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Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

193 Rezensionen

Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1) Briar Boleyn
On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1) (Buch)
5 von 5 Sterne

Fünf Sterne für Medra

On Wings of Blood hat mich echt positiv überrascht, schon allein das Cover ist richtig schön und ein absoluter Hingucker, es passt perfekt zur Stimmung der Geschichte und macht sofort neugierig. In der Story wacht Medra unter Vampiren in einer ihr komplett fremden Welt auf, total verloren und ohne Plan was eigentlich los ist, und genau dieser Einstieg zieht einen direkt rein. Dass sie aussieht, wie eine Drachenreiterin wird unerwartet zu ihrer Rettung, und so landet sie schließlich auf der Bloodwing Academy zur Ausbildung, was der Geschichte nochmal eine ganz eigene Dynamik gibt.
Auf der Academy wird sie von fast allen angefeindet, misstrauisch beäugt und teilweise richtig mies behandelt, aber Medra bleibt unerschrocken, auch wenn sie manchmal trotzig und ein bisschen naiv wirkt. Gerade diese Mischung macht sie aber irgendwie sympathisch, weil sie nicht perfekt ist und trotzdem ihren Weg geht. Die Handlung ist durchgehend mitreißend, es passiert viel und es wird selten langweilig, man will einfach wissen wie sie sich in dieser gefährlichen Welt behauptet.
Der Schreibstil ist eher einfach gehalten und leicht zu lesen, was dafür sorgt, dass man schnell durch die Seiten kommt und gut in der Geschichte bleibt. Die spicy Szenen hätten für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen, sie fühlen sich stellenweise etwas unnötig an und nehmen ein wenig den Fokus von der eigentlichen Spannung. Trotzdem überwiegt für mich klar das Positive, spannende Idee, starke Grundstimmung und eine Hauptfigur die aneckt aber im Kopf bleibt, für mich insgesamt fünf Sterne.
Dein ADHS Buddy Grace Koelma
Dein ADHS Buddy (Buch)
5 von 5 Sterne

Toller Planer und Begleiter für den Alltag

Grace Koelma bietet in „Dein ADHS Buddy“ einen tollen Begleiter für die Reise zur Erkundung von ADHS. Die ADHS kann sich im Alltag durch Symptome wie Hyperfokussierung oder emotionale Schwankungen sehr präsent und turbulent zeigen. Dieser Planer richtet den Fokus anders und hebt die Stärken hervor, die man aus der ADHS nehmen kann. Grace Koelma hat eine sehr empathische und verständnisvolle Art, sodass man sich gut aufgehoben und verstanden fühlt.
Der Druck, den man aus dem eigenen schnelllebigen Alltag kennt, wird der Leserschaft genommen. So ist auch der Fokus-Tagesplaner so gestaltet, dass man auch bei Unterbrechungen oder Pausen ganz leicht wieder einsteigen kann und kein schlechtes Gewissen haben muss. Ein sehr motivierendes und gleichzeitig wissenschaftlich gut aufbereitetes Workbook zur Begleitung des Alltags!
Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit Anne Stern
Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein starker achter Teil

Auch für die Hebamme Hulda Gold mehren sich die Anzeichen, daß ihr Leben in Berlin im Jahr 1932 nicht mehr sicher ist. Ihr Ehemann liebäugelt mit einer Anstellung in Schweden, ihr Vater redet offen über eine Ausreise nach Palästina und ihre Tochter Meta wird in der Schule von der neuen Lehrerin drangsaliert. Dann wird auch noch ihr Freund Bert auf offener Straße verprügelt. Aber Hulda verdrängt eine Entscheidung immer wieder in den Hintergrund. Sie will in Berlin bleiben, obwohl sie weiß, daß ihre Stelle im Frauengefängnis am seidenen Faden hängt. Erst einmal muß sie sich um die schwangere Giftmörderin Anna Marwitz kümmern. Hulda glaubt nämlich nicht, daß diese schüchterne Frau eine Mörderin ist. Sie kann Kommissarin Irma Siegel davon überzeugen, den Fall wieder aufzurollen. Hat Huldas Spürsinn wieder einmal recht?

