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Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

149 Rezensionen

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Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann
Ich möchte zurückgehen in der Zeit (Buch)
4 von 5 Sterne

Kurzer, aber inhaltsreicher Roman

Die Romane, die ich bislang von der Autorin gelesen habe – „Wir hätten uns alles gesagt“ und „Daheim“ -, sind kurz und knapp gehalten. Ihr neues Buch fällt mit 156 Seiten sogar noch knapper aus, ist aber sehr inhaltsreich. Die Autorin geht ihrer Familiengeschichte nach und folgt den Spuren ihres Großvaters, über den die Familie sich wegen seiner unrühmlichen Vergangenheit lange ausgeschwiegen hat. Er war im Zweiten Weltkrieg für die SS im polnischen Radom stationiert, wo er an der Errichtung und Auflösung eines Ghettos beteiligt war. Das eigentlich Gelungene an der Geschichte ist, dass die Autorin über die Vergangenheit ihres Großvaters nur spekulieren kann, weil sie weder am Tatort in Radom Ermittlungsansätze findet noch ihre Mutter wesentlich zur Erhellung beiträgt. Diese meint, zum Vergessen berechtigt zu sein. Das Ringen der Autorin nach Antworten ist sehr bildhaft dargestellt. Für mich hätte sie es bei der Darstellung ihrer Reise nach Polen belassen können, ohne dass sie noch zwei weitere Abschnitte anschließt. In ihnen geht es um ihren Besuch bei ihrer Schwester in Neapel, der sie nach ihrem bedrückenden Besuch Polens wieder belebt, und um ein merkwürdiges Vorkommnis im Leben ihrer betagten Schwiegereltern. Literarisch ist das Buch ein Kleinod, weil immer wieder Titel anderer Autoren genannt und aus ihren Büchern zitiert wird.
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen Christien Brinkgreve
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen (Buch)
3 von 5 Sterne

Der einstigen Liebe nachspüren

Dieses Buch hat es wirklich in sich, was vielleicht daran liegt, dass Autorin eine renommierte niederländische Soziologin ist. Es ist autobiografisch und die Autorin schreibt schonungslos über ihre langjährige Ehe mit ihrem kürzlich verstorbenen, von ihr stets nur „A“ betitelten Ehemann, der gleichfalls ein bekannter Intellektueller war. Nach seinem Tod erkennt sie, dass das gemeinsame Haus den Werdegang ihrer Beziehung wiederspiegelt. Es ist völlig heruntergekommen. So wie ihre Ehe, in der sich beide zusehends voneinander distanzierten und entfremdeten. Der Aufräumprozess im Haus soll ihr Klarheit verschaffen, wann die einstige Liebe verloren ging. Vor allem befasst sie sich mit der Auseinandersetzung darüber, wieso sie sich als studierte und selbstbewusste Frau ihrem schwierigen Mann untergeordnet hat und wieso ihr Mann so hat werden können, wie er war. Der eigentliche Text ist eine Aneinanderreihung von Erinnerungen und Gedanken. Die Erklärungen, die die Autorin für das Verhalten ihres Mannes gibt (z.B. der Verlust seiner Schwester im Kindesalter), kann ich nicht richtig nachvollziehen. Etwas störend fand ich die häufigen Inbezugnahmen auf Bücher, da ich diesen Quellen kaum nachgehen werde.
Die Riesinnen Hannah Häffner
Die Riesinnen (Buch)
4 von 5 Sterne

Dorf- und Generationenroman über starke Frauen

Wer gerne Familiengeschichten liest und nichts gegen einen feministischen Einschlag hat, für den ist dieses Buch genau das Richtige.
Es geht um drei starke Frauen, Großmutter, Mutter und Enkelin ab den 1960er Jahren. Sie leben in einem kleinen Schwarzwalddorf und sind allein aufgrund ihrer äußerlichen Erscheinung Außenseiter. Alle schaffen es, ihren Weg zu finden und bleiben ihrem Heimatdorf treu, nicht ohne, dass ein Teil von ihnen es in der Fremde versucht hat.
Die Autorin erzählt alles in einem sehr eigenen, bildhaften, poetischen Schreibstil. Immer wieder macht sie das Verwurzeltsein in der Heimat zum Thema. Dafür hat sie sich mit dem Schwarzwaldort und den symbolträchtigen Wurzeln der Waldbäume einen gut passenden Hintergrund gewählt. So erzählt sie etwa von ernstmeinenden Gewittern im dunklen Wald oder seinem spezifischen Duft.
Die Liebe der Autorin zum Schwarzwald, der sie während Besuchen bei Verwandten in ihrer Kindheit bleibend beeindruckt hat, ist im Text erkennbar. So wundert es denn nicht, dass gerade die Passagen, die außerhalb dieses Hintergrunds angesiedelt sind und von Aufenthalten der Frauen außerhalb ihrer Heimat erzählen, m.E. nicht so recht gelungen sind.
Tiere und Pflanzen lebensgroß Daniela Strauß
Tiere und Pflanzen lebensgroß (Buch)
4 von 5 Sterne

