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    Elchi130 Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 21. September 2018
    "Hilfreich"-Bewertungen: 23

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    239 Rezensionen

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    Ich bin deine Tochter, nicht deine Ehre

    Rey Mani
    Ich bin deine Tochter, nicht deine Ehre (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.09.2026

    Wenn nicht zählt, wer du bist - sondern nur, was du bist

    Rey Mani ist als Tochter von Irakern zum Großteil in Deutschland aufgewachsen. Dabei gelang es ihr weder, sich in ihrer Familie als willkommener, geliebter Teil harmonisch einzufügen. Noch fand sie außerhalb der Familie im Kinderhort, der Schule oder an anderen Orten Anschluss, der ihr den fehlenden Halt innerhalb der Familie ersetzen konnte. So wuchs sie in dem vermeintlichen Wissen auf, dass mit ihr etwas nicht stimmt und sie es nicht verdient, geliebt zu werden.
    Das Einzige, was in ihrem Leben zählte, war die Funktion, die sie für ihre Mutter hatte. Als einzige Tochter in ihrer Familie, mit vier Brüdern, von denen zwei älter und zwei jünger als sie waren, konzentrierte sich der Blick der Mutter ausschließlich auf sie. Sie sollte die Mutter im Haushalt unterstützen, der Mutter nacheifern, sie musste stets darauf achten, sittsam auszusehen, selbst Zuhause, sodass auch die Augen ihrer Brüder nicht auf sie fielen. Bei der Verwandtschaft hatte sie der Stolz ihrer Mutter zu sein, dabei stets in ihrem Schatten zu bleiben, sie ja nicht zu übertrumpfen, um sich nicht hervorzutun. In der Schule die besten Noten zu erreichen, ohne dabei aufzufallen.
    Gelang ihr etwas nicht, wurde sie getadelt, bestraft, erregte sie Aufmerksamkeit, war dies immer ihre Schuld. Hatte die Mutter, der Vater, einer der Brüder schlechte Laune, so war auch dies ihre Schuld. Machte sie etwas beim nächsten Mal so, wie es dieses Mal gefordert worden war, war es wieder falsch und sie wurde erneut gescholten oder bestraft. Als Mädchen war sie in der Familie das schwächste Glied der Kette. Die Eltern durften bestrafen, aber auch ihre Brüder durften dies, sowohl verbal als auch körperlich.
    Beim Lesen hätte ich als Leserin oft gerne eingegriffen und Rey aus der Familie herausgeholt. Zumindest erst einmal, um sie zu fragen, was sie sich wünscht. Im Buch stellt sie irgendwann die Frage, warum ihr niemand geholfen hat. Ich denke, die Hemmschwelle, sich in die Belange der Nachbarn einzumischen ist sehr groß. Wenn es sich dann noch um eine fremde Kultur handelt, ist diese noch um ein Vielfaches höher. Natürlich ist dies kein gutes Argument, um nicht zu helfen. Ich denke jedoch, dass es genau so ist.
    Zudem sagt Rey in ihrem Buch, dass ihr auf Social Media immer wieder vorgeworfen wird, dass ihre Ausführungen widersprüchlich sind. Das ist mir ebenfalls aufgefallen. Ich halte dies jedoch für normal. Negative, schwierige oder auch traumatische Ereignisse versucht unser Geist vor uns abzuschirmen. Deshalb haben wir oft nur ungenaue, widersprüchliche oder nebulöse Erinnerungen, derer wir uns nicht sicher sind. Das ist ein Schutz unseres Bewusstseins bzw. Unterbewusstseins, weil wir das Erlebte anders nicht verarbeiten konnten bzw. können.
    Das Buch von Rey Mani „Ich bin deine Tochter nicht deine Ehre“ war sehr interessant und hat bei mir sehr viel wieder aufgewühlt. Es hat mir aber auch gezeigt, was ein Mensch erreichen kann, wenn er an sich arbeitet, wenn er Hilfe findet, wenn er stark und mutig ist. Bestärkt und bekräftigt hat mich der Abschnitt über ihren Umgang mit dem „Radikalen Online Feminismus“. Auch ich finde es wichtig, nicht alle Dogmen 1:1 zu übernehmen, sondern stets zu prüfen, inwieweit sie zu mir passen. Ich finde das Buch lesenswert. Es kann helfen, den Fokus weg vom „Ich bin falsch“ zu lenken.
    Ein Samstag im August

    Birgit Bachmann
    Ein Samstag im August (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.09.2026

    So viel mehr als ich erwartet habe

    Als Elvira und Jobst auf der Heimfahrt an einer Autobahnraststätte eine Pause einlegen, treffen sie auf ein junges Paar, das mit seinem Auto liegengeblieben ist. Da sie in dieselbe Richtung müssen, bietet Jobst ihnen an, sie mitzunehmen. Durch Zufall deckt Elvira in der Familie der Frau ein streng gehütetes Familiengeheimnis auf. Doch dies ist nicht das einzige Geheimnis, das an diesem Wochenende gelüftet wird…
    Mir hat die Dynamik des Erzählten extrem gut gefallen. Ist ein Geheimnis erst einmal gelüftet, kann es nicht mehr ignoriert werden. Selbst wenn die Personen versuchen, daraus keine Ereignisse folgen zu lassen, gerät etwas in Bewegung. Menschen kommen sich näher, wachsen enger zusammen, Vertrauen wächst in vielen Fällen. Oder Vertrauen zerbricht, Menschen wenden sich ab, tragen Wunden davon.
    Es hat mir sehr gut gefallen, wie Birgit Bachmann in ihrem Buch „Ein Samstag im August“ uns mitgenommen hat auf diese Reise, was geschieht, wenn Geheimnisse ans Licht kommen und sich Familien verändern. Dies ist das erste Buch der Autorin. Doch ich bin mir sicher, dass es nicht ihr letztes sein wird.
    Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!

    Franziska Höllbacher
    Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.09.2026

    Eine witzige Idee für Kinder

    Kater Knutbert schreibt Tagebuch und hält alle Abenteuer seines Lebens fest. So auch, als in der Nachbarschaft ein Biest umgeht, das in den Mülltonnen wühlt und die Nachbarn in Angst und Schrecken versetzt. Doch das Maß ist voll, als Knutbert in Verdacht gerät, das Biest zu sein und ihm mit dem Tierheim gedroht wird. Jetzt muss er zum Superhelden werden und das Biest finden…
    Kater Knutbert ist sich sicher, dass er allen anderen Spezis überlegen ist. Sowohl den Menschen, sprich, seinem Personal, das bei ihm wohnt, Ralf, dem Rotkehlchen, Ingrid, der Schildkröte, einfach allen. Folglich ist ihm auch klar, wenn überhaupt jemand das Biest stoppen kann, dann nur er.
    Der Schreibstil von Franziska Höllbacher ist humorvoll, aber einfach gehalten. Ich glaube, Kinder werden sehr viel Spaß an den Abenteuern von Kater Knutbert haben. Knutbert ist ein gnadenloser Aufschneider, wie ihn wohl jeder in seinem Leben kennt und gerade als Kind begegnet man immer wieder anderen Kindern, die alles besser, schneller, weiter und höher können. Allerdings hat der Kater sein Herz auf dem rechten Fleck und meine Sympathien konnte er sich so schnell sichern.
    Die Kapitel sind mit vielen Bildern aufgelockert, die mich immer wieder zusätzlich zum Schmunzeln gebracht haben. Auch der Katzenkopf, der um jede Seitenzahl gemalt ist, ist eine süße Idee. Alles in Allem denke ich, werden sowohl die Kinder als auch die Eltern die Tagebücher von Kater Knutbert lieben!
    Autumn Secrets

    Sarah Fulmar
    Autumn Secrets (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.09.2026

