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    2. Alle Rezensionen von Ralf Günther bei jpc.de

    Ralf Günther Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 09. April 2013
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1891

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    791 Rezensionen

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    The Silent Architect

    Teramaze
    The Silent Architect (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...können bedenkenlos zugreifen.

    Teramaze sind eine der fleißigsten Bands im Prog-Metal-Genre. Nicht mal ein Jahr ist vergangen, nun liegt das 13. Studio-Album vor. Wurde am Vorgänger etwas bemängelt, dass Balladen ganz außen vor, die Songs kürzer und weniger mit Prog unterfüttert waren, hat Leader und Komponist Dean Wells nun versucht, hier alles unterzubringen. So erklingen neben drei balladesken Songs zwei kurze Metall-Nackenbrecher, wie auch vier Longsongs. Dass die Australier mit Leadsänger Nathan Peachey einen Sänger par excellence haben, dazu eine druckvoll-raffinierte Rhythmusgruppe, über die Dean Wells effektive wie virtuose Gitarrensolos abfeuert, weiß man. Diesmal strotzen die Songs aber vor eingängigen Ohrwürmern, brachialen Riff-Walzen und progressiv-epischen Momenten. Als Anspieltipp bietet sich das abwechslungsreiche “The Invisible Countdown” an. Fans von Dream Theater & Co. können bedenkenlos zugreifen.
    From A Page (2 SHM-CD)

    Yes
    From A Page (2 SHM-CD) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...eine Veröffentlichung für den Yes-Maniac...

    Keyboarder Oliver Wakeman tourte 2009 mit der Prog-Legende Yes, die in den 70er Jahren mit Vater Rick epochale Scheiben des Genres erschufen. Auf der Tour spielten die alten Haudegen Chris Squire, Steve Howe und Alan White, als Sänger hat man Benoit David an Bord, der mit seiner hohen Stimme für die gewünschte Annäherung an Jon Anderson sorgte. Im Jahr 2010 ging man dann für ein neues Album ins Studio. Doch dann kam für Oliver Wakeman alles anderes. Während der Aufnahmen übernahm Trevor Horn die Regie. Letztendlich erschienen zwar die Songs “Into The Storm”, “The Man You Always Wanted Me To Be” und “Hour Of Need” 2011 auf FLY FROM HERE, doch nun waren so gut wie alle Keyboardparts von Geoff Downes, dem alten Kumpel von Trevor Horn aus der Zeit von DRAMA, eingespielt worden. Viele Jahre später hatte Wakeman die originalen Aufnahmen ausgegraben. So erschienen 2019 vier der mit Wakeman eingespielten Songs, ergänzt um Live-Mitschnitte, als FROM A PAGE. Nun liegt in einer edlen Box, ergänzt mit Poster, Cards und langen Linernotes von Oliver Wakeman, die „Expanded And Remastered Edition“ vor. Auf der CD1 (46 min.) erklingen die acht Songs der Zusammenarbeit, ergänzt auf CD 2 (30 min.) um Demoversionen. Interessant ist das bisher nicht bekannte Instrumental kurze “Updraft”, welches aus den Jams von Wakeman mit Alan White entstanden war. Letztendlich kam man feststellen, dass Oliver Wakeman viel mehr dem typischen Yes-Sound entspricht, als Downes. Oliver Wakemans Moog-Läufe und sein flüssiges Klavierspiel wecken sofort Erinnerungen an seinen Vater, das sind die Highlights des Albums. Das ändert nichts daran, dass die späten Yes jegliche Innovationskraft und Dynamik verloren hatten, auch wenn in “To The Moment” kraftvoller agiert wird, schöne Solos erklingen. Somit eine Veröffentlichung für den Yes-Maniac.
    The Next Step! (Deluxe Edition)

    B3
    The Next Step! (Deluxe Edition) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Antesten, ob die Mixtur hier für einen passt...

    Wow, die aufwändige Buchaufmachung im quadratischen 28,5-cm-Format mit 77 Seiten ist ein Hingucker! Unter den Namen B3 betreiben der Berliner Produzent und Keyboarder Andreas Hommelsheim und sein Freund Lutz Halfter (dr) ihr Projekt. Stand auf früheren Alben in kleiner Besetzung, meist instrumental, die Hammond B3 und Jazz-Fusion-Funk im Rampenlicht, hat sich hier der Sound merklich verändert. Hommelsheim hat in den um die vier Minuten langen Songs diesmal den Fokus eher auf Gesangsstimmen und den groovigen Pop-Rock-Sektor verlegt. Perfekt produziert, erinnert “Côte d‘Azur” an Stings “Englishman in New York“, andere Tracks an elegante Funk-Disco-Tracks ala Earth, Wind & Fire. Aufgelockert wird dies durch sieben kurze instrumentale Interludes. Die schmatzende Hammond bleibt diesmal leider außen vor. Alle Texte sind natürlich im dicken Buch auch enthalten, wie viele Noten und nette Geschichten – mustergültig! Der Jazzfan (der sich hier zu Wort meldet) wird hier allerdings kaum fündig werden.
    Live @ Jazz At Lincoln Center

