Rezensionsübersicht

132 Rezensionen
Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab Kristina Ohlsson
Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab (Buch)
4 von 5 Sterne

Alva erlebt Gruseliges

Es ist dies der zweite Band von Kristina Ohlssons Reihe über die kleine Ortschaft Hovenäset. Das Cover ist ganz in rot/schwarz gehalten und zeigt ein Mädchen von hinten auf einem Friedhof bei Nacht und eine schwarze Katze. Es wirkt geheimnisvoll und gruselig.
Gruselig entwickelt sich auch die Geschichte um Alva. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in Hovenäset auf einem Campingplatz. Ihre Mama hat eine Hütte am Strand gekauft, um dort ein Cafe zu eröffnen. Doch dann geschehen viele merkwürdige Dinge. Es taucht eine mysteriöse schwarze Katze auf, ein merkwürdiges Mädchen läuft alleine herum und Alva meint, bei Nacht die Schritte ihres verstorbenen Vaters zu hören. Dann wird im Boden der Hütte ein merkwürdiges Rohr entdeckt, ein Lüftungsrohr zu einem unterirdischen Verlies. Was ist dort unten passiert? Vielleicht kann das Tagebuch ihres toten Vaters, das Alva plötzlich findet, einen Hinweis geben?
Die Geschichte wird im Fortgang immer gruseliger und mysteriöser. Ich denke, jugendlichen Lesern könnte das gut gefallen. Allerdings würde ich eine etwas ältere Altersgruppe empfehlen.
Die Protagonistin Alva hat mir gut gefallen. Sie möchte unbedingt etwas Näheres über den Tod ihres Vaters herausfinden und hofft, dass ihre Freunde Heidi und Harry ihr dabei helfen können. Ihre Freundschaft wird dadurch bekräftigt und zeigt deren Bedeutung für Jugendliche.
Jugendliche, die gern spannende und etwas gruselige Geschichten lieben, werden diese Reihe gerne lesen und auf eine Fortsetzung warten.
Mathilde und Marie Torsten Woywod
Mathilde und Marie (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein Buch wie ein Seelenstreichler

Marie verlässt Frankreich Hals über Kopf. Sie läuft vor allem davon und landet durch ihre Zugbekanntschaft Jónína eher zufällig im belgischen Ardennen-Dörfchen Redu. Dort ist alles komplett anders, als in Paris, ach, als überall sonst auf der Welt. Ringsum nur Natur, ein allen und niemandem gehörender Dorfhund, nur eine Stunde Internet am Tag, selbst die Turmuhr hat ihre ganz eigene Gangart.

Torsten Woywod, gelernter Buchhändler, war mir als Moderator einer Buchcommunity erstmals begegnet. Dort entstand die Idee, die schönsten Buchhandlungen der Welt zu besuchen. Die hat er umgesetzt, Bücher darüber geschrieben, es gab sogar Kalender dazu. Sein Weg führte ihn zur Marketingleitung und Verlagsgründung. Und nun liegt dieser Roman von ihm vor. Bücher sind, unbestritten, das zentrale Thema seines Lebens. Redu gibt es, passend dazu, übrigens wirklich. Es hat mehr als 20 Buchhandlungen und Antiquariate.

Das Buch will entschleunigen und den Fokus auf die schönen Dinge lenken. Das schafft Woywod wunderbar. Im Grunde könnte man mit spitzer Zunge sagen, dass nichtssagende Dinge geschehen und das Buch so vor sich hin plätschert. Da es aber auch gar nicht aufregen und aufwühlen möchte, sondern eben einfach nur glücklich machen, hat es alles richtig gemacht. Es ist vielleicht nicht unbedingt ein must read, dennoch schadet es nicht, sich selbst damit ein wenig zu erden, zu entschleunigen, zu beruhigen, zu entspannen und zum Nachdenken zu bringen.