    Eine Liebesgeschichte, die sich zu lesen lohnt

    Schon zu Teeniezeiten hat Penelope für Nathan, den besten Freund ihres Bruders, geschwärmt. Doch der hat sie nie als etwas anderes als die kleine, nervige Schwester seines besten Freundes gesehen. Als Pen nun mit ihren Arbeitskolleginnen aus London nach St. Ives kommt, um im Pub den Junggesellinnenabschied ihrer Kollegin zu feiern, kann Nathan es kaum glauben, dass die wunderhübsche, freche junge Frau, von der er seinen Blick nicht lösen kann, eben jene Penelope ist, die vor ein paar Jahren nach London gegangen ist, um zu studieren und Unternehmensberaterin zu werden…
    Das Buch von Sarah Fulmar „Autumn Secrets“ punktete bei mir sofort mit vielen sympathischen Figuren. Selbst der oft grummelige und wortkarge Nathan entpuppte sich immer wieder als eine verletzte Seele, die sich selbst mit Hilfe seiner schroffen Art schützen wollte. Zudem gefiel mir der Ansatz, dass es den jungen Frauen wichtig war, für einen Mann nicht alles aufzugeben, Karriere, Freunde, Wohnung, Lebenszentrum. Die Selbstverständlichkeit, dass ein gemeinsames Leben Kompromisse für beide bedeutet, gehört viel häufiger in romantische Bücher eingearbeitet.
    Die aufgetretenen Probleme, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich habe ich als sehr lebensnah empfunden. So oft hätte ich gerne eingegriffen, getröstet, geholfen, gepetzt usw. Lediglich das Ende fand ich zu dick aufgetragen. Da wäre weniger mehr gewesen. Ein oder zwei schöne, romantische Szenen wären mir lieber gewesen. Nun freue ich mich darauf, Band 1 schnell zu lesen und danach warte ich auf das Erscheinen von Band 3. Also, wer Liebesgeschichten mag, ist hier richtig!
    Unshame

    Louisa Dellert
    Unshame (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.08.2026

    Also ich kann mit dem Buch nicht viel anfangen

    Ich war sehr gespannt, wie mir ein Buch helfen will, zu einem guten Körpergefühl zu gelangen. Und kann das eine Frau, die einer ganz anderen Generation angehört als ich mit meinen 57 Jahren? Eine Frau, die viel jünger ist, die in der Welt des Social Media und der Influencer*innen Zuhause ist? Voller Neugierde habe ich mir das Hörbuch „Unshame“ von Louisa Dellert angehört.
    Sofort begeistert hat mich die Sprecherin Luise Georgi. Sie hat eine angenehme warme Stimme, der ich immerzu lauschen könnte.
    Inhaltlich wurde mir jedoch schnell klar, dass ich bei „Unshame“ nicht viel finden würde, was ich für die Frauenwelt und mich als wichtig und richtig erachte. Habe ich als Kind mit Barbie gespielt, diese angezogen, ausgezogen, ihr stundenlang die Haare gekämmt? Ja! Auf jeden Fall! Ich bin jedoch nie auf die Idee gekommen, dass die Figur meiner Barbiepuppen irgendetwas mit meiner Figur oder mit meinem Aussehen zu tun hat. Ein anderes Hobby von mir als Kind war es, stundenlang, tagelang im Otto-Katalog zu blättern und mir vorzustellen, wie ich diese ganzen Kleider, Blusen, Hosen, Unterwäsche selbst besitze und trage. Doch auch hier bin ich nie davon ausgegangen, dass ich dazu aussehen muss, wie die Frauen im Katalog.
    Es fällt mir auch schwer zu glauben, dass des Rätsels Lösung nun sein soll, dass ich andere nicht bewerten soll und um Himmels Willen keine Bewertungen mehr laut aussprechen bzw. an die Personen mehr adressieren soll, die auf ihren Accounts Fotos von sich posten. Lob und Kritik gehört im Leben dazu. Die Frage ist jedoch das Wie und auch das Wo.
    Oft habe ich dem Hörbuch mit einem großen Fragezeichen in meinem Kopf gelauscht, genauso wie ich verwundert beobachte, dass sich meistens die Frauen wieder und immer wieder Schönheitsoperationen unterziehen, die ich von Natur aus perfekt finde. Am Ende ist nichts mehr von ihrem ursprünglichen Aussehen zu erkennen. Beides scheint mit meiner Lebenswirklichkeit wenig zu tun zu haben. Zudem fände ich es sehr wichtig, dass es eine ausgiebige öffentliche Diskussion darüber geben würde, dass der Magerwahn aus Hollywood nicht als Vorbild für unsere Körper herhalten sollte – weder für weibliche noch für männliche. Das zumindest vermisse ich sehr und fände da den Begriff „Shame“ oder „Unshame“ vollkommen falsch gesetzt. Magersucht hat nichts mit der Freiheit des eigenen Aussehens oder Emanzipation zu tun.
    Insgesamt kann ich der Argumentationslinie der Autorin nur in Teilen folgen, da sie sich nur bedingt mit meiner Lebensrealität deckt. Ob das nun eine Generationenfrage ist oder die Autorin einfach argumentativ ein wenig zu sehr an der Oberfläche fischt, überlasse ich anderen.
    Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain

    Sasha Peyton Smith
    Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.07.2026

    Wenn die Fae in unserer Welt herrschen

    1848 herrscht in England die Fae-Königin Moryen. Sie verkündet zu Beginn der neuen Heiratssaison, dass ihr Fae-Sohn Kronprinz Bram bereit ist, sich aus den heiratswilligen, jungen Frauen seine Braut zu wählen. Auch Ivy Benton lässt sich auf den gefährlichen Handel ein: ihre Familie ist in Ungnade gefallen und sie will den Ruf ihrer Familie retten und diese vor dem Ruin bewahren.
    Ivy ist eine junge Frau, die aus dem Pool der jungen adligen Frauen sofort heraussticht. Sie ist unkonventionell, mutig und scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. Dadurch hat sie sich meine Sympathien schnell erworben. Von den anderen jungen Frauen wird sie geschnitten, seitdem ihre Schwester dafür gesorgt hat, dass die gesamte Familie in Ungnade gefallen ist. Auch deshalb hat Ivy bei mir einen Sonderstatus.
    Die Fae-Königin wirkt durch ihr Auftreten und Handeln sehr herrisch und brutal. Damit entspricht sie jedoch durchaus der Darstellung von Fae in der Literatur. Entweder werden diese als hochmütig, grausam und gelangweilt dargestellt oder als gütig, weise und hochintelligent. Moryen hat zwei Söhne. Da ist einmal ihr Fae-Sohn Bram, der Kronprinz, der eine Braut sucht. Zudem hat sie den Menschensohn Prinz Emmett, den sie bei ihrer letzten Heirat als ihren Sohn angenommen hat.
    Der Großteil des Buches besteht nun aus Prüfungen und Bällen, die der Brautwahl dienen. Kronprinz Bram soll nach und nach die 6 zur Auswahl stehenden Frauen näher kennenlernen, um am Ende der Saison seine Braut zu wählen. Im Laufe der Geschichte lernen die Frauen sich untereinander besser kennen. Erzählt wird das Geschehen aus der Sicht von verschiedenen Figuren, was Abwechslung in die Erzählung bringt. Obwohl viele Ereignisse bei einer Brautschau vorgegeben sind, gibt es immer wieder Vorgänge, mit denen ich als Leserin nicht gerechnet habe und die die Handlung für mich spannend gehalten haben.
    Das Ende hat meine Erwartungen dann komplett über den Haufen geworfen und ich freue mich schon sehr auf Band 2. Ich habe das Buch vorbestellt und fiebere den weiteren Ereignissen entgegen.
    00-Laschet

    David Safier
    00-Laschet (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.06.2026

