Ein Spionageroman, der schmunzeln lässt
Kristof Magnusson hat mit seiner „…Reise ans Ende der Geschichte“ einen Spionageroman vorgelegt, der trotz der Vorkommnisse zuweilen schmunzeln lässt.
Schon der Prolog wirft mich geradewegs hinein in das Agentenmilieu. Ein vergifteter Cocktail ist es, der zunächst dieses Klischee bedient, da eine unbekannte, eine faszinierende Welt sich mir genau so darbietet, wie ich sie mir vorstelle. Jakob Dreiser, ein international gefeierter Dichter und Dieter Germeshausen, seines Zeichens Doppelagent, haben hier ihren ersten Auftritt. Mit dabei sind noch so etliche geheimnisvolle Personen und Persönlichkeiten, unter anderem Francesca Aquatone, die sich mir als Italienischlehrerin präsentiert.
Wir sind dann in Rom im Garten der Botschaft der Russischen Föderation. Hier sind sie dabei, „das Ende vom Ende der Welt“ zu feiern. Dass sie hiermit entschieden zu früh dran sind bzw. dass es diesen Weltfrieden so nicht geben wird, ist mittlerweile eine nicht zu leugnende Tatsache. Noch aber sind wir in den 1990er Jahren und wie es den Anschein hat, will Germeshausen den Dichter anwerben, um aus ihm, Jakob Dreiser, einen Spion zu machen.
Für die beiden geht es direkt nach Kasachstan, in die Vereinten Hubschrauberbetriebe Sergei Danilowitsch Luganski in Almaty, weiter soll es dann gen Kolumbien gehen, auch fliegen sie nach Sankt Petersburg, um so einige Stationen ihrer abenteuerlichen Reise zu benennen. Und selbstredend sind sie so manch Gefahr ausgesetzt. Wobei mir der junge Jakob Dreiser schon etwas naiv und unbedarft vorkommt, er scheut vor nichts und niemanden zurück. Im Gegenteil, er ist ein Draufgänger, ein Machertyp, der nicht einen Hubschrauber kauft, wie von Germeshausen anvisiert, nein. Sechs Stück sind es, die er mal so nebenbei ordert.
Der Roman hat einen durchaus ernsten Hintergrund, dem der Autor mit einer gehörigen Prise Humor seine Schwere nimmt, trotzdem weiß man um seine Botschaft. Es ist die Zeit, als der Kalte Krieg vorbei schien, es herrscht Aufbruchstimmung. Die Geschichte lebt von der Lust am Abenteuer, so mach Situation ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten, zuweilen wird es herrlich skurril, gelegentlich ist manch Szenerie überzeichnet wie auch einzelne Figuren und deren Handlungsweise.
Ein Abenteuerroman, der zum Denken anregt. Beim Lesen hatte ich die heutigen Krisenherde vor Augen und auch wenn damals der Eiserne Vorhang mit der Fall der Mauer weg war, so ist er mittlerweile höher und undurchdringlicher denn je. Eine Wirklichkeit, an der man nicht vorbeikommt und doch ist „Die Reise ans Ende der Geschichte“ mit einer Leichtigkeit ausgestattet, die gut unterhält, die ich gerne gelesen habe.