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168 Rezensionen

Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte Werner Holzwarth
Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte (Buch)
5 von 5 Sterne

The Sky is the limit

Was für ein tolles Bilderbuch! Meine Kinder lieben es. Auf jeder Doppelseite erzählt ein kleines Vögelchen seiner Mutter oder seinem Vater, was es später, wenn es mal groß ist, werden will: der kleine Spatz eine Amsel, die kleine Amsel eine Taube, die kleine Taube eine Möwe … Das jeweilige Elternteil (erfreulicherweise überwiegend Papas – oft sind ja die Mamas in Kinderbüchern präsenter) dämpft dann die Erwartungen, wovon sich die kleinen Vögel aber nicht irritieren lassen. Und am Ende fliegen sie alle gemeinsam zum Mond.

Was meinen Kindern besonders gut gefällt: Die Gespräche, die alle recht ähnlich ablaufen, aber kleine Unterschiede haben: Das Graugans-Küken wird Schnucki genannt, der kleine Spatz denkt sich „Du hast keine Ahnung“, die kleine Amsel macht „Pfff“. Was ich super finde: Wie alle kleinen Vögel unbeirrt an ihren Zielen festhalten (obwohl der kleine Spatz doch wirklich keine große Amsel werden kann? Aber was weiß ich schon, ich bin ja erwachsen …).

Wir alle sind außerdem von den Illustrationen begeistert. Diese sind wunderbar bunt und recht großflächig. Jede Seite bietet ein paar Details, über die wir reden – bei jedem einzelnen Vorlesen. Dadurch, dass nicht so viele Einzelheiten zu sehen sind, reden wir sogar mehr über die Bilder – das ist mir so noch bei keinem anderen Buch aufgefallen. Der Spatz beim Essen, die Pfützen im Amselwohnzimmer, die Graugans, die ein Buch mit dem gleichen Cover liest und die Piñata auf der Vogelparty – alles spannend. Und auch die Vorsatz- und Nachsatzseiten, die die Vogelinsel jeweils bei Tag und Nacht zeigen und so die einzigen kleinteiligeren Bilder bieten, werden bestaunt. Dieses Kinderbuch besteht mit seinem gleichförmigen Aufbau, dem enthaltenen Schalk, der kraftvollen Botschaft und dem überraschenden Ende aus einer ungewöhnlichen Mixtur. Eine tolle Entdeckung!
Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn Sabine Bohlmann
Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn (Buch)
5 von 5 Sterne

Gewohnt skurril, schräg und liebenswert

Der nunmehr dritte Band der liebevoll schrägen Grauses ist gewohnt skurril und liebenswert geworden.

Auch hier finde ich das Cover entzückend gezeichnet und im Buch selbst finden sich noch ein paar mehr Illustrationen, die das Geschriebene auflockern und mir stilistisch wirklich sehr gefallen. Die Schriftgröße ist angenehm groß und für Kinder gut lesbar.

Ottilie hat sich ja nun schon länger mit den Grauses, beziehungsweise vor allem mit den Kindern der Familie angefreundet. Jetzt geht es darum, wie man miteinander den Schulalltag bewältigt. Nach den Ferien ist die Aufregung groß, als Ottilie - nun mit ihren Nachbarsfreunden Wolfi und Muh - in die 5. Klasse kommt. Natürlich geht einiges schief, was aber vor allem dem antagonistischen Dreiergespann Mona, Lisa und Mona-Lisa (ich könnte mich immernoch beömmeln ;-)) zuzuschreiben ist.

Die kleine Husch, das meistens unsichtbare Kind, darf nicht mit in die Schule, aber wer sollte sie daran hindern? Sie ist ja schließlich unsichtbar. Natürlich gibt es auch da Irrungen und Wirrungen und die Familie muss aufpassen, nicht zu sehr aufzufallen, denn sonst darf sie nicht mehr unter den normalen Menschen leben.

Auch hier ist die Geschichte wieder in sich abgeschlossen, aber von Band zu Band findet eine Charakterentwicklung statt, so dass sie schon in Reihenfolge gelesen werden sollten.