    Live @ Jazz At Lincoln Center (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    In effektiven drei, vier Minuten pro Song präsentiert Russel zeitlose amerikanische Musikgeschichte

    Glänzte Catherine Russell (Jahrgang 1956) vor zwei Jahren mit einer hervorragen Duo-CD mit dem Pianisten Sean Mason, liegt nun eine in New York mitgeschnittene Livescheibe der preisgekrönten Jazz- und Bluessängerin mit einer siebenköpfigen Begleitband vor. Das hervorragend klingende Album taucht tief in die Historie von Blues und Vintage-Jazz ein. Dabei setzt sie aber nicht auf die immer wieder gehörten Klassiker, sondern wählt weniger bekannte Songs, wie Leonard Feathers “Keep Your Mind On Me”. Auch wenn die ausdrucksstarke Vokalistin selbstredend im Rampenlicht steht, steuern ihre Begleiter (tp, tb, sax, p, g, b, dr) wohldosierte Soli bei. Zudem wirkt ein Stepptänzer bei drei Tracks mit. Natürlich bleibt bei dem swingenden Puls kein Fuß still. In effektiven drei, vier Minuten pro Song präsentiert Russel zeitlose amerikanische Musikgeschichte. Schön, dass auch die Lyrics im Booklet abgedruckt sind.
    Bangers & Ballads

    Bangers & Ballads (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine schöne, abwechslungsreiche Einspielung

    Der deutschen Gitarrist Philipp Schiepek (32) und der aus Österreich stammende Trompeter Lorenz Widauer (27), beide mit Preisen ausgezeichnet, lernten sich 2021 bei den Salzburger Festspielen kennen und schätzen. Nun liegt deren erste CD vor, im klassischen Quartettformat eingespielt. Wie der Albumtitel nahelegt, findet man sowohl balladeske, auch klassisch angehauchte Momente, wie kraftvoll vorantreibende und rhythmisch raffinierte Tracks, die paritätisch verteilt von den zwei Hauptprotagonisten beigesteuert werden. Sehr schön die synchron geführten Themen, über die die beiden mit ausdruckstarken Soli glänzen. Beide verfügen über eine virtuose Technik, die aber nicht zum Selbstzweck ausartet. Schiepek pflegt zudem einen klaren E-Gitarren-Sound. Eine schöne, abwechslungsreiche Aufnahme.
    Zawinulology

    Zawinulology (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...groovige Ethno-Jazz-Einspielungen...

    Den Wiener Paul Urbanek (61) kennt man als Mann am Flügel, oft im klassischen, groovigen Jazztrio-Format, auf den Säulen Bop, Swing, Blues stehend. Durchaus hat der Österreicher aber auch früher schon zu Keyboards gegriffen, damit hat er seine neue Scheibe nun fast vollständig alleine eingespielt. Der Albumtitel deutet es schon an, dass er von seinem weltbekannten Kollegen Joe Zawinul inspiriert wurde, hier explizit von dessen groovigen Ethno-Jazz-Einspielungen mit dem Zawinul Syndicate. Mit diversen Keyboards erzeugt Urbanek in seinen ausgearbeiteten Tracks einen fetten Bandcharakter, bei manchen Stücken auch mit einem Mix aus echten Drums mit elektronischen Sounds. Groovig, tanzbar, mit flüssigen, songdienlichen Solos unterfüttert. Mal tranceartig, dann wieder feurig. Vereinzelte Stimme lockern zudem das Klangbild auf (so Iva Bittova in “Interrupted Meditation”). Im schrägen “Bebop Leftovers” treffen elektronische Sounds und Rhythmen auf kurze Wortsamples und Soloexkursionen von Klavier und Synthesizer. Kurzweilige 43 Minuten, wenn man auf diese Mixtur steht.
    Non-Artificial

    Non-Artificial (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    hohe Empfehlungsstufe!

