Rezensionsübersicht

131 Rezensionen
Das große Buch der Farbpsychologie Axel Buether
Das große Buch der Farbpsychologie (Buch)
5 von 5 Sterne

Spannendes Wissens und alltagstaugliche Tipps

„Das große Buch der Farbpsychologie“ wurde von Prof. Dr. Axel Buether geschrieben. Es ist im Knaur Verlag erschienen. Buether gilt als einer der führenden Experten für evidenzbasierte Farbpsychologie. Er ist Medienwissenschaftler, Wahrnehmungspsychologe und Architekt. Er arbeitet als Professor für Didaktik der visuellen Kommunikation an der Bergischen Universität Wuppertal.

Mir war vor dem Lesen dieses Buchs bewusst, dass Wandfarben Einfluss auf die Stimmung haben. Neu ist für mich allerdings, dass es einen Zusammenhang von Kleidungsfarben zum Charakter gibt. Auch dass die Kleidungsfarbe eine sehr große Rolle beim ersten Eindruck spielt, war mir nicht bekannt. Insgesamt ist das Thema und damit der Buchinhalt für viele Lebens- und auch Arbeitsbereiche interessant. Hierzu zählen neben der Wirkung der Kleidungsfarben im beruflichen Kontext auch spezielle Arbeitsbereiche, wie Marketing, Produktions- und Verpackungsdesign, aber auch Psychologie und Coaching.

Anhand des vom Autor entwickelten Farb-Persönlichkeitstest habe ich viele Erkenntnisse über mich erlangt. Gleichzeitig habe ich durch das Buch gelernt, welche Farben am besten zu mir passen bzw. welche Wirkung ich mit welchen Farben erzielen kann. Hierbei sind für die Unterkategorien von fünf Persönlichkeitsdimensionen die dazugehörigen Farbpaletten im Buch enthalten.

Das Buch hat mir sehr deutlich gezeigt, wie wichtig Farbe für die Gefühle, das Verhalten und selbst die eigene Gesundheit ist. Außerdem wird deutlich, in welchen weiteren Bereichen die Farbwahl ebenfalls eine große Rolle spielt. Es ist daher ein Buch, dass für uns alle interessante Informationen liefert und auch Tipps und Ratschläge für die praktische Umsetzung gibt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter.
Thanatopia Tom Hillenbrand
Thanatopia (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein weiterer lesenswerter Band aus der Welt der Hologrammatica

Der Thriller „Thanatopia“ stammt von Tom Hillenbrand und ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen. Dieser Thriller ist der dritte Band aus der Welt der Hologrammatica.

Das Cover von „Thanatopia“ ähnelt denen der beiden anderen Bände und passt durch das futuristische Aussehen bestens zu dem neuen (Science-Fiction-)Thriller. In der Handlung wird immer mal wieder Bezug auf die Vorbände genommen. Da der dazugehörige Sachverhalt auch in diesem Band entsprechend erläutert wird, ist es keine Voraussetzung, dass man die Vorbände gelesen hat, um diesen Thriller zu verstehen. Allerdings macht es mehr Spaß die Reihe von vorne zu beginnen als mittendrin einzusteigen.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2095 in Wien. Daher hat Kommissar Wenzel Landauer auch einen entsprechenden Sprachstil. Es bleibt allerdings nicht nur bei diesem Ort, sondern es geht unter anderem auch nach London und Griechenland.

Die verschiedenen Erzählstränge und auch die Handlungen finden zu verschiedenen Zeiten statt. Daher und auch aufgrund der speziellen Begrifflichkeiten, die nur teilweise im Glossar am Ende des Buchs enthalten sind, ist es mir nicht immer leicht gefallen der Handlung problemlos zu folgen. Hilfreich wäre es hier, wenn die Kapitel Überschriften hätte, aus denen Zeit und Ort und ggf. die Hauptfigur des Kapitels hervorgehen würde. Leichter gefallen ist es mir der Handlung zu folgen, wenn ich viel am Stück gelesen habe, da ich dann in den speziellen Begrifflichkeiten besser drin war.

