Rezensionsübersicht

118 Rezensionen
Gemüsepower Lucia Schauerhammer
Gemüsepower (Buch)
4 von 5 Sterne

praxisnaher Ratgeber

Mit "Gemüsepower" legt Autorin Lucia Schauerhammer einen motivierenden, alltagstauglichen und praxisnahen Ratgeber für alle vor, die auch auf kleiner Fläche reichlich eigenes Gemüse ernten möchten. Das Buch richtet sich besonders an HobbygärtnerInnen mit wenig Platz – sei es im kleinen Garten, im Hinterhof oder sogar im Hochbeet auf der Terrasse oder Balkon.

Der Schwerpunkt liegt auf Anbaumethoden, guter Planung und cleverer Nutzung der begrenzten Flächen auf zb Balkonen oder Terrassen. Man erfährt, wie durch geschickte Planung der Beete und Flächen, doch recht beachtliche Ernteergebnisse ermöglicht werden.
Ich bin gespannt, ob es bei mir dieses Jahr auch so klappen wird, wie es das Buch verspricht.

Das Buch ist gut strukturiert und gibt viele Tipps, jedoch gänzlich neue Dinge gibt es nicht - es gibt bereits zahlreiche Ratgeber zu diesen Themen.
Eine Oma für alle Fälle Christian Wichmann
Eine Oma für alle Fälle (Buch)
5 von 5 Sterne

Jeder ist besonders!

Edgar hat Ferien, ist aber fast den ganzen Tag allein zu Hause, weil die Eltern beruflich gerade ein wichtiges Projekt haben. Für Edgar ist das kein Problem, dennoch ist es spannend, als eine neue Bewohnerin ins Mietshaus einzieht. Sie ist ganz eindeutig das ganze Gegenteil von Edgar. Er liebt Ordnung und gesunde Ernährung, sie liebt das Chaos und Süßigkeiten. Doch die beiden werden blitzschnell zu besten Freunden.

Ich finde das Buch einfach entzückend, bezaubernd, liebenswert! Jede Figur ist hier auffallend auf eigene Weise. So hat Edgar für jeden Wochentag eine Farbe, die er in der Kleidung ausdrückt. Außerdem trägt er immer Krawatte! Frau Koschitz hängt alle Bilder verkehrtherum auf. Es macht Freude und Spaß und Mut und zeigt, dass jeder auf seine eigene Art besonders ist und das gut und richtig ist. Frau Manteufel, die ebenfalls im Haus wohnt, ist eine Paragrafenreiterin und immer schlecht gelaunt. Bisher hat Edgar sich davon einschüchtern lassen, doch Frau Koschitz zeigt ihm, dass er das gar nicht muss. Die beiden erleben herrliche Abenteuer, haben Spaß und zeigen Groß und Klein, wie wichtig es ist, Freude zu haben und Freude zu geben, jeden zu akzeptieren, denn Edgar macht am Ende etwas sehr Liebes.

Man könnte sich jetzt daran aufhängen, dass man 8jährige Kinder nicht alleine zu Hause lässt und es ganz schrecklich ist, wenn sie zu Fremden in die Wohnung gehen. Ich denke aber, dass die Realität manchmal eben nicht perfekt ist und man auch 8jährigen ein gewisses Maß an Urteilsvermögen zutrauen darf. Edgar hat das meiner Meinung nach großartig gelöst. Und die Eltern können beim Vorlesen ja auch darauf hinweisen, das Kind fragen, wie klug es ist, ohne Bescheid zu geben, zu jemandem zu gehen. Für mich ist dies also kein schwerwiegender Kritikpunkt.

Die Illustrationen von Julia Christians sind perfekt! Sie hat es geschafft, die Figuren perfekt zu treffen, lebendig zu machen und die Texte damit noch lebendiger zu machen. Ich hätte sogar gern noch mehr davon im Buch gefunden. Die Länge der einzelnen Kapitel ist gut gelungen. Es gibt Kapitel mit viel Witz und welche mit Spannung. Eine sehr schöne Mischung. Die Altersangabe ab 6 Jahren finde ich stimmig.

Für mich ein tolles Kinderbuch zum Vorlesen und später selbst lesen. Fünf Sterne!
(c) cms
Obacht! Kerstin Hau
Obacht! (Buch)
4 von 5 Sterne

Begegne Unbekanntem unvoreingenommen statt ängstlich

Inhalt:
Als sie vor ihrer Stadt ein großes Tier entdecken, das ihnen den Weg versperrt, sind die Bewohner in hellem Aufruhr. Der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa überlegen, was sie tun können. Sie decken das unbekannte Wesen zu, bauen eine Brücke darüber und eine Straße außen herum, doch all ihre Lösungen sind nicht von Dauer. Auch das Mienchen, dem bisher niemand Gehör geschenkt hatte, hat einen Vorschlag. Ob dieser wohl die rettende Idee ist?

