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    2. Alle Rezensionen von Ralf Günther bei jpc.de

    Ralf Günther Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 09. April 2013
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1942

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    813 Rezensionen

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    A Portrait

    A Portrait (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    it dieser umfangreichen Box wird die Karriere des Instrumentalisten und Komponisten Wolfgang Lackerschmid umfassend gewürdigt

    Wolfgang Lackerschmid zählt neben dem verstorbenen Wolfgang Schlüter zu den bekanntesten Vibrafonisten Deutschlands. Zu seinem 70. Geburtstag wird Lackerschmid mit dieser umfangreichen 7-CD-Box gebührend gewürdigt. Einem breiteren Publikum wurde der sympathische Augsburger 1979 durch seine berührenden Duo-Aufnahmen mit dem Trompeten-Poeten Chet Baker bekannt. Trotz Bakers starker Drogenabhängigkeit gelang es Lackerschmid, ihn nochmals zu Höchstleistungen anzuspornen. Die ersten fünf CDs zeichnen Lackerschmids abwechslungsreiche Karriere chronologisch nach. Auch die thematische Gliederung der einzelnen CDs überzeugt. FIRST YEARS enthält fünf Stücke mit Chet Baker, daneben sind weitere Größen wie Larry Coryell, Herbert Joos, Kenny Wheeler, Billy Hart und Joachim Kühn vertreten. Die zwölf Tracks (64:11) reichen von einem Solostück aus dem Jahr 1976 bis zu einer Sextettaufnahme von 1990. FROM THE NINETIES besticht unter anderem durch ein Duett mit dem großartigen Gitarristen Attila Zoller. Daneben sind Aufnahmen mit Paquito D’Rivera, Hendrik Meurkens, John Lee oder Ed Cherry zu hören (12 Tracks, 1991–1999, 73:28). TOURING FORMATIONS rückt vor allem die Zusammenarbeit mit dem Pianisten Bob Degen im Quartett in den Mittelpunkt. Darüber hinaus sind auch Michal Urbaniak und Njamy Sitson vertreten (9 Tracks, 1999–2013, 62:26). MAINLY BANDS WITH TRUMPET versammelt vor allem Kollaborationen mit den Trompetern Marco Tamburini, Tiger Okoshi und Ryan Carniaux (12 Songs, 2008–2019, 66:29). MAINLY BRAZIL – JAZZ UNTIL NOW präsentiert zwölf Eigenkompositionen aus den Jahren 2015 bis 2024. Die Stücke wurden in Quartettbesetzung eingespielt, unter anderem mit den Pianisten Helio Alves, Mark Soskin und Myslaure Augustin (59:32). Auf SONGS stehen verschiedene Sängerinnen im Rampenlicht, darunter auch Lackerschmids Ehefrau Stefanie Schlesinger (16 Songs, 1993–2024, 69:21). Die abschließende CD COMPOSITIONS FOR ENSEMBLES, CHOIR, ORCHESTRA, BALLET, MUSICAL dokumentiert in 16 Tracks Lackerschmids stilistische Vielfalt auch jenseits des Jazz (1988–2026, 69:23). Das 60-seitige Booklet führt ausführlich durch die Historie. Leider ist die Lesbarkeit stellenweise eingeschränkt, da auch graue Schrift auf schwarzem Hintergrund verwendet wird. Mit dieser umfangreichen Box wird die Karriere des Instrumentalisten und Komponisten Wolfgang Lackerschmid umfassend gewürdigt – Ehre, wem Ehre gebührt! Wunderbar!
    In A Glass House (2026 Remix & Remaster)

    Gentle Giant
    In A Glass House (2026 Remix & Remaster) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    ....ein Prog-Klassiker...