Trotzdem war es eine interessante Geschichte zwischen Leben und Tod mit immer wieder überraschenden Erkenntnissen, die ich gerne gelesen habe.
Halber Stein Iris Wolff
Halber Stein (Buch)
4 von 5 Sterne

Wo ist Heimat?

Friedesine, genannt Sine, kehrt nach 20 Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück. Der Anlass ist der Tod ihrer Großmutter Agneta. Gemeinsam mit ihrem Vater Johann (der ältere Sohn Agnetas) fährt sie zum Begräbnis nach Siebenbürgen ins kleine Michelsberg unweit von Hermannstadt.
Aus der Ich-Perspektive der jungen Frau erfährt man die Gedanken über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Landstrichs mit einer deutschen Minderheit, deren reiche Traditionen zu verschwinden drohen und ihre spannende Historie mehr und mehr in Vergessenheit gerät.
Ich bin dieser Geschichte gern gefolgt. Ausdrucksstark und in lebhaften Farben und schönen Bildern schildert die Autorin in dem Roman ein Sommerende in den Südkarpaten.
Poetisch erfolgen die vielfältigen Beschreibungen der Landschaft. Auf die Protagonistin Sine prasseln eine riesige Menge an Erinnerungen ein, die sie immer wieder mit der verstorbenen Großmutter verbinden. Sie war eine starke Persönlichkeit, die sich in ihrem wechselvollen Leben immer wieder zu behaupten wusste. Ihr Sohn Johann vermisst sie sehr und er versucht in ihrem Haus mit der geheimnisvollen Architektur die Endlichkeit der Erinnerungen und den Schmerz über den Verlust der Mutter in einem Bild zu verarbeiten, das er von ihr malt.
Sehr aufschlussreich fand ich eine Sache, die fast am Ende des Buches erzählt wird. Jinni, eine Freundin von Agneta vergleicht sie mit der Epischen Seite. Das ist die Kehrseite einer Stickseite. Beim Sticken im Sächsischen (Siebenbürgen!) besteht die Herausforderung, dass sich die Vorderseite nicht von der Rückseite unterscheidet. Jinni vergleicht Agneta als Mensch mit der epischen Seite, weil sie strikte Prinzipien hat.

Mir gefällt die erzählerische Kraft von Iris Wolff. Sie zeichnet mit winzigen Details Situationen, Begebenheiten, eine Realität, die ich nachvollziehen kann. Den halben Stein verstehe ich als Sinnbild für die Vergänglichkeit. Er bleibt, während sich vieles andere wandelt oder verschwindet.
Den Roman empfinde ich als warm, behutsam und liebevoll erzählt. Allerdings, wer Spannung erwartet, ist hier falsch. Es wird sehr ausführlich berichtet.

Bei mir bleibt die Frage: Wo ist Heimat?