Prall gefüllt mit Wissen

Das Naturbuch "Tiere &Pflanzen lebensgroß" ist im Franckh-Kosmos Verlag erschienen und kostet 26 Euro.
Auf über 150 Seiten gibt es pralles Fachwissen für Kinder, Jugendliche und interessierte Erwachsene.
Thematisch ist das Buch nach den 4 Jahreszeiten aufgebaut und widmet das 1. Kapitel dem Frühling mit den heimkehrenden Zugvögeln, der Krötenwanderung und dem Nestbau.
Das Kapitel über den Sommer beinhaltet verschiedenartige Insekten und Pflanzen der Wald- und Wiesenapotheke. Das Herbst- Kapitel trumpft mit verschiedenen Bäumen und Kräutern auf und und nimmt auch diverse Tiere unter die Lupe.
Das letzte Kapitel über den Winter fällt etwas kürzer aus. Schließlich verlassen uns einige Vögel vor dem Winter und andere Tiere halten Winterschlaf, Winterruhe , etc.
Das Buch ist sehr logisch und übersichtlich aufgebaut. Es widmet jedem Tier ein bis zwei Seiten, die Fotos und Farbzeichnungen und Fakten beinhalten. In kurzen aber gut verständlichen Texten wird das wissenswerte erklärt
Der Fährmann Regina Denk
Der Fährmann (Buch)
5 von 5 Sterne

Das Leben am Fluss und seine dunklen Schatten

Das Leben in den beiden kleinen Orten an der Salzach wirkt zunächst ruhig und vertraut. Die Menschen kennen sich, viele Wege führen immer wieder über den Fluss, und alte Regeln bestimmen den Alltag. Einer, der dabei eine besondere Rolle spielt, ist der Fährmann. Er verbindet die beiden Ufer und damit auch die Menschen. Doch diese scheinbar feste Ordnung wird nach und nach spürbar unsicher.
Im Mittelpunkt steht Hannes Winkler. Als Fährmann hat er eine Aufgabe, die nicht ungefährlich ist. Nach alter Regel darf er keine Familie gründen. Denn falls ihm auf dem Fluss etwas zustößt, sollen keine Frau und keine Kinder zurückbleiben. Doch sein Herz gehört schon lange Elisabeth. Sie fühlt ähnlich, ist aber einem anderen versprochen. So entsteht eine schwierige Lage, die für alle Beteiligten schwer zu tragen ist und die die Geschichte ruhig, aber deutlich prägt.
Auch das Leben in den beiden Dörfern verändert sich langsam. Was früher selbstverständlich war, beginnt sich zu verschieben. Der Erste Weltkrieg bringt Unruhe in die kleine Gemeinschaft an der Salzach. Misstrauen wächst, alte Freundschaften geraten unter Druck und manche Entscheidungen werden plötzlich von Angst, Unsicherheit und auch von Wut begleitet. Besonders unter den jungen Leuten treten Gefühle wie Neid, Enttäuschung und verletzter Stolz stärker hervor.
Als schließlich ein Kind verschwindet, gerät alles aus dem Gleichgewicht. Die Suche nach der Wahrheit lässt lange verborgene Spannungen sichtbar werden. In den Dörfern breitet sich Unruhe aus und aus einzelnen Ereignissen entsteht Schritt für Schritt ein Drama, das immer weitere Kreise zieht.
Regina Denk beschreibt das Leben an der Salzach sehr anschaulich. Die beiden Orte wirken lebendig und glaubwürdig mit ihren Höfen, den Wegen zum Fluss und den vielen kleinen Begegnungen im Alltag. Besonders die Figuren bleiben im Gedächtnis, weil ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehbar sind. Ihre Hoffnungen, ihre Fehler und ihre Entscheidungen wirken echt und machen die Geschichte berührend.
Der Roman entwickelt eine ruhige, aber stetig wachsende Spannung. Die Geschichte entfaltet sich nach und nach und zeigt, wie stark Liebe, Pflicht, Neid und Schuld das Leben der Menschen prägen können. Gerade die ernste Stimmung und die glaubwürdigen Figuren sorgen dafür, noch eine Weile nachklingt. So entsteht ein eindrucksvolles Familiendrama vor historischer Kulisse, das durch seine dichte Atmosphäre und seine menschliche Nähe besonders in Erinnerung bleibt.
Fazit:
Ein ruhiger, dichter Roman über Liebe, Pflicht und Schuld in einer kleinen Gemeinschaft an der Salzach zur Zeit des Ersten Weltkriegs.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Finanzieren aus Glauben Erko Sturm
Finanzieren aus Glauben (Buch)
5 von 5 Sterne