    In der Blütezeit des Prog Rock feierte Bands wie ELP, Yes oder Genesis riesige Erfolge. Schwelgten diese oft in romantischem Klangbombast, zeichneten sich Gentle Giant durch eine bislang unerhörte musikalische Komplexität aus, die Elemente aus Rock, Jazz, Folk mit mittelalterlichen Madrigalen, Kammermusik und Avantgarde genial verbanden. Dazu trug bei, dass die Musiker über dreißig Instrumente beherrschten. So erklangen vierstimmige Blockflötensätze, die von einer hart rockenden Gitarre abgelöst wurden, warfen sich Kirchenorgel und Bass die Bälle zu, nach einer Geigenparforce überraschten A-cappella-Gesänge, bevor Pauke, Marimba und Xylophon und eine mehrstimme Gesangslinie das “An Inmates Lullaby” anstimmten. Gentle Giant konnten Komplexes und Rockiges bruchlos zu einer musikalischen Tour de Force verbinden, die harmonische und rhythmische Verrücktheiten dennoch zugänglich und mitreißend präsentieren. An den Megaerfolg der vorgenannten Bands konnten sie damit zwar nicht anschließen, doch eine große Fanschar war ihnen sicher. Nach dem Meisterwerk OCTOPUS verließ mit Phil der älteste der drei Shulman-Brüder die Band, was das verbliebene Quintett unter starken Druck setzte. Heute unfassbar, dass ihr US-Label das nach nur vierwöchiger Produktionszeit 1973 entstandene fünfte Album IN A GLASS HOUSE als unverkäuflich ablehnte. Der Band war nämlich nichts weniger als eines DER Highlights der Prog-Geschichte gelungen. Dies liegt nun in verschiedenen Formaten entstaubt als Remaster vor, Bonusmaterial existierte wohl nicht. Ein Klassiker!
    Continuum

    Continuum (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...von boppigen Tempo-Tracks bis zu einfühlsamen Balladen reicht das Spektrum...top

    Bereits letztes Jahr lies der junge österreichische Pianist Thomas Quendler mit seiner Trioeinspielung aufhorchen. Nun erweitert er seine eingespielte Truppe um Maximilian Glanz (sax) und Johannes Mandl (g) zum Quintett Motion. Sechs wendungsreiche Eigenkompositionen Quendlers werden von den frisch interpretierten Klassikern “Stolen Moments” (Oliver Nelson), “Blue in Green” (Miles Davis) – das einzige Solo-Stück des Albums - und “Voyage” (Kenny Barron) flankiert. Von boppigen Tempo-Tracks bis zu einfühlsamen Balladen reicht das Spektrum. Quendler sind zudem schöne Melodien eingefallen, spielt prächtige Solos und hält alle Fäden souverän in den Händen. Die glockenklare E-Gitarre und das sämige Saxofon erweitern das klangliche Spektrum gelungen und sorgen für profunde Abwechslung ein. Hervorragend! Auch der Klang ist erste Sahne. Die Förderung des Albums hat sich Quendler als Preisträger des Ö1 Jazzstipendiums 2025 redlich verdient.
    ReLoad (Remastered 2025)

    Metallica
    ReLoad (Remastered 2025) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Metallica 2.0 ....das ungeliebte RELOAD...

    Nach 29 Jahren wird nun auch das ungeliebte RELOAD remastert wiederveröffentlicht. Riefen die alten Metallica-Fans schon bei METALLICA Verrat, brachte das Doppel LOAD und RELOAD das Fass vollends zum Überlaufen. Nicht nur die Thrash-Fans waren gespalten. Von „CD des Monats“ bis „Rohrkrepierer“ war auch in den Musikmagazinen alles vertreten. Das tat dem Erfolg keinen Abbruch, #1 in den Charts war sogleich erobert. Betrachtet man Metallica 1996/1997 losgelöst vom Meisterwerk MASTER OF PUPPETS, kann man deren Abkehr vom Thrash-Purismus zu einem breiten Spektrum aus Hard Rock, Metal, Alternative, Blues, Southern Rock und Folk positiver bewerten. Nach dem ruppigeren LOAD, brachte RELOAD dann die abwechslungsreichere Palette an den Start, die von “Fuel” bis zu „Low Man’s Lyric” changierte. Auch die Single “The Memory Remains” mit dem gespenstischen Gastauftritt von Marianne Faithfull blieb im Gedächtnis. Das Remaster bildet die druckvolle Bob-Rock-Produktion noch etwas besser ab.
    Lex Legion

    Lex Legion
    Lex Legion (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...freut sich der klassische Metal-Fan an diesem hochwertigen Eisen - old School never dies!

