Rezensionsübersicht

121 Rezensionen
Da, wo ich dich sehen kann Jasmin Schreiber
Da, wo ich dich sehen kann (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein rundum gelungener, berührender und aufrüttelnder Roman

Jasmin Schreiber gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ihr gelingt wie kaum einer anderen Schriftstellerin, mich in schöner Regelmäßigkeit beim Lesen zum Weinen zu bringen. Das war bei ihrem neuen Roman „Da, wo ich dich sehen kann“ nicht anders. Diesmal hat mich das Thema aber noch mehr abgeholt als sonst, da ich mich mit Femiziden, Misogynie und der so häufig beobachtbaren Gleichgültigkeit der Politik hinsichtlich dieser Themen viel beschäftige. Dieser Roman ist für mich zugleich großartig geschrieben und berührend, aber auch in gewisser Hinsicht eine Anklage. Gewalt gegen Frauen, weil sie Frauen sind, wird schon viel zu lange hingenommen.

Der Roman erzählt die Geschichte eines Femizids: Emma, Mutter der 9-jährigen Maja, wird im gemeinsamen Haus in Hamburg von ihrem beruflich erfolgreichen Ehemann erdrosselt. Ein Mord, der nicht aus dem Nichts kam. Über Jahre muss Emma Gaslighting, Gewalt und Erniedrigung zuhause erleiden. Niemand aus ihrem Umfeld hat etwas bemerkt, zu bemüht war sie, die Fassade aufrecht zu erhalten.

Nach dem Femizid zeigt der Roman die Perspektiven der Hinterbliebenen auf. Kapitel aus der Sicht von Maja, Emmas bester Freundin Liv und Emmas Eltern Brigitte und Per beleuchten die Trauer, die Schuldgefühle, die Wut und die Hilflosigkeit, die bleiben. Nach der Gerichtsverhandlung kommt Maja zu ihren Großeltern mütterlicherseits; in der Nähe wohnt auch Liv mit ihrer Hündin. Sie alle leiden und geben doch alles, was sie haben, um klarzukommen und um Maja Sicherheit zu geben. Liv und Maja nähern sich im Laufe der Zeit an, auch weil Liv das Mädchen für ihre Passion, die Astrophysik, begeistern kann. Neben den täglichen Kämpfen ist auch das Sorgerecht für Maja nicht abschließend geklärt… Unterbrochen werden die Beschreibungen der Zeit DANACH von Erinnerungen und Kapiteln aus der Perspektive von Emma, VOR dem Femizid. Diese sind mit dem Wissen, was passieren wird, sehr bedrückend.

Alle ProtagonistInnen in dem Buch sind auf unterschiedliche Weise tief erschüttert und fragil. Jasmin Schreiber ist es auf großartige Weise gelungen, mit leisen Tönen tiefe Wut, Trauer und Hilflosigkeit spürbar zu machen – bei den ProtagonistInnen im Roman, aber auch bei mir als Leserin.

Für mich einer der besten, eindrücklichsten und schwer aushaltbarsten Romane, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Klare Leseempfehlung!
Hochbeet für Ahnungslose Anja Klein
Hochbeet für Ahnungslose (Buch)
5 von 5 Sterne

Richtig klasse!

Der Comic-Stil spricht natürlich direkt mal Kinder an und macht sie neugierig. Die eigentliche Zielgruppe sind jedoch eher Erwachsene. Vero Mischitz hat die Zeichnungen wunderbar hinbekommen und die Texte sind gut verständlich. Man fühlt sich nicht, wie in der Schule, sondern unterhalten und dennoch lernt man dabei dazu.

Die Informationen sind gut gegliedert und fangen wirklich komplett bei Null an. Ich finde, dennoch sind sie auch für jene nützlich, die schon ein paar erste Erfahrungen mit Hochbeeten gesammelt haben. Außerdem hab ich gern etwas zum Nachschlagen griffbereit, falls ich mal wieder etwas vergessen habe, das ich eigentlich wusste!

Anja Klein macht keine große Wissenschaft mit Verboten und Vorschriften aus den Hochbeeten, sondern lädt ein, zu experimentieren und vor allem Spaß und Freude daran zu haben. Alles ist verständlich und erstaunlich ausführlich für so wenig Seiten und Worte erklärt und beschrieben.

