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    fredfred

    Aktiv seit: 19. Dezember 2022
    "Hilfreich"-Bewertungen: 11

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    595 Rezensionen

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    Doppelmord im Strandhotel

    Mark Billingham
    Doppelmord im Strandhotel (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.05.2026

    Zynischer Ermittler

    Der Kriminalroman um Detective Sergeant Declan Miller, der nach dem unaufgeklärten Mord an seiner Frau Alex an seinem ersten Arbeitstag direkt mit einem Doppelmord in einem Hotel konfrontiert wird, bietet eigentlich eine hervorragende und extrem spannende Ausgangslage. Die Suche nach den Gemeinsamkeiten der beiden so unterschiedlichen Opfer und das Motiv hinter der Tat bergen viel Potenzial, und das Buch wimmelt nur so von interessanten und unterschiedlichsten Beteiligten. Auch die Figur des Ermittlers ist durch seine Leidenschaft für den Amateurtanz eigentlich faszinierend angelegt. Leider wird dieser tolle Plot durch die Umsetzung massiv ausgebremst, was vor allem an dem extrem schnoddrigen und zynischen Erzählstil liegt. Miller tritt ständig unangemessen machohaft auf und muss zu absolut allem eine bissige Bemerkung abgeben. Selbst wenn man seine tiefe Trauer als Entschuldigung heranzieht, macht diese anstrengende Art das Zuhören auf Dauer sehr mühsam. So bleibt am Ende des Hörbuchs das Gefühl, dass hier viel Potenzial für einen echten Spitzenkrimi an einem viel zu dominanten und anstrengenden Tonfall gescheitert ist, weshalb es trotz des guten Falls bedauerlicherweise nur für drei Sterne reicht.
    The House Witch 1

    Delemhach Emilie Nikota
    The House Witch 1 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.05.2026

    Wunderbarer Wohlfühlkrimi mit magischer Kochkunst

    Mit Finlay Ashowan hat die Autorin einen wunderbaren Protagonisten geschaffen. Er tritt seine neue Stelle als Hofkoch von König Norman an, doch niemand ahnt, dass in Wahrheit eine Hexe mit großen Kräften in ihm steckt. Für alle am Hof ist er einfach nur der eigenwillige Küchenmeister, der alle mit seinen wundervollen Gerichten verzaubert und kompromisslos für Gerechtigkeit eintritt.

    Es ist faszinierend zu lesen, wie Finlay seine Fähigkeiten nutzt, um den Königshof und die Stadt vor verschiedenen Gefahren zu retten, während gleichzeitig die Kriegsgefahr zum Nachbarland wie ein Damoklesschwert über allem schwebt. Besonders berührt hat mich Finlays Entwicklung. Da er als Hexe von Kindheit an ein Außenseiter war, ist es wunderschön mitzuerleben, wie er am Hof echte Freunde gewinnt und sogar das Herz einer Adligen erobert, die gesellschaftlich weit über ihm steht. Ein absolut warmherziger, spannender und gelungener Auftakt, den ich jedem Fantasy Fan nur wärmstens empfehlen kann.
    Die Therapeutin und ihre Mörder

    Philippa Perry
    Die Therapeutin und ihre Mörder (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026

    Guter Plot, nervige Heldin, tolle Sprecherin

    Das Hörbuch hat mir insgesamt gut gefallen, wozu vor allem der spannende Schauplatz an den Klippen der südenglischen Küste beiträgt. Die Autorin ist selbst Psychotherapeutin und hat mit ihrer Romanfigur Dr. Pat Philipps eine Kollegin erschaffen, die dem Hintergrund authentische Tiefe verleiht. Als ein Patient tot am Fuße der Klippen gefunden wird und die Polizei von einem Selbstmord ausgeht, weiß Pat es besser, da sie diesen Mann sehr gut kannte. Der Plot ist wirklich gut ausgedacht und wird von der Autorin sehr lebhaft erzählt.

    Allerdings hatte ich erhebliche Probleme mit der Hauptfigur. Pat kommt als eine sehr unsympathische Person rüber. Dass sie unkonventionell agiert, wäre an sich kein negatives Kriterium, aber sie hält sich schlicht für das Maß aller Dinge und knallt ihren Mitmenschen alles absolut ungefiltert vor den Bug. Dass ich am Ende dennoch vier Sterne vergebe, liegt ganz klar an der wirklich hervorragenden Vorlesekunst von Sonngard Dressler. Ihre Leistung hebt das Hörbuch auf ein deutlich höheres Niveau und macht das Zuhören trotz der anstrengenden Protagonistin zu einem Vergnügen.
    Schatten Eis

    Anne Nordby
    Schatten Eis (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.05.2026

    Packender Grönland-Thriller

    Schon das eisblaue Cover, das ein kleines Boot vor der Kulisse riesiger Eisberge zeigt, versetzt einen direkt an einen der Hauptplätze des Geschehens und sorgt für die perfekte, fröstelnde Atmosphäre.

    Die Story ist unglaublich packend: In Dänemark geschehen mystische Morde an Personen des öffentlichen Lebens, die sich scheinbar um das Wohl Grönlands verdient gemacht haben. Doch die Ermittler stoßen auf einen unvorstellbaren Sumpf innerhalb des dortigen dänischen Verwaltungsapparats. Besonders spannend wird es durch das Wiedersehen mit Marit Rauch Iversen. Die Super-Recognizerin, die man schon aus anderen Romanen von Anne Nordby kennt, ist dieses Mal gleich zweifach persönlich betroffen: Eines der Opfer war ihr Adoptivvater, und zudem kann sie die mystischen Zeichen deuten, da sie sich von ihnen direkt angesprochen fühlt.

    Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich als extrem schwierig, nicht zuletzt wegen der persönlichen Querelen innerhalb des Teams. Dass Kollege Jesper ständig seine Befugnisse übertritt, nur um Marit zu beschützen, bringt zusätzliche Dynamik hinein. Als Leser wünscht man sich schon lange eine Annäherung der beiden, was das Mitfiebern noch intensiver macht.

    Der Sprachstil ist, wie von der Autorin gewohnt, absolut fesselnd. Es gibt ständig Action und die Charaktere sind hervorragend gezeichnet. Besonders faszinierend und tiefgründig ist der historische Hintergrund: Man erfährt wirklich viel über die Vergangenheit Grönlands und das gefühllose Handeln Dänemarks als Kolonialmacht. Ein packender, intelligenter Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann!
    Strandopfer

    Frank Goldammer
    Strandopfer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.05.2026

    Tödlicher Bernstein

    An der polnischen Ostseeküste wird ein Mann ermordet, und das Kind, das bei ihm war, verschwindet spurlos. Die beiden gehörten zu einer befreundeten Gruppe, die dort jedes Jahr ein Ferienhaus mietet. Weil einer von ihnen ein hohes Tier in einem deutschen Ministerium ist, wird Lena Schuldt vom BKA Berlin dorthin entsandt. Vor Ort trifft sie auf eine verschworene Freundesclique. Diese Menschen sagen nicht immer die Wahrheit und behindern die Ermittlungen massiv. Als weitere Todesfälle folgen, wächst der Druck. Doch Lena und ihr polnischer Kollege kommen so gar nicht voran und leisten sich zudem einige schwere Ermittlungsfehler.
    Eigentlich baut Frank Goldammer einen wirklich spannenden Plot auf. Die Geschichte hat viel Potenzial, aber die Spannung versinkt leider immer wieder in der zähen Gedankenwelt von Lena. Ihre ständigen Erinnerungen und Vorurteile bremsen den Fluss der Handlung stark aus. Auch der polnische Kollege glänzt mit Vorurteilen und hält wichtige Ermittlungsergebnisse zurück. Das sorgt insgesamt für keine schöne Arbeitsatmosphäre, und vor allem mit der Hauptfigur Lena kann man einfach nicht warm werden.
    Einzig der Sprecher Oliver Siebeck rettet das Gesamtergebnis. Mit seiner klangvollen Stimme und seiner großen Erfahrung ist er der absolute Lichtblick dieser Produktion. Er liest fantastisch und hebt das Hörbuch auf ein Vier Sterne Niveau, da mich die Story ansonsten wegen der zähen Passagen und der anstrengenden Charaktere nicht vollends überzeugen konnte.
    Blendfeuer

    Ingar Johnsrud
    Blendfeuer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.05.2026

    Spannender Politthriller aus Oslo

    Das Cover von Ingar Johnsruds „Blendfeuer“ ist farblich ein echter Hingucker, auch wenn das eigentliche Bildmotiv am Ende eher etwas allerweltsmäßig wirkt. Der Inhalt des Hörbuchs hat es dafür umso mehr in sich: Das Ermittlerteam um Liselott Benjamin und Martin Tong steht vor einer gewaltigen Aufgabe, als ein Flugzeug voller ukrainischer Elitesoldaten explodiert. Zeitgleich geschieht ein Mord in einer Tiefgarage, bei dem die Geheimdienste sofort versuchen, allerhand zu vertuschen. Schnell wird klar, dass die Fäden in der ganz großen Politik zusammenlaufen. In Oslo finden nämlich zeitgleich Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine statt, und offizielle Stellen sind extrem darauf bedacht, Russland aus den Ermittlungen herauszuhalten.

    Besonders packend ist die Darstellung der politischen Elite: Die Politiker wollen sich hier schamlos auf Kosten der Ukraine mit Ruhm bekleckern. Sie nutzen jede Möglichkeit zum Profilieren und Intrigieren aus – koste es, was es wolle. Das macht die Story nicht nur absolut spannend, sondern zeigt auch erschreckend realistisch, wie schnell ein Krieg direkte Auswirkungen vor der eigenen Haustür haben kann.

    Ein großes Lob geht an den Sprecher: Das Hörbuch ist, wie man es von ihm gewohnt ist, hervorragend von Tim Gössler vorgelesen worden. Er schafft es perfekt, die dichte und bedrohliche Atmosphäre zu transportieren. Ein hochaktueller und fesselnder Thriller, für den es von mir sehr gute 4 Sterne gibt!
    Unter Wasser

    Tara Menon
    Unter Wasser (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.05.2026

    Tsunami

    Das Cover dieses Romans ist wunderschön und zieht einen gedanklich staunend unter die Wasseroberfläche. Ebenso staunend machen die Schilderungen der Tauchgänge der Hauptfigur Marissa. Sie hat früh ihre Mutter verloren und verbringt ihre Jugend in Thailand. Ihre beste Freundin ist Arielle, die sie tragischerweise beim Tsunami im Jahr 2004 verliert.
    Die Handlung springt zwischen den Jahren 2004 und 2012 hin und her. Im Jahr 2012 erlebt Marissa einen Hurrikan in New York, der erneut ein traumatisches Erlebnis darstellt. Zusätzlich erhält man Einblicke in Marissas Traumwelt. Das alles wirkt oft verwirrend sowie überfordernd und man wird als Leser nicht warm mit Marissa.
    Viel dazu trägt Merle Wasmuth, die Sprecherin des Hörbuchs, bei, die sehr korrekt und distanziert liest. Allerdings kann sie die thailändischen Einschübe perfekt aussprechen, was sicher auf ihre in Indonesien verbrachte Jugend zurückzuführen ist. Bis auf die Unterwasserbeschreibungen konnte mich das Buch leider nicht erreichen, auch wenn es sehr schöne Szenen über die Mädchenfreundschaft gab. Insgesamt ein Roman mit starken Bildern, der mich emotional aber distanziert zurückgelassen hat.
    Die Touristin

