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156 Rezensionen

Tiere und Pflanzen lebensgroß Daniela Strauß
Tiere und Pflanzen lebensgroß (Buch)
5 von 5 Sterne

ein Buch, das keine Wünsche offenlässt

Mit „Tiere & Pflanzen lebensgroß“ hält man einen wahren Schatz der Familienbibliothek in den Händen. Egal, ob man wie ich noch etwas Nachhilfe in Sachen Flora und Fauna gebrauchen kann oder schon ein guter Kenner der Tiere und Pflanzen ist, dieses Naturbuch ist für die ganze Familie rund ums Jahr geeignet.

Mit einer übersichtlichen Erklärung gleich zu Beginn hat man einen tollen Leitfaden an der Hand, wie man sich gut im Buch zurechtfindet. Es ist thematisch in die 4 Jahreszeiten untergliedert und dort je noch mal farblich in Tiere und Pflanzen aufgeteilt. Als besonderes Zuckerl gibt es sogar eine kostenlos herunterladbare App für das Handy, auf der die Tierstimmen zu hören sind. Besonders beeindruckend und eine innovative Idee ist, dass zu jeder Tier- und Pflanzenart 1 Foto in Originalgröße des Tieres/der Pflanze existiert, sodass man sich mit den dazugehörigen Informationen im Text dieses Tier/die Pflanze besonders gut vorstellen kann.

Mir gefällt die Übersichtlichkeit, mit der das gesamte Buch gestaltet ist. So kann man sich je nach Jahreszeiten die gewünschten Informationen heraussuchen. Zudem gibt es passend zum Jahreskreis kleine Bastelideen, Rezepte, interessante Zusatzinformationen und Tipps.

Mit ansprechenden Bildern, wunderschönen Naturaufnahmen, faszinierenden Fakten, leicht verständlichen Texten und anschaulichen Grafiken und Zeichnungen kann das Buch sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern und ein schöner Begleiter bei Ausflügen in die Natur sein und lädt dazu ein, die Vielfalt der Natur gemeinsam zu entdecken und zu schätzen. Dabei weckt es Neugier und fördert das Bewusstsein für die Tier- und Pflanzenwelt.

Abschließend kann ich das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen und sagen, dass es ein wunderbarer Band ist, der keine Wünsche offenlässt.
Das White Octopus Hotel Alexandra Bell
Das White Octopus Hotel (Buch)
4 von 5 Sterne

Jede Menge Rätsel um ein mystisches Hotel verbinden sich mit einer sanften Romanze zu diesem fesselnden Lesevergnügen

Die introvertierte Kunstgutachterin Eve Shaw pflegt kaum Umgang mit ihren Kollegen, dass in der Firma über sie getuschelt wird, ist ihr egal. Doch eines Tages taucht in ihrem Büro ein alter Herr auf, der hinter Eves abweisende Fassade zu schauen scheint. Er schenkt ihr eine kleine Oktopus-Figur und bittet sie eindringlich, in das Hotel zurück zu kehren. Eves Recherche zu der Figur, die verblüffend genau ihrem wandernden Tattoo gleicht, führt sie zu jeder Menge Gerüchten, die sich um das seit vielen Jahren geschlossene White Octopus Hotel ranken. Gegenstände aus dem Haus sollen angeblich magische Kräfte besitzen, ein Zimmerschlüssel verspricht, in die Vergangenheit zu führen. Als Eve beschließt, sich das verfallene Hotel selbst anzusehen, ahnt sie noch nicht, wie eng dessen Geschichte mit ihrem eigenen Leben verknüpft ist.