    Supergroup, das wird zu oft kolportiert, so wurde dies auch bei der neuen Heavy-Metal-Band Lex Legion ausgerufen. Und ja, die Musiker sind bekannt durch ihr Mitwirken bei u.a. Motörhead, Scorpions oder Don Dokken – und sie spielten alle auf den legendären King Diamond Alben THEM und CONSPIRACY Ende der 80er Jahre. Somit erklingt King-Diamond-Musik ohne den Falsettsänger. Dafür ist Nils K. Rue von Pagan’s Mind als Vokalist dabei. Natürlich fürchtet auch er die hohen Töne nicht, beherrscht variabel und druckvoll aber alle Register. Da die gestählten Musiker ihr Metier beherrschen, erklingt genau das, was die Fans erwarten. Zupackende Songs mit Hooks und giftigen Riffs, virtuose Gitarrensoli vom Duo Andy LaRocque / Pete Blakk, Mikkey Dee gerbt gelungen die Felle, kann sich hier mehr als bei den Scorpions austoben. Auf wenn nicht alle Songs durchgehend zünden, man sich über die etwas einfallslosen Ausblendungen beim Opener und dem kurzen instrumentalen Finale (aber mit top Bass) ärgern kann, freut sich der klassische Metal-Fan an diesem hochwertigen Eisen - old School never dies! Und es soll ja durchaus Hörer geben, die die King-Diamond-Songs lieben, doch mit dem Organ des Sängers nie warm wurden. Der klassische Metal-Sänger Nils K. Rue passt da nun womöglich wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Mit knapp 35 Minuten ist die CD aber deutlich zu kurz geraten.
    Milky Way

    Milky Way (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    2 von 5

    Da hätte man mehr erwartet...

    Unter dem Namen Milky Way veröffentlichten die Jazzer Michal Urbaniak (sax, violin) und der deutsche Keyboarder Christoph Spendel Eigenkompositionen, die sie mit Top-Musikern wie Lenny White (dr), Ray Gomez (g), Victor Bailey (b) oder Randy Brecker (tp) 1989 für L+R Records von Fritz Rau einspielten. Nun wird die Scheibe wiederveröffentlicht. Die um die vier- bis fünfminütigen Songs sind sehr eingängig, smooth, ja manchmal sogar tanzbar. Das hat nichts mehr mit den innovativen Fusion-Highlights der 70er Jahre (Mahavishnu Orchestra, Return To Forever, Weather Report) zu tun, hier fehlen die Ecken und Kanten, harmonische und rhythmische Überraschungen. Kurze Solos und kleine Wendungen, wie u.a. die unisono geführten Linien von Synthesizer und Scatgesang durch Urszula Dudziaks lassen nur kurz aufhorchen. Gelang schon seinerzeit kein Höhenflug in die Milchstraße, klingt dies heute noch mehr aus der Zeit gefallen. Die beiden 2025 verstorbenen Protagonisten haben diverse packende Scheiben hinterlassen, diese gehört nicht dazu.
    Parallel Lives

    Hats Off Gentlemen It's Adequate
    Parallel Lives (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Wieder sehr abwechslungsreich

    Das fleißige englische Duo Hat’s Off Gentlemen It’s Adequate um Malcolm Galloway (voc, g, keys, prog) und Mark Gatland (b, g, keys) pflegen auch auf ihrem neuen Album weiter ihren „Science-Art-Rock“. Die Lyrics, die sich um wissenschaftliche oder soziologische Themen drehen, sind mindestens ebenso wichtig wie die Musik. Das aktuelle Werk dreht sich um das Thema Entfremdung. Dabei bringt Galloway eigene, schmerzhafte Erfahrungen (er leidet unter verschiedenen Krankheiten) ein, wie auch Inspirationen von Philip K. Dick und Alastair Reynolds. Die textlastigen Songs werden durch vier abwechslungsreiche Instrumentals aufgelockert. Art Rock, etwas Neo Prog im finalen “Just Hold On”, hier auch mit einem längeren, floydigen Gitarrensolo, wie auch etwas Electronics bieten ein recht breites klangliches Spektrum. Trotz der schweren Thematik verliert Galloway nicht den Mut und Hoffnung. Im 24-seitigen Booklet sind auch alle Texte enthalten.
    2014 NYC

    King Crimson
    2014 NYC (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Auch wenn man Robert Fripps Veröffentlichungstempo solcher Livemitschnitte kritisch sehen kann, der KC-Freund kann hier bedenkenlos zugreifen!...