Real Americans Rachel Khong
Real Americans (Buch)
2 von 5 Sterne

Absolut langatmig und enttäuschend

Real Americans ist eines dieser Bücher, zu denen ich gegriffen habe, denen ich eine Chance geben wollte, obwohl mich schon die Leseprobe nicht überzeugt hat - und eines dieser Bücher, die mich lehren, dass ich wirklich meine Finger von solchen Büchern lassen sollte, wenn mir schon die Leseprobe nicht gefällt.
Mich hat vor allem die Tatsache gereizt, dass es sich um einen großen Bestseller aus den USA handelt - so ein Roman muss doch gut sein, dachte ich. Und ich liebe Familiensagas. Also dachte ich, dass dieser Roman sein Potenzial schon noch entfalten würde.
Rückblickend fand ich Real Americans leider sehr enttäuschend. Der erste Eindruck der Leseprobe hat sich für mich leider nicht mehr geändert.
Positiv ist nur, dass Rachel Khongs Stil sich wirklich sehr gut, von der ersten bis zur letzten Seite überaus angenehm und flüssig lesen lässt.
Weder die Figuren noch die Handlung konnten mich überzeugen. Ich empfand diese Geschichte als sehr langatmig und uninteressant, es gibt auch Klischees ohne Ende, die diesen Roman für mich noch schlechter und schlimmer gemacht haben. Ich blieb wirklich enttäuscht und frustriert zurück.
Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich irgendwann viele Passagen und Seiten am liebsten nur noch überflogen hätte, durch die ich mich regelrecht hindurchquälen musste. Ich war wirklich froh, als die letzte Seite gelesen war und ich das nächste Buch lesen konnte.
Ich habe keine Ahnung, warum dieses Buch ein großer Bestseller in den USA ist. Für mich war es leider das Gegenteil. Ich kann Real Americans leider nicht empfehlen.
Böser, böser Wolf Alexandra Benedict
Böser, böser Wolf (Buch)
3 von 5 Sterne

Der Grimm-Ripper

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, da bereits das tolle Cover mit der erhabenen blutroten Schrift und den Dornenranken an den Seiten ein echter Hingucker war, und auch die Leseprobe spannende Unterhaltung versprach.

Bis zur Handlungsmitte konnte die Autorin dieses Versprechen auch erfüllen.
Dann jedoch wurde der Plot zunehmend abstruser und verwirrender. Der Märchenthriller wandelte sich zur unheimlich, übersinnlichen Fantasy-Story.
Durch unglaubwürdige Wendungen, Zeitsprünge und Perspektiven war immer schwerer ersichtlich, was real und was sich nur im Kopf abspielt.
Zähne, Zahnfee und Pilzfrau waren einfach nur skurrile Handlungsstränge, die mit dem erwarteten Thriller nichts zu tun hatten.
Sehr schade, da hier viel Potenzial, aus dieser genialen Idee verschenkt wurde.
So blieb es für mich bei einem teilweise zwar spannenden, aber das Genre verfehltem Werk, das deutlich hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Kurze Kapitel und angenehm lesbarer Schreibstil reichten nicht, um über Mittelmaß hinauszukommen, deshalb nur 3 Sterne und eine bedingte Leseempfehlung.
Ich rede, also bin ich Julia Mailänder
Ich rede, also bin ich (Buch)
5 von 5 Sterne

Geheimnisse unserer Sprache

Die Sprache ist allgegenwärtig und ohne kämen wir bestimmt nicht klar. Dem Geheimnis der Sprache geht die Autorin Julia Mailänder auf den Grund.

Es werden hier sehr viele Aspekte der Sprache beleuchtet.

Ab wann nehmen wir Sprache wahr. Wie ist es bei Zweisprachlern. Wer spricht mit uns im Schlaf. Warum reden wir anders wenn wir verliebt sind. Warum verhalten und denken wir anders in einer anderen Sprache. Wie reden Politiker um uns zu überzeugen. Das und weitere Themen beschreibt die Autorin.

Es ist für mich faszinierend gewesen in die Geheimnisse der Sprache einzutauchen. Dabei werden Studien zu Rate gezogen. Aber dabei konnte ich alles sehr gut nachvollziehen und verstehen.

Ich habe viele Informationen bekommen und sehe manches jetzt anders. Vielleicht rede ich auch anders.

Die Sprache ist ein interessantes Feld und es ist schön hier mehr darüber zu erfahren.
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand Baek Seungyeon
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand (Buch)
5 von 5 Sterne

Entschleunigend

Nicht ohne Grund werden Briefe als „Spiegel der Seele“ bezeichnet, wie Baek Seungyeon in ihrem Debüt eindrucksvoll unter Beweis stellt.

In dem authentisch dargestellten Letter Shop treten die unterschiedlichsten Persönlichkeiten auf und miteinander in Kontakt. Über den anonymen Penpal-Service werden Verbindungen geknüpft, die womöglich ansonsten nicht zustande gekommen wären. Schön zu sehen an vereinzelten Aufeinandertreffen von Brieffreunden, die nichts von ihrer Gemeinsamkeit ahnen. Gleichzeitig bewegt sich auch die eigentliche Handlung stetig voran, die man ebenfalls gerne verfolgt.