    Nachdem der in Wien lebende serbische Kontrabass-Professor Nenad Vasilić zuletzt eine CD nur mit Solo-Bass(!) veröffentlichte (s. GT 6/24), erschließt sich sein in Quartettbesetzung eingespieltes neues Album schneller, verliert sich gemäß des Albumtitels auch nicht in Künstlichkeit - jedoch hört man große Kunst. Eingängige, doch nicht banale Themen (alle von Vasilić beigesteuert), unterfüttert mit raffinierten Timeshifts und schönen Wendungen. Hier treffen Balkansounds auf Jazz und Klassik. Auch die Besetzung mit Klavier/E-Piano, Kontrabass, dem höher gestimmten Piccolo-Bass und Drums sorgen für einen besonderen, abwechslungsreichen und warmen Sound. Dass die Musiker ihre Instrumente meisterhaft bescheren, versteht sich von selbst. Mitreißende 40 Minuten, hohe Empfehlungsstufe!
    Tritop 120

    Tritop
    Tritop 120 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...der Retro-Prog-Fan erfreut sich an 48 Minuten willkommener Abwechslung im Player!

    Was hier von drei Jahren zum Debüt der italienische Retro-Progger Tritop um den virtuosen Drummer, Leader und Komponisten Ivo Di Traglia geschrieben wurde, gilt auch hier „vier Songs bieten ein überbordendes Klangerlebnis. Die Gitarre erinnert an Yes, Mellotronwände an Genesis und King Crimson, verschachtelte Chorsätze an Gentle Giant, theatralischer Gesang an Queen, ausgedehnte Prog-Metal-Ausritte an Dream Theater. Desweiteren kann man noch Ingredienzien von Steven Wilson, ELP oder Flower Kings heraushören“. Auch hier dehnt sich der finale Longsong über 23 Minuten, fährt alles zwischen virtuosen Soli, symphonischen Klanggebirgen und komplexen Arrangements auf. Langeweile kommt hier sicherlich nicht auf, das Quintett liebt die Vergangenheit, blickt aber auch in die Prog-Gegenwart. Somit keine Innovation, doch der Retro-Prog-Fan erfreut sich an 48 Minuten willkommener Abwechslung im Player!
    Lost Not Forgotten Archives: Live In Tokyo, 2010

    Dream Theater
    Lost Not Forgotten Archives: Live In Tokyo, 2010 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...werden wohl nur DT-Maniacs die mit 76 Minuten prallvolle Scheibe benötigen...

    Im Rahmen ihrer „Lost Not Forgotten Archives“-Reihe haben die Prog-Metal-Kings Dream Theater nun den letzten Auftritt mit Mike Portnoy vor dessen Ausstieg dem geneigten Fan zugänglich gemacht. Auch wenn von der „Black Clouds And Silver Linings“-Tour kein offizielles Live-Album veröffentlich wurde, werden wohl nur DT-Maniacs die mit 76 Minuten prallvolle Scheibe benötigen. Zwar ist die Tonqualität ordentlich, erfüllt aber nicht die von ihnen gewohnten Standards. Es erklingen aus dem seinerzeit aktuellen Album BLACK CLOUDS AND SILVER LININGS alleine 4 Tracks, darunter die epischen Longtracks “A Nightmare To Remember” und “The Count Of Tuscany”. Von SYSTEMATIC CHAOS hat es “Prophets Of War” in die Setlist geschlichen. Zum Schluss darf dann natürlich nicht das Medley aus “Pull Me Under / Metropolis” fehlen. Dass die Virtuosen fehlerfrei durchs Programm rasen, verwundert nicht. Auch James LaBrie ist ordentlich bei Stimme.
    Perspectivity

    Perspectivity (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Das Bandkonzept lebt von der intensiven Kommunikation, die kraftvollen wie auch fragilen Momente werden elegant ausformuliert

    Hinter den Bandnamen Elmo Nero stehen die österreichischen Musiker Gina Schwarz (b) und Christoph Helm (g), die das Trio vor vier Jahren gründeten, 2023 ihr Debut vorlegten. 2025 übernahm der US-Amerikaner Chris Parker den Platz an den Drums, nun liegt das neue Album vor. Die Kompositionen sind paritätisch von Schwarz und Helm beigesteuert. Die abwechslungsreichen Tracks bieten charmante bis virtuos-verschachtelt Themen, die das Trio als Ausgangsbasis zu hervorragenden Solos nutzt. Auch wenn Helm früh in Rockbands spielte, klingt seine meist E-Gitarre klar und flüssig, auch wenn er u.a. im mitreißenden “Flip Trip” etwas in die Trickkiste greift, in “The Monster Of Loch Randomness” auch mal zum Gitarrensynthesizer greift (auch hier denkt man an spontan Pat Metheny). Gina Schwarz ist ebenso eine Künstlerin mit stupender Technik und spannenden Ideen. Das Bandkonzept lebt von der intensiven Kommunikation, die kraftvollen wie auch fragilen Momente werden elegant ausformuliert. Gemäß des Albumtitels pflegt man verschiedenste Perspektiven auf den Jazz, ohne dabei die Melodik, Harmonik und Rhythmik zu vergessen. Als Gast unterstützt Lea Helm mit nonverbalem Gesang in drei Stücken. Das tolle Trio geht seinen Weg somit erfolgreich weiter!
    Recall