    Nach längerer Auszeit hielt 2014 der karmesinrote König des Prog Rock wieder Hof, Maestro Robert Fripp hatte King Crimson als Septett revitalisiert. Als besonderen Clou brachte er diesmal drei(!) Drummer mit auf Tour, darunter Pat Mastelotto, wie auch den virtuosen Porcupine-Tree-Trommler Gavin Harrison. Neben altbekannten Mitgliedern wie Tony Levin (b) und Mel Collins (sax) übernahm Jakko Jakszyk als Sänger und zweiter Gitarrist eine wichtige Rolle. In GT 2/15 wurde mit LIVE AT THE ORPHEUM ein Mitschnitt dieser Tour aus Los Angeles besprochen, die starke Reduktion auf sieben Tracks bemängelt. Das zwei Wochen später in New York aufgezeichnete Konzert erscheint nun in hervorragender Klangqualität – und diesmal sind alle Songs des Abends auf zwei CDs mit einer Laufzeit von 125 Minuten dabei. Fripp konzentrierte sich damals auf die erste Phase von 1969 bis 1974, diesmal kam auch das unterschätzte Album ISLANDS mit zwei Songs zu Ehren. Mit späteren Tracks wie “Vroom” oder “The Construkction Of Light” wurde aber auch die Zeit mit Adrian Belew gestreift, wie natürlich auch kräftig improvisiert wurde. Alle drei Drummer glänzten im ausgefeilten Solo-Drums-Track “The Hell Hounds Of Krim”. Auch wenn man Robert Fripps Veröffentlichungstempo solcher Livemitschnitte kritisch sehen kann, der KC-Freund kann hier bedenkenlos zugreifen! Den 80-Jährigen wird man vermutlich nicht mehr live erleben können, der karmesinrote König ist begraben, doch nicht vergessen.
    Blind Spots - Still Looking

    Blind Spots - Still Looking (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Ein 40-minütiges, gelungenes aktuelles Statement in zudem hervorragender Klangqualität.

    Mit seinem eingespielten Trio legt der aus Turin stammende Pianist Sergio Di Gennaro (45) nunmehr das zweite Album vor. Die abwechslungsreichen Stücke stammen alle aus der Feder des Italieners. Da wird gegroovt, lyrisch die Töne getupft, dann wieder treibend auch harmonisch offene Sequenzen gestreift. Dies alles gut abgeschmeckt und durchhörbar. Ares Tavolazzi (b) und Enzo Zirilli (dr) sorgen nicht nur für die solide Grundierung, es wird durchaus selbstbewusst thematisch mitgestaltet und gelungen soliert. Natürlich steht der Pianist mit seinen perlenden Läufen im Fokus, wird in zwei Tracks zudem von Saxofonisten Emanuele Cisi (62) bopend unterstützt. Ein 40-minütiges, gelungenes aktuelles Statement in zudem hervorragender Klangqualität.
    Airports

    Airports (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.09.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...Somit ein leicht transzendentales Schweben durch die Airports...

    Das Abschlussprojekt zum Masterstudium vom Altsaxofonisten Matti Klessascheck aus dem Jahr 2024 liegt nun als CD vor. Inspiriert wurde Klessascheck durch die Stimmungen auf Flughäfen, allerdings nicht der stressigen, sondern eher der feinstofflichen Art. Flughäfen sind Übergangsräume, die Momente des Aufbruchs wie auch der Zugehörigkeit bescheren können. Sein Oktett bietet ihm auf seinem Debutalbum mannigfaltige Möglichkeiten, vom Duo oder Trio bis zur vollen Besetzung mit fünf Bläserstimmen. Meist bewegt man sich in fein ziselierten, oft pastellfarbigen Eigenkompositionen. Nuanciert wird das Tempo variiert, doch man bewegt sich nie im High-Power-Bereich. Die Bläser werden geschickt für verschiedenste Klangfarben eingesetzt, die Soloparts sind gut in die Stücke integriert, hier geht es nicht um das Ausspielen der Virtuosität. Somit ein leicht transzendentales Schweben durch die Airports, nach 53 Minuten ist man dann wieder sanft gelandet.
    Unland

    Unland (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine subtile, harmonische, stets berührende World-Jazz-CD

    Drei Jahre nach ihrem Debütalbum legt das belgische Trio 3’Ain nun den Nachfolger vor. Die Besetzung mit Akkordeon (Piet Maris), Trompete (Yamen Martini) und Otto Kint (Kontrabass, gezupft und gestrichen) erzeugt zwar ein ungewöhnliches Klangbild, doch die sechs Eigenkompositionen (je eine von Kint und Martini, der Rest von Maris) berühren mit ihren melismatischen Melodien, der schönen Mixtur aus Jazz, Musette und traditionellen arabischen Elementen. Gleichberechtigt agieren die Instrumente, eine klagende Trompete wird von hypnotisierenden Figuren von Akkordeon und Bass getragen, bis alle Instrumente synchron die bewegenden Themen intonieren. Die Solos zeugen vom Können der Musiker, sind jedoch immer songdienlich, bewahren aber die Spannung. Vereinzelt greift der aus Syrien stammende Martini zu Percussion. Das von einem bluesigen Bassgroove getragene “Staketsel” mag als Hörtipp dienen. Eine subtile, harmonische, stets berührende World-Jazz-CD mit einer von Laufzeit im LP-Format (37 min.), die hervorragend zwischen Kontemplation und rhythmischer Energetik pendelt, klasse!
    Kaveriot Korridor

    Kaveriot Korridor (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Ein gelungener, intelligenter Einstand!