Durch die ruhige und sanfte Erzählweise taucht der Leser ein in die Welt der Briefe, die so viel mehr sind als Worte auf Papier. Sie erheitern, lassen ratlos zurück oder spenden Trost. Die Bandbreite an Emotionen ist enorm. Was das Werk aber ganz besonders ausmacht, ist die entschleunigende Wirkung, die sich während des Lesens entfaltet. Nicht nur im Briefladen steht die Zeit still, sondern auch auf der heimischen Couch, oder wo immer man dieses Buch zur Hand nimmt.

Baek Seungyeon ist ein wunderbarer Wohlfühlroman gelungen, bei dem sich der Leser geborgen fühlt, fallen lassen und alles andere ausblenden kann. Vor allem überkommt einen mehr als einmal der Wunsch, selbst wieder mehr zu Stift und Papier zu greifen, anstatt hauptsächlich digital zu kommunizieren. Wahrhaftig ein Genuss.
LONELY PLANET Reiseführer Südostasien LONELY PLANET Reiseführer Südostasien (Buch)
5 von 5 Sterne

Bestens für Backpacker geeignet

Der Lonelyplanet Guide hält, was ich erwartet hatte.
Ein detaillierter Überblick der Länder Südostasiens.
Bisher war ich ‚nur‘ für mehrere Wochen in Thailand, aber die Seiten über Bangkok gefallen mir gut.
Als Inselwelt hätte ich vermutlich andere gewählt, aber das liegt ja im Auge des Betrachters.
Im Buch gibt es auch viele ‚Nebenbei-Infos‘- zum Beispiel was es bei verschiedenen Grenzübertritten wo zu beachten gibt, wo politische Unruhen für Probleme sorgen können und so viel mehr.

Auch zum Verschaffen eines Überblicks find ich das Buch toll. Immerhin stehen so viele interessante Ziele dort an.
Beste Reisezeit in den verschiedenen Regionen gilt es ebenso zu beachten, wie örtliche Verhaltensweisen, um ein freundliches Miteinander für alle zu wahren und nicht versehentlich unangenehm aufzufallen.
Das Buch ist echt ein tolles Geschenk für alle, die in die Region wollen- oder auch, um erstmal von zuhause aus zu planen.
Die ausgewählten Fotos gefallen mir wieder sehr- auch die detaillierten Kartenausschnitte.
Ich liebe es auch, wie auf die Natur, Pflanzen- und v.a. die Tierwelt eingegangen wird-

denn genau das zieht mich so sehr dorthin.
Bin begeistert.
Die Reise ans Ende der Geschichte Kristof Magnusson
Die Reise ans Ende der Geschichte (Buch)
3 von 5 Sterne

Oberflächlich mit wenig Witz

Nach der Kurzbeschreibung habe ich einen witzigen Spionage Roman erwartet und obwohl sie inhaltlich nicht falsch ist, war der Roman weniger lustig als erwartet. Selbst als Persiflage fehlt mir die Substanz, um wirklich unterhaltsam zu sein. Die Charaktere sind alle ein bisschen skurril, aber trotz ausufernder Beschreibungen nicht so richtig zu greifen. Das Leben der Botschaftsangehörigen und Expats in Rom wird ausführlich geschildert und es gibt in vielen Bereichen lange Beschreibungen, die das Buch unnötig in die Länge ziehen. Es lässt sich trotzdem gut lesen, weil man weiter auf die angekündigten turbulenten Abenteuer hofft, die sich für meinen Geschmack dann leider eher als abstrus entpuppen. Ab Kasachstan war ich aus der Handlung raus, auch wenn es den damaligen Zeitgeist gut trifft. Alles schien möglich und viel Seltsames ist wirklich passiert. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass der Autor Hintergründe oder Details recherchiert hat. Jeder, der die 1990er erlebt hat, hätte sich diese Handlung ausdenken können. Vielleicht erschien mir der Plot deshalb so oberflächlich und naiv.
Flut aus schwarzem Stahl Anthony Ryan
Flut aus schwarzem Stahl (Buch)
4 von 5 Sterne