Auch mir als Erwachsene macht die Reihe einen großen Spaß, da sie das Anderssein feiert ohne zu aufdringlich und moralinsauer daher zu kommen. Am liebsten mag ich den Opa, den "Vater" als die überdrehte Elfe und den Hund, der wie ein Wischmopp aussieht und bei dem man nur manchmal weiß, wo hinten und vorne ist. Einfach herrlich und ganz großes Kopfkino!
Tödliches Angebot Marisa Kashino
Tödliches Angebot (Buch)
3 von 5 Sterne

Nicht sehr glaubwürdige Story

„Verzweiflung treibt eine Frau dazu, für ihr Traumhaus über Leichen zu gehen.“ Wenn das mal keine Ansage für einen Thriller-Fan ist!
Margo hat einen Plan, der sich durchaus vernünftig anhört. Sie und ihr Mann haben ihr altes Haus verkauft, da es für ihren hoffentlich baldigen Familienzuwachs zu klein ist. Vorübergehend leben sie in einer Mietwohnung, halten aber Ausschau nach ihrem Traumhaus, das sie erfreulicher Weise bald finden. Ab sofort scheint Margo besessen zu sein von diesem Haus, dessen Besitzer sie umgarnt und umschmeichelt. Noch ist die Immobilie nicht öffentlich angeboten, was Margo in die Karten spielt, denn genau dies will und wird sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern. In Gedanken ist sie schon dabei, „ihr“ Haus einzurichten, tätigt sogar erste Einkäufe – bis sie ihre Grenzen aufgezeigt bekommt. Was sie allerdings nicht akzeptiert.
„Sie werden Margo lieben, während der Psycho-Thriller jede moralische Grenze sprengt.“ Nun ja, ich mochte Margo von Anfang an nicht sonderlich gut leiden und meine sowieso sehr begrenzte Zuneigung zu ihr wurde zunehmend weniger, je mehr ich von ihrer manipulativen Art wusste.
Positiv hervorheben muss ich allerdings die Sprecherin des Hörbuchs. Rebecca Veil. Ihre warme Stimme und ihr facettenreicher Vortrag, der jedem Charakter seine ganz persönliche Note gibt, macht das Hören trotz der nicht sehr glaubhaften, schon auch lebensfremden Story, dann doch angenehm. Und auch sie ist es, die mich zu den drei Sternen meiner Bewertung veranlasst hat, denn diese Geschichte hat für mich sehr viel weniger verdient, denn…
…die Story gefällt mir nicht sonderlich. Nicht, weil ich ein Moralapostel wäre – dafür lese ich zu viele Thriller und Krimis – sondern weil das Ganze so unwirklich, so abgedreht, fern jeglicher Realität ist. Margo ist wie besessen von genau diesem einen Haus, das sie unbedingt haben muss. Dafür ist sie bereit, ihr gesamtes Umfeld zu belügen, ihre Kontakte – Freunde und Kollegen - in ihr mieses Spiel mit einzubeziehen, ohne dass diese auch nur im Ansatz darüber wüssten. Die Protagonistin ist eine falsche Schlange, ihr heimtückisches Spiel ist ausschließlich eigennützig, sie verfolgt ihr Ziel zum Schaden anderer, von Liebenswürdigkeit keine Spur. Nach Luft schnappe ich eher ob der hanebüchenen Story, die mir präsentiert wird. Diese wird konfuser, je weiter sie fortschreitet. Und gipfelt in ein Ende, das so grausam wie unglaubwürdig ist. Margo ist am Ziel, Verluste jeglicher Art sind mit einkalkuliert. Verstörend an der Geschichte? Alles, vor allem der Schluss.
Die Riesinnen Hannah Häffner
Die Riesinnen (Buch)
4 von 5 Sterne

Drei starke Frauen im Schwarzwald

Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen in Wittenmoos, schon das ist genug, um sie zu Außenseitern zu machen - und es gibt noch mehr Dinge, die dafür sorgen, dass sie nicht dazugehören, dass sie gemieden werden.
Dennoch ist Weggehen keine bzw. keine dauerhafte Option, denn es ist ihre Heimat, sie sind hier verwurzelt, sie lieben den Schwarzwald.
Der Roman beleuchtet das Leben dieser drei Frauen über Jahrzehnte hinweg, von den 60er Jahren bis in die Gegenwart.
Hannah Häffners Schreibstil und Sprache, diese Schönheit, dieses Poetische, all diese Gedanken, Erkenntnisse und Weisheiten haben mich von der ersten Seite an begeistert, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Romans.
Es sind starke Frauen, die viel erleiden müssen und doch alle Schwierigkeiten meistern, die viel träumen und viel sehnen und dann doch weiter wurzeln oder sich gar zu ihrer Heimat bekennen - und auch die Natur spielt hier eine große Rolle; auch sie, auch der Schwarzwald machen diesen Roman aus.
Ich habe "Die Riesinnen" sehr gerne gelesen, denn es ist auch ein Roman, der viele Denkprozesse beim und im Leser anstößt. Es ist keine Geschichte, die man mal eben nebenbei lesen kann, sondern eine, für die man sich Zeit nehmen, die man auf sich wirken lassen, über die man nachdenken muss. Gerade das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Doch leider gibt es auch Kritikpunkte: ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass es die ein oder andere Länge gibt.
Cora blieb mir leider völlig fremd und distanziert, ich konnte keine Verbindung zu ihr aufbauen.
Und ich hätte gerne noch mehr Antworten auf offene Fragen bekommen.
Doch insgesamt ist "Die Riesinnen" ein sehr guter und lesenswerter Roman und sehr empfehlenswert für alle, die sprachlich hervorragende, fast schon poetische Romane voller Weisheiten sowie Romane, in deren Mittelpunkt starke Frauen und die Natur stehen, mögen.