Die Geschichte von Marie, Jónína und Mathilde ist schlicht, aber bereichernd. Das Drumherum hüllt diese drei Frauen und ihre Geschichten ein, wie Blütenblätter die Blütenstempel. Diese Blume blüht langsam, aber wunderschön auf. Die Sprache ist etwas schwülstig. Immer wieder dachte ich, so spricht doch keiner, so schreibt man vielleicht. Man gewöhnt sich jedoch relativ schnell daran und empfindet sie als zur Geschichte passend, also stimmig. Die Figuren entwickeln und verändern sich im Laufe der Story sehr realistisch. Es kommt klar rüber, dass uns Begegnungen mit anderen immer irgendwie formen. Und es erinnert uns daran, dass wir miteinander vorankommen, gegeneinander aber immer im Gestern stecken bleiben werden.

Dieses Buch ist anders. Und gerade deshalb gut. Nicht perfekt, aber nahe dran. Daher von mir vier Sterne. Und ein Lob an Sabine Arnhold, die es zärtlich und kräftig, sanft und stark, nachdenklich und zielstrebig, ruhig und empathisch perfekt eingelesen hat.
(c) cms
Memories So Golden Like Us Gabriella Santos de Lima
Memories So Golden Like Us (Buch)
4 von 5 Sterne

Schön und traurig

Da ich die Bücher von Gabriella Santos de Lima sehr gerne lese, war ich auch auf dieses gespannt.
„Memories so golden like us“ ist der zweite Teil einer Dilogie. Wobei ich sagen muss, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe, da mir das Thema zu schwer war. Ich kann aber bestätigen, dass man den zweiten Teil auch unabhängig davon lesen kann. Ich hatte zu keiner Zeit Probleme der Geschichte zu folgen.

Die Geschichte von Blair und Connor dreht sich viel um Trauerbewältigung, weshalb die Stimmung eher drückend ist. Das Thema Trauer hat die Autorin auf gefühlvolle Art und Weise in den Roman integriert.
Blair und Connor waren lebensnah und vielschichtig beschrieben, aber auch irgendwie nicht ganz „greifbar“. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt. Allerdings kann ich (auch nach längerem nachdenken) nicht genau benennen, was es war.
Der Schreibstil ist wie immer, bei Gabriella Santos de Lima, sehr poetisch, gefühlvoll und ehrlich.

Die Covergestaltung und der dazu passende Farbschnitt sind wunderschön gelungen. Das goldene Cover strahlt Hoffnung aus und erinnert an einen Sonnenauf bzw.Untergang, die Möwen sind dezent aber passend gewählt.

„Memories so golden like us“ ist ein schöner, stiller und sehr emotionaler Roman.
Empfehlenswert für alle, die mit den Themen keine Schwierigkeiten haben.
Finanzwesen in SAP S/4HANA Lena Sophie Lampe
Finanzwesen in SAP S/4HANA (Buch)
5 von 5 Sterne

Finanzwesen in SAP S/4HANA – Das Praxishandbuch

Finanzwesen in SAP S/4HANA – Das Praxishandbuch von Lena Sophie Lampe ist ein äußerst gelungenes Fachbuch mit starkem Praxisbezug. Durch meine langjährige Zusammenarbeit mit der Autorin in verschiedenen SAP Projekten weiß ich, wie fundiert und strukturiert ihr Fachwissen ist – genau das spiegelt sich in diesem Buch wider.
Die Inhalte sind klar und verständlich aufbereitet und auch bei komplexen Themen sehr gut lesbar. Besonders hilfreich sind die vielen aussagekräftigen und ausführlichen Abbildungen, die Prozesse und Zusammenhänge in SAP S/4HANA anschaulich erklären. Das Buch ist übersichtlich aufgebaut und eignet sich sowohl als Einstieg als auch als praxisnahes Nachschlagewerk.
Eine klare Empfehlung für alle, die im Finanzwesen mit SAP S/4HANA arbeiten oder künftig arbeiten möchten.
To Cage a Wild Bird Brooke Fast
To Cage a Wild Bird (Buch)
3 von 5 Sterne