    Jess Ryder
    Die Touristin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.05.2026

    Gefährliche Sommerromanze

    „Die Touristin“ von Jess Ryder ist eine ideale Urlaubslektüre, die mich gut unterhalten hat. Die Geschichte wird geschickt auf zwei Zeitebenen und aus zwei Perspektiven erzählt: In den 80ern erleben wir Estelle, die sich auf der griechischen Insel Inios in den Kellner Niko verliebt – eine Sommerliebe, die scheinbar dramatisch endet. In der Gegenwart entdeckt ihre Tochter Juno zufällig durch alte Postkarten die wahre Identität ihres Vaters. Trotz aller Warnungen vor dem einflussreichen Inselclan begibt sie sich auf Spurensuche nach Inios und muss am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich das ist. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, allerdings plätschert die Handlung lange wie eine leichte Sommerstory dahin. Die Spannung ist eher mittelmäßig und zieht erst gegen Ende richtig dramatisch an. Ein großes Lob geht an die Hörbuchsprecherin: Ihre leicht kratzige, freche Stimme passt perfekt zum Charakter der eigensinnigen Juno. Insgesamt eine nette, atmosphärische Geschichte, für die ich gerne 4 Sterne vergebe.
    Sylter Neid

    Ben Kryst Tomasson
    Sylter Neid (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.05.2026

    Charmanter Sylt-Krimi zwischen Cosy Crime und Thriller

    Im Mittelpunkt steht Kari Blom, die sich eigentlich in Elternzeit befindet. Dennoch lässt sie sich auf einen Undercover-Einsatz in einer Sylter Klinik ein, in der Medikamente gestohlen werden. Richtig turbulent wird es, als ihre bekannten "Häkelomis" auf eigene Faust ermitteln, dabei gehörig über das Ziel hinausschießen und sich selbst in akute Lebensgefahr bringen. Im Verlauf der Geschichte gerät sogar Karis Baby in eine sehr bedrohliche Situation.

    Die Handlung ist stellenweise wirklich total unrealistisch konstruiert. Dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte einen ganz eigenen Charme besitzt, dem man sich schwer entziehen kann. Es fällt allerdings schwer, das Buch einem festen Genre zuzuordnen. Einerseits bringt es viele Elemente eines typischen "Cosy Crime" mit, andererseits ist es für dieses Genre stellenweise dann doch deutlich zu blutig und brutal. Es ist wohl eher ein interessantes Zwischending.

    Ein besonderes Lob verdient die Sprecherin Chris Nonnast. Ihr lebendiger Vortrag passt hervorragend zur Geschichte und trägt sehr dazu bei, dass man gerne am Ball bleibt.

    Mein Fazit: Ein unkonventioneller, manchmal überzogener, aber sehr charmanter Sylt-Krimi. Dank der guten Sprecherin ein empfehlenswertes Hörvergnügen für alle, die eine Mischung aus Wohlfühlkrimi und Spannung mögen.
    Vega Varg - Das Schweigen der Insel

    Åsa Hellberg
    Vega Varg - Das Schweigen der Insel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.05.2026

    Vegas erster Fall

    Ich habe „Das Schweigen der Insel“ von Hellberg gelesen und fand es insgesamt wirklich gelungen. Die Geschichte spielt auf Südkoster vor der schwedischen Küste, und die Inselatmosphäre wird gut eingefangen. Man hat den Wind und das Meer beim Lesen förmlich vor Augen.
    Die Story beginnt damit, dass Touristen einen ermordeten jungen Mann finden. Diese Gruppe, vier ziemlich blasierte Immobilienmanager, bringt eine ganz eigene, teils anstrengende Dynamik mit sexuellen Verstrickungen in die Geschichte. Auf der anderen Seite steht die erfahrene Ermittlerin Vega Varg, die zusammen mit ihren Söhnen arbeitet.
    Der zweite Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit. Hier geht es um den rätselhaften Tod von Vegas Ehemann.

    Die Grundspannung bleibt das ganze Buch über hoch, und es gibt viele unterschiedliche, interessante Charaktere.
    Es bleibt sehr lange alles extrem rätselhaft, und gegen Ende kommt die Auflösung dann fast schon zu geballt. Es wird zwar alles logisch aufgeklärt, auch der Fall aus der Vergangenheit, aber die Ergebnisse werden einem als Leser in kurzer Abfolge so überstürzt präsentiert, dass man kaum Zeit zum Luftholen hat. Da hätte das Ende ausführlicher sein können.

    Ein atmosphärisch starker Krimi mit interessanten Ermittlern und einem tollen Setting. Wer schwedische Krimis mag, sollte hier definitiv zugreifen!
    Sie wollen uns erzählen

    Birgit Birnbacher
    Sie wollen uns erzählen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.05.2026

    Schwieriger Einstieg in eine eigenwillige Geschichte

    Oswald eckt in der Schule ständig an, was vor allem an seiner ADHS Diagnose liegt. Zum Glück hat er mit Ann eine Mutter, die ihn nicht nur bedingungslos liebt, sondern ihn als selbst Betroffene auch wirklich versteht. Ein Vorfall mit einem Kaninchen in der Schule bringt ihn jedoch in eine brenzlige Lage und lässt ihn in einem völlig falschen Licht dastehen. Aus Angst davor, seine Mutter zu enttäuschen, behält er das Ereignis erst einmal für sich. Die Aufregung um die verschwundene Oma verschafft ihm glücklicherweise eine Atempause. Am Ende ist es sogar Oswald, der durch seine unkonventionelle Denkweise die rettende Idee hat, um die Großmutter zu finden.