Mit dem Titel "Der Preis der Freiheit" liegt bereits der achte Fall um die Hebamme "Fräulein Gold", geschrieben von Anne Stern, in den Bücherregalen, und auch dieses Buch hat mich wieder begeistert. Wenn man die Bücher von Anfang an verfolgt hat, merkt man genau den Wandel der Zeit. Anne Stern bringt den Lesern diesen Wandel sehr genau nahe, indem sie Einzelschicksale, wie das von Bert, in den Vordergrund stellt. Sie beschreibt einfühlsam, wie die Menschen um den Winterfeldtplatz in dieser Zeit zusammenrücken. Aber der Gegenwind bläst ihnen immer stärker ins Gesicht. Anne Sterns Buchreihe ist ein gutes Beispiel dafür, wie Menschen fehlgeleitet werden können. Obwohl es in diesem Roman ein wenig nach Abschied riecht, hoffe ich, daß diese Serie noch lange nicht beendet sein wird. Mir würde sie fehlen.
Cold Cases Helmut Eigner
Cold Cases (Buch)
4 von 5 Sterne

Wenn alte Akten wieder geöffnet werden

Manche Verbrechen verschwinden nie ganz aus den Akten. Sie liegen über Jahre hinweg unbearbeitet da und warten darauf, dass jemand erneut hinsieht. Genau hier setzt dieses Buch an. Es führt in die Welt der ungelösten Fälle und zeigt, was es bedeutet, alte Spuren noch einmal aufzunehmen.
Helmut Eigner beschreibt seine Arbeit an sogenannten Altfällen ruhig und ohne große Worte. Schnell wird klar, dass es ihm nicht um Spannung um jeden Preis geht, sondern um saubere Ermittlungsarbeit. Mehrfach wird deutlich, wie oft Akten wieder hervorgeholt, neu gelesen und mit frischem Blick geprüft werden. Man spürt, wie viel Kleinarbeit dahintersteckt.
Einige der geschilderten Fälle reichen Jahrzehnte zurück. Besonders eindrucksvoll ist zu lesen, wie frühere Ermittlungen an fehlender Technik scheiterten und erst moderne DNA-Analysen oder neue Auswertungsmethoden eine Wende brachten. Dabei wird auch offen benannt, wo Irrtümer passierten oder Spuren zu früh verworfen wurden. Gerade diese Offenheit macht den Bericht glaubwürdig.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Tatabläufe, sondern die Menschen hinter den Fällen. Angehörige, die über Jahre auf Antworten warten, Polizisten, die einen Fall innerlich nicht loslässt. Diese Haltung zieht sich durch alle Kapitel. Das Leid wird nicht dramatisiert, aber es bleibt immer spürbar.
Auffällig ist, wie oft kleine Details am Ende eine Rolle spielen. Ein übersehener Hinweis, eine neu bewertete Aussage, ein Vergleich alter Spuren mit heutigen Datenbanken. Manche Entwicklungen kommen überraschend, andere zeigen, wie mühsam der Weg zur Aufklärung sein kann. Es gibt Erfolge, aber auch Grenzen, die klar benannt werden.
Am Ende bleibt der Eindruck, echte Ermittlungsarbeit kennengelernt zu haben. Kein reißerischer True-Crime, sondern ein sachlicher Bericht über Geduld, Verantwortung und den langen Atem, den solche Fälle brauchen. Vier Sterne, weil die Einblicke spannend und ehrlich sind, auch wenn sich Abläufe teilweise ähneln und nicht jeder Fall gleich stark fesselt.
Die Namen Florence Knapp
Die Namen (Buch)
5 von 5 Sterne

