Rezensionsübersicht

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173 Rezensionen

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? Wencke Mühleisen
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? (Buch)
3 von 5 Sterne

Szenen einer Ehe

Der Roman "Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?" der Autorin Wencke Mühleisen ist am 24.02.2026 im Verlag Nagel und Kimche erschienen. Das Cover zeigt im Ausschnitt eine Frau in einem auffällig gemusterten und farbintensiven Outfit. Einzig der Kopf und die Beine sind nicht zu sehen.
Erika und ihr Ehemann Jan beschließen eine Woche Urlaub in Italien zu verbringen. Erika geht morgens schwimmen, tagsüber gehen sie spazieren oder lesen und abends kochen und essen sie gemeinsam. Den letzten Abend verbringen sie in einem Restaurant. Beim zweiten Glas Wein gesteht Jan, dass er Erika seit zweieinhalb Jahren betrügt. Zurück in Oslo gehen die beiden zu einem Paartherapeuten. Für Erika steht fest, dass sie Jan noch immer liebt und dass sie ihn nicht aufgeben will. Erika erinnert sich, wie sie sich kennengelernt haben und wie ihre Ehe sich entwickelt hat und Erika flüchtet immer wieder in Phantasien. Als sie durch Zufall eine Notiz von Jan findet, wird ihr bewusst, dass sie eine Entscheidung, egal wie sie ausfällt, akzeptieren muss.
Der Roman ist sehr psychologisch geprägt. Das hatte ich so nicht erwartet, sehe aber im Nachhinein Cover und Titel in einem anderen Licht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser Roman Personen, die sich für Psychologie interessieren, gut gefällt.
Zugwind Iryna Fingerova
Zugwind (Buch)
5 von 5 Sterne

Wow!

Das Cover von "Zugwind" von Iryna Fingerova zeigt eine Frau, deren Kopf durch eine Löwenzahnblüte verdeckt ist. Der Löwenzahn steht für Wildwuchs und Stärke und diese Eigenschaften zeichnen Mira Zehmann, die achtundzwanzigjährige Protagonistin aus. Sie stammt aus der Ukraine, genauer gesagt aus Odesa, lebt aber seit Jahren mit ihrem Mann und der kleinen Tochter in Deutschland, wo sie als Ärztin arbeitet. Der Roman beginnt im Februar 2022, zu dem Zeitpunkt als Putin die Ukraine angegriffen hat. Mira schildert aus ihrer privaten und ärztlichen Sicht, was dieser Krieg mit den Betroffenen macht, welche großen aber auch alltäglichen Probleme auftreten und was es bedeutet, plötzlich ein Flüchtling zu sein. Der Sprachstil der jungen Autorin ist gewaltig, emotional, manchmal nüchtern und doch auch poetisch. Ein intelligentes und berührendes Buch, das sehr zum Nachdenken anregt, wie z.B. ob man glücklich sein darf, wenn so viele Menschen leiden? Auch wenn die Thematik ernst und auch leider immer noch aktuell ist, ist es ein lebensbejahendes und kraftvolles Buch und ich vergebe begeistert volle fünf Sterne.
Love and be loved Cleo Wade
Love and be loved (Buch)
3 von 5 Sterne

Ganz nettes Bilderbuch

Das Cover von "Love and be loved" von Cleo Wade ist bunt-blumig gestaltet und ein Hingucker. Ebenso sind es die schönen farbigen Illustrationen im Buch. Was mir weniger gefällt, sind die ausgemalten Buchstaben. Das empfinde ich als irritierend. Die angesprochenen Wünsche sind recht kurz gehalten und im Grunde genommen keine besonders neuen Botschaften. Einige Textpassagen finde ich nicht passend und würde sie meinen Mitmenschen nicht wünschen, wie zum Beispiel, "mögest du sehr sehr merkwürdig sein". Ansonsten ist es ein Bilderbuch für jede Altersklasse mit gelungenen Zeichnungen, aber sprachlich recht einfach und schlicht gehalten und leider wenig überraschend. Ich würde das Buch allerdings nicht weiter verschenken, ich hatte mir mehr davon versprochen und kann von daher nur drei wohlwollende Sterne vergeben.