Meine Meinung:
Mit „Obacht!“ hat Kerstin Hau eine Geschichte über die Bewohner einer kleinen Stadt und ihr scheinbar riesiges Problem geschrieben. Die Figuren mit den außergewöhnlichen Namen wurden von Stella Dreis in Szene gesetzt. In den Bildern erkennt man die preisgekrönte Illustratorin mit ihrem individuellen Stil schnell wieder. Die Zeichnungen sind dabei ganz in Natur-, Braun- und Grautönen sowie Schwarz gestaltet, denen mit Orange ein kräftiger Kontrast entgegengesetzt wird. Das sorgt für eine beinahe dramatische Wirkung und unterstreicht den Inhalt der Geschichte.
Kerstin Haus und Stella Dreis‘ Figuren hadern mit dem unbekannten Wesen vor ihrer Stadt. Da es den Zugang blockiert, können sie es nicht ignorieren – ganz schlicht und ergreifend mit dem Tier zu sprechen und sich somit dem Unbekannten zu stellen, ist allerdings auch keine Option, die sie in Betracht ziehen. Einzig das Mienchen geht unvoreingenommen und offen auf das Tier zu. Damit beweist es Mut und zeigt, dass Fremdes nicht zwingend Gefahr bedeutet und man davor Angst haben muss. Dank klarer Kommunikation lässt sich die Angelegenheit für die Stadtbewohner schließlich rasch klären. So ist in Stella Dreis‘ Bildern deutlich zu sehen, wie riesig das vermeintliche Problem anfangs noch scheint und dass es, kaum, dass man sich ihm gestellt hat, plötzlich gar nicht mehr so groß ist. Eine Tatsache, die wir sicher alle aus dem Alltag kennen.
Auf kindgerechte Weise vermittelt „Obacht!“, wie bereichernd es ist, Unbekanntem aufgeschlossen und mit Neugier statt mit Misstrauen zu begegnen, bei Problemen aufeinander zu zugehen und den Austausch zu suchen.
E-Bike Guide Deutschland E-Bike Guide Deutschland (Buch)
5 von 5 Sterne

So umfassend- großartig

Der E-bike-Guide aus dem Haus bikeline hält, was er verspricht, bzw. was ich sowieso schon erwartet hatte:

über 300 Tourenvorschläge in Deutschland, nach Bundesland/Region sortiert, mit übersichtlicher Kurzvorstellung der jeweiligen Route (Höhenmeter, Länge, Symbol unterwegs…) und je einem QR-Code zum Herunterladen des GPX-Tracks.

Zusätzlich gibt es noch detaillierte, farbige Kartenausschnitte, Toureninfos und eine kleine Beschreibung über Besonderheiten vor Ort, auch wohin sich ein Abstecher lohnen würde.

Zusammen mit den Fotos gibt es auch noch oft weiterführende links, außerdem den passenden Tourguide zur Region dargestellt, ein Ortsregister rundet dann noch alles ab.

Alles in allem gefällt mir das dicke Buch sehr-

zum Zuhause-Vorabinformieren. Zum Mitnehmen find ich es zu schwer, muss aber ja nicht sein, denn die digitale Route hat man ja dabei.
Für unsere geplante Tour mit Hund und Anhänger ist dieses Buch genau richtig und ich freu mich jetzt umso mehr darauf.
Mit der Planung fangen wir auf jeden Fall jetzt schon an.
Spielverderberin Marie Menke
Spielverderberin (Buch)
3 von 5 Sterne

Geduldsprobe

Ich möchte keine Spielverderberin sein, aber ich habe mich mit dem Roman schwer getan. Dabei war ich anfangs wirklich schnell gecached. Ich mag den flüssigen Schreibstil sehr. Außerdem ist die Stimmung zwischen den Mädchen schnell bei mir angekommen und die vielen Andeutungen haben mich neugierig gemacht. Auch mochte ich zunächst, dass die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt und die Geheimnisse nur langsam aufgedeckt werden.

Im Laufe des Romans wurde dieses langsame Entschlüsseln der Vorkommnisse zunehmend zu einer Geduldsprobe für mich. Immer wieder wird darüber gesprochen, dass es Geheimnisse gibt, aber wir erfahren nichts Auflösendes. Das passt gut zur toxischen Beziehung der drei Freundinnen, sodass es mich gleichzeitig genervt und fasziniert hat.