    Der französische Trompeter Jean-Baptiste Rousseaux, Jahrgang 2001, wählt für sein Debüt das Trio-Format ohne Harmonieinstrument – nur in zwei Tracks übernimmt als Gast Alex Goodman die Gitarre. Rousseaux überlässt seinen Bassisten Konrad Waldert das Intro in die CD, bevor er mit strahlendem Klang übernimmt. Das Fehlen eines Harmonieinstruments schafft Freiräume für die Musiker, die diesen für subtile Interaktionen nutzen. Rousseaux verfügt als klassisch geschulter Trompeter über eine stupende Technik, die er zwar durchaus aufblitzen lässt, dabei aber immer in Kontakt mit seinen Musikern bleibt, die ebenfalls solistischen Auslauf bekommen. Rousseaux hat getragene Balladen, u.a. mit einer Widmung an Enrico Rava, sowie kraftvollere Midtempo-Songs während einer Reise durch Weißrussland komponiert, ergänzt um den umgestalteten Klassiker “Airegin” von Sonny Rollins, sowie das Outro “Goodbye” (G. Jenkins), bewegend als Trompeten-Duett dargeboten . Ein gelungener, intelligenter Einstand! 57 Minuten Laufzeit bieten genügend Raum für unterschiedliche Klangschattierungen.
    Handmade

    Handmade (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Abwechslungsreiche Klangschattierungen, raffiniert auskomponierte Parts und solistischer Freiraum ergeben ein geschmackvolles Bouquet über 58 Minuten

    Mit dem neunköpfigen Ensemble La Inestable de Brooklyn hat der zwischen New York und Europa pendelnde Pianist und Komponist Emilio Solla (63) sein aktuelles Album in echter Handarbeit eingespielt, ohne elektronische Instrumente oder Helferlein. Der Latin-Grammy-Gewinner bringt die Klangwelten von Tango, Jazz und Kammermusik in Einklang. Geige und Bandoneon aus der Latinwelt treffen auf jazzige Einwürfe der Bläser und Rhythmusgruppe, natürlich auch vom Leader am Klavier. Abwechslungsreiche Klangschattierungen, raffiniert auskomponierte Parts und solistischer Freiraum ergeben ein geschmackvolles Bouquet über 58 Minuten. Eine dreiteilige Suite steht im Zentrum, mit “Joni Mitchell” gibt es zudem einen Widmungssongs, in dem Solla Motive zweier Songs der legendären Singer/Songwriterin verwendet. Und in “La Carta” tönen Chick Coreas “Children Songs” aus der Ferne….
    Parz

    Parz (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    In besten Momenten agiert ein geschlossener Klangkörper mit besonderer Klangästhetik, der sich energetisch zentriert auf das wesentliche konzentriert

    Auf ihrem zweiten Album hat das Trio um Namensgeber Alex Parzhuber (dr), Fabian Dudek (sax) und Oliver Lutz (bg) in drei Stücken die Keyboarderin Olga Reznichenko eingeladen. Wie schon auf der ersten Scheibe sorgen alle Musiker zudem für elektronische Sounds, die den kraftvoll-treibenden Groove, die Kraft der Studio-Jam, mit modernen Studioklängen vereint. Fabian Dudeks Solos dringen mitunter in freiere Ausdrucksphären vor, sind aber auch immer wieder elektronisch verfremdet. In besten Momenten agiert ein geschlossener Klangkörper mit besonderer Klangästhetik, der sich energetisch zentriert auf das wesentliche konzentriert, was bereits der verkürzte Albumtitel PARZ suggeriert. PARZ(huber) YOU CAN!
    Wrap A Tear In Cellophane

    Wrap A Tear In Cellophane (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Ein freigeistiger Zwitter für aufgeschlossene Geister.