Spannend zu lesende Dystopie, dennoch fehlte mir stellenweise der Tiefgang

Fünfzig Jahre nach dem Ende eines nuklearen Krieges existieren auf dem amerikanischen Kontinent nur noch fünf bewohnbare Städte, von denen jede autonom regiert wird. Dividium ist in drei Sektoren aufgeteilt, der Wohnort ist vom jeweiligen Rang der Menschen abhängig. Die Kopfgeldjägerin Raven Thorne lebt mit ihrem Bruder Jed im unteren Sektor, wo der Alltag von Hunger und Armut geprägt ist, dennoch weigert sie sich standhaft, der Rebellenorganisation beizutreten, die für ein besseres Leben der Bevölkerung kämpft.

Als Jed allerdings eines Tages festgenommen wird, verbündet sich Raven mit den Rebellen und folgt ihrem Bruder in das gnadenlose Gefängnis Endlock, das früher oder später für jeden Inhaftierten den Tod bedeutet. Hier soll sie einer Insassin zur Flucht verhelfen, dafür erhalten auch Raven und Jed die Chance auf ein Leben in Freiheit, weit entfernt von den strengen Regeln Dividiums. Zunächst müssen sie allerdings erst einmal die mörderischen Jagden überleben, die in Endlock an der Tagesordnung sind, unerwartete Hilfe erhält Raven von dem Wachmann Vale, dessen Verhalten ihr immer wieder Rätsel auf gibt.

"To Cage a Wild Bird" von Brooke Fast ist ein dystopischer Roman, der mich zwar schnell in seinen Bann gezogen und bis zum Ende gefesselt hat, dennoch komme ich nicht umhin, den einen oder anderen Kritikpunkt anzumerken. Raven war mir schnell sympathisch, durch die Verhaftung ihrer Eltern und deren Tod in Endlock war sie bereits im jugendlichen Alter auf sich allein gestellt und hatte außer der Kopfgeldjagd keine Möglichkeit, sich und ihren jüngeren Bruder durch zu bringen. Dabei war ihr wohl bewusst, was die Gefangenschaft für die Gejagten bedeutet, sie wählte ihre Ziele nach dem eigenen moralischen Kompass aus - wodurch sie mir nicht willkürlich gnadenlos, sondern überlegt und durchaus auch liebenswert erschien. Sie selbst und auch alle anderen Figuren habe ich authentisch und lebensecht empfunden.

Der Schreibstil hat mich bis zur letzten Seite mit gerissen, ich war tief in der Handlung versunken, dennoch hält sich meine Begeisterung rückblickend in Grenzen. Denn insgesamt hat sich die Geschichte für mich wie eine oberflächliche Mischung aus Elementen bekannter Dystopien wie "Divergent - Die Bestimmung" und "Die Tribute von Panem" angefühlt, nett zu lesen aber ohne wirklichen etwas Neues mit zu bringen. Dabei ist mir schon klar, dass nicht jeder Schriftsteller das Rad ganz neu erfinden kann, aber dieser Debütroman schien mir, als wäre die Handlung einer Fan-Fiction der genannten Bücher bzw. deren Verfilmungen entsprungen, ohne viel eigenen Ideenreichtum der Autorin und ohne emotionale Ausgewogenheit.

Ganz besonders hat mich Vales Verhalten irritiert, nicht dass ich ihn nicht gemocht hätte, aber ich konnte mir nicht erklären, wie und weshalb er so plötzlich so intensive Gefühle für Raven entwickelte, nachdem er sie nur ein einziges Mal kurz getroffen hatte. So kann ich zwar von einem unterhaltsamen Leseerlebnis sprechen, wahrscheinlich bin ich trotz aller Kritik auch neugierig genug auf die Fortsetzung, uneingeschränkt empfehlen möchte ich den Roman allerdings nicht.