Die Kapitel Das kleine Hochbeet 1 x 1; Dein erstes Hochbeet; Hochbeet bepflanzen; Hegen und Pflegen; Endlich Ernte einfahren; Hochbeet-Pflanzpläne; Was tun wenn sind gelungen gestaltet und erklärt. Ich bin erstaunt, dass ich in diesem Buch, das relativ wenig Text hat,, tatsächlich sogar mehr Informationen finde, als in einigen anderen Hochbeet-Ratgebern, die mit weniger Humor und Spaß arbeiten. Am Ende des Buches ist dann auch noch ein Register, über das man ganz schnell zur gewünschten Information gelangt. Der Erntekalender gefällt mir sehr, aber ich fände es genial, wenn es auch einen Saat-/Pflanzkalender gäbe. Ein wenig verwirrt mich auch, dass die Anzahl der Pflanzen auf der vorderen Klappseite nicht mit der Anzahl auf den genannten Seiten übereinstimmt.

Wer nach diesem Buch nicht sofort loslegt, sich ein Hochbeet anzulegen, wird auch durch kein anderes dazu bewegt werden. Ich mag seit Jahren Hochbeete und inzwischen habe ich vier, dazu ein Rahmenbeet und ein fünftes wird dieses Jahr dazukommen. Mit den Tipps von Anja Klein dürfte meine Ernte noch bunter, vielfältiger und größer ausfallen. Ich freu mich drauf! Und ich gebe trotz der ein oder anderen Kleinigkeit, die mir auffiel, die vollen fünf Sterne!

(c)cms
Botanic Hearts Melanie Sweeney
Botanic Hearts (Buch)
5 von 5 Sterne

Anonym

Ich habe Botanic Hearts von Melanie Sweeney gelesen fand es sehr gut.
In dem Buch geht es um Kit, eine junge Botanikerin, die nach einem schweren Verlust aus ihrem gewohnten Leben gerissen wird und sich auf eine Reise begibt. Auf ihrem Weg trifft sie auf Menschen und Orte, die sie herausfordern, aber auch inspirieren und mittendrin entdeckt sie sich selbst neu.

Das Buch war wunderschön, emotional und sehr berührend. Der Schreibstil ist flüssig, sodass ich mich leicht in die Geschichte hineinversetzen konnte.

Die Charaktere waren authentisch und liebevoll, und ich konnte mich gut in Kit hineinversetzen. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte fand ich sehr interessant und inspirierend.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen, da es emotional ist und eine Geschichte ist, die Tiefgang hat. Eine sehr schöne Geschichte, die man einfach leben muss.
Gut Bradow - Jahreszeiten der Sehnsucht Valentina May
Gut Bradow - Jahreszeiten der Sehnsucht (Buch)
5 von 5 Sterne

Neuanfang und alte Spuren

Die Geschichte beginnt mit Jonna, die nach einer schweren Zeit ihr altes Leben hinter sich lässt. Sie fährt ziellos an die mecklenburgische Seenplatte und stößt dort auf ein altes Gut, das sie aus ihr noch unerklärlichen Gründen nicht mehr loslässt. Schon früh wird klar, dass dieser Ort für sie sehr bedeutungsvoll werden wird.
Gut Bradow wird Teil ihres Alltags. Jonna ersteigert den Gutshof und beginnt mit den Arbeiten. Dabei findet sie alte Briefe und Unterlagen, die auf eine Zeit nach dem Krieg hinweisen. Sie zeigen eine Verbindung zu ihrer Familie und ein verschwundenes Kind. Die Hinweise bleiben zurückhaltend, lassen aber erkennen, dass die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist.
Auch das Dorf spielt eine Rolle. Es gibt freundliche Menschen, aber auch Zurückhaltung und Widerstand. Einige Bewohner möchten nicht, dass alte Dinge wieder aufgedeckt werden, und versuchen, Jonna zu vertreiben. Diese Spannung zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung.
Unterstützung bekommt Jonna von David, einem Anwalt aus Lübeck, mit dem sie bereits zuvor unliebsame Bekanntschaft gemacht hat. Zwischen beiden entwickelt sich Nähe, zugleich sind Zweifel und Misstrauen spürbar.
Die Geschichte ist ruhig erzählt und konzentriert sich auf Atmosphäre und Stimmung. Die Landschaft, das alte Gut und die Spuren der Vergangenheit sind deutlich spürbar. Es entsteht ein Gefühl für die Zeit und die Menschen, die hier gelebt haben.
Am Ende bleibt das Gefühl, eine Geschichte erlebt zu haben, die kurzweilig und nachvollziehbar ist. Gegenwart und Vergangenheit sind miteinander verbunden, die Figuren und ihre Gefühle werden nahbar beschrieben, ohne dass es übertrieben oder künstlich wirkt.
Mir hat dieses Buch kurzweilige und interessante Lesestunden bereitet. Gerne empfehle ich es weiter.
5 Sterne.
Tage des Lichts Megan Hunter
Tage des Lichts (Buch)
4 von 5 Sterne