Gut gefallen hat mir die meiste Zeit, wie die Beziehung von Sophie zu ihrem "Liebhaber" dargestellt wird. Ich finde, damit trifft die Autorin die aktuelle Lage der feministischen jungen Frauen und der jungen Männer, die nicht ganz mitkommen, sehr genau.

Etwas irritiert hat mich, dass es die ländliche Region, die im Roman eine große Rolle spielt, fiktiv ist. Interessanter Ansatz, da dieses im Gegensatz steht zu real existierenden Großstädten. Ich hätte aus diesem Grund aber auch eine reale ländliche Region besser gefunden. Ich bin nicht der Meinung, dass alle ländlichen Regionen gleich sind, daher hätte die Verortung für mich schon einen Unterschied gemacht.

Erst im letzten Kapitel erfahren wir, was zwischen den Freundinnen vorgefallen ist. Das ist schon ein ziemlich genialer Coup der Autorin. So macht am Ende das etwas nervige Tappen im Dunkeln schon Sinn. Trotzdem hätte es mir, glaube ich, besser gefallen, hätte ich mehr Informationen zu früheren Zeitpunkten bekommen.
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand Baek Seungyeon
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand (Buch)
4 von 5 Sterne

Die Magie des geschriebenen Wortes

‚Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand‘ ist ein stilles Plädoyer für das Briefeschreiben für das Innehalten und dafür, sich selbst und den eigenen Gedanken Raum zu geben - ein schöner Kontrast zu unserer schnelllebigen Zeit, in der das Leben in so vielen Bereichen digital stattfindet.

Wir begleiten die Protagonistin Hyoyeong, die ihr Studium abgebrochen hat und sich aufgrund einer schwierigen familiären Situation unsicher und etwas haltlos fühlt.
Der Briefladen, in dem sie zu arbeiten beginnt, hilft ihr, zur Ruhe zu kommen und über sich und ihr Leben nachzudenken. Es war schön zu lesen, wie die Atmosphäre des Ladens nicht nur auf Hyoyeong, sondern auch auf die vielen Kunden des Briefladens eine positive Auswirkung hat.

Die Geschichte hat keinen großen Handlungsbogen. Zwar sind Hyoyeongs Familie und der Konflikt mit ihrer Schwester Themen, die sich durch das Buch ziehen, aber ansonsten sind die Kapitel eher episodenhaft und erzählen von den Menschen, die den Briefladen besuchen und ihren individuellen Lebenssituationen. Das hat mir gut gefallen. Der Roman ist ruhig und entschleunigend, ganz wie das Schreiben von Briefen.

Ich fand das Personenverzeichnis am Anfang des Buches sehr hilfreich. Besonders gut fand ich, dass darin auch Hinweise zur Aussprache der koreanischen Namen gegeben wurden. Dank dieser Übersicht konnte ich mich schnell in dem Buch und seinen Figuren zurechtfinden.

Fazit. ‚Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand‘ ist ein ruhiges Buch, das die positive Wirkung des geschriebenen Wortes herausstellt. Wir begegnen verschiedenen Figuren, deren Leben sich durch die Briefe gegenseitig berühren. Leseempfehlung.
Die Farm der Mädchen Hans Rosenfeldt
Die Farm der Mädchen (MP3)
4 von 5 Sterne

Tolle Sprecherin, guter Plot, streckenweise langatmig

Vera Teltz habe ich schon als Sprecherin anderer Hörbücher erlebt und muss sagen, dass sie wirklich zu den Besten gehört, was sich auch bei diesem Buch bemerkbar macht.
Den Autor kenne ich von den Sebastian Bergmann Büchern und kann sagen, dass man den Stil sofort wiedererkennt. Die Handlung und Figuren werden langsam aufgebaut, was mir persönlich in einem Buch gut gefällt, mich bei einem Hörbuch allerdings ungeduldig werden lässt. Das mag meine persönliche Vorliebe sein, aber ich mache dennoch einen Stern Abzug, da es ja um meine Meinung geht und ich die Handlung zwar stringent, aber manchmal langatmig fand.
Die Figur der Ermittlerin Hannah hat mir gut gefallen, eine emotional geforderte Ermittlerin, deren Privatleben ungewöhnlich ist, aber nicht allzu ausufernd geschildert wird, das ist interessant und bringt etwas Abwechslung. Beim Hören war mir nicht klar, dass es bereits einen ersten Band mit ihr gab. Man kann also problemlos quereinsteigen. Der Fall ist abwechslungsreich und gut aufgebaut. Wie man von einem erfahrenen Krimi-Autor erwarten kann, ist alles plausibel und nachvollziehbar und es gibt keine logischen Lücken oder Unstimmigkeiten.
Einstein im Bade Daniel Mellem
Einstein im Bade (Buch)
5 von 5 Sterne