Faszinierendes Gedankenspiel

In »Die Namen« von Florence Knapp steht eine interessante Frage im Zentrum: Welche Bedeutung hat für uns der Name, der uns ein Leben lang begleitet? Früher wählte man oft Heiligennamen in der Hoffnung auf Schutz; mancherorts wird noch heute der Namenstag gefeiert. Florence Knapp inspiriert diese Frage zu einem faszinierenden Gedankenspiel: Sie entwirft drei Versionen desselben Lebens - der einzige Unterschied in der Ausgangssituation: der Name, den die Mutter für ihren Sohn eintragen lässt. Dabei gelingt es der Autorin, logisch und nachvollziehbar darzustellen, wie diese Entscheidung Entwicklung und Selbstbild des Jungen und sogar das Schicksal der Familie prägt. Vor dem Hintergrund häuslicher Gewalt, teils schonungslos geschildert, verändert sich in jeder Version das Beziehungsgeflecht, es entstehen drei komplett verschiedene Lebenswege. Diese werden mit Zeitsprüngen von jeweils sieben Jahren parallel erzählt, wobei man durch die klare Trennung nach den drei Namen gut folgen kann. Florence Knapp schreibt emphatisch, feinfühlig und in angenehm lesbarer Sprache - ein bewegender, fesselnder Roman. Absolut lesenswert!
Kleine und große Wunder des Weltalls Gabby Dawnay
Kleine und große Wunder des Weltalls (Buch)
5 von 5 Sterne

Viel Wissenswertes zauberhaft illustriert!

„Kleine und große Wunder des Weltalls“ ist ein wundervoll illustriertes Sachbuch der in London lebenden Autorin Gabby Dawnay.

Es gibt Informationen rund um das Weltall und unseren Nachthimmel. Dabei geht es um unseren Planeten, unsere Nachbarn im All, die Unendlichkeit, kleine und große Wunder und vieles mehr.
Das Wissen ist in einfache kurze Sätze gepackt, so dass es für die Zielgruppe der jungen Leser bzw. Zuhörer ab vier Jahren gut geeignet sind. Aber auch etwas ältere Kinder dürften hier eine ganze Menge Neues erfahren.

Jede einzelne Seite wurde von der Illustratorin Mona K in kräftigen Farben, liebevoll und detailliert gestaltet. Dadurch ist das Buch ein richtiges kleines Kunstwerk geworden und es gibt jede Menge zu entdecken und zu bestaunen.

Neben dem vermittelten Wissen eignet sich das Buch auch gut als Grundlage für weitere Gespräche, um mehr Informationen einzuholen und weitere Wunder unseres Alls zu hinterfragen oder Geheimnissen auf den Grund zu gehen.

Ich kann dieses Sachbuch interessierten Eltern und Kindern nur empfehlen, da es auf wundersame, eingängige und spielerische Weise Wissen vermittelt. So macht lernen Spaß!
Villa Rivolta Daniel Speck
Villa Rivolta (Buch)
5 von 5 Sterne

Bewegende Familiensaga

Mit Villa Rivolta ist Daniel Speck wieder eine große epische Erzählung gelungen, die den Leser vom ersten Moment an gefangen nimmt. Atmosphärisch dicht versetzt er uns in das Italien der 1960er Jahre, in die Villa des Mailänder Großindustriellen Renzo Rivolta. Zwischen Valeria, der Tochter der Hausangestellten, und Piero, dem Sohn des Industriellen, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die Klassengrenzen überwindet und ein Leben lang trägt.
Speck lässt Nachkriegszeit und Aufbruchsstimmung lebendig werden, zeichnet soziale Gegensätze zwischen dem Norden und Süden Italiens und verbindet italienisches Flair mit einer Familiengeschichte und der Erfolgsgeschichte von Iso Rivolta. Basierend auf Erinnerungen von Piero und Lele Rivolta wirkt der Roman besonders authentisch. Ein einfühlsamer, spannender, berührender 600-Seiten-Schmöker, der viel zu schnell endet.
Real Americans Rachel Khong
Real Americans (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein vielschichtiger Roman, der den Leser nachdenklich zurück lässt.