    Für ein paar kurzweilige Lesestunden

    Armin Laschet tritt seinen ersten Tag als Bundespräsident in Schloss Bellevue an. Noch freut er sich, dass er nicht Bundeskanzler geworden ist. Doch schon bald erfährt er, dass er als Bundespräsident die Aufgabe hat, den Geheimdienst, dessen Zentrale unter dem Schloss Bellevue liegt, überall hinzubringen, wo dieser ansonsten keinen Zutritt hätte. Denn dieser Geheimdienst ist so geheim, dass nicht einmal die Bundesregierung von ihm weiß, geschweige denn andere Staaten. Kaum ist Armin Laschet in Bellevue angekommen, geht seine Reise um die Welt mit dem Geheimdienst auch schon los…
    Die Krimis von David Safier sind keine Bücher des schwarzen oder bitterbösen Humors, in denen ich als Leserin aus dem lauten Lachen nicht mehr herauskomme. Vielmehr sind sie voller leisem, liebevollem Humor, der mich oft und viel Schmunzeln lässt. So zum Beispiel, als Armin Laschet unter seinem Bett im Schlafzimmer eine Maus entdeckt, die sofort sein Herz berührt. Umgehend macht er sich auf die Suche nach der Küche im Schloss Bellevue, um für die Maus und sich eine Käseplatte zusammenzustellen.
    Das ganze Buch „00-Laschet“ erleben wir aus der Sicht und den Gedankengängen Armin Laschets. Das macht für mich auch den Charme des Krimis aus. Zu Beginn fühlt er sich vollkommen überfordert von dem Gedanken, dass seine Welt nun den Gefahren eines Geheimdienstlebens ausgesetzt ist. Doch nach und nach findet er sich immer besser in beiden Welten zurecht, der Welt des Politikers und des Geheimdienstes. Der Schreibstil ist entsprechend locker und humorvoll, da wir es mit Laschets Gedankenwelt zu tun haben, wiederholt skurrile Situationen erleben, die Dialoge sehr oft herrlich schräg sind.
    Das Buch eignet sich hervorragend für ein paar entspannte Lesestunden auf der Terrasse oder im Urlaub am Meer, Hotelpool oder See. Es liefert kurzweilige Unterhaltung und sorgt für gute Laune.
    Feine Risse

    Elisa Hoven
    Feine Risse (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.06.2026

    Für mich kein Roman, sondern Fallsammlung

    In „Feine Risse“ stellt uns Elisa Hoven mehrere Kriminalfälle vor, die, jeder für sich genommen sehr lesenswert sind. Sie alle zielen ab auf Besonderheiten im Strafrecht und regen zum Nachdenken, Diskutieren und Nachforschen an.
    Verbunden werden die einzelnen Fälle durch die Person der Strafverteidigerin Eva Herbergen, die wir immer in anderen Lebensumständen vorfinden: Mal wird sie in ihrer Kanzlei mit einem Fall beauftragt, mal befindet sie sich mit ihrem Mann Peter im Urlaub und der Gastwirt bittet sie um Hilfe. Schließlich wird sie zu einem Entführungsfall als Unterstützung gerufen und zwischendurch sogar von einem früheren Studienkollegen ihres Mannes um Rat gefragt.
    Die Autorin, die selbst Juristin ist, versteht es hervorragend, die einzelnen Episoden spannend zu schildern, sodass man als Leser*in gar nicht anders kann, als weiterzulesen. Selbst, wenn man beim Lesen bereits weiß, worauf der Fall hinausläuft, ist es sehr fesselnd, herauszufinden, welche Gedankengänge Eva Herbergen zur Lösung führen. Ich mag es, wie die Autorin uns auf rechtliche Dilemmata hinweist, ohne uns ihre Meinung vorzugeben. Ich kann mir gut vorstellen, dass Elisa Hoven ihren Studenten diese Fälle an der Universität zur Bearbeitung vorlegt.
    Nicht einverstanden bin ich mit der Einschätzung des Verlages, dass es sich bei dem vorliegenden Buch um einen Roman handelt. Es handelt sich um abgeschlossene Kriminalfälle. Diese sind lose durch die fiktive Figur der Strafverteidigerin Eva Herbergen verbunden, die wir stets in anderen Lebensumständen antreffen. Für mich handelt es sich daher um eine Sammlung von Kurzgeschichten, Erzählungen oder ähnliches. Das ist für mich für die Bewertung dieses Buches sehr wichtig. Denn auch, wenn ich die einzelnen Fälle und ihre Auflösungen sehr gut fand, hätte ich sie in Form von Kriminalromanen um Längen besser gefunden. Ich bin kein Freund von Kurzgeschichten, da ich sie stets schnell wieder vergessen habe. In einem Roman oder Krimi, der sich lange aufbaut und zum Schluss eine Auflösung erfährt erlebe ich alles intensiver und behalte das Gelesene besser.
    Fever Dream

    Elsie Silver
    Fever Dream (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.05.2026

    Liebesromane von Elsie Silver sind für mich ein Must-Read

    Um die Familienranch vor dem Bankrott zu retten, erklärt Emmett Bush sich bereit, an der Realityshow „Romance Ranch“ teilzunehmen. Hauptberuflich ist er Bullenreiter. Die Show wird jedoch außerhalb der Saison auf der Ranch gedreht und sehr gut bezahlt. Mit Schrecken stellt er fest, dass die Location-Managerin am Set die kleine Schwester seines größten Rivalen beim Bullenreiten ist, Julia Silva. Vorgesehen ist, dass er sich im Laufe der Show in eine der zehn Frauen verliebt, die um sein Herz kämpfen, doch sein Herz entwickelt einen eigenen Willen und schlägt schnell immer mehr für Julia Silva…
    „Fever Dream“ ist der erste Teil einer neuen Reihe von Elsie Silver. Mir war zu Beginn gar nicht bewusst, dass diese Reihe im selben Universum spielt, wie die Chestnut Springs Reihe. Erkannt habe ich es erst, als mir klar wurde, dass Julia die kleine Schwester von Theo Silva aus Band 4 dieser Reihe ist. „Fearless“ war nämlich das letzte Buch der Autorin, das ich vor „Fever Dream“ gelesen habe. Umso mehr habe ich mich nun gefreut, ein Buch darüber zu lesen, wie Julia Silva ihre große Liebe findet.
    Zurzeit gibt es für mich kaum eine Person, die bessere Liebesromane schreibt als Elsie Silver. Bei ihr stimmt einfach alles. Ihre Figuren sind zum Verlieben. Die Männer sind außen stark, aber innen weich, sie arbeiten hart, verbringen ihre Freizeit jedoch aktiv mit ihren Lieblingsmenschen, sie sind für die Menschen, die sie lieben da, setzen sich ein, helfen, lassen niemanden im Stich, geben Freiraum, sprich sie sind die perfekten Männer und sehen natürlich auch noch phänomenal aus. Die Frauen stehen ihnen in nichts nach. Fehlt es ihnen zu Beginn evtl. noch an Selbstwert, dann entwickeln sie diesen im Laufe des Buches. Beide wachsen aneinander und ergänzen sich perfekt.
    Doch nicht nur die beiden Hauptfiguren Julia und Emmett sind toll. Emmetts Großeltern und Geschwister möchte ich noch viel intensiver kennenlernen. Sie stehen alle füreinander ein und haben Julia umgehend in ihre Mitte aufgenommen. Gemeinschaften, die einander Halt geben und dafür kämpfen, dass es allen gut geht, trifft man als Leserin immer wieder in den Büchern von Elsie Silver. Für mich macht das, neben den perfekten Liebespaaren, einen großen Teil des Charmes ihrer Romane aus.
    Kommen wir zum Spice: Bei diesem Buch war der Spice für mich hart an der Grenze. Zum einen waren die einzelnen Szenen zum Glück meistens recht kurz und nicht zu ausführlich. Auch die Anzahl hielt sich insgesamt in Grenzen, war mir jedoch schon fast zu viel. Es gab Zeiten, in denen habe ich in Büchern gerne ausführliche Spiceszenen gelesen. Mittlerweile bin ich ihrer jedoch überdrüssig. Heutzutage finde ich, weniger ist mehr.
    Dieses Buch war für mich eine rundum gelungene Geschichte. Ich freue mich bereits heute auf das nächste Buch der Reihe und bin gespannt, welche Person dann im Mittelpunkt steht.
    Die Känguru-Rebellion