    Mir fiel der Einstieg in diese Geschichte leider sehr schwer. Der Anfang konzentriert sich stark auf die Einführung in die Gedankenwelt der Charaktere, was zwar beim Verständnis hilft, aber durch einen sehr distanzierten und fast schon langweiligen Schreibstil erkauft wird. Es kam bei mir keine richtige Neugier auf die Personen oder den weiteren Handlungsverlauf auf. Erst in der zweiten Hälfte nimmt die Erzählung endlich Fahrt auf und das Lesen wird angenehmer. Dennoch konnte mich das Buch insgesamt nie richtig fesseln und ich stand mehrmals kurz davor, es einfach abzubrechen. Neben dem zähen Stil empfand ich zudem fast alle Charaktere als sehr merkwürdig. Während man sich in Oswald und Ann noch hineinversetzen konnte, blieben die anderen Figuren seltsam distanziert. Die Schwester Nell lebt als erfolglose Hippiebäuerin auf einem Aussteigerhof, die Oma ist dement und selbst der eigentlich fürsorgliche Nachbar wirkt sehr eigenartig.

    Es bleibt am Ende ein Roman, der zwar wichtige Themen wie Neurodivergenz und familiären Zusammenhalt beleuchtet, mich aber auf emotionaler Ebene kaum erreichen konnte. Die guten Ansätze in der zweiten Hälfte können die zähe erste Phase und die Distanz zu den eigenwilligen Charakteren leider nicht ganz wettmachen. Für mich war es eine eher mühsame Lektüre, die ich nur mit viel Geduld beendet habe.
    When Shadows Darken the Sun

    Nina Schilling
    When Shadows Darken the Sun (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.05.2026

    Liebe in Licht und Schatten

    „When Shadows Darken the Sun“ ist ein absoluter Blickfang im Regal. Das zauberhafte, romantische Cover und der wunderschöne Buchschnitt der Printausgabe machen optisch richtig was her. Ein Muss für Sammler!
    Die Story führt uns in eine Welt, in der der Tag- und der Nachthof alle 20 Jahre in einem Turnier um die Vorherrschaft kämpfen. Die Thronerben Cass und Nox wurden ihr Leben lang darauf vorbereitet, wobei ihre Weltanschauung durch Hass und Vorurteile gegenüber der Gegenseite vergiftet wurde. Besonders spannend fand ich die Erzählweise: Wir erleben die Handlung im Wechsel aus beiden Perspektiven, was die Zerrissenheit der Charaktere greifbar macht.
    Als die beiden im Turnier aufeinandertreffen, passiert das Undenkbare: Sie verlieben sich. Dass sie dennoch als erbitterte Feinde gegeneinander antreten müssen, sorgt für eine gelungene Mischung aus prickelnder Romantik und nervenaufreibender Spannung. Der Schreibstil ist dabei angenehm locker und leicht verständlich, sodass man schnell durch die Seiten fliegt.
    Das Ende ist ein absoluter Knaller! Mit diesem gänzlich unerwarteten Cliffhanger habe ich nicht gerechnet. Er schürt die Neugier auf den Folgeband extrem.
    Warum trotzdem „nur“ 4 Sterne? Obwohl das Buch mich gut unterhalten hat, hatte ich das Gefühl, dass der Roman insgesamt etwas unter seinen Möglichkeiten bleibt. Manche Potenziale der Welt oder der Charakterentwicklung wurden für mein Empfinden nicht voll ausgeschöpft. Dennoch eine klare Empfehlung für Fans von Romantasy!
    Der Tag des Skorpions

    Deon Meyer
    Der Tag des Skorpions (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.05.2026

    Toll, aber etwas zuviel Raketenwissenschaft

    Bennie Griessel ist zurück, doch dieses Mal braucht man als Leser echte Ausdauer. Die Story um einen ehemaligen Leibwächter und ein gefährliches Komplott in Südafrika ist gewohnt dicht und atmosphärisch erzählt. Meyer fängt die korrupten Machtspiele und die Stimmung in Kapstadt wieder hervorragend ein.
    Leider wird die Spannung immer wieder durch seitenlange, trockene Exkurse über Raketenwissenschaft, Drohnentechnik und Sprengstoffchemie ausgebremst. Wer sich nicht brennend für technische Details interessiert, empfindet diese Passagen als zäh und schlichtweg langweilig. Sie nehmen der eigentlich packenden Jagd nach den Hintermännern den Schwung. Ein solider Thriller mit starkem Protagonisten, der mit weniger technischem Ballast deutlich besser gewesen wäre.
    Tod auf der Fraueninsel

    Maurice Richardson
    Tod auf der Fraueninsel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.05.2026