"Das White Octopus Hotel" von Alexandra Bell ist eine spannenden Geschichte mit mystischem Hintergrund, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Eve, die auf ihre Mitmenschen sicher reichlich unterkühlt wirkt, war mir direkt sympathisch, es war schmerzhaft spürbar, welche seelischen Narben der frühe Tod ihrer Schwester hinterlassen hat. Obwohl sie selbst noch ein kleines Mädchen war, haben es die Eltern in ihrer Trauer verpasst, der kleinen Eve emotional beizustehen. So nagen die Schuldgefühle ein Vierteljahrhundert später immer noch an ihr, die Möglichkeit in die Vergangenheit des Hotels zu reisen bietet Eve die einmalige Chance, den Unfall ihrer Schwester ungeschehen zu machen. Allerdings muss sie dafür nicht nur ein Blatt des magischen Hotelbriefpapiers finden, sondern auch die zarten Gefühle für den Komponisten Max Everly unterdrücken - denn wenn sie Bellas Tod verhindert, wird sie Max nie gekannt haben.

Der mitreißende Schreibstil hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, ich mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen und war emotional tief in der Handlung versunken. Die Geheimnisse um das Hotel und den häufig abgebildeten weißen Oktopus mit der einen schwarzen Tentakelspitze fand ich sehr atmosphärisch umgesetzt, der Roman hat mich ständig zum mit rätseln animiert. Stellenweise glaubte ich beinahe, die Musik von Max Everly im Ohr zu haben, die Eve in ihrem einsamen Leben vor der Entdeckung des Hotels bereits so sehr geliebt hat. Das wunderbare Ende hat mich zufrieden zurück gelassen, der einzige Grund für mich, in der Bewertung nicht die Höchstpunktzahl zu vergeben, ist die Tatsache, dass schlussendlich zwar fast alle offenen Fragen beantwortet wurden, meine Neugier sich aber noch umfassendere Hintergrundinformationen gewünscht hätte. Für diese romantisch-mystische Geschichte spreche ich dennoch eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Ein mystisches Hotel bietet den Hintergrund für jede Menge Rätsel und eine sanfte Romanze in der Vergangenheit. Mich hat die Geschichte von Anfang bis Ende gefesselt und begeistert, diesen Roman empfehle ich gern weiter.
Cooking for Family Julia Lanzke
Cooking for Family (Buch)
2 von 5 Sterne

Konnte meine Erwartungen nicht erfüllen

Ich wollte dieses Buch lesen, weil ich mir im stressigen Familienalltag echte Unterstützung erhofft habe. Der Titel und die Beschreibung klangen sehr vielversprechend, schnelle Familienrezepte, alltagstaugliche Hacks und praktische Tipps von einer erfahrenen Mama. Genau das, was ich gesucht habe. Leider wurde ich insgesamt ziemlich enttäuscht.

Schon beim ersten Durchblättern hatte ich das Gefühl, dass vieles sehr oberflächlich bleibt. Die Tipps und Alltags-Hacks haben mir persönlich kaum weitergeholfen. Viele davon wirkten sehr allgemein oder waren Dinge, die man ohnehin schon kennt, wenn man regelmäßig kocht und eine Familie versorgt. Ich hatte gehofft, neue Ideen zu bekommen, die mir wirklich Zeit sparen oder den Alltag erleichtern, aber dieses Gefühl blieb leider aus. Auch die Rezepte konnten mich nicht wirklich überzeugen. Einige klangen zwar auf den ersten Blick ganz nett, aber insgesamt haben mir Kreativität und besondere Ideen gefehlt. Vieles wirkte sehr gewöhnlich und nicht inspirierend. Ich habe mir mehr abwechslungsreiche, wirklich schnelle und trotzdem interessante Gerichte gewünscht, die man gerne regelmäßig kocht. Stattdessen hatte ich oft das Gefühl, dass ich ähnliche Rezepte schon oft gesehen habe.

Was mich zusätzlich enttäuscht hat, war, dass ich nach dem Lesen nicht das Gefühl hatte, etwas Neues gelernt zu haben oder wirklich motiviert worden zu sein. Ich hatte mir erhofft, neue Impulse zu bekommen, meinen Familienalltag in der Küche einfacher und vielleicht sogar angenehmer zu gestalten. Leider blieb dieser Effekt aus. Das Buch ist sicherlich nicht komplett schlecht und man merkt, dass es mit guten Absichten geschrieben wurde. Aber für mich persönlich hat es meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich habe mir deutlich mehr praktische Unterstützung, neue Ideen und echte Alltagserleichterung gewünscht.