Fazit: Die dystopische Geschichte hat mich durchweg gefesselt, wirkte schlussendlich allerdings wie eine nette, etwas klischeehafte Mischung bekannter Romane / Verfilmungen. Die emotionale Entwicklung war für mich nicht immer nachvollziehbar, ich habe mich dennoch recht gut unterhalten gefühlt.
Deinen Selbstwert bestimmst nur du Yoon Hong Gyun
Deinen Selbstwert bestimmst nur du (Buch)
5 von 5 Sterne

Tolles Buch zum Thema Selbstwert mit wertvollen praktischen Übungen

Tolles Sachbuch zum Thema Selbstwert. Es ist nicht das erste Buch dieser Art was ich lese, je-doch unterscheidet es sich schon sehr von den vorherigen. Zuallererst finde ich erst einmal toll, dass der Auto selbst in seiner Kindheit / Jugend mit dem Thema zu kämpfen hatte, was er eingangs berichtet. Somit ist das Buch für mich schon dahingehend sehr authentisch. Das Buch ist in 7 Ab-schnitte eingeteilt und in den jeweiligen Abschnitten gibt es jeweils erst einmal theoretische Sach-verhalte, die aber an zahlreichen praktischen Beispielen beleuchtet werden, sodass man sich wirk-lich in vielen Situationen sehr gut wiederfindet. Im Anschluss gibt es dann immer praktische Übun-gen. Am Besten hat mir der Begriff Yeolpok gefallen - explodierendes Minderwertigkeitsgefühl. Das Buch ist ein toller Wegweiser und Begleiter auf dem Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl. In dem Buch geht es nicht darum, dass jemand Theorie vermittelt und man nicht ins Fühlen kommt, was leider viel zu oft in solchen Büchern der Fall ist, sondern, dass man durch praktische Übungen und das Einnehmen der Beobachterposition Situationen neu bewertet und man zu einem gesunden Selbstwertgefühl findet. Ich finde das Buch sprachlich sehr gut verständlich und es liest sich flüssig und durch die Aufgliederung in verschiedene Abschnitte, kann man sich die Sachen Häppchenweise zu Gemüte führen. Ich werde auf alle Fälle das Buch in der Bahn immer dabei haben um immer mal wieder die ein oder andere Übung zu machen. Sehr zu empfehlen.
Vesselless - Mein verräterisches Herz Cortney L. Winn
Vesselless - Mein verräterisches Herz (Buch)
5 von 5 Sterne

Wirklich sehr fesselnd

Vesselless erzählt die Geschichte von Nizarra und Dagen. Nizarra ist die Thronerbin von Zarr, obwohl sie eigentlich kein Interesse am Regieren hat. Das einzige Ziel ist ihren Vater zu stürzen und die Rebellen zu unterstützen.

Der tote König Dagen ist schon seit mehr als 10 Jahren ein Geist, doch als Deathwalker ist er dem Willen des Todesgottes unterworfen. Dieser möchte nun die Seele von Nizzara.

Neben dem hinreißenden Cover, welches mich auf den ersten Blick angesprochen hat, konnte  mich diese Dark Fantasy Geschichte von Anfang an richtig stark fesseln. Der Schreibstil ist sehr gut lesbar und es gibt durchweg einen hohen Spannungsbogen. Das Worldbuilding ist interessant und diese eigene Welt ist sogar mittels Karte im Buch visualisiert. Die Geschichte wird im Wechsel aus Sicht von Nizzara und Dagen erzählt, wobei Nizzara aber mehr Kapitel bekommen hat. Die Figur Nizzara ist anfangs schwer zu deuten. Sie kämpft gegen ihre innere Dunkelheit und lässt sich lieber tausendfach verletzen statt sich mittels ihrer dunklen Macht zu wehren. Dagen ist von Anfang an unwiderstehlich und sehr faszinierend. Ihre Enemies-to-lovers und Forbidden Romance hat mir sehr gefallen.