    Recall (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Ein reifes Debutalbum, dem man gerne lauscht

    Altsaxofonist Raffaele Fiengo, Jahrgang 1998, hat bereits in jungen Jahren diverse Auszeichnungen eingefahren, sowohl als Solist, wie auch mit seinem Quartett. Als Vorbilder nennt der Italiener Kenny Garrett, wie auch Thelonius Monk und Wayne Shorter. Aber auch mit der europäischen Klassik des 20. Jahrhunderts, u.a. Bartok und Honegger, hat sich Fiengo intensiv beschäftigt. Somit wundert es nicht, dass er in seinen Eigenkompositionen eine Ausgewogenheit zwischen Freiheit und Struktur, Intensität und Introspektion sucht. Er verbindet Jazz aus New York mit Elementen der Klassik. Sein Klaviertrio begleitet ihn dabei aufmerksam und variabel, bekommt aber auch Solospots. Mit elegantem Ton steht Fiengo souverän im Zentrum, meist bevorzugt er die feine, sensible Artikulation. Im Booklet kann die Intention zu jedem Stück nachgelesen werden. Ein reifes Debutalbum, dem man gerne lauscht. Hier wirkt nichts aufgesetzt.
    Howlin' Waters

    Terry Robb
    Howlin' Waters (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ein geschmackvolles Statement an die Historie, die zugleich frisch ins Heute ausstrahlt.

    Der 69-jährige kanadische Gitarrist verbeugt sich auf seinem neuen Album vor den Bluesgiganten Howlin‘ Wolf und Muddy Waters. Das bedeutet aber nicht, dass er Songs dieser Meister covert, alle Tracks stammen aus seiner Feder. Robb fühlt sich mit seinem virtuosen Spiel auf der akustischen Gitarre in traditionellen amerikanischen Stilen von Ragtime, Folk, Americana bis zu etwas Jazz, Rock ’n’ Roll und ganz viel akustischem Blues wohl. In Songs um die zwei, drei Minuten kommt der gefeierte Fingerstyle-Gitarrist direkt auf den Punkt, greift auch gerne mal zum Slide-Röhrchen. Manche Songs sind solistisch eingespielt, aber auch Gäste am Kontrabass, Klavier, Violine und Drums kommen zum Einsatz. Fünf Titel sind mit Gesang aufgelockert, u.a. auch von ihm. Highlights sind aber die instrumentalen Parts. Somit ein geschmackvolles Statement an die Historie, die zugleich frisch ins Heute ausstrahlt.
    Not Normal After Music

    Not Normal After Music (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...in Produkt aus dem Umfeld der Samurai Of Prog...

    Und wieder erreicht uns ein Produkt aus dem Umfeld der Samurai Of Prog. Der spanische Multiinstrumentalist Rafael Pacha taucht als Gitarrist seit ein paar Jahren immer wieder als Gitarrist bei den selbsternannten Prog-Samurais auf. Zudem arbeitet er mit SoP-Mastermind Kimmo Pörsti immer wieder eng zusammen (Pacha and Pörsti, The Guildmaster). Auch auf seiner neuen Solo-CD, die zwischen 2023 – 2025 eingespielt wurde, ist Kimmo Pörsti als Drummer und Co-Produzent dabei. Pacha bewegt sich im Spanungsfeld von entspanntem Retro Prog ala Camel, Folk Prog, insbesondere, wenn er zu Flöten, Geige oder Zither greift, sowie fließenden Jazzelementen. Im Untertitel des Albums wird mit „with the friends of (con)fusion“ auch auf dieser Fusion-Charakter hingewiesen. Die meisten Tracks sind Instrumentals und bieten entspannte Jams mit längeren solistischen Passagen. Michael Manring und Jan-Olaf Strandberg glänzen mit hervorragendem Basspassagen. Kimmo Pörsti liefert das von ihm gewohnte solide Drumming. Alessandro Di Benedetti, auch bekannt aus dem PoS-Universum, liefert abwechslungsreiche Keyboardarbeit. Seine Gesangsdarbietung zusammen mit Paula Pörsti lockert etwas auf, ist aber, wie auch der zweite Gesangstrack mit Sänger John Wilkinson, nicht zwingend. Erfreulich die Klangfarben durch Risto Salmi (sax). Somit eine nette und anregende Musikreise über 65 Minuten (ein Song erstreckt sich sogar über 18 Minuten), die aber keine bleibenden Eindrücke oder Schäden, wie der Albumtitel suggerieren könnte, hinterlässt. Der Albumtitel spielt mit Diskussionen in den 1920er-Jahren in den USA, in denen es darum ging, ob durch diese Musik und Tänze Krankheiten entstehen könnten („not normal after jazz“)...
    More Than You Know

    More Than You Know (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Zeitlos...