Fazit: Insgesamt hat mich das Buch nicht wirklich weitergebracht, und deshalb kann ich keine Empfehlung aussprechen.
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? Wencke Mühleisen
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? (Buch)
3 von 5 Sterne

Neustart im Alter

Der Roman erzählt von Erika, einer Frau, etwas älter wie 60 Jahre. Erika und Jan sind seit Jahrzehnten verheiratet, ihre Ehe steckt im Alltagstrott. Während eines gemeinsamen Italienurlaubs gesteht er, dass er eine Affäre mit einer deutlich jüngeren Frau hat. Dieses Ereignis erschüttert ihr bisheriges Leben - sie fällt aus allen Wolken. Sie überdenkt Beziehung, Alter, Begehren und Selbstwert.
"Was ist in meinem Alter noch üblich" - diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch.

Der Einstieg in das Buch und die Thematik ist absolut gelungen. Jedoch verläuft sich das im Laufe des Buches etwas. Es wirkte immer mehr undurchdacht und verwirrend. Auch kam es zu zahlreichen Wiederholungen. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugend. Auch sind mir die beiden Protagonisten irgendwie fremd geblieben.

Mich konnte das Buch nicht so packen, wie ich es mir erwartet hätte.
Immer locker bleiben, Berti! Jane Chapman
Immer locker bleiben, Berti! (Buch)
4 von 5 Sterne

Ein unvergesslicher Ausflug

Bär Berti und Hase Hugo planen einen perfekten Campingsausflug. Berti hat alles genauestens geplant und notiert. Und nun gehts los. Doch oh Schreck, so einiges läuft schief. Die falsche Richtung, weil Berti die Karte falsch herumgehalten hat.

Hase Hugo stört das nicht im Geringsten und er ist begeistert von dem Abenteuer. Freudig muntert er seinen Freund auf. Geht es jetzt wieder nach Plan weiter? Doch das müsst ihr selber lesen.

Es ist ein wunderschönes Bilderbuch über einen vermeintlich unperfekten Ausflug, der sich im Endeffekt als unvergesslich entpuppt.

Schön fand ich, dass Hase Hugo in jeder Situation das Gute gesehen hat und Berti immer aufmuntert. So können die Kinder lernen, dass auch, wenn es nicht nach Plan läuft, man unvergessliche Momente erleben darf, besonders wenn man fröhliche Freunde an der Seite hat.

Die Bilder sind toll gezeichnet, es gibt viel zu entdecken und auch zu schmunzeln.

Leider hat mir der christiche Bezug gefehlt, denn dazu gibt es viel Potential in dem Buch.

Empfohlen wird es ab 3 Jahren.
Die Enthusiasten Markus Orths
Die Enthusiasten (Buch)
5 von 5 Sterne

Herausragend anders

Herausragend und anders und auch herausragend anders. Vincent Bär und seine zwei Freunde sind vom Autor Laurence Sterne und dessen Buchreihe Tristram Shandy besessen. Als plötzlich ein neuer 10. Band der Reihe in greifbare Nähe rückt, beginnt das Abenteuer. Aber es passiert noch so viel mehr, dass ich gar nicht erst versuchen werde, den Plot des Buches zu beschreiben - ihr müsst es schon selber lesen! Dem Autor gelingt dabei etwas wahrhaft Großartiges und er verbindet verschiedene Zeit- und Erzählstränge, die so viele Themen - von Familie bis AI - miteinander verknüpft. Es erwartet euch ein absolutes Lesevergnügen und eine Sprachgewandtheit auf hohem Niveau. Jeder Satz ist genau, wo er hingehört und die Kreativität der Worte grenzt an Zauberei. Ich denke, das Werk wird vor allem Literaturbegeisterte aufrichtig entzücken.
Guinness World Records Fußball Edition Guinness World Records Fußball Edition (Buch)
4 von 5 Sterne

Legendäre Mannschaften, Ausnahmetalente und jede Menge unglaubliche Rekorde - das Guinessbuch speziell für Fußballfans