Raffiniert konstruiert und sehr unterhaltsam

Der Einstieg ins Buch ist gelungen und die Perspektive auf das Geschehen ist gut gewählt. Der Hoteldirektor Kleeberger berichtet über die Tage der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher im Jahr 1920 und da er ein Laie ist, braucht auch der Leser durch diese Perspektive keine speziellen Kenntnisse über Physik. Durch die verschiedenen Hotelgäste und ihre Probleme, Gespräche, usw. schildert der Autor die berühmte Kontroverse. Der etwas verschrobene Hoteldirektor versucht auf unbeholfene Art und Weise zu vermitteln. Dadurch wird die Geschichte sehr unterhaltsam, aber auf eine sehr angenehme, niveauvolle Weise. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen, es werden einige Wörter und Begriffe eingewoben, die einen sofort in die Erzählzeit transportieren. Das Setting im Kurort Bad Nauheim entspricht der Geschichte, ist vom Autor aber auch genial umgesetzt, da durch die Badehausepisoden schöne Unterhaltung entsteht. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor durch die Augen des Hoteldirektors die politische Lage und den Zeitgeist darstellt. Die Kontroverse zwischen Einstein und Lenard über die Relativitätstheorie wird dadurch sehr unterhaltsam und anschaulich erzählt, man bekommt ganz nebenbei Wissen vermittelt. Auch die verschiedenen Unterstützer kommen zu Wort und die damalige Spaltung der Wissenschaftler wird nachvollziehbar. Das Ende hat mir durch einen hoffnungsvollen Ausblick ebenfalls sehr gut gefallen, diese Woche hat den Hoteldirektor verändert und es bahnen sich einige Änderungen an. Eine Fortsetzung wäre schön!
Richtig gutes Essen Junko Takase
Richtig gutes Essen (Buch)
5 von 5 Sterne

Büro, Intrigen und Ernährung

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es anders als viele andere japanische Bücher, die es in die deutsche Übersetzung schaffen, deutlich realistischer und nachvollziehbarer ist. Die Beschreibung der Kollegengruppe und des Büroalltags ist aus dem Leben gegriffen und die kleinen Intrigen, verschiedenen Charaktertypen und Schwierigkeiten, sich an langen Arbeitstagen vernünftig zu ernähren kann man problemlos nachvollziehen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, der Plot hat eine gute Spannungskurve und der Schreibstil ist charmant, mal unterhaltsam, mal tiefsinnig und mal humorvoll. Das Ende ist überraschend, spiegelt aber die kleinen Ungerechtigkeiten des Berufslebens sehr gut wider und auch wie sich Vorurteile oder Gerüchte standhaft halten. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und ich würde gerne eine Fortsetzung lesen.
Happy Head Josh Silver
Happy Head (Buch)
4 von 5 Sterne

Spannendes Szenario

"Happy Head" von Josh Silver hat mir sehr gefallen, obwohl es eindeutig ein Jugendbuch ist. Es wird noch eine Fortsetzung geben, die ich auch lesen werde, man kann die Geschichte aber auch als abgeschlossen betrachten.
Sebastian, Seb, darf an einem Programm teilnehmen. Insgesamt werden einhundert Jugendliche in einer Art Camp "eingesperrt" und den ganzen Tag mit Challenges und ähnlichem beschäftigt.
Seb ist ein toller Protagonist, er hat Angst, obwohl er oft total mutig ist, er steht auf Jungs, obwohl er hier ein Mädchen küsst und er hat Humor. Ich habe ihn gerne begleitet. Von den Teilnehmern ist er aber auch der einzigste, dem wir hier so nahekommen. Leider bleiben die meisten der anderen Randfiguren.
Die ständige Jagd nach Glück, Erfolgen und auch Wohlfühlmomenten wird hier an der Pranger gestellt. Wettbewerb, Sieg, Anerkennung, Aufstieg, genau die Themen, die hier mit fokussiert werden.
Die queere Liebesgeschichte war gut eingebaut und hat sich nie in den Vordergrund gespielt.
Der Roman lässt sich schnell und leicht lesen, das Thema mentale Gesundhit wird mal anders beleuchtet, mir hat er gefallen, obwohl er kein Highlight war.
1 bis 10 von 118 Rezensionen