    Marc-Uwe Kling
    Die Känguru-Rebellion (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.04.2026

    Die Zeit ist reif

    Das Känguru startet eine Rebellion und nicht nur sein WG-Mitbewohner, der Kleinkünstler Marc-Uwe, rebelliert mit. Im Laufe des Hörbuchs wird die Liste der Rebellier-Willigen immer länger…
    Endlich gibt es ein neues Buch von Marc-Uwe Kling und seinem Känguru. Ich finde, wenn wir uns das Weltgeschehen und die Politik angucken, wurde es Zeit. Und Bücher des Autors lasse ich mir am liebsten vorlesen, vom Autor persönlich nämlich. Das führt dazu, dass tolle Bücher noch einmal das besondere Extra erhalten. Also, wenn ihr die Wahl habt, zwischen selbst lesen und vom Autor vorlesen lassen, würde ich immer letzteres wählen. Es lohnt sich.
    Im Buch „Die Känguru-Rebellion“ spielt der Autor wieder seine Stärken aus. Er hat einen sehr präzisen Blick auf das Geschehen in der Gesellschaft, wie verhalten wir uns untereinander, wie gehen wir miteinander um, was verändert sich im Umgang und warum. Er beobachtet dies nicht nur alles, nein, er schafft es, den Finger stets genau in die Wunde zu legen. Er entlarvt uns und unsere Verhaltensweisen. Doch nicht nur die unserer Gesellschaft. Er findet auch zielsicher die Scheinargumente der Politiker. Er entlarvt rechte Parolen. Zeigt uns Lösungen, die besser funktionieren könnten, um genau das zu erreichen, was rechte Politiker versprechen, aber gar nicht halten können.
    Das alles macht der Autor mit viel Humor, einem Augenzwinkern und großer Intelligenz. Dabei ist er sowohl als Kleinkünstler als auch als freches Känguru überaus sympathisch. Noch besser kann man gute Ideen für eine bessere, gemeinsame Welt und Politik für alle gar nicht vermitteln.
    Gamechanger Abnehmspritze

    Gerald Jahl
    Gamechanger Abnehmspritze (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.02.2026

    Es geht um so viel mehr als nur um eine Spritze

    DDr. Gerald Jahl wendet bei seinen Patient*innen die Abnehmspritze an. In seinem Buch erklärt er uns, was das bedeutet. Worum geht es, warum macht er das? Welche Vorteile bringt es mit sich? Welche Gefahren birgt die Spritze?
    Herbert Hirschler ist Krimiautor, schreibt Songtexte und Wanderbücher. Er ist Patient bei DDr. Jahl und probiert die Spritze. Er nimmt uns mit auf seine Reise, berichtet von seinen Erfahrungen und zeigt uns, wie die Spritze bei ihm wirkt.
    Ich habe das Buch „Gamechanger Abnehmspritze – Nachhaltig schlank mit moderner Medizin“ mit zunehmender Begeisterung gelesen, und zwar nicht, aufgrund meines gesteigerten Wissens um die Abnehmspritze. Nein, der Autor DDr. Gerald Jahl erklärt uns in dem Buch alle möglichen und unmöglichen Zusammenhänge unseres Körpers rund um die Nahrungsaufnahme, Verwertung der Nahrung, Speicherung und Abbau von Fetten usw. Was sollten wir besser essen, wenn wir unser Gewicht halten wollen? Was müssen wir beachten, wenn wir abnehmen wollen? Wie bringen wir unseren Körper zum Abnehmen, wenn wir bereits unter Adipositas leiden und unser Stoffwechsel gestört ist? Das alles fand ich unglaublich spannend. Klar, konnte ich mir das beim einmaligen Lesen nicht alles merken. Da das Buch jedoch zukünftig in meinem Regal steht, kann ich jederzeit nachschlagen und nachlesen, wie das noch einmal war bzw. ist.
    Und wenn ich die Abnehmspritze ausprobieren will, gibt es am Ende des Buches Checklisten, ob ich geeignet bin und welche Fragen ich meiner Ärztin beim Erstgespräch stellen sollte. Klar darf ich auch selbst Denken und eigene Fragen stellen. Für mich hat der Arzt auch mit einigen Vorurteilen aufgeräumt, die man immer wieder rund um die Abnehmspritze hört. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wohin die medizinische Reise noch führt mit den Medikamenten zum Abnehmen und ob das dazu führt, dass es ein paar Zivilisationskrankheiten in der heutigen Ausprägung bald nicht mehr geben wird.
    Der Bericht von Herbert Hirschler war ein toller, unterhaltsamer Kontrast zum sachlichen Bericht des Mediziners und hat noch einmal verdeutlicht, wie viel Gewinn die Abnehmspritze für die eigene Person sein kann.
    Ich kann das Buch nur empfehlen, auch jenseits der Spritze. Es gibt viel zu lernen in dem Buch.
    Wicked Souls (Bd. 1)

    Tina Köpke
    Wicked Souls (Bd. 1) (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.02.2026

    Ich hätte einen anderen Schwerpunkt gesetzt

    Am Abend ihres Abschlussballs der Highschool wird Lyn mit einem Liebesfluch belegt. Als sie endlich ihre Ausbildung am Institut für Moderne Magie für Hexen beginnt, hat sie ständig im Kopf, dass sie ihre wahre Liebe finden muss, um diesen Fluch zu brechen. So gilt ihre volle Aufmerksamkeit ihrer Ausbildung und der Liebe. Doch es finden auch immer wieder Einbrüche in die die verschiedenen Bereiche des Instituts statt. Diese erwecken jedoch kaum Lyns Aufmerksamkeit und auch wir Lesenden bekommen davon nur am Rande etwas mit.
    Genau das ist für mich auch der Hauptpunkt, an dem das Buch krankt. Der erste Band von „Wicked Souls“ ist im Großen und Ganzen eine nette Teenie-Liebesgeschichte, die dazu auch noch sehr vorhersehbar ist. Ja, sie ist zeitweise ganz süß. Aber mir geht Lyn mit ihrer Verbohrtheit zum Teil extrem auf die Nerven.
    Wesentlich spannender wäre das Buch gewesen, wenn die Einbrüche stärker im Mittelpunkt der Handlung gestanden hätten und die Liebesgeschichte sich darum herum entwickelt hätte. Genau dieses Spannungsfeld hat den Zauber der ersten Dilogie „Hunting Souls“ ausgemacht, die in derselben Welt spielt wie „Wicked Souls“. Dadurch hat sich die Romantasy-Dilogie der Autorin von vielen anderen auf dem Buchmarkt abgehoben. Leider ist dies bei Teil 1 von „Wicked Souls“ nicht der Fall.
    Klar, ich mag Lyn und ihre Familie immer noch. Gabriel ist toll und Sebastian hat Potential. Natürlich möchte ich wissen, wie die Geschichte ausgeht. Zudem hoffe ich, dass Band 2 nun voller Spannung, unerwarteter Wendungen und überraschender Momente ist. Ich glaube jedoch, Band 1 hätte besser werden können.
    Waldmann

    Thomas Ziebula
    Waldmann (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.02.2026