    Der US-Amerikaner Dexter Gordon (1923 – 1990) war einer der größten Tenorsaxofonisten des Jazz. Der erste Tenorist des Bebop verband elegant die gegensätzlichen Pole Coleman Hawkins und Lester Young mit den neuen Bop-Ideen. Nachdem er Ende der 60er Jahr nach Europa umgesiedelt war, verlor man ihn im Ursprungsland des Jazz aus den Augen, was sich nach seiner triumphalen Rückkehr 1976 nach NYC änderte (auf dem erfolgreichen Album HOMECOMING – LIVE AT THE VILLAGE VANGUARD nachzuhören). Ein spätes Highlight war dann 1986 seine Mitwirkung in Bertrand Taverniers Film „Round Midnight“. ---

    Sein trocken-sonorer Klang steht auch in diesem 1981 in Italien mitgeschnitten Konzert im Zentrum. In den überlangen Songs, die sich bis zu knapp einer halben Stunde ausdehnen, bekommt natürlich auch sein Trio mit Kirk Lightsey (p), David Eubanks (b) und Eddie Gladden (dr) ausgiebige Solomöglichkeiten. Der ob seiner Größe von 1,96 m „Long Tall Dex“ genannte Dexter Gordon wird auf diesem durch die Restoration und das Mastering recht gut klingendem Zeitdokument seinem Ruf als Gigant es Tenorsaxofons durchaus auch 1981 noch gerecht. Erfreulicherweise liegt auch ein informatives 16-seitiges Booklet bei. Wer sich dem Meister auf dessen kreativem Zenit annähern möchte, dem sei das Blue-Note-Album GO! (1962), sowie die auch auf Blue Note posthum veröffentlichte Zusammenstellung BALLADS ans Herz gelegt.
    The Last Question

    The Last Question (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...Als großes Plus stellt sich als Gast der Trompeter Giovanni Falzone heraus...

    Das Trio Nugara des Pianisten Francesco Negri legt ihr zweites Album vor, welches von Science-Fiction-Themen angeregt wurde, was man auch Songs wie “String Theory”, “The Time Traveller” oder “Nebula” ablesen kann. Der Albumtitel wurde zudem durch die Kurzgeschichte „Die letzte Frage“ von Isaac Asimov inspiriert. Das Trio spielt eng verzahnt, von balladesk bis rasant. Auch die flexible Rhythmusgruppe kann sich solistisch verwirklichen. Als großes Plus stellt sich als Gast der Trompeter Giovanni Falzone heraus, der vier Tracks durch sein flexibles Spiel veredelt. Von klaren Linienführungen bis zu Growls verfügt Falzone über ein breites Spektrum, dass sich in introspektiven Momenten, wie auch in Up-Tempo-Songs punktgenau einfügt. Die abwechslungsreichen Songs stammen alle von den Triomitgliedern, so dass man gerne über die ganzen 54 Minuten der CD lauscht.
    Distopìa

    Distopìa (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine über 56 Minuten bestens unterhaltende CD

    Das 2023 in Florenz gegründete Sextett Saihs wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, zählt zu den aufstrebenden Jazzbands Italiens und kann nun ihr Debütalbum präsentieren. Außer dem zum Ausklang präsentieren Klassikers “Celia” von Bebop-Klavier-Pionier Bud Powell, stammen alle Kompositionen aus den eigenen Reihen. Mit ausgefeilten Songs wird ein geschmackvolles Bouquet dargeboten, welches mit schönen Themen, virtuosen Solos und abwechslungsreichem, eng verzahnten Ensemblespiel jederzeit überzeugt. Auch die Möglichkeiten von drei Blasinstrumenten werden kompositorisch weidlich genutzt. Eine über 56 Minuten bestens unterhaltende CD, die auf der Tradition fußt, diese in einen swingenden und pulsierenden Modern Jazz gelungen überführt. Die Aussagen jeder Musiker im Booklet sind aber leider nur in Italienisch abgedruckt.
    Celebrating 100 Years Hot5

    Celebrating 100 Years Hot5 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine große Freude über 49 Minuten für Traditional-Jazz-Fans!