Heaven's Gate Daniel Faßbender
Heaven's Gate (Buch)
5 von 5 Sterne

Ich surfe auf den Zeilen durch Carusos ersten Fall

Surfen - etwas, von dem ich absolut keine Ahnung habe und das mich eigentlich auch nicht im Geringsten interessiert. Aber dann fällt mir dieses Buch in die Hände und was soll ich sagen? Schon auf den ersten Seiten hat mich Daniel Faßbender bekehrt und ich lasse mich anstecken von der Seligkeit seines Protagonisten Caruso, ich fühle die Welle und höre das Meer und bin überzeugt, selten etwas Wahreres gelesen zu haben. Die Worte lösen sich vom Papier und alles fühlt sich echt und lebendig an.

Natürlich kann man keinen Roman lang in diesem Gefühl verbleiben, aber dennoch: von Anfang an stimmt für mich in dieser Geschichte die Chemie. Langsam entspinnt sich der Vermisstenfall. Verschiedene, glaubhafte und interessante Nebencharaktere betreten die Bühne. Perspektivenwechsel sorgen für zusätzliche Spannung. Die regionalen Gegebenheiten auf den Philippinen berühren mich nachhaltig. Dieses Buch ist kein oberflächlicher Urlaubskrimi, sondern tiefgründiger als es zunächst den Anschein hat. Etwa ab der Hälfte nimmt die Geschichte dann noch einmal ordentlich Fahrt auf. Wie beim Surfen gibt es auch während des Falls verborgene, gefährliche Riffe, oft nur knapp unter der Oberfläche. Caruso, der anfangs einfach nur richtig abgerockt wirkt, wächst mir mit jeder Seite mehr ans Herz - als solider Ermittler, aber vor allem einfach als guter Mensch.

Diesen Krimi empfehle ich daher uneingeschränkt weiter!
Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn Sabine Bohlmann
Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn (Buch)
5 von 5 Sterne

Wahre Freundschaft erkennen und bewahren

Es handelt sich um Band 3. Ich empfehle zuvor die beiden Vorgängerbände zu lesen um die Mitglieder der Familie Grause von Anfang an richtig kennenzulernen und dadurch die Situationen besser zu verstehen.

Die Mitglieder der Familie Grause aus der Sackgasse Nummer 13 sollen ein richtiges und echtes Familienleben lernen. Das bedeutet, dass auch die Kinder nun in die Schule gehen müssen. Das kleine unsichtbare Geistermädchen sorgt für reichlich Wirbel. Aber auch die gehässigen Nachbarsmädchen Mona, Lisa und Mona-Lisa machen Ottilie Schmidt und ihren Freunden das Leben schwer.

Dieses Buch empfand ich als deutlich emotionaler als die vorherigen Bände. Besonders das Mobbing-Thema hat mich stark getroffen. Ottilie muss ihre ganz eigenen Wünsche und Sorgen abwägen und gleichzeitig für die ungewöhnlichen Freunde aus dem Nachbarhaus da sein. Denn die Grauses brauchen in vielen Situationen noch dringend Nachhilfe im "Normalsein". Mir ist auch eine der Nebenfiguren direkt aus Band 1 bekannt vorgekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Mein kleiner persönlicher Wermutstropfen ist, dass die Buchrücken der drei Teile im Regal nicht hundertprozentig zusammenpassen. Buchsammlerherzen könnten einen kleinen Stich dabei verspüren.