Sechs Tage, die ein Leben prägen

Im Mittelpunkt steht das Leben einer Frau, das sich langsam und oft unauffällig verändert.
Erzählt wird es entlang von sechs Tagen, die über acht Jahrzehnte verteilt liegen und die Richtung ihres Lebens immer wieder neu bestimmen.
Die Geschichte beginnt in England kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine junge Frau steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, umgeben von einer außergewöhnlichen, kreativen Familie und vielen Möglichkeiten. Ein tragisches Ereignis an einem einzigen Nachmittag verändert jedoch den Lauf ihres Lebens grundlegend. Aus Freiheit wird Anpassung, aus Sehnsucht wird Alltag. Ehe, Kinder und ein äußerlich geordnetes Leben prägen die folgenden Jahre, während innerlich eine Leere zurückbleibt.
Erst lange später rückt eine Begegnung wieder ins Bewusstsein, die einst von großer Bedeutung war. Eine Frau, die für einen anderen Lebensentwurf steht und für das, was hätte sein können. Zwischen beiden entwickelt sich eine heimliche, intensive Liebe. Sie bleibt begrenzt durch Zeit, Verantwortung und gesellschaftliche Erwartungen.
Der Roman erzählt von Schuld, Sehnsucht und von Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können. Dabei wird nichts überzeichnet. Die leisen Momente, das Verschweigen und das Aushalten stehen im Vordergrund, nicht das große Drama. Besonders eindrücklich ist der Blick auf das Älterwerden und auf die Frage, wie viel Einfluss früh getroffene Entscheidungen noch im späteren Leben haben.
Der Schreibstil bleibt zurückhaltend und kontrolliert. Die Sprache ist klar, stellenweise fast nüchtern. Hier hätte etwas mehr Lebendigkeit gutgetan, vor allem in emotionalen Passagen. Dennoch trägt diese Zurückhaltung auch zur besonderen Stimmung des Romans bei und lässt Raum für eigene Gedanken.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für Leserinnen und Leser, die ruhige, nachdenkliche Romane schätzen und sich gern auf leise Lebensgeschichten einlassen.
Niemands Töchter Judith Hoersch
Niemands Töchter (Buch)
5 von 5 Sterne

Bewegend

Das Buch „Niemands Töchter“ von Judith Hoersch war ein sehr berührender Roman , der ein zum nachdenken bringt.

In dem Buch geht es um Alma, die in den 1980er Jahren in der Eifel aufwächst und sich fremd in ihrer Familie fühlt, und Isabell, die 2019 in Berlin lebt und ihre Mutter schmerzlich vermisst. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und in der Geschichte treffen die zwei unterschiedlichen Menschen aufeinander.

Der Schreibstil in dem Buch war emotionale und tiefgründig. Die Charaktere waren sehr authentisch und konnte mich gut in ihre Gedanken hineinversetzen. Da die Geschichte sehr emotional und authentisch geschrieben wurde, konnte man die Gefühle der Frauen sehr gut nachvollziehen und konnte sehr gut mit ihnen mitfühlen.


Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, besonders wenn man Geschichten mit starken Frauenfiguren und Familiengeheimnissen mag.
Geht's noch? Simon Schwarz
Geht's noch? (Buch)
5 von 5 Sterne

Authentisch und gelungen

Mir hat die überzeugende Einleitung sehr gut gefallen. Es wird klar, wie es zu diesem Buch kam und wie die Arbeitsteilung zwischen Simon Schwarz und Ursel Nendzig aussah. Diese Transparenz fand ich sehr erfrischend. Mir hat die Mischung aus persönlichen Erinnerungen, Anekdoten und Analysen und Beobachtungen zu bestimmten Themen sehr gut gefallen. Die Herzensthemen von Simon Schwarz werden als persönliche Beobachtung geschildert und nicht belehrend mit erhobenem Zeigefinger, das hat mir sehr gut gefallen. Der Titel spiegelt die Bodenständigkeit des Autors, man fühlt sich abgeholt, da es einem selbst oft genauso geht. Das Buch hat eine gute Struktur und ist dadurch angenehm zu lesen. Mir haben vor allem die kleinen Gesprächseinschübe gefallen, die fand ich sehr unterhaltsam. Durch die persönlichen Erinnerungen ist das Buch ein Rückblick, aber zugleich auch ein Ausblick durch die sympathisch hergeleitete Notwendigkeit von Veränderung im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes.
Tage des Lichts Megan Hunter
Tage des Lichts (Buch)
4 von 5 Sterne

Poetisch, eindringlich und hervorragend geschrieben

"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die das Leben von Ivy entscheidend geprägt haben. An seinem Ende ist sie 80 Jahre alt, sodass er nahezu ihr gesamtes Leben umfasst.
Als wir sie kennenlernen, ist sie voller Träume und Pläne. Ihr Leben soll groß, besonders, außergewöhnlich, leuchtend werden. Doch dann ereignet sich an diesem Ostersonntag 1938 eine Tragödie, die dazu führt, dass ihr Leben ganz anders als gedacht verläuft - sehr normal. So heiratet sie und bekommt Kinder. Doch aus dieser Normalität bricht sie Jahre später wieder aus, als sie Frances wieder begegnet - der Frau, die sie an diesem Ostersonntag 1938 zum ersten Mal sah. Zwischen den beiden Frauen besteht eine enorme Anziehungskraft, sie verlieben sich ineinander, haben heimlich eine Affäre miteinander.

Megan Hunters Schreib- und Erzählstil hat mir sehr gefallen, er ist sehr atmosphärisch, fast schon poetisch, man kann viel zwischen den Zeilen lesen. Es ist ein stiller und doch eindringlicher Roman, ein ebenso schöner wie dramatischer, einer, auf den man sich konzentrieren muss - sicher keiner für zwischendurch. Doch wer sich darauf einlässt, der wird belohnt.
Stellenweise empfand ich ihn als anstrengend zu lesen, musste Dinge erneut lesen - ich glaube, dass es daran lag, dass die Geschichte stellenweise etwas vor sich hinplätschert, Längen entstehen.
Trotzdem blieben sowohl Ivy als auch Frances für mich leider sehr blass und distanziert. Ich glaube, wenn die Autorin das anders gelöst hätte, dann hätte sie diese Liebesgeschichte anders und besser darstellen können, dann hätte man viel eher eine Verbindung zu Ivy und Frances aufbauen können. Ich hatte mir hier viel mehr erwartet und fand den Roman in dieser Hinsicht leider enttäuschend.
Die Auflösung und das Ende des Romans war überraschend und verblüffend.
Es geht also um Familie, Freundschaft, Pläne, Wünsche und Träume, Sehnsucht und Leidenschaft, gleichgeschlechtliche Liebe, Verlust, Schuld und Reue, die Frage, ob man seinem Herz oder seinem Verstand folgen sollte, die Frage, ob man sich wirklich gegen seine Gefühle wehren kann oder ob man nicht vielmehr machtlos gegen sie ist ...
Es ist ohne Frage ein sehr guter Roman, aber leider auch einer, der etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Dennoch ist er lesens- und empfehlenswert für alle Leser, die dieses Genre und diese Art von Roman mögen.
Loki ¿ Her Twisted Heart Franka Neubauer
Loki ¿ Her Twisted Heart (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein unerwartetes Ende

Loki ist ein Fantasy-Liebesroman von Franka Neubauer und der erste Band der Reihe „Her Twisted Heart“. Das 432-seitige Buch erzählt die Geschichte von Harlow, einer Agrai, und Loki, dem Gott des Chaos, die einen Pakt schließen.