    Feierten die hier zum Quartett geschrumpften South West Oldtime All Stars zuletzt Duke Ellington (s. GT 3/24), bezieht man sich nun wieder auf Louis Armstrong und präsentiert 16 Tracks seiner legendären Hot Five. Die Originale aus den Jahren 1925 bis 1928 gelten als einer der epochalen Aufnahmen des Jazz, hier bekamen die Solisten erstmals mehr Raum zur Improvisation. Die ursprünglich aus Baden-Württemberg stammende Band um Initiator und Trompeter Martin Auer interpretiert die um die drei Minuten langen Klassiker kongenial, frisch und vital. Über kraftvoll swingendes Klavier und pluckerndes Banjo brillieren Trompete, Posaune und Klarinette. Eine große Freude über 49 Minuten für Traditional-Jazz-Fans!
    Ghost Town

    Axel Rudi Pell
    Ghost Town (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    „The same procedure as every year“, well done

    „The same procedure as every year“, diese Plattitüde wird auch gerne im Zusammenhang mit Axel Rudi Pell verwendet. Und es stimmt ja auch, dass der sympathische Bochumer Gitarrist das liefert, was seine Fans von ihm erwarten. Das mag somit meist überraschungsfrei sein, doch wenn die Qualität stimmt, Pell das bietet, was er unzweifelhaft beherrscht, dann freut sich der Fan zurecht – und das seit nunmehr über 35 Jahren! Mit seiner seit Jahren unveränderten Band um den kraftvoll-rauen Sänger Johnny Gioeli ist Pell einfach der legitime Nachfolger von Ritchie Blackmore’s Rainbow. Knackige Riffs, melodiöse Hooks und flinke Gitarrensolos – klassischer Hard Rock in Reinkultur! Auch wenn der Rezensent weiter der Meinung ist, dass der gute Ferdy Doernberg (richtige) Solospots (nicht nur atmosphärische Intros etc.) verdient hätte (bei Rainbow reduzierte Blackmore aber bekanntlich die einstmals bei Deep Purple paritätischen Gitarren- und Orgelsolos auch stark). Drummer Rondinelli spielt wie gehabt kraftvoll, doch hier fehlen etwas die Überraschungen (dass der Sound meist - so auch hier - oft stark komprimiert wird, das mag man bedauern). Pells Kompositionen zünden weiterhin und reißen mit. Im Titeltrack wird es dann schleppend-doomig im Stil von Black Sabbath mit Dio. Als Gast duelliert sich Ex-Accept-Sänger Udo Dirkschneider mit Johnny Gioeli in “Breaking Seals”. Die knarzige „Nicht-Sänger-Stimme“ von Udo gilt als Kult, ob sie besser gefällt als Gioellis kraftvolles Shouting, das mag jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall ein interessantes Zusammentreffen unter Freunden. Somit wieder die gewohnt gute Wertarbeit aus dem Ruhrpott – still rockin‘ and rollin‘!
    Familia

    Familia (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ein hörenswertes Big-Band-Album

    Der in Berlin lebende Pianist Ramiro Zayas legt sieben neue Eigenkompositionen und einen Fremdtitel vor, die seine argentinischen Wurzeln mit der Freiheit des Jazz verquicken. Dabei nutzt er das ihn begleitende Basel Jazz Orchestra mit allen musikalischen harmonischen Möglichkeiten zwischen lyrischer Introspektion und kraftvollen Ausbrüchen, wobei Zayas eher den feineren Pinselstrich verwendet. Als Einflüsse nennt Zayas dabei Guillermo Klein und Kenny Wheeler, wie auch Elemente der argentinischen Popmusik und Kammermusik. Dabei erhalten die Big-Band-Musiker in den fünf bis sieben Minuten langen Songs natürlich auch solistischen Auslauf. Schade, dass die Solisten nicht im Booklet aufgeführt sind. Als Gäste wirken in je einem Track Joyce Bastos (der einzige Gesangstitel der CD. Mezzosopran, portugiesisch gesungen in einem brasilianisch angehauchten Song) und Katie Webster (sax) mit. Mit seinem vierten Solo-Album, dem ersten für ein großes Ensemble, hat Zayas ein durchaus hörenswertes Big-Band-Album veröffentlicht.Musik: 3-4 Punkte
    Táctil

    Táctil (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Als Anspieltipp der tollen CD möge das kraftvolle “Constantine” dienen. 65 Minuten, die keine Langeweile aufkommen lassen.

    Beglückte der Pianist Marco Mezquida vor einem halben Jahr als Duo-Partner der Sängerin Lina (s. GT 5/25), legt er nun eine Trio-Scheibe vor, die bereits vierte mit seinen bewährten Partnern Aleix Tobías (dr, perc) und Martín Meléndez am Cello. Mannigfaltige Klänge durch das Anschlagen der Tasten, das Zupfen oder Streichen der Saiten, das Streicheln oder Anschlagen der Membranen führen durch zwölf abwechslungsreiche Eigenkompositionen des Spaniers. Die positive, treibende Kraft der Musik reist mit, angetrieben durch agile Rhythmen, Funken sprühende Melodieketten - durchaus auch einmal melancholisch - und virtuose Ausbrüche. Mit einer kurzen Ravel-Bearbeitung wird das Album eröffnet, dem bald die Adaption eines Cesaria-Evora-Songs folgt. Als Anspieltipp der tollen CD möge das kraftvolle “Constantine” dienen. 65 Minuten, die keine Langeweile aufkommen lassen.
    Aegina's Secret

    Yinon Muallem
    Aegina's Secret (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine weltmusikalische Klangreise im 35-minütigem LP-Format, die berührt.