    Spannende Story, interessante Figuren

    Nachdem Hauptkommissar Hannes Waldmann vor sieben Jahren auf einem Bazar von Lagos seine Frau verloren hat, kämpft er mit einer PTBS. Immer wieder wird er zu dem Moment auf dem Bazar zurückgeschleudert, in dem seine Frau spurlos verschwand. Das führt wiederholt zu Fehlern im Dienst. Da helfen keine Psychotherapie, keine Klinikeinweisung und auch keine Medikamente. Doch den Dienst quittieren will er nicht. Als es jetzt einen Fall gibt, der in die Kreise von Zwangsprostitution, Menschenhändlern und getöteten Kunden führt, ist dies Waldmanns letzte Chance, zu zeigen, was in ihm steckt.
    Der Autor Thomas Ziebula erschafft hier mit Hauptkommissar Hannes Waldmann eine sehr eigenwillige, nicht immer dem Gesetz verpflichtete Figur im Polizeidienst. Ich kann mir vorstellen, dass dies manchem Lesenden aufstoßen wird. Waldmann übt Selbstjustiz und konsumiert Drogen. Der aktuelle Fall triggert das erlittene Trauma immer wieder aufs Neue. Rechtfertigt dies das Verhalten von Waldmann? Kann man ihm mildernde Umstände zusprechen? Ich finde, Hannes Waldmann ist gerade mit seinen Brüchen sehr interessant. Sein Handeln, seine Verletzungen, sein Denken und Verstehen sind für mich ein großer Anreiz, das Buch nicht zur Seite zu legen, sondern unbedingt weiter zu lesen und am Schluss zu hoffen, dass weitere Fälle mit Waldmann kommen.
    Das Thema Flüchtlinge aus der Ukraine und ihre Schicksale ist sehr aktuell. Genauso wie das ganze Thema Menschenhandel in Deutschland und anderen europäischen Ländern akut ist. Es gibt die Bereiche des modernen Sklavenhandels ebenso wie Bordelle und Pornoindustrie, in denen viele Menschen verschwinden. Der Autor hat dieses Thema sehr spannend und erschreckend realistisch aufbereitet.
    Wer Figuren mit Ecken und Kanten mag, wird mit diesem Buch auf seine Kosten kommen. Dazu gibt es einen spannenden, top aktuellen Fall, der nachwirkt. Ich hoffe, wir hören mehr von Hauptkommissar Hannes Waldmann.
    Dr. Katze

    Renate Deimel
    Dr. Katze (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.12.2025

    Nicht alles für den Laien interessant

    Seitdem im Februar 2019 ein Kater in unseren Haushalt eingezogen ist, finde ich Katzen extrem interessant. Denn unser Kater Max und wir lernen uns jeden Tag besser kennen, wir lernen auch nach fast 7 Jahren immer noch voneinander und ich glaube, das hört auch nie auf.
    Daher war ich sehr gespannt auf ein Buch, das sich mit Katzen als Therapietieren beschäftigt. Merke ich doch, wie viel Liebe und Trost eine Katze spenden kann. Aber auch, wie eigensinnig sie sein kann, wenn es darum geht, wann sie die Zeit mit uns Menschen verbringt.
    Auf alle meine Fragen, wie man eine Katze als Therapietier einsetzen kann, liefern mir die Autorinnen Renate Deimel, Karin Hediger und Roswitha Zink in ihrem Buch „Dr. Katze – Therapie auf samtenen Pfoten“ eine Antwort. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie Ihre beiden Katzen Jonathan und Fuchur im Kinderhospiz Lichtblickhof die Therapeutinnen unterstützen und wertvolle Arbeit leisten. Es ist den Autorinnen sehr gut gelungen, mir hiervon einen Eindruck zu vermitteln.
    Auch konnte ich immer wieder sehr gut meine Katzenerfahrungen mit denen im Buch vergleichen, sodass es mir möglich war, nachzuvollziehen, warum neben Pferden und Hunden auch Katzen für die Therapie geeignet sind. Die Ausbildung zum Therapeuten mit Therapietieren wird im Buch ebenfalls angesprochen und es wird zudem erläutert, warum es wichtig ist, neben der Therapeutischen Ausbildung noch die Zusatzausbildung zu erwerben. Da es während der Sitzung jederzeit notwendig ist, das Wohl des Patienten sowie des Tieres im Blick zu haben.
    Für mich als interessierte Laiin gab es Wiederholungen, die ich nicht gebraucht hätte und die mich beim Lesen ausgebremst haben. Da ich zudem keine therapeutische Ausbildung habe, waren die beruflichen Ausführungen für mich auch nur teilweise interessant.
    Als Katzenliebhaberin habe ich das Buch gerne gelesen und dabei auch wieder einiges Neues und Interessantes über Katzen gelernt. Das Buch zählt für mich nicht zu den MUSS-Büchern, wenn man Katzen liebt, sondern zu den KANN-Büchern.
    Lebensbande

    Mechtild Borrmann
    Lebensbande (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.12.2025

    Es menschelt im Dritten Reich

    Drei Frauen helfen sich in der NS-Zeit und werden zu Freundinnen. Krankenschwester Nora versucht Leo, den Sohn von Lene, zu schützen, als dieser auf ihre Station kommt. Lieselotte und Nora lernen sich in Danzig kennen und versuchen, gemeinsam im Gulag zu überleben.
    Mit sehr viel Emotionen, Menschlichkeit und freundschaftlichen Bindungen schildert uns die Autorin Mechtild Borrmann in „Lebensbande“ Auszüge aus den Leben von Lene, Nora und Lotte. Sie ist teilweise ganz nah an diesen Figuren dran, nimmt Anteil an ihrem Schicksal, ihrer Familie, der Liebe, Freud und Leid. Das ist schön und sorgt beim Lesen für Verbindung mit den Figuren. Die Hauptfiguren sind Heldinnen, die ich beim Lesen mag, mit denen ich mitfiebere, die ich gewinnen sehen möchte. Deren Leid ich fast selbst spüre. Das alles sorgt dafür, dass ich nur so durch die Seiten fliege und das Buch schnell beendet habe.
    Doch zum Schluss bleibt bei mir dennoch ein schaler Geschmack zurück. Denn wir bewegen uns zu Beginn im Jahr 1931 und enden im Jahr 1993. Das Geschehen findet auf zwei Zeitebenen statt. Eine uns zu Beginn nicht bekannte weibliche Person schreibt ihre Erinnerungen an früher auf und schnell ergänzen diese Erinnerungen die zweite Zeitebene. Im Buch gibt es immer wieder Andeutungen, wenn es um die Gräuel der NS-Zeit geht. Sie werden jedoch nie in ihrer ganzen Härte und Grausamkeit benannt. Sehr viele HelferInnen in dieser Geschichte riskieren ihr Leben, um zu helfen. Das wird mir jedoch nicht deutlich genug herausgearbeitet. Wenn im Buch jemand erwischt wird, kommt er mit einem blauen Auge davon. Ob das wirklich realistisch war? Insgesamt finde ich, kann man schon fast von einer Romantisierung der Nazi-Zeit reden.
    Böser werden da schon die Russen dargestellt. Die Vergewaltigungen werden zwar nicht als solche benannt, es wird jedoch klar, was den Frauen passiert. Und auch der Aufenthalt im Gulag ist schlimmer als alles, was im Deutschen Reich beschrieben wurde. So schön die Geschichte der drei Frauen ist, so verschleiernd erscheint mir das Bild, das hier von unserer Vergangenheit gezeichnet wird. Ja, der Arzt ist überzeugter Nazi. Ja, im zweiten Kinderpflegeheim sterben verdächtig viele Kinder an Lungenentzündung. Aber reicht das schon, um klarzustellen, was wirklich passiert ist? Mir nicht!
    Wem du traust

    Petra Johann
    Wem du traust (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.12.2025