Von marylou2101

Rachel Khong hat mit Real Americans einen spannenden Gegenwartsroman über Identität und Herkunft geschrieben. Einen Roman über die Frage ob wir wirklich die sind, die wir sein wollen. Oder ob wir die sind, die wir sein sollten.
Doch dieses Buch ist so viel mehr. Ein Gesellschaftsroman , in dem sich nicht nur viele Millenials wieder finden werden, sondern auch deren Kinder. Die Geschichte umspannt 3 Generationen:
Lilys Eltern , geboren und aufgewachsen in China und jene Amerikaner, die versuchen sich anzupassen und zu integrieren. Sie wollen Ihre alte Identität ablegen wie einen getragenen Mantel. Ihre Tochter Lily, die ihr ganzes Leben lang zwischen Ihren chinesischen Wurzeln und Ihrem Leben als US-Amerikanerin hin und hergerissen ist. Die weder in der einen Welt noch in der anderen zu 100 Prozent dazugehört. Und schließlich Lilys Sohn Nick, der auf der Suche nach den eigenen Wurzeln erkennen muss, dass nichts ist wie es scheint. Das Buch wirft tiefsinnige Fragen auf und erzählt dabei eine emotionale und spannende Familiengeschichte.

Die einfache Sprache wird wunderbar ergänzt durch Zitate aus der Weltgeschichte und durch Fragen nach dem Sinn des Lebens. Da die Handlung mehrere Generationen und Jahrzehnte umspannt können einige Lebenswegen der Charaktere nur relativ kurz angerissen werden. Daher sehe ich die Tiefe des Buches eher zwischen den Zeilen als in den Charakteren. Wodurch jedoch meiner Meinung nach ein hohes Identifikationspotential entsteht. Ich will nicht sagen, dass die Charaktere Austauschbar sind, aber man erkennt sich in einigen Facetten wieder. Die Autorin versucht sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und überrascht dabei immer wieder , in dem die Handlung nicht vorhersehbare Wendungen annimmt.

Ich mochte den Roman, seine Handlung , die Charaktere und die Frage nach der eigenen Identität. Sind wir wirklich diejenigen die wir sein wollen? Oder sind wir vielmehr diejenigen , die wir sein sollen? Wo ist unser Platz? Und wieviel können wir selber dafür tun um diesen Platz zu finden. Wieviel Anteil an unserem Leben trägt die Wissenschaft und deren immer größere werdenden Möglichkeiten ? Ist es alles nur Zufall? Wie weit kann der Mensch gehen, um seine Ziele zu erreichen?
Ein vielschichtiger Roman, der den Leser nachdenklich zurück lässt.
Happy Head Josh Silver
Happy Head (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein spannender Jugendthriller


Noch vor kurzem habe ich mir gewünscht endlich mal wieder ein spannendes Jugendbuch zu lesen. So schnell werden Wünsche wahr.

Das Buch ist nicht nur in der Gestaltung außergewöhnlich. Der Farbschnitt und auch das erhabene Cover sind ein echter Hingucker. Bereits auf der ersten Seite findet sich der Leser direkt IN der Geschichte wieder. Wir lesen einen Brief an den Hauptcharakter Sebastian, der zu einem Projekt, dem Happy Head eingeladen wird. Keine Erklärungen, keine große Einleitung . Man ist direkt im Geschehen, in der Story. Die Sprache ist leicht und locker, so wie man sie unter gleichaltrigen Teenagern vermutet. Sebastian ist durchaus ein witziger Charakter und seine Gedankengänge haben mich zum schmunzeln gebracht. Ich mochte die einfache und oftmals unbedachte Schreibweise . Die Story wird aus seiner Sicht erzählt, so dass viele Dinge die ihm verborgen bleiben natürlich auch dem Leser verborgen bleiben und immer ein gewisses Maß an Spannung bestehen bleibt.

Die Handlung erinnert mich an Dystopien, denn schon bald wird klar, dass das Happy Head Projekt es alles andere als Gut mit seinen Teilnehmern meint. Das Buch ist Abwechslungsreich geschrieben, die einzelnen Kapitel sind kurz und immer anders als die vorherigen. Ein bisschen hat es mich an die „Tribute von Panem“ erinnert, aber in einer sehr abgeschwächten Version und viel näher an der Realität dran als gedacht. Es wird eine Generation beschrieben, die durch das Internet und die Medien so gehetzt ist , dass es dieser Generation nur noch darum geht anderen zu gefallen. Um wieder zu lernen glücklich sein zu können nehmen sie nun an Happy Head teil.
Die Charaktere in diesem Buch sind auf der Suche nach nicht selbst, in einem System, dass ihnen vorgaukelt nur das Beste für sie zu wollen. Tatsächlich aber völlig Eigennützige Ziele verfolgt. In einem System, dass alles über sie zu wissen scheint. Die Parallelen zu der tatsächlichen Welt sind frappierend . Ganz zart findet man dazwischen eine gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte, auf deren weitere Entwicklung ich sehr gespannt bin.
Moorland. Die Zwillinge Andreas Winkelmann
Moorland. Die Zwillinge (Buch)
5 von 5 Sterne