    Der 1968 in Israel als Sohn jüdischer Immigranten geborene Multiinstrumentalist Yinon Muallem (oud, g, perc, voc) lebt seit vielen Jahren in Istanbul. Musikalisch ist er ein wahrer Weltbürger. So entstanden die Songs seiner neuen CD in Deutschland, Schweden, Israel und der Türkei. Seine sieben Eigenkompositionen wurden durch einen Besuch auf der griechischen Insel Ägina inspiriert. So verschmelzen Klänge des Mittelmeerraumes, die sich in den traditionellen Maqam-Tonleitern ausdrücken mit westlichen Stilen, wie dem Jazz. Gastmusiker steuern entsprechende Klänge auf Trompete, Posaune, Klarinette, E-Gitarre und E-Bass bei. Im einzigen Gesangstrack der CD versucht Muallem die Geschehnisse des 7. Oktober zu verarbeiten. Mit “Feel It” erklingt zudem eine instrumentale Version des Kate-Bush-Songs, während der Opener “Misirlou” eine traditionelle osmanische Melodie erklingen lässt, die durch den Film PULP FICTION bekannt wurde. Eine weltmusikalische Klangreise im 35-minütigem LP-Format, die berührt.
    The Ballads VI

    Axel Rudi Pell
    The Ballads VI (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    14.02.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    der gute ARP halt :-;

    „The same procedure as every year“, durch die legendären Silvestersendung DINNER FOR ONE zum geflügelten Kultspruch geworden, passt im positiven Sinne auch auf Axel Rudi Pell. Der sympathische Bochumer, inzwischen auch schon 62 Jahre alt, startete 1993 mit THE BALLADS, damals noch ohne Volume-Nummer versehen, ein Erfolgsmodell. Stand seinerzeit noch Jeff Scott Soto am Mikro, hat sein Kumpel Johnny Gioeli den Gesangspart nun schon seit vielen Jahren übernommen. So auch auf der sechsten Folge, die nun nach fünf Jahre Pause das Rezept in gleicher Struktur fortsetzt. Das bedeutet, dass er Fremdkompositionen „eingepellt“ hat, dazu passende eigene Songs aus älteren Alben (auch manche der Fremdkompositionen) editiert, sowie drei brandneue Kompositionen, davon zwei Instrumentals, hinzugefügt hat. Diesmal hat Pell Songs von Joan Baez (“Diamonds And Rust”, dem geneigten Rockfan natürlich von Judas Priest im Ohr), Kansas (“Dust In The Wind”), Paul Anka (“She’s A Lady”), Tony Carey (“Room With A View”, 1988 Titelsong der Serie „Wilder Westen inclusive“) und Jay Hawkins (“I Put A Spell On You”, wahrscheinlich durch CCR am bekanntesten) ausgewählt. Auch wenn seine Fassungen mit den Kult-Originalen nicht mithalten können, hinterlässt er seine eindeutige Handschrift mit sustaingetränkten Gitarrenleads. Dass Gioeli ein guter und kraftvoller, doch ob seiner nicht großen Bandbreite nicht überragender Heavy-Sänger ist, merkt man bei Vergleichen mit den Originalen ab und an. Nichtsdestotrotz bietet die prallvolle CD genau das, was seine Fans von ihm erwarten. Keine Innovationen, sondern kraftvollen Heavy-Sound in der Tradition von seinem Helden Ritchie Blackmore. Seine Band liefert das routiniert-sichere Fundament, dass er seinem profunden Keyboarder Ferdy Doernberg keinen solistischen Auslauf gönnt, mag man als vertane Chance ansehen (das kennt man in etwas so ja auch von Ritchie Blackmore. War bei Deep Purple der Keyboarder in etwa gleichberechtigt, musste selbiger bei Rainbow in die zweite Reihe rücken). Fans seiner früheren Alben dieser Serie, wie auch generell klassischer Hard-Rock-Balladen, können bedenkenlos wieder zugreifen, auch wenn es über die Dauer von 74 Minuten natürlich doch wieder etwas viel Plüsch gibt . Ein aufklappbares Poster, vorne mit dem Cover, hinter mit Bandfoto versehen, sowie das Booklet mit den Texten seiner Songs, rundet das Paket gelungen ab.
    Symphonic Live (Live In Heineken Music Hall, Amsterdam / 2001) (Limited Edition)

    Symphonic Live (Live In Heineken Music Hall, Amsterdam / 2001) (Limited Edition) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...eine interessante Wiederveröffentlichung...