Insgesamt habe ich zwar nicht alles bis ins kleinste Detail verstanden, doch ich hoffe darauf im Folgeband mehr zu erfahren. Nur schade, dass es noch ewig dauern wird, bis es veröffentlicht wird.
Lucia 1. Flüsterin der Flammen Sarah Fleury
Lucia 1. Flüsterin der Flammen (Buch)
5 von 5 Sterne

Sehr spannender erster Teil einer Reihe

Das Cover finde ich sehr hübsch und mit den züngelnden Flammen gut gelungen. Lucia sieht genauso aus, wie sie im Buch beschrieben wird und sogar ihr Feuersalamander ist auf dem Cover abgebildet.

Die 13-jährige Lucia ist ein ganz normales Mädchen und lebt mit ihren Adoptiveltern in der Nähe des Ätnas. Eines Tages spürt sie eine Flamme in sich und kann plötzlich Feuer heraufbeschwören. Da begegnet sie den geheimnisvollen Finn, der sie in die Akademie Fenicia ins Feuerland Flammaris einlädt. Nur dort wäre sie sicher und kann den Umgang mit dem Feuer erlernen. Bedrohlicherweise wird sie zeitlich von Schattenwesen verfolgt. Daher ist ihre Entscheidung schnell getroffen...

Auf der erste Seite des Buches befindet sich eine schöne übersichtliche Landkarte, die auf dem ersten Blick zwar recht einfach gestaltet ist, zu der ich aber beim Lesen mehrmals zurückgeblättert habe, um sie zu betrachten.

Der Schreibstil ist durchweg spannend und die Handlung hat sogar mich als Erwachsene fesseln können. Es gibt 32 Kapitel sowie ein Prolog und ein Epilog. Die Kapitel sind folglich nicht allzu lang und werden fast alle aus Sicht von Lucia in der dritten Person erzählt. Es gibt nur wenige Kapitel aus Sicht einer anderen Figur.

Die Beschreibungen im Buch sind sehr bildhaft. Im Feuerland gibt es viel schöne Magie aber auch viele Gefahren und zwielichtige Gestalten. Das Akademieleben ist nicht sehr ausführlich behandelt worden, aber Lucia findet dort ein paar enge Freunde, was ich in einem Kinderbuch immer toll finde. Ebenso gefällt mir, wie die Verbindung zwischen der realer Welt und der magischer Welt geschaffen wurde. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, woraufhin ich die Fortsetzung nun kaum erwarten kann.

Das Buch wird für junge Leser:innen ab 10 Jahre empfohlen. Als Mutter eines Sohnes glaube ich, dass das Buch doch vorrangig für Mädchen geeignet ist. Zum einem, weil Lucia bereits 13 Jahre alt ist und zum anderen
weil scheinbar auch die ersten Gefühle zwischen Mädchen und Jungs thematisiert werden.
Dein ADHS Buddy Grace Koelma
Dein ADHS Buddy (Buch)
4 von 5 Sterne

Ansprechender Rundumschlag zum Thema ADHS

Meine Meinung:
Auch wenn ich selbst, zumindest was Sachbücher angeht, nicht ganz auf dem neuesten Stand bin, finde ich das Thema ADHS grundsätzlich spannend. Die Umsetzung dieses Buches hat mich von der Aufmachung her sehr angesprochen, und da ich die Kombination aus informativen Abschnitten und Tools zum besseren Umgang mit der eigenen Neurodivergenz spannend fand, war ich wirklich neugierig auf diese Mischung.

Gleich vorab, ich stimme mit der Haltung der Autorin zum Thema Selbstdiagnose absolut nicht überein, denn ich halte so eine wichtige medizinische Einordnung wie die Diagnose von ADHS oder Autismus für die Aufgabe eines Psychiaters und nicht für ein Label, dass man sich, wie es hier suggeriert wird, einfach im Alleingang verpassen sollte.