    Ein atmosphärischer Chiemgau-Krimi mit bayrischem Charme

    Mit „Tod auf der Fraueninsel“ liefert Maurice Richardson einen soliden Regionalkrimi ab, der vor allem durch sein stimmungsvolles Setting und die authentische Atmosphäre besticht. Wer die Idylle des Chiemsees kennt, wird sich in diesem Roman sofort zu Hause fühlen.
    Der Roman entführt uns auf die kleinste Gemeinde Bayerns – die Fraueninsel. Was als friedliches Szenario beginnt, wird jäh durch einen rätselhaften Todesfall unterbrochen. Der Autor versteht es geschickt, die Abgeschiedenheit der Insel zu nutzen, um ein klassisches „Whodunnit“-Gefühl zu erzeugen. Da der Fluchtweg über das Wasser begrenzt ist, rückt der Kreis der Verdächtigen schnell zusammen, was die Spannung kontinuierlich steigert.
    Richardsons Schreibstil ist flüssig, bildhaft und angenehm unaufgeregt. Er verzichtet auf unnötige Brutalität und setzt stattdessen auf psychologisches Gespür und Lokalkolorit. Die Figurenzeichnung ist gelungen: Der Ermittler wirkt menschlich, mit Ecken und Kanten, ohne dabei in die typischen Klischees des „gebeutelten Kommissars“ zu verfallen.
    Die Beschreibungen der Insel, des Klosters und der Stimmung am Chiemsee sind so lebendig, dass man das Wasser fast plätschern hört.
    Das Erzähltempo ist gut ausbalanciert. Es gibt genug Raum für die Ermittlungsarbeit, ohne dass die Handlung ins Stocken gerät.
    An manchen Stellen hätte der Plot für meinen Geschmack noch etwas raffinierter sein können. Erfahrene Krimi-Leser könnten den Täter oder das Motiv etwas früher erahnen, als es die Auflösung vorsieht. Ein paar zusätzliche falsche Fährten hätten dem Spannungsbogen gutgetan.
    „Tod auf der Fraueninsel“ ist die ideale Lektüre für einen entspannten Nachmittag auf dem Sofa oder direkt am Seeufer. Es ist ein unaufgeregter, aber fesselnder Kriminalroman, der Lust auf einen Ausflug in den Chiemgau macht. Für Fans von Regionalkrimis mit Herz und Verstand eine klare Empfehlung!
    Und morgen du

    Stefan Ahnhem
    Und morgen du (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.05.2026

    Viele Morde

    Stefan Ahnhems „Und morgen du“ bietet einen atmosphärisch extrem dichten und düsteren Einstieg in die Fabian-Risk-Reihe.
    Der Autor versteht es meisterhaft, eine düstere Stimmung aufzubauen, während er den Ermittler in seine alte Heimat Helsingborg zurückkehren lässt, wo er direkt mit den Schatten seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird.
    Die Mordserie ist brutal und kreativ inszeniert, was für ordentlich Nervenkitzel sorgt. Besonders spannend fand ich die Verbindung zur Schulzeit der Charaktere – das gibt der Geschichte eine sehr persönliche und beklemmende Note. Die wechselnden Perspektiven halten das Tempo hoch, und man rätselt bis zum Schluss mit, wer hinter den grausamen Taten steckt. Dennoch habe ich einige Kritikpunkte, die eine Höchstwertung verhindern.
    Die Hauptfigur Fabian Risk ist leider wenig sympathisch. Er agiert als absoluter Einzelgänger ohne Teamgeist und stellt seine eigenen Interessen konsequent über alles andere. Auch als Ehemann und Vater wirkt er weitgehend unbrauchbar, was es schwer macht, mit ihm mitzufühlen. Zudem wird verschiedentlich auf einen früheren Seitensprung angespielt, der in diesem Buch nicht aufgeklärt wird. Dass man hierfür offenbar auf den (zeitlich früher spielenden) Folgeband warten muss, ist für den Leser unbefriedigend.
    Die Handlung selbst ist fast schon "zu viel des Guten": Die schiere Anzahl der Morde wirkt irgendwann viel zu konstruiert und überstrapaziert den Spannungsbogen. Zudem sind die Taten sehr brutal und fast schon zu ausführlich beschrieben, was nichts für schwache Nerven ist.
    Insgesamt aber ein hervorragender Schweden-Krimi mit einem charismatischen Ermittler und einer Story, die Lust auf die Fortsetzungen macht. Für Fans von nordischer Düsternis absolut empfehlenswert!
    Ein Highlight war für mich jedoch die Hörbuch-Fassung. David Nathan liest die Geschichte einfach fantastisch. Seine markante Stimme und die Art des Vortrags werten die Story enorm auf und haben mich trotz der inhaltlichen Schwächen bei der Stange gehalten.
    Fazit: Ein solider Schweden-Krimi mit Luft nach oben bei den Charakteren. Wer düstere Thriller mag, kommt hier auf seine Kosten – am besten als Hörbuch!
    Mittsommertod

    Elin Blomgren
    Mittsommertod (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    01.05.2026

    Schwedische Sommeridylle

    Schon das typisch schwedische Cover lädt dazu ein, direkt in die Szenerie einzutreten – alles wirkt ruhig, hell und fast schon zu idyllisch. Genau das ist es auch, was Ebba Lorenz dazu bewegt, den Sommer im Häuschen ihrer Urgroßmutter zu verbringen, um ihr Leben ein Stück weit neu zu ordnen.

    Man taucht schnell in dieses beschauliche Dorfleben ein, in dem die Zeit irgendwie langsamer vergeht. Fast schon nebenbei geschehen dann die Morde, deren Ursachen tief in der Vergangenheit verborgen liegen. Die Ermittlungen stehen dabei gar nicht so sehr im Vordergrund, und ein klassischer Spannungsbogen will sich nicht wirklich aufbauen.

    Stattdessen lebt der Roman von seiner ruhigen, entspannten Atmosphäre – und genau so unaufgeregt ist am Ende auch die Auflösung. Für mich funktioniert das überraschend gut, weil es konsequent zur Stimmung des Buches passt.

    Besonders hervorzuheben ist auch das Hörbuch: Tim Gössler liest hervorragend und trifft genau den ruhigen Ton der Geschichte, ohne sie künstlich zu dramatisieren.