    Das Konzert von Yes vom 22.11.2001 in der Heineken Music Hall in Amsterdam wurde bereits 2002 als Doppel-DVD veröffentlicht. Nun wird der zweieinhalbstündige Mitschnitt remastert als Doppel-CD und Blu-ray, sowie als 4-LP-Set wiederveröffentlicht. Die Tour folgte der Veröffentlichung des Albums MAGNIFICATION, welches die Herren Anderson, Howe, Squire und White mit einem Symphonieorchester und ohne(!) Keyboarder – ein Novum in der Yes-Historie – eingespielten. Im Konzert beschränkte man sich auf drei Songs aus dieser CD, im Zentrum standen die üblichen Highlights wie “Close To The Edge”, “And You And I”, “I’ve Seen All Good People”, “Starship Trooper”oder “Roundabout”, wie auch die seltener gespielten epischen Longsong “The Gates Of Delirium” und “Ritual”, Seite/Track 4 aus TALES FROM TOPOGRAPHIC OCEANS. Zudem hatte Steve Howe sein übliches Gitarrensolo-Feature, wie auch der Hit aus der Trevor-Rabin-Zeit, “Owner Of A Lonely Heart” eingestreut wurde. Zur Tour hatte man außer dem European Festival Orchestra allerdings mit Tom Brislin auch wieder einen Keyboarder dabei, so dass auch entsprechende Tastensolos erklingen. Über den Sinn oder Unsinn eines Orchesters im Prog Rock kann man lange diskutieren, erfreulich ist hier, dass der Klangkörper nicht nur als bloße Staffage im Hintergrund eingesetzt wurde, durchaus komplexe Arrangements erklingen. Auch wenn YESSONGS das ultimative Live-Album von Yes bleibt, eine interessante Wiederveröffentlichung.
    Imaginary Mountains

    Imaginary Mountains (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine kurzweilige Gipfelbesteigung in 48 Minuten

    Als subtile Anspielung auf Keith Jarretts PERSONAL MOUNTAINS möchte der finnische Pianist Aki Rissanen (45) seine neue CD IMAGINARY MOUNTAINS verstanden haben. Allerdings bestieg Jarrett 1979 mit einem Quartett um Jan Garbarek höchste Höhen, während Rissanen auf der fünften Veröffentlichung mit seinen bewährten Begleitern das klassische Klaviertrio-Format, auch einen anderen musikalischen Ansatz wählt. Mit seinem eingespielten Trio - sowohl auf akustischem, wie auch Yamaha E-Flügel - modelliert Rissanen mit seinen Partnern an Bass und Drums sich langsam entwickelnde rhythmische Motive, die eine hypnotisch Wirkung entfallen, um dann in anderen Tracks mit flüssiger Figuration Geschichten aus seinen inneren Landschaften zu erzählen. Auch sanften elektronischen Tupfern ist man nicht abgeneigt. Modern, rau, abwechslungsreich zwischen klar strukturiert und fließend improvisierend – der einst als Pianist von Verneri Pohjola reüssierte Rissanen hat mit seinem Trio seine eigene Sprache gefunden. Eine kurzweilige Gipfelbesteigung in 48 Minuten.
    Alone Finally: Live

    Alone Finally: Live (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    für Klavierfans

    Der Schweizer Pianist Claude Diallo (44) studierte und lebte lange in den USA, bevor er wieder in seine Heimat zurückkehrte. Sein Idol war Oscar Peterson, auch Diallo pflegt einen swingenden Jazzpiano-Stil, der von gepflegten Balladen bis zu virtuosen Up-Tempo-Tracks reicht. Nachdem er mit seinem Claude Diallo Trio Situation mehrere Alben einspielte, verzichtet er diesmal auf die rhythmische Begleitung, stellt sich der Herausforderung alleine live im Rampenlicht des Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen zu stehen. Wieder ließ er sich von Reisen und Erfahrungen inspirieren, so hier New York, Japan und Südamerika. Fünf Eigenkompositionen treffen auf sieben Songs, u.a. von Keith Jarrett und Bill Evans, wie auch einer schönen Version des Paul-Desmond-Klassikers “Take Five” – sanft tastend beginnend mit gedämpften Klaviersaiten, bevor dann der 5/4-Klassiker perlendes Tempo aufnimmt, dann wieder zart-gedämpft ausklingt. Interessanterweise interpretierte er mit “We’re All Alone” auch einen Rocksong von Boz Scaggs, perfekt passend zum Albumkonzept. Klavierfans können sich an prallen 71 Minuten erfreuen, auch klanglich perfekt eingefangen.
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