Was ich in diesem Zuge allerdings gelungen fand, war der insgesamt sehr wertschätzenden Ton, der weder Neurodivergenz, noch die damit einhergehende Symptomatik stigmatisiert, sondern im gesamten Buch vor allem das Potenzial und die Stärken neurodivergenter Gehirne betont. Für ADHSler ist das sicherlich ein großer Pluspunkt, aber auch in Hinblick auf Nichtbetroffene halte ich es für angebracht, einen wertschätzenderen und vorverurteilungsfreien Tonfall anzuschlagen, wenn man über diese Thematik spricht.

Die Textabschnitte des ersten Teiles fand ich insgesamt sehr informativ und quellentechnisch gut belegt, was mir persönlich insbesondere bei Ratgebern durchaus wichtig ist. Auch wenn man sich mit der Thematik bisher noch nie auseinandergesetzt hat, erfährt man hier mehr über die Denkmuster und Verhaltensweisen eines neurodivergenten Gehirns, was für Betroffene wie Nichtbetroffene gleichermaßen spannend und informativ aufbereitet ist.

Der zweite Teil, der die Planerseiten beinhaltet, war in meinen Augen auch für Nichts-ADHSler interessant, da die Planungsmethoden auch so nützlich sein können. Über den QR-Code kann man sich sogar bei Bedarf einige der Seiten als zusätzliche Exemplare herunterladen, was ich als Angebot sehr nett finde und was vielleicht zusätzlich motiviert, das Workbook auch über das Ausfüllen hinaus noch zu benutzen.


Fazit:
Auch wenn ich nicht mit allen Aussagen der Autorin zu einhundert Prozent übereinstimme, fand ich das Buch insgesamt fundiert geschrieben und somit wirklich gelungen. Die Mischung aus Informationstexten und Planerseiten hat mir gut gefallen, weshalb ich das Buch insbesondere für neurodivergente Menschen für eine wirkliche Bereicherung halte.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.
Verhängnisvoller Champagner Tom Hillenbrand
Verhängnisvoller Champagner (Buch)
5 von 5 Sterne

Fall 8 für Xavier Kieffer: spannend und sehr unterhaltsam

Xavier Kieffer ist Koch und Inhaber eines Lokals in Luxemburg, seine Küche ist vielleicht nicht sternewürdig, aber bodenständig, lokal und lecker. Bei einem Event in Paris trifft er auf Luc Reiser, einen Freund aus Ausbildungszeiten, der ihm in den 80er-Jahren mal die Freundin ausgespannt hat. Reiser hat Fabienne immerhin geheiratet und es anschließend zum Chef eines kleinen aber feinen Champagnerhauses geschafft. Und ebendieser Reiser stirbt unter einer Champagnerpalette, genau in dem Augenblick in dem Kieffer ihn in seinem Keller besuchen will. Die letzten Worte des Toten sind eher kryptisch und machen für Kieffer keinen Sinn. Doch die Witwe, hat von den Detektivfähigkeiten Kieffers gehört und bittet ihn, auf eigene Faust zu recherchieren um vielleicht die Hintergründe aufzuklären. Dabei muss er feststellen, dass hinter so manch luxuriöser Fassade ganz schön viel Schmu betrieben wird, nicht alles Gold ist was glänzt, und nicht alles was im Glas perlt guter Champagner ist. Denn das Milliardengeschäft lockt so manchen Betrüger an, sein eigenes, illegales „Getränk“ auf den Markt zu bringen…

Meine Meinung: Dies ist bereits der achte Band rund um den Koch und Gelegenheitsdetektiv Xavier Kieffer. Und wie in den Bänden zuvor, bekommt man neben der Krimistory wieder viel Lokalkolorit und gastronomische Empfehlungen. Das Buch macht durchweg Spaß, lässt sich sehr gut lesen. Die Spannung ist nicht auf Thriller-Niveau, aber ich glaube, darauf zielt es auch gar nicht ab. Es ist ein wunderbar leicht zu lesendes Buch bei dem man das eine oder andere Mal in die Versuchung kommt, eines der vorgestellten Gerichte mal selbst auszuprobieren. In Summe vergebe ich sehr gerne fünf von fünf Sterne und freue mich schon auf weitere Bände rund um Kieffer.
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