    Ein wunderbares Buch, um in Ferienlaune zu kommen – weniger Nervenkitzel, mehr nordische Sommerstimmung.
    Die tote Tante

    Anke Petersen
    Die tote Tante (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.04.2026

    Hobbydetektivinnen auf Amrum

    Der Krimi spielt um die Jahrhundertwende auf der Insel Amrum. Drei Damen eines Krimi-Leseclubs begeben sich unbedarft auf Mördersuche. Während der Vorbereitungen einer Promihochzeit wird die Tante der Braut ermordet. Insgesamt steht das Event unter einem schlechten Stern, jedenfalls scheint es seitens des Brautpaars keine Liebesheirat zu werden, sondern eher eine geschäftliche Transaktion unter den Brautvätern. Die drei ältlichen, naiven Damen sehen sich bemüßigt, der reizenden Braut jede mögliche Hilfe zu leisten, erst recht, als diese unter Mordverdacht gerät.
    Die Handlung an sich ist zugegebenermaßen unspektakulär. Der Roman lebt von dem Zeitgeist des ausklingenden Jahrhunderts mit seinen spießigen Moralvorstellungen, ganz besonders bezüglich der Stellung der Frau. Die Autorin hat sich passenderweise mit einem leicht gespreizten Sprachstil auf die Atmosphäre eingestellt.
    Ein Highlight ist mal wieder Kaja Sesterhenn als Sprecherin, die perfekt jeden Charakter in ihre Stimme legen kann und keinerlei Schwierigkeiten mit dem friesischen Dialekt hat.
    Stolen Midnights

    Katherine Quinn
    Stolen Midnights (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.04.2026

    Das magische Medaillon

    „Stolen Midnights“ von Katherine Quinn bietet eine spannende Mischung aus Romantik, Abenteuer und einem interessanten Fantasy-Setting. Besonders hervorzuheben ist das schöne Cover, das das magische Medaillon zeigt – ein zentrales Element der Geschichte, das Wren eigentlich zu ihrem 18. Geburtstag von der Göttin hätte erhalten sollen.
    Die Handlung folgt Wren und Damien, einem raffinierten Dieb aus der Unterschicht, der das Medaillon kurz vor der Übergabe stiehlt – nur um festzustellen, dass es ihm kein Glück bringt und der es schließlich selbst wieder verliert. Gemeinsam machen sich Wren und Damien auf die Suche danach und stoßen dabei auf ein schlimmes Verbrechen. Zwischen den beiden entwickelt sich dabei auch eine Liebesgeschichte.
    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar und passt gut zur Young-Adult-Zielgruppe. Auch das Worldbuilding ist interessant und sorgt für eine stimmige, kreative Grundlage der Geschichte.
    Kritisch sehe ich allerdings die Dialoge, die häufig recht einfältig wirken und stark von übertriebener gegenseitiger Eifersucht geprägt sind – und das, bevor die Figuren ihre Gefühle überhaupt richtig erkennen. Auch die wiederkehrenden aggressiven Aussagen, einander schlagen zu wollen, empfand ich als unpassend.
    Damien wird zudem insgesamt etwas zu positiv dargestellt. Genau genommen ist er ein trinkfreudiger Kleinkrimineller und wirkt oft nicht wirklich sympathisch. Zwar zeigt er Ansätze einer positiven Entwicklung, dennoch bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück, und man wünscht sich für Wren stellenweise eher einen besseren Partner.
    Das Ende ist schließlich völlig überraschend und fast schon alptraumhaft, was einen starken Eindruck hinterlässt und die Geschichte deutlich aufwertet. Gleichzeitig macht es neugierig auf die Fortsetzung, in der man sich eine versöhnlichere Entwicklung erhofft.
    Die Hörbuchversion ist sehr gelungen: Die Sprecher machen einen guten Job. Tim Gössler ist wie gewohnt ein Erlebnis, und auch Lara Hoffmann überzeugt.
    Insgesamt ein gutes Buch mit interessanter Idee, starkem Setting und kleinen Schwächen – daher solide 4 Sterne.
    Cursed - Eine Vampirin, eine Jägerin und ein Fluch, der sie auf ewig bindet

    Annie Summerlee
    Cursed - Eine Vampirin, eine Jägerin und ein Fluch, der sie auf ewig bindet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.04.2026

    Spannendes Hörbuch mit interessanter Grundidee und starker Sprecherin

    „Cursed“ von Annie Summerlee punktet vor allem durch die tolle Performance von Josephine Hochbruck, die der Geschichte viel Atmosphäre und Emotion verleiht. Man hört ihr wirklich gerne zu und sie bringt die Figuren überzeugend zum Leben.

    Die Story selbst hat eine spannende Ausgangslage: Rebeccas Eltern wurden von Vampiren getötet, woraufhin sie von der Organisation Callisto rekrutiert und zur Vampirjägerin ausgebildet wird. Ihr neuer Auftrag führt sie undercover an eine Vampir-Universität – ein entsprechend gefährlicher Einsatz. Besonders reizvoll ist dabei die Dynamik, dass sie ausgerechnet mit einer Vampirin zusammenlebt, zu der sie sich zunehmend hingezogen fühlt. Die sich entwickelnde Lovestory ist interessant und emotional gut angelegt.

    Zusätzlich entfaltet sich im Hintergrund noch eine Art Krimihandlung rund um die Machenschaften von Callisto, was dem Ganzen weitere Tiefe gibt.

    Insgesamt ein wirklich spannender Plot mit viel Potenzial, der jedoch stellenweise nicht ganz so mitreißend umgesetzt ist, wie man es sich wünschen würde. Daher ein kleiner Punktabzug – trotzdem absolut hörenswert!
    Beth is dead

    Katie Bernet
    Beth is dead (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.04.2026

    sprunghaft erzählt

    „Beth is Dead“ hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Schon das Cover in Pink passt meiner Meinung nach so gar nicht zum doch eher düsteren Inhalt – da erwartet man etwas ganz anderes.