Schaurig-mystisches Moor

Alles beginnt am Nachmittag des 1. Februars 2026. „Am frühen Nachmittag war der Nebel aufgezogen, angekündigt von einem tiefroten Sonnenaufgang am Morgen. Dicht und wattig und weiß hüllte er die Landschaft um das Namenlose Moor ein und befeuchtete alles…“ Und dann diese Schreie, die Toma hört. Er ist mit dem Fahrrad unterwegs, stoppt – aber nein, da war nichts, auch wenn sein Gefühl ihm etwas anderes sagt…
Andreas Winkelmann hat schon nach diesen ersten Seiten meine volle Aufmerksamkeit. „Die Zwillinge“ ist der absolut gelungene Auftaktband seiner neuen Thriller-Reihe „Moorland“. Schon der erste, visuelle Eindruck zieht einen förmlich an und die Story dann hält, was das Cover verspricht.
Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana beitreiben ihren TikTok-Kanal „Moormaid“ und wie der Name schon sagt, sind sie dafür im Moor unterwegs. Ihr Vater erscheint aufgeregt bei der Polizei, da die beiden seit zwei Stunden überfällig, eigentlich aber sehr zuverlässig sind. Losgefahren sind sie, bevor der Nebel aufzog, um Bilder zu machen und nun ist es schon ne Weile dunkel. Mit ihren Rädern waren sie unterwegs, sie wollten zu einem Hochsitz. An diesem Fleckchen im Moor sind sie oft, er eignet sich hervorragend für ihre Zwecke.
Die Kommissarin Malia Gold hat sich hierher versetzten lassen und kaum angekommen, wird sie mit diesem Fall konfrontiert. Sie ist hier aufgewachsen, war aber seit fünfzehn Jahren nicht mehr hier, was den schwierigen Familienverhältnissen geschuldet ist. Und nun trifft sie unweigerlich auf ihre Mutter. Ruth Sichler. Die das Moor kennt wie sonst niemand, sie ist die Fährtenleserin schlechthin und somit unverzichtbar bei der Suche nach den Zwillingen.
Andreas Winkelmann beschreibt das Moor in seiner ganzen Unheimlichkeit, das dennoch eine gewisse Faszination ausübt. Um diese angst- und auch respekteinflößende Kulisse rankt sich die Suche nach Nike und Jana. Die Zeit sitzt ihnen im Nacken, denn es ist bitterkalt, zudem weiß man nicht, ob die beiden verletzt sind, ob sie gefangen gehalten werden und wenn ja, unter welchen Bedingungen und vor allem – wo sind sie? Es gibt mehrere Verdächtige, die sich ziemlich auffällig verhalten. Jeder könnte der Übeltäter sein, alle scheinen sich in Widersprüche zu verstricken.
Man spürt diese beklemmende Atmosphäre, die das Moor ausstrahlt. Und da sind die ganz eigenen Charaktere, von kauzig und exzentrisch bis geheimnisvoll, jeder für sich ist authentisch, jedem einzelnen nehme ich seine Eigenheiten ab.
Und wiederum weiß ich, warum ich zu Winkelmanns Büchern immer wieder greife. Er schafft ein Szenario – hier ist es die Moorlandschaft – das für sich schon allein dieses Bedrohliche, dieses Schaurig-mystische ausstrahlt. Dazu die spannende Story, die bis zuletzt fesselt. Der Auftakt von „Moorland“ verlangt nach mehr, nach sehr viel mehr. Ich bin dabei. Unbedingt.
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