    Dass die Scheibe auf dem Label von Ronin-Chef Nik Bärtsch erscheint, deutet schon etwas auf die exaltierte Ausrichtung hin. Das Trio um Paul Butscher (tp, voc, keys), Mèlusine Chappuis (keys, voc) und Xavier Almeida (dr) setzt sich zwischen alle musikalischen Stühle. Da trifft luftiger Indie-Pop-Flair auf kraftvoll-treibende Grooves, sensitive Flügelhornmelodien auf verschattete Gesänge, werden geheimnisvolle Klanggebilde erschaffen. Ein freigeistiger Zwitter für aufgeschlossene Geister.
    Pink / Neon

    Fred Frith
    Pink / Neon (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Freigeistig

    Ungewöhnliches verspricht die Session von Gitarren-Unikum Fred Frith, dessen Weg von Art Rock über Jazz in die Avantgarde führte, dabei seiner E-Gitarre mannigfaltige Klangmanipulationen unterzieht, mit den deutschen Johannes Tonio Kreusch, einem preisgekröntem Klassikgitarristen und dessen Bruder, dem Jazzpianisten Cornelius Claudio Kreusch. Die spontanen Improvisationen leben vom aufmerksamen aufeinander eingehen, pendeln zwischen freien Klanggebirgen zu strukturierteren Stimmungsbildern. Von faszinierend bis verstörend alles dabei!
    Allicanto

    Taihr
    Allicanto (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Unwiderstehlich, nach 35 Minuten muss man sofort die Repeat-Taste drücken!

    Die keck-durchdringende Stimme von Genesis Trinidad Galves Jaramillo nimmt einen überfallartig sofort gefangen. Die aus Chile stammende Sängerin, wie auch der Keyboarder, ist allerdings wie das gesamte Septett Taihr in Köln beheimatet! Diese mitreißende und frische Mixtur aus Alternative Rock, Prog, Funk und etwas Jazz hätte man kaum hier eingeordnet. Die Songs klingen leichtfüßig, ja oft sogar tanzbar, man kann kaum ruhig sitzen bleiben, bieten aber viele Überraschungen. Dazu prägnante Solos von Gitarre; Synthesizer und Saxofon, die Ergänzung um das Sax zum ersten Album zahlt sich voll. Voller Verve und Dynamik tobt Taihr durch ALLICANTO, benannt nach dem mythologischen chilenischen Vogeldämon, der Gold verspeist, um sein Gefieder zum Glänzen zu bringen. Unwiderstehlich, nach 35 Minuten muss man sofort die Repeat-Taste drücken!
    Pardon my French!

    Pardon my French! (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Die stilistische Offenheit gefällt und sorgt für Vielfalt, schön.

    Der Albumtitel geht auf eine Entschuldigung des Stargasts Robben Ford zurück, als der US-Amerikanische Gitarrist zwischen Blues, Rock und Jazz in Frankreich mit dem Geiger Daniel John Martin diese gelungene CD aufnahm. Die klangliche Besonderheit entstammt der Verbindung eines elektrischen Quartetts (g, keys, bg, dr) mit einem Streichquartett, sowie des Gypsy-Jazz-Geigers. Dessen Kompositionen reiften teilweise seit der Jugend, überzeugen mit geschmackvollen Melodien und bieten insbesondere Martin und Robben Ford solistischen Spielraum. Die Band groovt kraftvoll, die Streicher sind bestens integriert, spielen lyrisch und elegant. Zwei Gesangstitel bringen zudem Soulelemente ein. Die Solos sind virtuos, dabei jederzeit auf den Punkt. Die stilistische Offenheit gefällt und sorgt für Vielfalt, schön.
    Between Earth And Sky

    Between Earth And Sky (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Ein esoterisches Album mit einem 100-minütigen kollektiven Flow in stupender Klangqualität.

    Der preisgekrönte Trompeter Markus Stockhausen bewegt sich mühelos zwischen Jazz, Kammermusik und World Music. In ungewöhnlicher Besetzung (tp, voc, fl/synti, p, perc) wollte sich Stockhausen mit seinen vier italienischen Musikern der Inspiration des Augenblicks hingeben, alle Stücke sind spontane Improvisationen. Nein, kein kakophonischer Free Jazz, die Stimmung ist oft meditativ-getragen. Sanft entwickelt sich die Musik, nimmt Form an, wandert durch imaginäre Klanglandschaften, bietet Platz für eingebettete Solos, bis manchmal überraschende, freiere Wendungen in eine andere Richtung führen. Dies kann sich dann auch schon mal über eine Viertelstunde hinaus ausdehnen. Ein esoterisches Album mit einem 100-minütigen kollektiven Flow in stupender Klangqualität. Der Albumtitel gibt hier tatsächlich die Richtung vor.
    1974 Penn State University

    King Crimson
    1974 Penn State University (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2026
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Pralle 75 Minuten Prog-Geschichte