Heaven's Gate Daniel Faßbender
Heaven's Gate (Buch)
4 von 5 Sterne

Da steckt Potential drin!

Mit „Heavens Gate“ schickt Daniel Faßbender einen herrlich untypischen Ermittler ins Rennen: Caruso, Ex-Profisurfer und Privatdetektiv auf den Philippinen. Als er den verschwundenen Sohn einer Spanierin suchen soll, landet er schnell in einem Abgrund aus Korruption und Gewalt.

Das Besondere: Caruso ist kein unfehlbarer Ex-Agent. Er tappt in Fallen, kämpft mit seiner Menschenkenntnis und verliert im Rausch auch mal das Ziel aus den Augen. Diese Unbeholfenheit macht ihn zwar schwer greifbar, aber angenehm plausibel.

Der Schreibstil ist direkt, flüssig und verzichtet auf verschachtelte Sätze. Besonders die humorvollen Dialoge in unpassenden Momenten lockern die düstere Drogen-Thematik gekonnt auf. Die Story überrascht mit unvorhersehbaren Wendungen und starken Nebencharakteren. Ein kurzweiliger Trip mit viel Potenzial für weitere Bände.
Das Ende vom Lied Michael Wildenhain
Das Ende vom Lied (Buch)
5 von 5 Sterne

Wenn das Erwachsenwerden früh beginnt

Ein dreizehnjähriger Junge steht zwischen Kindheit und einer Welt, die ihn viel zu früh erwachsen macht. Westberlin im Jahr 1969 wirkt rau und eng, und doch liegt in jeder Straßenecke ein Versprechen von Freiheit. In der Belziger Straße lernt er schnell, dass Zugehörigkeit Schutz bedeutet und Liebe ein Wagnis sein kann.
Der Umzug in die neue Wohnung bringt keine Erleichterung. In den Zimmern liegt eine Schwere. Der Vater ist vom Krieg gezeichnet. Die Mutter wirkt müde und oft abwesend. Zwischen den Eltern steht vieles unausgesprochen im Raum. Der Junge spürt, dass zu Hause etwas zerbricht.
Draußen auf der Straße ist alles direkter. Dort gelten klare Regeln. Wer stark ist, wird respektiert. Die Nähe zu Körschi gibt ihm Halt. Gleichzeitig fühlt er sich zu Alina hingezogen. Diese ersten Gefühle sind neu und verwirrend. Man merkt, dass diese Zeit ihn verändert.
Der Roman zeigt ein Westberlin, das hart wirkt und zugleich lebendig ist. Straßen, Hinterhöfe und Wohnungen werden so beschrieben, dass sie greifbar werden. Nichts wird beschönigt. Es gibt Gewalt, aber auch Nähe. Beides steht dicht nebeneinander.
Die Geschichte bleibt nah bei dem Jungen. Vieles erklärt sich aus dem, was er erlebt. Dadurch wirkt alles echt. Die Spannung entsteht nicht nur durch das, was passiert, sondern durch das, was er entscheiden muss. Es geht darum, dazuzugehören und nicht allein zu sein.
Der Roman bleibt ehrlich und klar. Er zeigt ein Westberlin, das eng und rau ist und doch voller Leben steckt. Große Worte braucht es dafür nicht. Die Zeit wird nicht verklärt, sondern so gezeigt, wie sie für den Jungen war.
Seine Unsicherheit, sein Wunsch dazuzugehören und seine ersten starken Gefühle stehen im Mittelpunkt. Die Spannungen in der Familie, die Nähe zu Körschi und die Beziehung zu Alina führen Schritt für Schritt zu einer Entscheidung, die Folgen hat.
Am Ende bleibt das Bild einer Jugend, die früh Verantwortung tragen muss. Die Geschichte zeigt sich vor allem durch das, was der Junge erlebt und fühlt.
Mein Fazit:
Eine eindringliche Geschichte, die von einem Jungen im Westberlin der späten 60er Jahre erzählt. Wer klare, ehrliche und unaufgeregte Romane über das Erwachsenwerden mag, wird dieses Buch gern lesen. Die Geschichte bleibt im Gedächtnis und fühlt sich sehr nah und echt an.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Marie und die Woche ohne Donnerstag Elke Michel
Marie und die Woche ohne Donnerstag (Buch)
4 von 5 Sterne