Hundert besondere Rekorde rund um das Thema „Fußball“ stehen im Mittelpunkt der Fußball- Edition der Guinness World Records-Reihe. Das Buch stellt legendäre Vereine, Mannschaften, Spielerinnen und Spieler vor, die ganz unterschiedliche Bestleistungen erzielt haben. Aber auch eher „unglückliche“ Rekorde wie die meisten Eigentore bei einem WM-Turnier oder die meisten Länderspielniederlagen in Folge werden thematisiert. Neben den Rekorden, die rückwärts von 100 bis 1 durchnummeriert sind und im Verlauf immer spektakulärer werden, gibt es zwischendurch unter der Kategorie „Feature“ verschiedene weitere rekordverdächtige Infos, z.B. zu besonderen Leistungen von Trainern oder Schiedsrichtern oder Fakten zur WM-Geschichte. Während die Einleitung zu Beginn einen kurzen Überblick über den Inhalt gibt, geht es in der „Verlängerung“ um Freestyle-Legenden. Dabei werden auch Übungen zum Mitmachen gezeigt. Das Buch schließt mit Fun-Facts und einem Fußballquiz. Freilich darf auch ein Inhaltsverzeichnis am Anfang und ein alphabetischer Stichwort-Index am Schluss nicht fehlen.

Insgesamt ist das Buch ist sehr motivierend aufgemacht. Die einzelnen Seiten enthalten viele bunte Bilder von Stars in Aktion. Die Überschrift ist jeweils deutlich abgehoben und macht sofort klar, worum es auf der Seite geht. In einigen kurzen Absätzen werden verschiedene Infos zum Thema präsentiert. Die Texte sind in für Kinder klar verständlichen, kurzen Sätzen formuliert. Viele Seiten enthalten Tabellen und Statistiken. So lernen Kinder über ein für sie bedeutsames Thema ganz nebenbei den Umgang mit Tabellen. Auf den Seiten ist viel los, hier kommt garantiert keine Langeweile auf. Das Buch richtet sich an Kinder ab sieben Jahren, es motiviert sicher auch Lesemuffel zum Lesen.

Mein siebenjähriger Sohn spielt selbst Fußball und nimmt das Buch, seit wir es haben, immer wieder zur Hand. Es ist freilich kein Buch zum am Stück Durchlesen, sondern zum immer wieder darin Schmökern. An diesem Buch haben kleine Fußballfans garantiert lange Freude, da es immer wieder Neues zu entdecken gibt.
Für mich als Erwachsene ist das Buch durchaus auch interessant, allerdings finde ich die Auswahl der Rekorde nicht hundertprozentig nachvollziehbar. Manche Rekorde, gerade die zu Anfang mit den höheren Nummern finde ich doch etwas sehr speziell, z.B. „Schnellstes Tor in der Serie A“ oder „Jüngster Spieler mit 100 Bundesligaeinsätzen“. Hier scheinen mir die Rekorde doch ein wenig willkürlich und beliebig und es hätten durchaus auch andere Leistungen ausgewählt werden können. Die Rekorde zum Ende hingegen würdigen die großen Stars und liefern viel spannendes, oft auch fußballhistorisches Wissen.
Insgesamt regt das prallgefüllte, bunt und ansprechend gestaltete Buch zum Lesen an und ist bei meinem Sohn aktuell ein Buchfavorit. Für alle fußballinteressierten, wissbegierigen Kinder gibt es von mir eine klare Leseempfehlung!
Alle glücklich Kira Mohn
Alle glücklich (Buch)
4 von 5 Sterne

Spannungen

Beim Titel „Alle glücklich“ in Verbindung mit dem Klappentext wird dem Leser schnell klar dass alles andere als das zutrifft. Die Hauptlast für die Familie trägt wohl die Mutter Nina. Sowohl der Ehemann Alexander als auch der 19-jährige Ben und die 16-jährige Emilia nehmen sie nur in ihrer Organisationsrolle für den Haushalt wahr. Erst als Nina aus dieser Rolle ausbricht bröckeln die Abläufe in der Familie und es gibt Unruhe im Alltag der anderen drei.

