Fesselnd und erotisch, die Protagonistin blieb allerdings weiterhin blass
Noch immer sucht Xara nach Antworten, ist sie wirklich die Wiedergeburt der manipulativen Ksaryna, deren Erinnerungen sie in ihrem Träumen sieht? Nachdem Juraj plötzlich verschwunden ist, weiß sie nicht, ob sie ihm weiterhin vertrauen kann, einzig Dorian beschützt sie nach wie vor. Doch ihm geht es um Ksaryna, wie weit wird er schlussendlich gehen, um seine frühere Liebe in Xaras Körper zu erwecken?
"Until the Light destroys" von Alessia Gold ist der zweite Band einer fesselnden Fantasy-Dilogie. Noch immer hatte ich den Eindruck, von Xara nur ein recht oberflächlich gezeichnetes Bild zu erhalten, ihre Persönlichkeit scheint nur aus den jeweils aktuellen Gefühlen zu bestehen. Die freundschaftliche Zuneigung zu Adrian und Chris, das Begehren und die Zweifel, die sie gegenüber Dorian und Juraj empfindet, tiefer geht ihre Charakterisierung leider nicht. Bei einer so blassen Protagonistin habe ich mich stellenweise gefragt, was die Männer dazu bringt, alles für ihr Wohlergehen auf´s Spiel zu setzen. Besonders Dorians Verhalten hat mich irritiert, nachdem er fünfhundert Jahre lang um Ksaryna getrauert hat, geht ihm dann innerhalb von Sekunden auf, dass sie ihn eigentlich immer nur manipuliert hat und er doch jetzt lieber die sanfte Xara liebt?
Der Schreibstil war genau so mitreißend, wie ich es bereits im Vorgängerband empfunden habe, die Spannung und natürlich auch die Erotik kamen meiner Meinung nach nicht zu kurz. Allerdings muss ich kritisch anmerken, dass sämtliche Probleme, die sich über einen Großteil der Handlung hinweg schier unüberwindlich auftürmten, schlussendlich mit einem ganz leisen Plopp verpufften, nach all dem Drama hätte ich mir da tatsächlich etwas ausführlicheres Ringen um die jeweilige Lösung gewünscht. Insgesamt kann ich dennoch von guter Unterhaltung sprechen, es blieben keine offenen Fragen übrig, so dass ich diese Fortsetzung trotz meiner Kritikpunkte empfehle.
Fazit: Die Pluspunkte dieser Geschichte sind definitiv der fesselnde Schreibstil und die explizite Erotik, wer im zweiten Band auf ausführliche Problemlösungen hoffte, könnte sich allerdings ein wenig knapp abgespeist fühlen.