Fazit: Es gibt wieder reichlich kuriose Situationen zum Schmunzeln, aber auch sehr ernste und nachdenklich machende Themen. Ein paar Szenen hätten für mich ausführlicher beschrieben sein dürfen. Es könnte tatsächlich der Abschlussband der Reihe sein. Allerdings würde ich sehr gern noch weitere Erlebnisse mit den Grauses teilen.
Ungelöst - Die erste Zeugin Arno Strobel
Ungelöst - Die erste Zeugin (Buch)
4 von 5 Sterne

Guter Auftaktband

„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband zu Arno Strobels neuer Cold-Case-Serie. Egal ob die Mörderfinder-Reihe, Fakt/Fake, Stalker oder welch Buch auch immer ich von Strobel gelesen habe - jeder einzelne Thriller hat mich gefesselt und auch dieser Reihenbeginn ist ein nervenaufreibender, spannender Psychothriller, der neugierig auf den nächsten Fall macht.
Luisa Menkhoff wendet sich an die Polizei, nachdem sie auf dem Flugblatt, das auf dem Campus aushängt, die seit vier Tagen abgängige Frau als Nicole Klement erkennt, die sie mit damals in Verbindung bringt. Damals wurde Luise als 5jährige entführt und wie es den Anschein hat, steckt dieser Entführer, Dr. Joachim Lichner, auch heute nicht nur hinter dem Verschwinden von Nicole, auch ist wiederum ein kleines Mädchen spurlos verschwunden, das genau in das damalige Schema passt.
Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner ist gerade im Begriff, eine Cold-Case-Einheit aufzubauen, jedoch wird er zunächst diese aktuellen Vermisstenfälle mithilfe des ihm zugeteilten Kriminalkommissars Sebastian Grohmann bearbeiten, was ihm nicht sonderlich zusagt, ist doch Grohmann bekannt für seine eher unmotivierte Dienstauffassung. Nun, die beiden werden sich zusammenraufen müssen, denn Grohmann wird im KK11 Brunner unterstellt sein.
Die ersten Seiten machen mich mit den Personen vertraut, allen voran Ramin Brunner und Luise Menkhoff, deren eidetisches Gedächtnis noch sehr hilfreich sein wird. Um wiederum scheint auch sie wie schon vor Jahren im Focus von Lichner zu stehen, den einst Luises Vater hinter Gitter gebracht hat, nun aber unter Auflagen vorzeitig entlassen wurde. Nicht nur diese Hauptakteure, auch alle anderen Charaktere werden gut eingeführt, was sich allerdings schon etwas in die Länge zieht.
So richtig spannend wird es, als Luise ein altes Foto findet, das sie als 5jährige zeigt. Ab da sind die Nerven zum Zerreißen gespannt, Spuren führen immer wieder zurück und wiederum ist ein Mädchen abgängig. Sie verfolgen so etliche Spuren, viele Ungereimtheiten stehen im Raum, auch wollen sich die einzelnen Fragmente nicht recht miteinander verbinden. Und wenn es dann so aussieht, als sei alles geklärt, wendet sich nicht zum ersten Mal das Blatt. Zwischendurch sind es kurze, kursiv dargestellt Kapitel, die zunächst so gar nicht greifbar sind.
„Ungelöst“ werde ich weiterverfolgen, ich mag Strobels Art, die allzu dunklen Seiten der menschlichen Seele aufzuzeigen. Ein Psychothriller, der mich nach der zu langen Einführung dann nicht mehr loslassen wollte.
Dieses Buch ist gefährlich Ben Clanton
Dieses Buch ist gefährlich (Buch)
5 von 5 Sterne

Gefährlich witzig!

Eine kleine Qualle im großen, weiten Ozean ist einer gewaltigen Menge an Gefahren ausgesetzt. Gruselige Seeschlangen bilden da leider nur den beängstigenden Anfang.

Ich möchte vermeiden die Geschichte zu spoilern, daher gehe ich auf den Verlauf nicht weiter ein. Nur so viel: der Inhalt richtet sich ganz besonders an all jene, die ihre Schwierigkeiten haben, bestimmte Dinge *nicht* zu tun! Denn das Buch wird erst während des Lesens besonders gefährlich.

Das Buch ist einfach herrlich! Schon die Gestaltung bereitet große Freude beim Ansehen: Vom Cover über den Einband vorn und hinten über die bunt illustrierten Seiten bis zum Backcover: Die Illustrationen machen einfach Spaß.

Ganz sicher werden die Personen, die es vorlesen gleichermaßen ihr Vergnügen damit haben wie diejenigen, die zuhören und die Bilder betrachten!