Wie man den Zahnarzttermin umgeht

Marie hat am Donnerstag ausgerechnet in der ersten Ferienwoche einen Zahnarzttermin. Das ist ihr absoluter Nicht-Lieblingsarzt. Schließlich findet er immer etwas zum Bohren. Und damit bohrt er ihr zumindest einen schönen Ferientag kaputt. So ein Glück, dass Marie auf dem Markt magische T-Shirts findet, mit denen sie nach Lust und Laune die Wochentage wechseln kann. Ob sie nun das unliebsame Mittagessen gegen Schnitzel mit Pommes tauscht oder einfach den Donnerstag überspringt…

Geschichten über Zeitreisen gibt es ja reichlich und auch dieses reiht sich gut ein. Die Erzählung ist amüsant und kurzweilig mit einem Hauch von Magie.

Ich mochte in diesem Buch Maries Vater besonders gern. Er geht sehr liebevoll mit Marie um und geht auf sie ein. Auch sein Beruf machte ihn mir noch sympathischer.

Über die Wortschöpfung Nicht-Lieblingsarzt (oder Nicht-Lieblings-wasauchimmer) habe ich mich sehr amüsiert und werde sie in meine Alltagssprache übernehmen.
Es ist hell und draußen dreht sich die Welt Dita Zipfel
Es ist hell und draußen dreht sich die Welt (Buch)
3 von 5 Sterne

Zwischen Sehnsucht und Überforderung

Kaum ein Thema wird so intensiv bewertet wie Mutterschaft. Egal ob man Kinder möchte, keine bekommen kann oder bereits Mutter ist – gesellschaftliche Erwartungen sind allgegenwärtig. Genau dieses Spannungsfeld greift der Roman auf.

Im Mittelpunkt stehen zwei Paare, die gemeinsam Urlaub in Frankreich machen. Für Linn und Matze ist die Reise ein emotionaler Zwischenraum, bevor eine Kinderwunschbehandlung weitergeht. Gastgeber sind Felix und Eva mit ihren zwei Kindern – scheinbar angekommen im Familienleben, das Linn sich so sehr wünscht. Zwischen Haben und Nicht-haben entsteht eine spürbare Spannung.

Während die Männer in vertrauten Mustern bleiben, entwickelt sich zwischen Linn und Eva eine ambivalente Dynamik aus Neid, Beobachtung und unerwarteter Nähe. Beide reagieren übernervös, besonders Linn mit impulsiven Ausbrüchen, die irritieren, aber auch nachvollziehbar sind. Körperlichkeit spielt eine große Rolle – vieles wird direkt, teils schmerzhaft offen geschildert.

Emotional konnte ich zu keiner Figur wirklich eine Bindung aufbauen, auch wenn die Themen – Kinderwunsch, weibliche Konkurrenz, gesellschaftlicher Druck – stark und relevant sind. Der Roman geht dahin, wo es wehtut, manchmal vielleicht zu sehr. Inhaltlich hat er mich erreicht, auf Figurenebene weniger.
Man liest nur mit dem Herzen gut Man liest nur mit dem Herzen gut (Buch)
5 von 5 Sterne

Eine Hommage an alle Buchliebhaber

Die Welt der Bücher - für viele bedeutet das Abschalten vom Alltag und Eintauchen in eine andere Welt. Man kann sich durch Bücher träumen, sich darin verlieren oder auch vieles Wichtige mit ins eigene Leben importieren.

Hier in dem liebevoll gestalteten "Bilderbuch" erzählen 11 Autorinnen, was die Bücher mit ihnen gemacht haben. Mal passende Sätze in die aktuelle Lebenssituation, die bestimmend waren. Mal war es eine ganze Romanreihe, die das eigene Leben prägte und viele mehr.

