterschrift hier „Chaos unterstützt die Inkonsequenz“) oder ein Hund mit einem Buch auf dem Kopf (Bildunterschrift hier „Wissen ist Macht“). Das vermittelt weder Wissen noch trägt es zum Verständnis bei.

Darüber hinaus gefällt mir der Sprachstil im Buch nicht. Viele ausufernde Beschreibungen und hervorgehobene einzelne Sätze oder Sprichworte hemmen den Lesefluss. Die Bezüge zu Pferden sind unpassend, da es sich schließlich um ein Hundebuch handelt. Insgesamt waren sicher ein Drittel der Ausführungen aus meiner Sicht für das Thema Konsequenz nicht notwendig.

Die Idee zum Buch ist gut, die Kapitel zur konkreten Umsetzung sind hilfreich. Bestimmt kann jeder Hundehalter etwas zu dem Thema Konsequenz aus dem Buch mitnehmen. Insgesamt würde ich mir das Buch aber nicht kaufen, da mir die Darstellung wie beschrieben nicht zusagt.
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