Eher nein
Ein Rat für alle Käufer: zum Auspacken aus der Versiegelung die LP unbedingt auf einen Tisch legen. In meinem Exemplar waren Papierhülle und LP in der Mitte zwischen den beiden Flügeln der Klapptasche. Beim unvorsichtigen Auspacken fällt das zu Boden.
Leider ist es eine billige Papierhülle, keine antistatische. Die LP ist nicht plan, eher wellig. Das Grundlaufgeräusch ist eher mäßig. Die Pressung ist sauber.
Die Einspielung selbst ist ein Problem. Haitink kommt flott voran, keine 22 Minuten für den 1. Satz. Zimmermann spielt eine mir unbekannte Kadenz, die von Kreisler bestimmt nicht. Sie wirkt eher wie ein Fremdkörper, zu Paganinis Erstem würde sie besser passen.
Der 2. Satz dieses Konzerts ist für mich wohl der Prüfstein für Violinista überhaupt, ein Larghetto. Beethoven war in vielem König, im Larghetto ganz sicher: 1. Klavierkonzert, 2. Symphonie. Aber das Larghetto des Violinkonzerts toppt alles. Die wunderbare Patricia Kopatchinskaja hat einmal gesagt: "Das ist abends im Konzert das, worauf ich mich den ganzen Tag gefreut habe". Sie hat diese Noten, ein Thema und drei Variationen, mit dem Kopf und dem Herzen verstanden. Zimmermann spielt eine Stradivari, es klingt aber leider nur nach dünnem Zwirn. Der Geist des 2. Satzes ist völlig verfehlt. Eine dicke Enttäuschung! Dazu kommen etliche Gräusche vom Podium und aus dem Publikum. Natürlich Huster am Ende des 2. Satzes.
Da gibt es bessere Aufnahmen.
Im Stereozeitalter gilt zuerst David Oistrach. Seine großen Konzerteinspielungen gibt es jetzt auf SACD remastered, mehr ist da wohl klanglich nicht mehr zu holen.
Digital aufgenommen sind zwei Damen vorne: Kyung-Wha Chung bei Tennstedt (gibt es wohl nur noch in der Tennstedt-Box, das ist der beste Tennstedt überhaupt) und Veronika Eberle. Alle drei Aufnahme kann ich vorbehaltlos wärmstens empfehlen, ich besitze sie alle und kann mich nicht satt hören daran. Die Links sind weiter unten.