    Ein richtig guter Krimi

    Die beiden Freundinnen Eva und Susanne feiern mit ihren Partnern auf einem Geburtstag, während Susannes Tochter Sofia auf Evas Sohn Linus aufpasst. Im Anschluss bringt Evas Mann Sofia mit dem Auto nach Hause. Doch am nächsten Tag erfahren sie, dass Sofia nie Zuhause angekommen ist. Die Polizei beginnt zu ermitteln und es tauchen im Laufe der Tage immer mehr Unstimmigkeiten auf.
    „Wem du traust“ ist mein erstes Buch von Petra Johann. Sehr schnell ist mir beim Lesen klar geworden, dass ich als Leserin miträtseln kann, was mit Sofia passiert ist und wer beteiligt war. Genau das liebe ich an guten Kriminalromanen.
    Wir erleben die Ermittelnden sowohl in ihrem Arbeitsumfeld als auch teilweise in ihrem Privatleben. Dadurch entsteht für mich schnell Nähe besonders zu Hauptkommissarin Heide Westphal, die wir als Hauptermittelnde kennenlernen.
    Die Autorin versteht es sehr gut, uns die beiden Familien nahe zu bringen und uns dabei immer wieder auf Ungereimtheiten, Lügen, Unstimmigkeiten und Brüche hinzuweisen. Ich ertappe mich wiederholt dabei, dass ich das Verhalten der Freundinnen, ihrer Partner, aber auch der Lehrer und Mitschüler sowie Mitschülerinnen von Sofia hinterfrage. Petra Johann legt mehrere Fährten aus, denen ich mal folge und mal nicht.
    Insgesamt war das Buch für mich ein spannender Kriminalroman, den ich sehr stimmig fand. Das Ende habe ich als Abwechslung zu sonstigen Auflösungen empfunden, aber auch als passend. „Wem du traust“ war mein erstes Buch der Autorin, aber sicherlich nicht mein letztes.
    Ring the Bells

    C. K. McDonnell
    Ring the Bells (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.11.2025

    Erwartungen übertroffen

    „Ring the Bells – Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk“ ist der 5. Teil der Stranger Times Reihe von C.K. McDonnnell. Ein paar Damen eines Buchclubs möchten anhand weißer Magie die Welt zu einem besseren Ort machen. Leider beschwören sie den Gott Zalas herauf, der mit Hilfe seiner Anhänger die Welt beherrschen will. Während sich die Stranger Times-Crew auf die Suche nach Zalas begibt, ist dieser bereits damit beschäftigt, einen Kreis von Anhängern um sich zu scharen.
    Viele Serien starten stark und lassen mit jedem neuen Teil ein wenig nach. Das kann man C.K. McDonnell und seiner Stranger Times Reihe nicht nachsagen. Dem Autor fallen immer wieder gute, neue Ideen ein. Sein schräger Humor, der ausgefallene Plot, skurrile Charaktere sind in jedem neuen Band wieder sein Markenzeichen, so auch in „Ring the Bells“.
    Gelungen fand ich zu Beginn des Buches, wie der Autor uns nebenbei noch einmal alle Mitglieder der Stranger Times kurz vorstellt. Denn meistens ist es ungefähr ein Jahr her, seitdem der letzte Teil erschienen ist. Obwohl sich jeder neue Band der Stranger Times mittlerweile anfühlt, als ob wir nach langer Zeit wieder nach Hause kommen, brauche ich trotzdem einen Moment, um mir alle Figuren und ihre Charakteristika wieder in Erinnerung zu rufen. Da ist so eine kleine Hilfe vom Autor sehr willkommen.
    Sehr faszinierend ist hier, dass er nicht nur aberwitzige Handlungen, klamaukiges Geschehen, lustige Dialoge schreiben kann. Er kann genauso glaubhaft ernste, ergreifende Ereignisse in die Handlung einbauen. Bei vielen Schriftstellern würde das bestimmt nicht funktionieren. Aber bei C.K. McDonnell klappt das tadellos. Gerade lesen wir noch eine schwarzhumorige Situation und lachen lauthals über das Geschehen. Zwei Seiten später bleibt uns das Lachen dann im Halse stecken, wir sind beklommen, voller Mitgefühl und traurig, weil eine liebgewonnene Person in der Vergangenheit so viel leiden musste. Einfach toll, wie der Autor das hinbekommt.
    Für mich ist der 5. Teil ein Lieblingsband. Er ist nicht so verschachtelt, wie Band 3 und 4, sodass ich dem Geschehen besser folgen konnte. Ich fand das Buch spannend, lustig, skurril und voll toller Ideen. So kann die Reihe gerne weiter gehen. Ich hoffe noch auf viele Bände.
    Die Frau der Stunde

    Heike Specht
    Die Frau der Stunde (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.11.2025

    Gelungener Ausflug in die BRD der 70er Jahre

    Als der liberale Außenminister Helmut Busch im Jahr 1978 aufgrund einer Affäre zurücktreten muss, setzt er sich dafür ein, dass Catharina Cornelius aus seiner Partei seine Nachfolgerin wird. Diese ergreift die Chance. Im Gegensatz zu Helmuts Vorstellung, wird sie jedoch nicht zu seiner Marionette, die stets nach seinem Wunsch und Wollen handelt. Catharina hat ganz eigene Vorstellungen von einer liberalen Außenpolitik. Sie ist klug, stark und weitsichtig genug, diese auch nach ihren Wünschen zu gestalten.
    Die Autorin Heike Specht schafft es von Anfang an, uns in die 70er Jahre der BRD zu führen. Es wird stets und überall geraucht, Bier und Schnaps getrunken. Telefoniert wird teilweise aus Telefonzellen, die weibliche Hauptfigur steckt sich ein „Big Red“ Kaugummi, ein Zimtkaugummi, das ich aus meiner Kindheit kenne, in den Mund. So geht es mir immer wieder beim Lesen des Buches, es gibt immer wieder typische Eigenheiten der 70er Jahre, die mir aus meiner Kindheit bekannt sind.
    Das Buch handelt nicht nur von Catharina Cornelius, die als erste Außenministerin der BRD in diesem Buch in die Geschichte eingeht. Auch ihre beiden besten Freundinnen, die ebenfalls zwei starke Frauen sind, stehen immer wieder im Mittelpunkt der Handlung.
    Da ist Suzanne, verheiratet, Kinder, als Journalistin tätig. Sie ist stark, lebt für den Beruf. Ihr Mann ist Lehrer und die Bezugsperson der Kinder. Die dritte im Bunde ist Azadeh. Iranerin, lebt in Berlin und Amsterdam. Als es ins Teheran zur Revolution kommt, geht sie zurück in ihre Heimat. Sie hofft, hier nun in Freiheit leben zu können. Doch dann muss sie erleben, wie Khomeini und die Mullahs die Macht übernehmen.
    Gerade die starken Frauen in diesem Buch machen das Buch lesenswert. Die drei Freundinnen sind bei weitem nicht die einzigen. Sie verbreiten Optimismus, Mut und Aufbruchsstimmung. Die Männer versuchen zum Teil mit Sexismus, mit Kleingeistigkeit und mit Intrigen dagegen vorzugehen. Leider wirkt auch das sehr realistisch.
    Heike Specht gelingt es, uns in eine Zeit zu führen, die von Umbruch, Tatendrang und Aufbruch zeugt. In diese lebendige Zeit setzt sie Figuren, die entweder genau das auch erreichen wollen oder die im Gegensatz für das Bewahren und den Bestand der guten alten Zeit stehen. Dadurch entstehen ein interessantes Spannungsfeld und eine gute Geschichte.
    Nicht gut gefallen hat mir das Ende des Buches. Die einzelnen Handlungsstränge werden viel zu offen liegen gelassen. Wenn der Sinn dahinter ist, diese für einen weiteren Band wieder aufzunehmen, ist es ok. Wenn das jedoch das ultimative Ende ist, dann ist mir das zu wenig. Denn dann ist nichts geklärt, nichts beendet und alles in der Schwebe.
    Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse

    Sabine Schoder
    Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.10.2025

    Durchschnittlich

    Liv reist nach Korfu, wo regelmäßig ein Autorenwettbewerb stattfindet. Es geht um nicht weniger als den nächsten Weltbestseller. Denn, die Person, die hier gewinnt, landet in der Regel genau diesen. Doch was als Spiel beginnt, entwickelt sich schnell zu tödlichem Ernst.
    „Palace of Ink & Illusions – Der Kuss der Muse“ ist genau das, was man erwartet, wenn man schon seit Jahren New-Adult-Romantasy liest. Es gibt heiße, gut gebaute Kerle und kurvige, leicht bekleidete Mädels, es liegt Liebe und Spice in der Luft. Aber natürlich auch Gefahr, Feinde, Neider, Verräter und Rätsel, die es zu lösen gilt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschieben sich immer wieder leicht. Am Ende von Band 1 wartet auch hier, wie fast immer, ein Cliffhanger auf uns Lesenden.
    Die Figuren hätten gerne ausführlicher beschrieben werden dürfen, sodass ich eine tiefere Bindung zu ihnen hätte aufbauen können. Aber selbst die Hauptpersonen, Flame und Liv, sind mir zu oberflächlich geblieben, um wirklich mit ihnen mitfühlen zu können. Ich hoffe, in Band 2 kommen wir den beiden etwas näher.
    Während der Prüfungen hätte das Tempo teilweise höher sein können, die Gefahr größer. Das Verschwinden der ausscheidenden Teilnehmer hätte deutlicher ausgearbeitet werden können, sodass ihr Schicksal mich mehr interessiert hätte.
    Das Buch war nicht uninteressant, aber es hat mich auch nicht enorm gefesselt. Es war nett zu lesen und ich möchte auch wissen, wie die Geschichte von Flame und Liv ausgeht. Aber da wäre einfach mehr drin gewesen.
    Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat

    Marc-Uwe Kling
    Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.10.2025

    Wie immer unterhaltsam

    Ich habe bisher noch nichts von Marc-Uwe Kling gelesen oder gehört, was ich nicht mochte. Und auch das neue Buch „Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ aus der Reihe „Trubel um Tiffany“, musste ich mir unbedingt wieder als Hörbuch anhören. Besonders schätze ich daran, dass der Autor seine Bücher selbst liest und das macht er hervorragend.
    Zur Story selber schreibe ich hier nichts. Der Titel ist Spoiler genug. Dabei sprüht Marc-Uwe Kling stets vor guten Ideen und witzigen Einfällen. Zugegeben, soviel gelacht, wie in der Vergangenheit, habe ich dieses Mal nicht. Dabei kann ich jedoch nicht sagen, ob die Gedanken dieses Mal nicht so lustig waren oder ob ich einfach mittlerweile an den Humor des Autors gewöhnt bin. Nach mehreren Büchern, Hörbüchern, Comics und Lesungen habe ich gewisse Erwartungen an den Stil des Autors und liege damit auch richtig. Wobei ich, was seine Fantasie und Ideen angeht, noch immer positiv überrascht bin und seine Art, die Welt zu sehen, sehr schätze und mag.
    „Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ lohnt sich nicht nur für Kinder und deren Eltern, sondern für alle, die sich noch an ihre Kindheit erinnern können oder die Welt gerne noch einmal aus dieser Sicht sehen wollen. Ich freue mich auf noch viele weitere Abenteuer aus der Reihe „Trubel um Tiffany“.
    Marigold Manor 1: Hidden Lies

    Lara Holthaus
    Marigold Manor 1: Hidden Lies (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.10.2025

    Unterhaltsam und spannend

    Nach dem Tod ihrer Schwester hat Lola nur noch ein Ziel, sie will herausfinden, was mit ihrer Schwester auf Marigold Manor passiert ist. Zwei Jahre lang war diese auf dem luxuriösen, elitären Gestüt in England. Der Traum eines jeden Menschen, der es im Reitsport zu den Besten bringen möchte. Lola scheut keinen Kampf und kein Risiko, um zu erfahren, welche Geheimnisse Marigold Manor und sein bester Dressurreiter Aiven Audley vor ihr verbergen.
    Zu Beginn des Buches wird klar, dass sich Lola und Aiven als Rivalen im Dressurreiten gegenüberstehen. Die von Hass und Wut getriebene Lola, die im Dressurreiten neue Wege gehen will. Weg von Druck und Zwang, hin zur Pferdeflüstererin. Sowie Aiven, der arrogante, unsympathische, gebrochene Golden Boy. Sofort fliegen zwischen ihnen die Fetzen. Die Autorin Lara Holthaus setzt hier auf viel bissigen Humor, der sein Ziel stets trifft und mich als Leserin hervorragend unterhält. Die beiden sind bis zum Ende des Buches als Duo ein Vergnügen und ich liebe jede Szene, jedes Aufeinandertreffen. Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, sie lernen sich selbst, aber auch einander besser kennen. Sie lernen verzeihen, werden mutig und auf eine gute Art erwachsener.
    Doch nicht nur Lola und Aiven sind tolle Figuren. Da gibt es noch den Freundeskreis um Henry, Aivens jüngeren Bruder, der einfach klasse ist. Jede Person ist eine Persönlichkeit, die ich gerne persönlich kennenlernen würde. Aber auch die Widersacher sind so gut gezeichnet, dass ich sie mir genauestens ausmalen kann.
    Das Buch behandelt rund um den Tod von Lolas Schwester mehrere schwere Themen. Diese kommen mehrfach in einzelnen Szenen vor. Hier trifft explizite Sprache auf teils benannte, teils angedeutete Vorgänge. Das ist nicht immer leicht zu ertragen. Die Autorin geht hier meiner Ansicht nach jedoch mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl vor. Als Leserin weiß ich genau, was sie meint und doch muss sie nicht zu genau ins Detail gehen.
    Die Liebesgeschichte kommt oft ein wenig zu kurz. Gerade, weil ich die Szenen so mochte, in denen Aiven und Lola aufeinandertreffen. Gut war, dass es Kapitel aus seiner Sicht und Kapitel aus ihrer Sicht gibt. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven konnte ich mich in beide gut hineinversetzen und wusste über ihre Gefühlslage und ihre Motive Bescheid.
    Insgesamt ein Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Der spannende und humorvolle Erzählstil sorgte dafür, dass man einfach wissen muss, wie es weitergeht.
    Bestie

    Joana June
    Bestie (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.10.2025

    Gemischte Gefühle

    Delia will sich neu erfinden, wenn sie nach Hamburg zieht. Sie hofft, dass sie ein Zimmer in der WG der angesagten Influencerin Anouk, die sie bewundert, bekommt. Tatsächlich klappt es. Ab sofort ist sie Lilly, Bühnenautorin, selbstbewusst und wunderschön. Nun muss sie nur noch die beste Freundin von Anouk werden und in ihren Freundeskreis aufgenommen werden. Zu Beginn scheint auch alles gut zu klappen. Denn auch Anouk hofft, dass sie von Lilly profitiert und über deren vermeintliche Connection einen Platz an einer Journalistenschule ergattern kann. Schnell nähern sich die beiden an, verbringen Zeit miteinander, führen vertraute Gespräche.
    Die Geschichte, die die Autorin Joana June in „Bestie“ erzählt, hatte schnell eine Sogwirkung auf mich. Das offensichtlich oberflächliche Schillernde, zeigt sich sowohl darin, dass das Leben stets sofort fotografiert, upgeloaded und zur Story verarbeitet werden muss, was von allen Anwesenden geliked, geteilt und kommentiert werden muss. Es zeigt sich jedoch auch schon darin, was Anouk und ihre Freundinnen unternehmen. Welchen hippen Schuppen suchen wir heute auf, in welchem Edelrestaurant lassen wir uns heute sehen, wo findet die nächste Modenschau statt und wer ist alles dabei? Alles glänzt, alles ist oberflächlich, alles sieht nach Reichtum und vor allem cool aus.
    Dabei muss alles natürlich wirken. Besonders das Aussehen, obwohl die Nase korrigiert ist, die Haut für Unsummen im Monat behandelt wird uvm. Die Autorin schafft es sehr gut, uns dieses Leben zu vermitteln, auch die Zwänge darin. Die Ängste, die entstehen, wenn die Frauen es nach oben geschafft haben. Der Wunsch nach Wahrhaftigkeit, Natürlichkeit, nach Liebe und Nähe.
    Und doch habe ich mir beim Lesen manchmal mehr Tiefe gewünscht. Oft werden Themen nur angerissen, Fragen nur gestellt, Antworten höchstens angedeutet. Das hat mich unzufrieden zurückgelassen. Ich hätte gerne genauer hingesehen, tiefer geblickt.
    Ein durchaus interessantes Buch, das mich jedoch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat, weil ich mir einfach mehr gewünscht hätte.
    One On One