    Die Ausgangsidee ist spannend: Ein Autor vermarktet sein eigenes Familienleben als Stoff für einen Bestseller – und ab da gerät alles aus dem Gleichgewicht. Vier Töchter, eine hart arbeitende Mutter, die als Krankenschwester den Lebensunterhalt sichert, während die Kinder oft sich selbst überlassen sind. Die beiden älteren sind noch relativ vernünftig und verantwortungsbewusst, die jüngeren dagegen eher schwierig und egoistisch. Jede hat ihre eigene Richtung: Medizin, Musik, Schreiben, Malerei.

    Nach dem Mord an einer der Schwestern geraten nach und nach alle ins Visier der Polizei. Dabei brechen immer mehr Risse im Familiengefüge auf. Die Atmosphäre ist durchgehend angespannt und stellenweise regelrecht vergiftet – was vor allem an den jüngeren Töchtern liegt.

    Über weite Strecken ist das Buch allerdings eher ein erzählender Familienroman als ein Krimi. Die eigentliche Spannung kommt erst ganz zum Schluss auf, dann wird es auch deutlich turbulenter. Bis dahin zieht es sich teilweise zu sehr, zumal es einfach zu viele mögliche Motive gibt, was eher ermüdend als spannend wirkt.

    Das Hörbuch punktet mit wirklich tollen Sprecherinnen – angenehm jugendlich und frisch gelesen. Allerdings ist es nicht immer leicht zu verfolgen, da die Perspektiven ständig zwischen den Schwestern wechseln und zusätzlich zwischen „vor dem Mord“ und „nach dem Mord“ gesprungen wird. Ich kann mir vorstellen, dass die Print-Ausgabe diesbezüglich übersichtlicher ist.

    Die Mädchen, ausgenommen der stillen und freundlichen Beth, wirken vor allem unsympathisch und egoistisch, obwohl sehr stark betont wird, wie groß der Zusammenhalt untereinander ist.

    Fazit:
    Interessante Grundidee und stark gelesenes Hörbuch, aber insgesamt zu sprunghaft, zu langatmig und mit zu vielen Motiven überladen. Gute 4 Bewertungssterne, mit etwas Straffung wäre deutlich mehr drin gewesen.
    Der Sommer, der uns blieb

    Greta Herrlicher
    Der Sommer, der uns blieb (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.04.2026

    Freundschaft, die überdauert

    „Der Sommer, der uns blieb“ ist ein wunderschön gestaltetes Buch, das schon äußerlich begeistert: mit liebevollem Blümchen-Buchschnitt, Lesebändchen und zwei zauberhaften Lesezeichen.

    Inhaltlich erzählt der Roman die bewegende Freundschaft von Martin, Britta und Pia. Durch Rückblenden in ihre Kindheit und Szenen aus der Gegenwart entsteht ein intensives Bild ihrer Verbindung. Besonders berührend sind die aktuellen Lebenssituationen: Pia ist sterbenskrank, Britta unerwartet schwanger, und Martin kämpft mit einem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter.

    Die kurzen Kapitel – jeweils aus der Perspektive einer der drei Figuren – geben tiefe Einblicke in ihr Seelenleben und machen das Buch sehr angenehm zu lesen. Die Sprache ist leicht und gut verständlich, wodurch man schnell in die Geschichte eintaucht.

    Zwar ist der Plot stellenweise recht klischeehaft und kommt einem bekannt vor, doch die Protagonisten sind so nahbar und sympathisch gezeichnet, dass das kaum stört.

    Eine angenehme, emotionale Lektüre, die sich wunderbar zwischendurch lesen lässt – absolut empfehlenswert!
    Tödliches Déjà-vu

    René Anour
    Tödliches Déjà-vu (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Tödliche Bienen

    Ich habe das Hörbuch von Tödliches Déjà-vu von Anour mit richtig viel Spaß gehört. Insgesamt ein spannender Krimi mit dem Flair der Provence.
    Die Story rund um die Polizeitruppe in der Provence hat mich schnell gepackt. Commissaire Louis Campanard ist einfach ein Highlight. Sein trockener, oft ziemlich genialer Humor lockert die Handlung total auf und sorgt immer wieder für kleine Schmunzler, selbst wenn es gerade ernster wird.
    Auch die beiden Mitarbeiter werden pointiert dargestellt. Beide bringen ihre eigenen Baustellen mit, wirken dadurch erst etwas schräg, wachsen aber im Laufe der Geschichte richtig über sich hinaus. Gerade das macht sie so sympathisch und irgendwie auch authentisch.
    Der Fall selbst, die ermordete militante Ökoaktivistin und die möglichen Verbindungen zu einer Pestizidfirma, ist spannend aufgebaut und bleibt durchweg interessant.
    Was das Hörbuch aber wirklich nochmal auf ein anderes Level hebt, ist der Sprecher. Der ist einfach unglaublich gut. Jede Figur bekommt ihre eigene Stimme und ihren eigenen Ton, sodass man sofort weiß, wer gerade spricht. Das macht das Ganze richtig lebendig und zieht einen noch mehr in die Geschichte rein.
    Die Atmosphäre der Provence wird gut wiedergegeben. Man hat direkt Bilder im Kopf und fühlt sich fast vor Ort.
    Der Krimi ist ein wirklich hörenswertes Hörbuch mit starken Figuren und viel Charme.
    Statt aus dem Fenster zu schauen

    Anna Katharina Scheidemantel
    Statt aus dem Fenster zu schauen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Eine, die ihr Leben hinterfragt