Gelungener Blick über den Tellerrand

Dem Autor gelingt es, das italienische System des „otto per mille“ verständlich darzustellen, Vor- und Nachteile werden klar benannt und Möglichkeiten zukünftiger Kirchenfinanzierung entwickelt. Dass die ELKI ihre Gemeinden Würdigung erfahren, ist hervorhebenswert.
Cheer for Love Ki Stephens
Cheer for Love (Buch)
4 von 5 Sterne

Eine Beziehung mit Ablaufdatum?

Was machst du, wenn dein Freund nach fünf Jahren Beziehung plötzlich Schluss macht, weil er Raum für sich selbst braucht und dir damit den sicheren Boden unter den Füßen wegzieht?

Richtig! Du gehst auf eine Party, um dich abzulenken.

Und das ist genau das, was auch Ella macht. Dort trifft sie auf einen attraktiven Unbekannten, mit dem sie die Nacht verbringt, überzeugt davon, ihn nicht mehr wiederzusehen.

Leider ist dem nicht so, denn es stellt sich heraus, dass der attraktive Fremde kein geringerer als Hudson ist, der Starquarterback des Football Team der Whitland, die University, an der sie im Team der Cheerleader ist.

Somit wird das, was nur ein One-Night-Stand hätte sein sollen, eine kompliziertere Angelegenheit als gedacht, da sie immer wieder aufeinander treffen.

Der Schreibstil ist locker und flüssig und die Kapitel sind abwechselnd aus beiden Perspektiven geschrieben. Dabei erfährt man, warum die beiden sich nicht auf eine ernsthafte Beziehung einlassen möchten, zudem diese auch noch ein Ablaufdatum hat, und dass Hudson seine Zukunft nicht im Profisport sieht, nachdem er am eigenen Leib erfahren hat, was der Leistungsdruck mit einem Spieler macht.

Eine nette Geschichte für zwischendurch, in der es um zwei Menschen geht, die Angst haben, sich ihre Gefühle einzugestehen, obwohl von Anfang klar war, dass sie weitaus mehr verbindet als nur der körperliche Aspekt.

Letztendlich hat mir jedoch das gewisse Etwas gefehlt, um mich gänzlich mitzureißen.
Der Schrein der Könige Sabine Weiß
Der Schrein der Könige (Buch)
5 von 5 Sterne

Über die Entstehung des Dreikönigenschreins – spannend & unterhaltsam

„Der Schrein der Könige“ ist ein unterhaltsamer, historischer Roman der Autorin Sabine Weiß.

Die Handlung beginnt im 12. Jahrhundert in Verdun. Im Mittelpunkt stehen der Goldschmied Nicolaus von Verdun und seine Familie. Nach tragischen familiären Verlusten hört Nicolaus durch seinen Bruder Charles davon, dass in Köln ein Goldschmied zur Fertigung des Dreikönigenschreins gesucht wird. Er macht sich mit seinen drei Kindern, Louis, Anna und Bastien auf den Weg. Der Start in Köln gestaltet sich alles andere als leicht, da die Kölner Goldschmiede den Auftrag nicht an einen Fremden verlieren möchten.

Wie auch schon in den vorherigen Romanen der Autorin bin ich direkt in die Vergangenheit eingetaucht. Sie versteht es, die Atmosphäre vergangener Zeiten lebendig werden zu lassen. Dabei habe ich eine Menge über die Lebensumstände der Bevölkerung und auch über die mittelalterliche Goldschmiedekunst erfahren.

Die Charaktere werden lebendig, facettenreich und authentisch dargestellt. Nicolaus war mir durchgehend sehr sympathisch. Sein Bruder Charles hat so gar nichts mit ihm gemeinsam, ist verschlagen und hat leider auch einen entsprechend schlechten Einfluss auf Louis.

