Selbstbestimmtes Ende der Krimi-Reihe
Der Autor hat dieses Ende seiner Krimi-Reihe bewusst schon geschrieben, als er noch aktiv war, um selbstbestimmt ein Ende für Montalbano gestalten zu können. Diese Idee hat mir gut gefallen. Auch dieser letzte Fall für Montalbano hat den ganz eigenen Charme, den man kennt und erwartet. Die Charaktere sind gut gezeichnet, der italienische Flair wird vermittelt und Montalbano hat seinen üblichen Spaß mit Obrigkeit und Autoritäten, auch wenn er etwas müde wird. Das Buch ist vielschichtig, da man zum einen den Mordfall hat, dann die übliche schelmische Grundstimmung sowie Montalbanos Telefonate mit dem Autor. Die fand ich ganz gelungen, da Andrea Camilleri mit seiner Hauptfigur wie mit einem alten Freund spricht. Es ist ein eleganter Kniff um mögliche Wendungen und alternative Handlungen zu diskutieren, war mir aber gegen Ende ein Tick zu viel. Alles in allem war es ein interessanter Fall, aber das Ende des Buches und das Ende der Krimi-Reihe sind dann doch eher unspektakulär. Es ist ganz anders als ich es erwartet hatte und war mir zu literarisch und zu wenig handfest für eine Krimi-Reihe. Das Buch bekommt vier Sterne von mir, aber das Hörbuch volle fünf Sterne. Ich fand es sehr unterhaltsam, da es toll und abwechslungsreich gesprochen war, was die kleinen Schwächen des Textes ausgeglichen hat.