    Das Cover bezieht sich wunderbar auf den Inhalt des Romans. Genau so stellt man sich dieses verwilderte Grundstück vor, auf dem Sophie landet. Ein bisschen abgeschieden, ein bisschen wild, irgendwie frei. Sogar der kleine Teich ist beim genauen Hinschauen zu entdecken.
    In der Geschichte geht es um Sophie, die eigentlich immer funktioniert hat. Gute Noten, Studium, alles geschniegelt und geplant. Und dann kommt dieser Punkt, an dem sie sich plötzlich fragt, wofür das eigentlich alles ist. Ziemlich spontan kauft sie sich für einen Spottpreis, der allerdings ihr ganzes Erspartes auffrisst, ein baufälliges Häuschen irgendwo in Ostdeutschland und lässt ihr altes Leben erstmal komplett hinter sich.
    Ich mochte total, wie bodenständig das Ganze erzählt wird. Sie hat kaum Geld, kellnert, um sich überhaupt Essen leisten zu können. Vom Mund spart sie sich Farbe für die Wände oder die Dachpappe, damit es nicht reinregnet, ab. Das wirkt alles sehr real und gar nicht romantisiert.
    Auch diese bewusste Abgrenzung von Familie und Freunden fand ich spannend. Sophie zieht sich zurück, hat kaum Handyempfang, lebt wirklich im Nirgendwo und muss für alles wirklich weite Strecken mit dem Rad zurücklegen. Aber genau das hilft ihr, runterzukommen und einen ganz anderen Blick aufs Leben zu bekommen. Weg von Leistungsdruck und Excel Tabellen, hin zu Natur, Stille, Sonnenuntergängen und einfach mal sein.
    Der Schreibstil ist dabei sehr einfühlsam und bildhaft, ohne kitschig zu werden. Es ist eher ein ruhiges Buch, das einen zwischendurch nachdenklich macht und auf eine leise Art lange beschäftigt.
    Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich das Ende. Gerade weil man Sophie auf diesem langen Weg begleitet, wirkt ihre Entscheidung für die Zukunft am Schluss ziemlich knapp abgehandelt. Das kam mir fast zu abrupt und hätte für meinen Geschmack mehr Raum verdient.
    Trotzdem insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, der zum Innehalten anregt.
    Der Tote vom Klünderhof

    Antje Szillat
    Der Tote vom Klünderhof (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Tierarzt unter Verdacht

    „Der Tote vom Klünderhof“ wirkt mit seinem eher biederen Cover zunächst unscheinbar, entpuppt sich aber als durchaus gelungener Reihenauftakt.

    Im Mittelpunkt stehen der frisch gestartete Tierarzt Konstantin und seine Tante Amalia – ein sympathisches, wenn auch eigenwilliges Duo. Gleich bei seinem allerersten Einsatz gerät Konstantin jedoch unter Mordverdacht, was seiner jungen Praxis erheblich schadet. Für zusätzlichen Druck sorgt die neue Polizeileiterin Finja Fehrmann, die nach einem Karriereknick in Düsseldorf nach Marne strafversetzt wurde. Entsprechend ehrgeizig legt sie sich sofort auf Konstantin als Hauptverdächtigen fest.

    Die Dynamik zwischen den beiden ist spannend angelegt: Zwei starke, durchaus attraktive Persönlichkeiten, die sich zunächst nicht ausstehen können – wobei der Plot schon jetzt erahnen lässt, dass sich diese Beziehung in den Folgebänden noch entwickeln dürfte.

    Der Kriminalfall selbst ist solides Handwerk, gut aufgebaut und mit einer stimmigen Auflösung versehen. Besonders gelungen ist die Darstellung der friesischen Lebensart, die stellenweise etwas störrisch, aber sehr authentisch wirkt.

    Ein echtes Highlight ist zudem die Hörbuchversion: Die Vortragsweise von Oliver Dupont bringt Atmosphäre, Figuren und regionale Eigenheiten besonders eindrucksvoll zur Geltung.

    Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi mit kleinen Schwächen, aber viel Charme und Entwicklungspotenzial für die Reihe.
    Mit beiden Händen den Himmel stützen

    Lilli Tollkien
    Mit beiden Händen den Himmel stützen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Schonungslos, keine leichte Kost

    „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ein Roman, der tief unter die Haut geht. Lilli Tollkien zeichnet das Leben von Lale in einer Umgebung, die von Chaos, Grenzüberschreitungen und fehlenden Strukturen geprägt ist. Die Darstellung einer zügellosen Männer-WG, in der Drogen, Alkohol und fehlender moralischer Halt den Alltag bestimmen, wirkt erschütternd und beklemmend.

    Besonders eindrücklich ist, wie schutzlos Lale vielen Situationen ausgeliefert ist – auch durch das Versagen der Erwachsenen in ihrem Umfeld. Der Roman scheut sich nicht, Tabus offen anzusprechen, und vermittelt ein bedrückendes Bild von einem Milieu, das von Ablehnung gegenüber Institutionen und Regeln geprägt ist.

    Sprachlich ist das Buch klar und schnörkellos gehalten, was die Härte der Inhalte noch verstärkt. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, Lales Entwicklung glaubwürdig darzustellen – vom begabten Kind hin zu einem Jugendlichen, der zunehmend in die vorgelebten destruktiven Muster abrutscht.

    Trotz der intensiven und wichtigen Einblicke fällt es schwer, das Buch „gern“ zu lesen – die durchgehend düstere Stimmung und die belastenden Themen machen es emotional fordernd.

    Insgesamt ein eindrucksvoller, schonungsloser Roman mit wichtigen Perspektiven – aber definitiv keine leichte Lektüre.
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