    Jamie Harrow
    One On One (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.10.2025

    Schöne Geschichte

    Dank ihres Vaters liegt Annie Radford die Liebe zum Basketball im Blut. Er war Basketballtrainer und sie immer mit dabei. Während ihrer College-Zeit hat sie Videos vom Basketballteam und den Spielen gedreht. Doch dann ist sie plötzlich gegangen, ohne den anderen zu sagen warum. Jetzt, acht Jahre später ist sie wieder da, um als Social Media Managerin professionelle Filme vom Team und den Spielen zu erstellen. Ben, der damals auch schon als Student für das Team gearbeitet hat, ist nun als Analyst des Teams angestellt. Waren er und Annie früher ein Herz und eine Seele, macht er ihr nun jeden Tag von neuem deutlich, dass er sie für eine Verräterin hält.
    Zu Beginn des Buches ist für mich Annie die Sympathieträgerin. Sie wirkt chaotisch und nett. Es ist klar, dass sie das College aufgrund eines unangenehmen Erlebnisses verlassen hat, über das nicht viele Menschen Bescheid wissen. Sie hat früher gerne für das Basketballteam gearbeitet und vor allem sehr gerne mit Ben zusammen. Daher ist sie sehr verunsichert, als Ben ihr jetzt die kalte Schulter zeigt. Und Ben wirkt generell wie der Nice Guy, nur nicht gegenüber Annie. Und schon zu Beginn des Buches denke ich als Leserin, dass die beiden miteinander reden sollten.
    Doch nach und nach kommen sich die beiden näher, ohne über den Elefanten im Raum zu reden. Schnell wird Ben so zu meiner Lieblingsfigur. Er ist nett, authentisch, liebenswert und achtet Annies Grenzen. Annie dagegen hat ein Problem, sich fallenzulassen, zu vertrauen, sie wirkt generell verkrampft. Das habe ich beim Lesen zunehmend sehr anstrengend gefunden. Dadurch konnte ich die Liebesgeschichte auch nicht fühlen. Annie stand einfach immer auf der Bremse.
    Zum Ende des Buches entwickelt Annie Mut, Ben beweist sich als der tolle Mensch, den wir seit Anfang des Buches in ihm sehen konnten. Ein großes Lob geht an die Autorin dafür, dass sie kein großes Pseudo-Drama in die Geschichte geschrieben hat, wie es oft bei Liebesgeschichten üblich ist. Ein Kritikpunkt ist, dass ich die Liebe zwischen den beiden einfach nicht fühlen konnte. Annie wurde zunehmend anstrengend und hat nach und nach ihre Sympathiepunkte bei mir verspielt. Außerdem nahm die Liebesgeschichte zu wenig Raum ein.
    Heute nicht, ich hab Migräne

    Ute Woltron
    Heute nicht, ich hab Migräne (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.10.2025

    Gute Mischung aus Fakten und Erfahrungsbericht

    Die Autorin Ute Woltron gehört selbst zu den Millionen Menschen, die Migräneanfälle bekommen. Diese neurologische Erkrankung, über die immer noch jede Menge Witze und Vorurteile kursieren. Und so ist ihr Buch zum Teil ein Erfahrungsbericht über ihre Erkrankung, aber es ist gleichzeitig so viel mehr. Sie liefert uns viele Fakten darüber, was Migräne ist, wie lange es Migräne bereits gibt, wie man Migräne bekommt. Sie schildert uns auch, mit welchen Mitteln die Menschen im alten Ägypten, im Mittelalter oder vor rund 100 Jahren versucht haben, die Anfälle zu lindern bzw. zu bekämpfen. Wir erfahren, wie der aktuelle Stand der Forschung ist.
    Für mich war dieses Buch eine wahre Fundgrube. Die Autorin hatte ihren ersten Migräneanfall im Jahr 1985. Meinen ersten Anfall hatte ich im Jahr 1987/88 und obwohl ich bis dahin nie jemanden kennengelernt hatte, der unter Migräneanfällen litt, war mir sofort klar, dass das Migräne ist. Schreckliche Kopfschmerzen, alles war zu laut, zu hell und mir war so schlecht. Nun fast 40 Jahre später kenne ich so ziemlich alle Therapiemöglichkeiten, die es gegen Migräne gibt. Lange habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich erst sehr spät zu einer Spezialistin gegangen bin. Seit dem Buch „Heute nicht, ich hab Migräne“ weiß ich nun, dass ich trotzdem immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand war, was die Migränetherapien anging. Schon alleine deshalb hat sich das Buch für mich gelohnt.
    Ute Woltron schafft es in ihrem Buch, mitreißend von ihren persönlichen Migräneerfahrungen und von den Vorurteilen, die ihr begegnet sind, zu berichten. Den gut gemeinten, aber frustrierenden Ratschlägen, vieler Menschen, die noch nie Migräne hatten und oft auch gar nicht wissen, wie unsinnig und wissenschaftlich überholt ihre Hinweise sind. Genauso spannend erzählt sie aber auch von den Therapiemöglichkeiten, von der geschichtlichen Entwicklung der Migräne in der Gesellschaft und was es sonst noch Wissenswertes rund um dieses Anfallsleiden gibt. Sie wird auch nicht müde zu betonen, dass Migräne mittlerweile zu den anerkannten neurologischen Erkrankungen zählt und dass sie nicht heil- sondern nur reduzierbar ist.
    Dieses Buch ist sowohl für Menschen geeignet, die sich noch einmal für ihre eigene Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten sensibilisieren wollen, als auch für Angehörige, die besser verstehen möchten, was in ihrem Partner, Kind, Eltern, Freunden usw. vor sich geht, wenn der Anfall da ist.
    Variation - Für immer oder nie

    Rebecca Yarros
    Variation - Für immer oder nie (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.09.2025

    Rebecca Yarros überzeugt mich immer wieder


    Als Teenager begegnen sich Allie und Hudson zum ersten Mal, als er sie und ihre jüngere Schwester vor dem Ertrinken rettet. Es hätte für beide die erste Jugendliebe werden können, wenn Allie und ihre drei Schwestern nicht unter strenger Bewachung ihrer Mutter zur Ballerina ausgebildet werden würden. Als eine dieser Schwestern stirbt, bricht der Kontakt zwischen den beiden komplett ab. Erst als Allie nach einer Verletzung wieder ins Sommerhaus der Familie kommt, begegnen sie sich wieder…
    Obwohl das Buch mit 576 Seiten für einen Liebesroman außergewöhnlich umfangreich ist, habe ich jede Seite genossen. Sowohl die Handlung als auch die Figuren weisen eine auffallende Tiefe auf. Wir erhalten Erklärungen für die Handlungen der einzelnen Personen. Nicht nur für die beiden Hauptfiguren, sondern meistens auch für die Nebenfiguren. Die Geschichte ist für mich einfach dicht und rund. Es werden mehrere schwere Themen angesprochen, die für mich jedoch ausreichend aufgearbeitet werden.
    Rebecca Yarros hat mit ihrer Geschichte in mir viele unterschiedliche Gefühle hervorgerufen. Mit diesen Gefühlen wurde ich nicht allein gelassen. Als ich das Buch zugeklappt habe, war für mich alles geklärt. Tiefe Zufriedenheit und Harmonie waren meine Gefühle am Ende des Buches. Für mich also ein Volltreffer im Genre Liebesroman.
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