    Mit Veröffentlichung des Album STARLESS AN BIBLE BLACK gingen King Crimson in der Besetzung Robert Fripp (g, ep, mellotron), David Cross (v, mellotron, ep) John Wetton (b, voc) und Bill Bruford (dr, perc) in den USA auf ihre letzte Tour vor dem ersten Splitt. Vier Konzerte in der letzten Juniwoche 1974 wurden seinerzeit mitgeschnitten. 1975 erschien das Live-Album USA, dem viele Bootlegs im Laufe der Jahre folgten. Nun hat Maestro Fripp den Mitschnitt des Konzerts am 29. Juni in der Penn-State-Universität ausgegraben und zusammen mit David Singleton und Tony Arnold in recht guter Klangqualität aufbereitet. Dass das Set quasi dem von USA entspricht, ist nicht verwunderlich. Allerdings sorgte die Improvisationsfreude des Quartetts immer für Überraschungen. Neben zwei spontanen Improvisationen bot auch die ausgiebig gestreckte Version von “Easy Money” oder das Instrumental “Fracture” viel Freiraum, der ausgiebig genutzt wurde. Spannend, “Starless” war hier noch in der Entstehungsphase, der endgültige Text stand noch nicht. Kurz nach der Tour spielte man RED im Studio ein, der sofortige Splitt folgte. Auch wenn Fripp laut eigener Aussage hier bereits ein Wrack war, begeistert auch heute noch die rohe Kraft und Energie dieser Formation, die mit Wetton aber auch einen schönen Balladensänger aufbieten konnten (“Lament”). Kurze Zeit danach war die wohl aufregendste Progband der 70er Jahre erst einmal Geschichte. In diese kann der Fan nun über pralle 75 Minuten eintauchen.
    Voices Unheard

    Jayler
    Voices Unheard (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Nichts Neues, doch das macht viel Spaß

    Ein neues Album von Greta Van Fleet? Das könnte man durchaus annehmen, wenn man das Debütalbum des britischen Classic-Rock-Quartetts Jayler hört. James Bartholomew Stimmlage und Intonation erinnert oft stark an Josh Kiszka. Nun kann man laut „Imitatoren!“ rufen, doch das hatte man bei GVF auch postuliert. Klar, diese Bands bedienen sich an den Golden Zeiten des Rocks, als der Blues in knackigen, harten Rock überführt, dies zudem mit englischen Folk-Einflüssen unterfüttert wurde. Und damit ist man unweigerlich bei Led Zeppelin angelangt. Auch Aerosmith vermag man herauszuhören. Nach einem kurzen Intro mit Harmonika und Gesang reist einen der als Single ausgekoppelte Vierminüter “Down Below” sogleich mit. Mit “Bittersweet” beweisen Jayler, dass sie auch karge, akustische Balladen beherrschen, die nicht ins peinliche abdriften. Der zudem blondgelockte Sänger führt souverän durchs Album, von einer dynamischen Rhythmusgruppe getragen, durch effektive Gitarrensolos befeuert. Ja, vertrautes Terrain, doch mit Verve und Spaß rausgehauen - der Lohn: Im Herbst als Vorband von Deep Purple im verdienten Rampenlicht!
    Past and Presence

    Past and Presence (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.07.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    So steuert Klaus Koenig seine Band in diesen 53 Minuten sicher von der Vergangenheit in die Gegenwart

    Mit 89 Jahren darf Klaus Koenig natürlich philosophieren, ob diese sechste Veröffentlichung seines Quintetts Seven Things womöglich auch die letzte ist. Somit heißt der Abschlusstrack auch “Finissimo“. Die nachdenkliche Rubato-Ballade klingt aber nicht resignativ, gemäß dem Spruch „sag niemals nie“ liegt hier auch die Hoffnung, die Koenig formuliert. Mit seiner bestens eingespielten Bläsersektion Daniel Schenker (tp) und Christoph Merki (as) kann der Pianist seine Ideen, alle Kompositionen wurden von ihm beigesteuert, eloquent umsetzen. Die Klangästhetik des legendäre Miles-Davis-Quintetts der 60er Jahre fasziniert ihn schon immer. Da wird durchaus mal an der Grenze zur Atonalität und Auflösung gekratzt, dann aber wieder harmonische Gefilde aufgesucht. So steuert Klaus Koenig seine Band in diesen 53 Minuten sicher von der Vergangenheit in die Gegenwart. Warten wir, was die Zukunft bringt.
    The Silent Architect

    Teramaze
    The Silent Architect (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...können bedenkenlos zugreifen.