Besonders unsympathisch fand ich Alexander, der als Oberarzt überheblich und arrogant rüberkommt. Und das sowohl zu den Kolleginnen in der Klinik als auch gegenüber seiner Ehefrau. Dies zeigt ein Zitat aus dem Kapitel 20 »Was weißt denn du von einem Vollzeitjob? Was weißt du von der Verantwortung, die jeden Tag auf mir liegt? Ein paar Stunden als Sprechstundenhilfe in einer gemütlichen Praxis lassen sich wohl kaum mit einer 60-Stunden-Woche vergleichen!« Dabei hatte Nina genau wie er Medizin studiert aber wegen der ersten Schwangerschaft unterbrochen und die geplante Wiederaufnahme des Studiums scheiterte mit der Geburt ihrer Tochter.

Die Erzählweise jeweils aus der Sicht aller vier Familienmitgliedern hat die Charaktere gut dargestellt. Die Spannungen und das Unverständnis füreinander kam deutlich zum Vorschein und so begleiten wir alle in die recht schmerzhaften Veränderungen.
Das Flüstern seiner Gnade Rahel Krönert
Das Flüstern seiner Gnade (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein berührender historischer Roman

Erzählt wird die Geschichte von einer jungen Frau, die im Jahr 1811 ihr Elternhaus verlässt, um den Erwartungen der feinen Gesellschaft zu entkommen. Was nach Freiheit klingt, führt sie nach London, in eine Zeit voller Zweifel, innerer Fragen und der Suche nach dem eigenen Wert.
Es geht nicht nur um die Flucht vor einer arrangierten Ehe, sondern um den Wunsch nach einem Platz im Leben. Die Begegnungen im Waisenhaus bringen Wärme in die Handlung. Zwischen Kindern, einfachen Aufgaben und Gesprächen entsteht ein leises Gefühl von Geborgenheit. Immer wieder bleibt die Frage, ob Liebe verdient werden muss oder ein Geschenk ist.
Rosalyn wirkt in ihrem Ringen sehr menschlich. Sie macht Fehler, hält an ihrem Stolz fest und zweifelt. Gerade diese Unsicherheit lässt sie nahbar werden. Ihre Entwicklung verläuft ruhig und ohne große Sprünge.
Der Glaube begleitet die Geschichte behutsam. Er steht nicht im Mittelpunkt, sondern bleibt Teil des Weges der Figur. Die Botschaft, dass Liebe und Gnade nicht durch Leistung erreicht werden müssen, zeigt sich im Verlauf des Romans.
Auch das historische England wird ohne viele Details beschrieben. Der gesellschaftliche Druck und die Erwartungen an eine junge Frau sind klar erkennbar und geben der Handlung Halt.
Am Ende bleibt ein warmes, ruhiges Gefühl von Frieden. Ein ruhiger Roman über Stolz, Angst und die Kraft einer Liebe, die nicht verdient werden muss. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Die Wahrheit über Ann Julia Deck
Die Wahrheit über Ann (Buch)
5 von 5 Sterne

Autofiktion

Die französische Autorin Julia Deck hat ein autofiktionales Buch über den schweren Schlaganfall ihrer 84jährigen Mutter und den Folgen geschrieben.
Da es zudem die Endphase der Pandemie im Jahr 2022 ist, wird es besonders schwer.
Julia Deck schildert detailreich die Behandlung und überwiegend fehlende Therapie, aber auch den Lebenswillen der schwer angeschlagenen Mutter.

Zwischen den Krankenhaus-Passagen gibt es Beschreibungen des Lebens ihrer Mutter Ann, die in Großbritannien geboren ist, als Erwachsene aber nach Frankreich zog. Dann gibt es auch ein Geheimnis um sie.
Schließlich nimmt auch Julia ihre Rolle in der Geschichte der Mutter ein.

Das Buch ist so gemacht, dass man als Leser Anteil nimmt, aber es bleibt realistisch und damit an manchen Stellen auch bitter. Ich schätze aber die Konsequenz und viele der Überlegungen der Autorin über die komplizierte Beziehung zur Mutter.

Julia Deck hat für dieses Buch sehr verdient den renommierten Prix Médicis gewonnen.

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