Fazit: Dieses Buch ist gefährlich für die Lachmuskeln!
Dire Bound Sable Sorensen
Dire Bound (Buch)
5 von 5 Sterne

Macht Lust auf mehr

Dire Bound war im englischsprachigen Raum total gehyped. Daher war ich wirklich neugierig was es mit dem Band auf sich hat. Es hat einige Ähnlichkeiten mit Fourth Wing - nur hier geht es eben um Wölfe.
Das Buch kommt in einem unfassbar schönen Design daher. Ich liebe es, dass man selbst entscheiden kann, welches der beiden Cover im Wendecover man bevorzugt. Es wurde sich hier wirklich viel Mühe gegeben. Vor allem der Farbschnitt ist für mich ein absoluter Highlight. Er sieht so unfassbar schön im Regal aus !

Aber nicht nur das Äußere kann sich sehen lassen. Die Geschichte überzeugt (fast) in ganzer Linie und ist zu Recht im englischsprachigen Raum gehyped. Obwohl sie mit ihren 800 Seiten und einem Bonuskapitel doch recht lang für einen ersten Teil war, habe ich mich auf keiner Seite gelangweilt. Die Autorin schreibt sehr angenehm, was den Lesefluss zugute kommt.
Die Geschichte baut sich sehr langsam auf. Einerseits fand ich das gut, andererseits hätte mir schon früher mehr Auseinandersetzung mit der Wölfin Anassa gewünscht. Das ist auch der Grund warum es für mich kein Highlight war - und die für mich zu vielen spicy Szenen.
Die Welt wird sehr detailliert dargestellt und ist wirklich gut ausgearbeitet worden. Dabei sind die Charaktere individuell und nicht oberflächlich.
Vor allem die Prüfungen und die Verbindung zu den Wölfen haben mich sehr interessiert.
Die Geschichte verbirgt mehr als sie anfangs scheint und ich muss sagen, dass mir die Auflösung sehr gefallen hat. Es gibt einige Wendungen in dem Buch, die es für mich lesenswert machen. Und das Ende war wirklich gelungen. Ich kann den zweiten Band kaum erwarten und sehe da ein hohes Potential für ein Highlight- Buch. Dieser erscheint am 15.7.2026 und sieht auch wieder wunderschön aus ! Von mir gibt es eine Empfehlung für dieses wirklich gelungene Buch.
Grüne Welle Esther Schüttpelz
Grüne Welle (Buch)
5 von 5 Sterne

Eine gekonnt inszenierte Charakterstudie

Zunächst hatte ich das Gefühl, dass sie ein wenig verpeilt wäre. Die Frau, deren Namen man nicht kennt. Nach einem Kinobesuch mit ihrer Freundin fährt sie los, verpasst eine Abzweigung, auch auf der Autobahn lenkt sie ihren Golf geradeaus, versäumt Ausfahrt um Ausfahrt.
Irgendwann dann sind da zwei junge Frauen, eine Große und eine Kleine, die sie an einer Tankstelle trifft. Auch sie werden nicht weiter benannt. Die Frau wundert sich, dass es auch heute noch Anhalterinnen gibt, denn die Zeit dafür ist schon aufgrund der damaligen Vorkommnisse lange vorbei. Der Kofferraum ist schon besetzt, ihre Rucksäcke nehmen die Große und die Kleine auf ihren Schoss.
Wie entrückt kommt mir diese Geschichte vor, als ob einer einen nüchternen Blick auf die Frau und das Geschehen wirft. Eigentlich passiert nichts oder nicht viel und doch möchte man wissen, was es mit dieser Frau auf sich hat. Der Mann daheim wartet auf sie, das schimmert durch. Auch sieht die Große, die auf der Rückbank sitzt, die Frau ganz genau an. Sie spricht sie darauf an, Antwort erhält sie keine.
Das eigene Ich wahrnehmen, die Selbstreflektion einer Frau, die ihre Wirklichkeit ganz genau kennt und diese gedanklich auf dieser Fahrt durchspielt – so kommen bei mir diese Stunden im Golf der Frau an. Aus der Perspektive ihrer Gedanken, die als externer Beobachter fungieren, wird ihre Lebenswirklichkeit seziert. Es liegt an ihr, das für sie einzig Richtige aus ihrem Dasein zu machen. Nur zu oft knicken wir dabei ein, denn die eingefahrenen Bahnen zu durchbrechen – dazu braucht es Stärke und Mut.
Eine Charakterstudie, die sachlich und nüchtern das durchleuchtet, wohin das Leben uns geführt hat und was davon übrig ist. Gekonnt in Szene gesetzt, vorurteilsfrei und doch auf den Punkt gebracht. Nach den ersten Seiten, nachdem ich mich mit diesem doch ungewohnten Schreibstil angefreundet habe, mochte ich das Buch nicht mehr weglegen.
1 bis 10 von 168 Rezensionen