Während in den vorherigen Romanen der Autorin die historischen Hintergründe im Vordergrund standen, sind es dieses mal Nicolaus, seine Familie und der Schrein. Das macht das Buch nicht weniger lesenswert, da es ausgesprochen unterhaltsam ist, sollte man aber wissen, damit man nicht enttäuscht wird, wenn man etwas Anderes erwartet.

Die Fakten um den Schrein sind wie gewohnt gut recherchiert und man merkt, dass die Autorin Geschichte studiert hat.

Zu Beginn des Buches gibt es ein Personenverzeichnis, in dem die historischen Persönlichkeiten kenntlich gemacht sind. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, der einzelne historische Ausdrücke erklärt, die nochmals für ein tieferes Eintauchen in das damalige Zeitgeschehen sorgen.

Mit ihrem Nachwort hat Sabine Weiß den Schrein dann nochmals in den Mittelpunkt gestellt und ihr Werk perfekt abgerundet.
Es ist eine gelungene Mischung aus Fiktion und Fakten, die insgesamt ein großartiges Leseerlebnis bietet.
Heat of the Everflame Penn Cole
Heat of the Everflame (Buch)
3 von 5 Sterne

Der bisher schwächste Teil

Heat of the Everflame ist der dritte Band der Kindred’s Curse Reihe der Autorin Penn Cole.

Diem und ihre Gefährten schlagen sich weiterhin durch zu Diems Reich und müssen dabei etliche Gefahren meistern. Dabei entdeckt Diem immer mehr neue Fähigkeiten und ihre Beziehung zu Luther vertieft sich.

Für mich ist dieser Band bisher der schwächste weil sich etliche Szenen in die Länge ziehen und es bei den Gefahren und Problemen immer wieder zu Wiederholungen kommt.

Auch die Beziehung zu Luther wird im Laufe des Bandes immer mehr überhöht und zum Schluss mochte ich es fast nicht mehr lesen wie beide voneinander schwärmen und sich immer höher in den Himmel loben. Das ist für mich einfach zu dick aufgetragen. Auch Diem als Charakter gefällt mir immer weniger, sie bringt durch ihre, in meinen Augen unsinnigen, Entscheidungen das Leben ihrer Gefährten und auch ihres Gyvern immer wieder in Lebensgefahr. Auch ihre Entscheidungen ihre Gegner zu schonen, um Blutvergießen zu verhindern gehen nach hinten los. Kaum hat sie ihre Gegner verschont wenden sie sich gegen sie und das Blut vieler Unschuldiger wird vergossen.

Durch diese Szenen vergeht mir der Lesegenuss und ich kann Diem immer weniger verstehen und was die Autorin mit dieser Entwicklung bezwecken will.

Das Buch endet mit einen heftigen Cliffhanger, wobei ich mir schon vorstellen kann wie die Autorin das Dilemma lösen wird.

Ich hoffe nun das der nächste Band wieder besser wird, denn die ersten beiden Bände fand ich ganz gut.

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers Gabriella Engelmann
Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers (Buch)
5 von 5 Sterne

Lesenswert

Der Roman ist eine Hommage an die Nordfriesischen Inseln mit ihrer einzigartige wilden Schönheit und seiner Tierwelt. Darin angesiedelt hat die Autorin die Menschen. Es geht um die beiden Schwestern Fenja und Martje.
Vor Jahren verschwand Martje, die ältere der beiden Schwestern, während eines Unwetters. Heute ist Fenja fünfundachtzig Jahre alt und eine angesehene Kinderbuchautorin. In ihren Büchern hat sie die Geschichten, die ihr einst ihre Großmutter erzählte, niedergeschrieben. Außerdem leitet sie die Bücherfrauen und engagiert sich für neue Autoren. Über eine Stiftung bekommt eine bzw. einer von ihnen ein Stipendium mit der Aufgabe ein angefangenes Manuskript eines einstigen Bürgers von Sylt aus dem Jahr 1938 als Roman zu Ende zu schreiben.
Anna ist ihre Biografin. Sie recherchiert in diesem Zuge zum Verbleib von Martje.
Parallel dazu wird Martjes Werdegang ab 1958, dem Jahr, in dem sie verschwand, erzählt. Immer wieder gibt es ein paar Ungereimtheiten, die am Ende aber doch ihren logischen Schuss finden. Es ist spannend, die Handlung zieht den Leser durch und ist niemals langweilig.
1 bis 10 von 149 Rezensionen