    Teramaze sind eine der fleißigsten Bands im Prog-Metal-Genre. Nicht mal ein Jahr ist vergangen, nun liegt das 13. Studio-Album vor. Wurde am Vorgänger etwas bemängelt, dass Balladen ganz außen vor, die Songs kürzer und weniger mit Prog unterfüttert waren, hat Leader und Komponist Dean Wells nun versucht, hier alles unterzubringen. So erklingen neben drei balladesken Songs zwei kurze Metall-Nackenbrecher, wie auch vier Longsongs. Dass die Australier mit Leadsänger Nathan Peachey einen Sänger par excellence haben, dazu eine druckvoll-raffinierte Rhythmusgruppe, über die Dean Wells effektive wie virtuose Gitarrensolos abfeuert, weiß man. Diesmal strotzen die Songs aber vor eingängigen Ohrwürmern, brachialen Riff-Walzen und progressiv-epischen Momenten. Als Anspieltipp bietet sich das abwechslungsreiche “The Invisible Countdown” an. Fans von Dream Theater & Co. können bedenkenlos zugreifen.
    From A Page (2 SHM-CD)

    Yes
    From A Page (2 SHM-CD) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...eine Veröffentlichung für den Yes-Maniac...

    Keyboarder Oliver Wakeman tourte 2009 mit der Prog-Legende Yes, die in den 70er Jahren mit Vater Rick epochale Scheiben des Genres erschufen. Auf der Tour spielten die alten Haudegen Chris Squire, Steve Howe und Alan White, als Sänger hat man Benoit David an Bord, der mit seiner hohen Stimme für die gewünschte Annäherung an Jon Anderson sorgte. Im Jahr 2010 ging man dann für ein neues Album ins Studio. Doch dann kam für Oliver Wakeman alles anderes. Während der Aufnahmen übernahm Trevor Horn die Regie. Letztendlich erschienen zwar die Songs “Into The Storm”, “The Man You Always Wanted Me To Be” und “Hour Of Need” 2011 auf FLY FROM HERE, doch nun waren so gut wie alle Keyboardparts von Geoff Downes, dem alten Kumpel von Trevor Horn aus der Zeit von DRAMA, eingespielt worden. Viele Jahre später hatte Wakeman die originalen Aufnahmen ausgegraben. So erschienen 2019 vier der mit Wakeman eingespielten Songs, ergänzt um Live-Mitschnitte, als FROM A PAGE. Nun liegt in einer edlen Box, ergänzt mit Poster, Cards und langen Linernotes von Oliver Wakeman, die „Expanded And Remastered Edition“ vor. Auf der CD1 (46 min.) erklingen die acht Songs der Zusammenarbeit, ergänzt auf CD 2 (30 min.) um Demoversionen. Interessant ist das bisher nicht bekannte Instrumental kurze “Updraft”, welches aus den Jams von Wakeman mit Alan White entstanden war. Letztendlich kam man feststellen, dass Oliver Wakeman viel mehr dem typischen Yes-Sound entspricht, als Downes. Oliver Wakemans Moog-Läufe und sein flüssiges Klavierspiel wecken sofort Erinnerungen an seinen Vater, das sind die Highlights des Albums. Das ändert nichts daran, dass die späten Yes jegliche Innovationskraft und Dynamik verloren hatten, auch wenn in “To The Moment” kraftvoller agiert wird, schöne Solos erklingen. Somit eine Veröffentlichung für den Yes-Maniac.
    The Next Step! (Deluxe Edition)

    B3
    The Next Step! (Deluxe Edition) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.05.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Antesten, ob die Mixtur hier für einen passt...

    Wow, die aufwändige Buchaufmachung im quadratischen 28,5-cm-Format mit 77 Seiten ist ein Hingucker! Unter den Namen B3 betreiben der Berliner Produzent und Keyboarder Andreas Hommelsheim und sein Freund Lutz Halfter (dr) ihr Projekt. Stand auf früheren Alben in kleiner Besetzung, meist instrumental, die Hammond B3 und Jazz-Fusion-Funk im Rampenlicht, hat sich hier der Sound merklich verändert. Hommelsheim hat in den um die vier Minuten langen Songs diesmal den Fokus eher auf Gesangsstimmen und den groovigen Pop-Rock-Sektor verlegt. Perfekt produziert, erinnert “Côte d‘Azur” an Stings “Englishman in New York“, andere Tracks an elegante Funk-Disco-Tracks ala Earth, Wind & Fire. Aufgelockert wird dies durch sieben kurze instrumentale Interludes. Die schmatzende Hammond bleibt diesmal leider außen vor. Alle Texte sind natürlich im dicken Buch auch enthalten, wie viele Noten und nette Geschichten – mustergültig! Der Jazzfan (der sich hier zu Wort meldet) wird hier allerdings kaum fündig werden.
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