Harlow ist eine Agrai. Die Mission der Agrai ist es, die Menschenwelt zu beschützen. Harlow wurde von anderen Agrai stets geächtet, da ihre Mutter ihr Volk verriet, indem sie sich in einen Gott verliebte. Nun verbündet sich Harlow mit Loki, um ihre beste Freundin zu retten. Obwohl es Agrai verboten ist, sich zu verlieben, scheint Harlow sich dieses Mal in ihn verliebt zu haben.

Der Schreibstil des Buches ist prägnant und klar, und insgesamt bin ich sehr zufrieden damit. Allerdings fehlt es einigen Handlungen an der nötigen Dramatik; sie entwickeln sich zu glatt und schnell, was sie für mich etwas schwer nachvollziehbar machte. Die Einbindung verschiedener griechischer und römischer Mythologien sorgte ebenfalls für einige Verwirrung und Unbehagen. Das unerwartete Ende macht mich jedoch neugierig auf den zweiten Band.
Les Bouttiers - Wir sind jetzt Antonia Wesseling
Les Bouttiers - Wir sind jetzt (Buch)
5 von 5 Sterne

Eine Welt voller Geheimnisse und Intrigen

Nachdem Elodie ihren Freund mit ihrer besten Freundin im Bett erwischt hat, lässt sie sich mit ihrem gebrochenen Herzen auf den unbekannten, charmanten Mann im Hotel ein. Doch da ahnt sie noch nicht, dass es nicht bei einer einmaligen Begegnung bleiben wird, denn der Fremde stellt sich ausgerechnet als Adam Le Blanc heraus, den Erben des Modehauses, welches der größte Konkurrent für die Marke "Les Bouttiers", das Unternehmen von Elodies Familie, ist.

Mit "Les Bouttiers - Wir sind jetzt" hat Antonia Wesseling ein absolutes Lesehighlight geschaffen. Der Schreibstil hat mich einfach mitgerissen, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet habe und kann es nun kaum erwarten, den zweiten Band in den Händen halten zu können.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Neben den Blickwinkeln von Elodie und Adam lernen wir die Sichtweise von Gabriel kennen, den Cousin von Elodie und ebenfalls tief in der Firma "Les Bouttiers" verwurzelt. Diese drei Perspektiven führen zu sehr interessanten Einblicken und man spürt sehr deutlich, wie viele Geheimnisse im Raum stehen und ich bin mir sicher, dass einige im ersten Band noch nicht gelüftet wurden.

Elodie ist sind sehr tapfere Frau, die nach ihrer Verletzung und damit ihrem Karriereende als Sportlerin noch nach einer Perspektive sucht. Nachdem sich ihr Teil der Familie früher von der Firma und Paris abgekehrt hatte, hat sie ihre Liebe für Mode nicht weiter verfolgt und sah in dem Sport, den auch ihre verstorbene Mutter liebte, ihre Bestimmung. Doch man spürt, dass die Mode Elodie quasi wie Blut durch die Adern fließt.
Was ich an Elodie sehr mag ist, dass sie sich nicht von Vorurteilen und Meinungen anderer leiten lässt und so beispielsweise, trotz der Feindschaft der Familien, Adam näher kennenlernt.

Adam verfolgt zunächst seine eigenen Pläne mit Elodie, doch mit dem Fortschritt des Buches spürt man immer mehr, wie wichtig Elodie ihm ist und es entstehen echte Gefühle, die er vor seinem Vater verheimlichen muss, da dieser jede Chance nutzt, um die Bouttiers zu manipulieren und ihnen zu schaden. Neben Adam gibt es noch Gabriel, der schon als Jugendlicher in Elodie verknallt war und dessen Gefühle ebenfalls wieder Achterbahn fahren, nachdem Elodie nach Paris zurück gekehrt ist. Somit entsteht ein wirklich interessantes Liebesdreieck, voller Emotionen und Eifersucht, welches ich am Buch wirklich sehr liebe.

Nach dem Ende dieses Dilogie-Auftaktes ist es umso spannender, wie es im zweiten Band der Reihe weitergehen wird. Ich bin mir sicher, dass Antonie Wessling noch so einige Überraschungen bereithält und freue mich schon jetzt auf weitere, interessante Einblicke in die Modewelt, Geheimnisse und Intrigen.
1 bis 10 von 121 Rezensionen