Interessant fand ich, dass die Bibel sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, aus der man täglich Antworten und Kraft bekommt.

Die Illustrationen sind eine Augenweide und sie strahlen eine erholsame Ruhe aus. Zitate und Bibelverse zwischen den Geschichten runden das Gesamtbild gekonnt ab.

Ein Juwel für alle, die Bücher lieben und die gerne über andere Lebenswege staunen.

Auch ideal als Geschenk.
Letzter Landler Herbert Dutzler
Letzter Landler (Buch)
5 von 5 Sterne

4,5 Sterne für einen gemütlichen Heimatkrimi

Aus dieser bodenständigen Krimireihe war dies mein drittes Buch und man kann jedes Buch für sich lesen. Auch dieser Fall zeichnet sich durch die sympathischen Hauptfiguren und das Setting aus. Gasperlmaier ist ein Ermittler alter Schule, der sich auf die klassische Beinarbeit und Gespräche konzentriert, flankiert von starken Frauenfiguren im Beruf und privat. Charmant und lebensecht fand ich, wie der Gasperlmaier von seinem Umfeld über aktuelle Themen aufgeklärt wird, da er sich sehr bemüht, mit der Moderne mitzuhalten und das macht ihn sympathisch, da er in Details auf nette Weise ahnungslos ist und das auch zugeben kann. Der Fall ist interessant, es gibt viele Verdächtige und die Ermittlungen im Team bringen konstant neue Informationen zu Tage. Ich mache einen kleinen Abzug, da die Auflösung schon früh erahnt wird und ich noch einen Twist erhofft hatte. In sich ist die Handlung logisch und das Motiv plausibel und glaubhaft. Alles in allem ein solider Heimatkrimi, der alle losen Fäden zusammenführt.
Giftiger Grund Thomas Knüwer
Giftiger Grund (Buch)
5 von 5 Sterne

empfehlenswerter neuer Autor

Ich kannte den Autor bisher noch nicht, sein Krimi ist mir durch sein giftgrünes Cover aufgefallen. Und diese Bekanntschaft hat sich für mich gelohnt!
Im Buch geht es um drei Hauptprotagonisten: Da ist zuerst Joran Horvat. Er verübt mit zwei Kumpels einen Überfall auf eine Tankstelle, bei dem er aus Versehen einen Kunden mit einem Messer leicht verletzt. Dafür geht er für sieben Jahre ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung beginnt der Roman. Joran versucht verzweifelt, sich im Leben zurechtzufinden, aber überall begegnet man ihm mit Misstrauen und langsam rutscht er in eine verhängsnisvolle Lage. Er versucht, die Beute aus der inzwischen verlassenen Tankstelle zu holen, findet aber dabei nur die Leiche seines Kumpels Aran.
Zweite Hauptperson ist die Lost-Places Influencerin Charu. Sie lebt bei ihrer Schwester Tara, das Verhältnis der beiden ist nicht gut. Sie will aus der verlassenen Tankstelle eine Story machen und trifft dabei auf Joran.
Dritte Hauptperson ist ein kleines Mädchen, Edda. Auch sie taucht immer wieder bei Nacht blutend und allein auf der Tankstelle auf.
Die Geschichte wird in wechselnden Ich-Perspektiven der drei Personen erzählt. Was ist an der Tankestelle passiert und wie wird es für die drei Personen weitergehen? Der Autor schafft es, eine spannende Atmosphäre zu erwecken, in die der Leser förmlich hineingezogen wird. Man hat sofort Mitleid mit Joran, dessen gute Absichten immer wieder misslingen. Wer hat Edda verletzt und woher kommt sie alleine? Das wollen Joran und Charu unbedingt herausfinden und geraten dabei selbst in Gefahr.
Es hat mir großes Vergnügen bereitet, diesen neuen Autor kennenzulernen. Das ist mein erstes Buch von ihm, aber es wird nicht mein letztes sein!
1 bis 10 von 173 Rezensionen