Nordische epische Fantasy

Als typischen Fan des Autors würde ich mich nicht bezeichnen, aber ein paar seiner Bücher fand ich doch lesenswert, daher war ich neugierig, welche Geschichte Anthony Ryan nun mit „Flut aus schwarzem Stahl“ zu erzählen weiß.

Die Geschichte wird (mehr oder weniger) in drei Handlungssträngen erzählt: Der erste handelt von Ruhlin, der in einem Dorf an der Küste einer nordisch-wikingerhaft anmutenden Welt lebt. Ruhlin lebt bei seiner Großmutter Bredda, die ein strenges Regiment führt. Doch das ist schnell ein vergleichsweise kleines Problem, da Schiffe mit rotem Segel auftauchen, deren Besatzung das Dorf letztlich auslöscht. Ruhlin überlebt und wird zum „magisch begabten Zerstörer“, der auf Rache sinnt. Daneben gibt es Thera, eine Dienerin der Schwesterköniginnen, die das Reich regieren. Sie soll klären, was es mit Schiffen, die unter dem Segel eines alten Kultes segeln und das Reich zu unterjochen scheinen, auf sich hat. Der dritte Strang handelt von Felnir, der versucht, seine Schwester Thera von ihrer Position zu verdrängen.

Klar ist schon, wenn man das Buch in die Finger nimmt, welchem Genre es angehört: epische Fantasy, über 600 Seiten lang. Das ist nicht als Warnung gedacht, man sollte sich dessen jedoch bewusst sein – und auch, dass dieser Band erst der Auftakt zu einer Reihe ist. Entsprechend gibt es viel Text, der für Figureneinführung sowie Worldbuilding anfällt, was manchem als Länge erscheinen dürfte. Apropos Figuren: Da wäre einmal Ruhlin, ein zunächst etwas bequem wirkender junger Mann, der jedoch im Angesicht der Katastrophe zum Helden mutiert, was Ryan mit einer „Prise“ magischer Herkunft motiviert. So weit so glaubhaft für das Genre. Mit dem Geschwisterpaar Thera und Felnir schafft er überdies Raum für ein klassisches Motiv (Geschwisterkonflikt – mit etwas klischeehaft typischer Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, aber nicht durchgängig). Daneben geht es um für das Genre typische Motive: Erbe, Rache, Schuld … Durch das langsame Zusammenführen der drei aus den Perspektiven der Protagonisten erzählten Handlungsstränge (dabei unterschlage ich Elvines Perspektive bewusst) baut sich langsam immer mehr Spannung auf – und ja, langsam: Von epischer Fantasy ist man ja gewohnt, dass es eine Weile dauern kann, bis man so richtig drin ist, das gilt hier aber definitiv, weshalb diese Geschichte nichts für Menschen ist, die „nebenbei“ mal ins Genre einsteigen wollen, denn den Text muss man sich in gewisser Weise „erarbeiten“. Außerdem sollte man für „Flut aus schwarzem Stahl“ nicht zu zart besaitet sein: Da gibt es nicht mal ein bisschen Blut – es fließt in Strömen und es wird auch mal unappetitlich. Wenn man sich damit arrangieren kann, wird man mit einem komplexen Worldbuilding (zwar nicht kernerschütternd neu, aber gut, mit nordisch-mythischer (Bild-)Sprache) und einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil (mit kleinen beinah komisch wirkenden lakonisch-lapidaren Nebenbemerkungen) belohnt. Sicher kein Buch für breite Massen, aber für Fans des Genres bzw. Autors ein guter Punkt, um in eine neue Welt einzutauchen.
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