Rezensionsübersicht

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Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

11 Rezensionen

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Pro Patria - Märsche und Lieder der Deutschen Pro Patria - Märsche und Lieder der Deutschen (CD)
5 von 5 Sterne
Booklet:
5 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Quality Recording.

Found this CD by accident whilst on The Net. Glad I did, bought it and recommended it to my Ex British Army Bandsman friend , who also bought it. Stand Out Marches are "Fehrbelliner Reitermarsch" and "Parademarsch der Langen Kerls". Highly Recommended.
The Freedom of Speech The Freedom of Speech (CD)
5 von 5 Sterne
Booklet:
3 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Vitalität und Präzision

Selten erlebt man Kammermusik, die eine unglaubliche Präzision im Handwerk mit einer beinahe überbordenden Fantasie in der klanglichen Erfindung in sich vereint.
Hören!
Andreas Haefliger - Amman / Ravel / Bartok Andreas Haefliger - Amman / Ravel / Bartok (SACD)
5 von 5 Sterne
Booklet:
5 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Lohnenswert!

Insbesondere „The Piano Concerto -Gran Toccata“ von Dieter Ammann ist ein Meisterwerk und wird hoffentlich ins Repertoire des 21. Jahrhunderts eingehen.
Burkard Schliessmann - Live & Encores Burkard Schliessmann - Live & Encores (SACD)
5 von 5 Sterne
Booklet:
5 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Schliessmanns Meisterschaft am singenden FAZIOLI - Klang, Geist und Poesie

Schon der erste Atemzug der Sinfonia aus Bachs Zweiter Partita wirkt wie das Öffnen eines gewaltigen Klangtores: ein einziger, weit ausrollender Akkord, der sich wie ein Lichtstrahl über den Raum legt. In diesem Moment wird klar, dass hier kein bloßes Spielen stattfindet, sondern ein Gestalten, ein
Erschaffen. Der Fazioli F278, auf dem Schliessmann musiziert, antwortet mit
einer Wachheit, als sei er selbst ein atmendes Wesen, das jede Berührung in
reine Resonanz verwandelt.

Schliessmann formt diese Partita nicht aus Noten, sondern aus Bewegungen, aus Gesten, die tief im harmonischen Gefüge verwurzelt sind. Die später aufblühende Passage der Sinfonia huscht wie ein Windstoß vorbei, während die Allemande sich mit einer Zartheit entfaltet, die an das Öffnen einer Blüte erinnert: jede Note ein eigener Duft, jede Linie ein eigener Schatten. Die Courante trägt eine stille Hoheit, als sei sie aus dem Geist eines höfischen Tanzes geboren, und die Verzierungen wirken wie feine Goldfäden, die das Ganze zusammenhalten.

In der Sarabande lässt Schliessmann die Basslinie der linken Hand mit einem Ton erklingen, der an den Strich eines Cellobogens erinnert - warm, leicht, schwebend. Das Rondeau erhält durch seine pointierte Artikulation einen fast schelmischen Glanz, und das abschließende Capriccio schreitet mit ruhiger Entschlossenheit voran, als würde unter der Oberfläche ein stilles Leuchten glimmen. Diese Lesart der Partita wirkt wie ein lebendiges Wesen, das sich im Moment des Erklingens selbst erschafft.

Auch das Italienische Konzert beginnt mit einem Akkord, der wie ein
majestätischer Auftakt zu einem barocken Schauspiel wirkt. Die Verzierungen schweben über der Oberfläche wie filigrane Ornamente aus Glas, und Bachs harmonische Wendungen funkeln wie kleine Überraschungen im Mosaik. Der Mittelsatz wird so langsam und innig gespielt, dass jeder Ton der linken Hand wie ein einzeln gesetzter Stein wirkt, über dem die rechte Hand eine leise, fast intime Melodie singt. Das Finale wiederum ist von kristalliner Klarheit durchzogen, und der markante Anfangssprung wirkt wie ein immer wiederkehrender Ruf.

Doch am stärksten leuchtet die Chromatische Fantasie und Fuge. Die Fantasie ist ein freier Strom, ein musikalischer Monolog, der sich wie ein Traum entfaltet. Die Fuge hingegen erhebt sich mit einer Strenge, die an die
Architektur einer gotischen Kathedrale erinnert. Und doch bleibt jede Linie
durchsichtig, jede Stimme klar. Der hohe Schluss der Fuge scheint sich in
den Himmel zu verlängern, als würde der Klang selbst nach oben steigen.

Diese Bach-Interpretationen bilden ein leuchtendes Gegenstück zu
Schliessmanns Goldberg-Variationen. Man spürt darin die Prägung seines
Lehrers Helmut Walcha, dessen Ideal der unabhängigen Stimmführung hier wie ein fernes Echo weiterlebt.

Mendelssohns Variations sérieuses schließen sich an wie ein Spiegel, der das zuvor Gehörte in anderem Licht reflektiert. Die Linienführung ist ebenso
durchsichtig wie bei Bach, und schon die erste Variation zeigt diese
Unabhängigkeit der Stimmen. Das Werk erscheint wie ein monumentaler Pfeiler der Klavierliteratur. Die fünfte Variation glüht vor Fantasie, die sechste
öffnet ein Tor zu Mendelssohns dunkleren Seelenräumen. Die siebte Variation funkelt vor Virtuosität, während die zehnte mit strenger Klarheit auftritt. Variation 13 trägt denselben analytischen Atem. Das Finale schließlich ist ein Wirbel aus Energie und Schönheit, dessen Schlussakkorde wie schwere, glänzende Steine in den Raum fallen.


Auf der zweiten CD flammt Schumanns Fantasie auf wie ein großes romantisches Feuer. Schliessmanns frühere Einspielung war von makelloser Integrität; diese neue Lesart wirkt menschlicher, unmittelbarer, verletzlicher. Die emotionalen Ausbrüche des ersten Satzes steigen wie Wellen auf. Sein
Schumann-Klang ist warm, dunkel, schimmernd - ein Klang, der sich im FAZIOLI F278 vollkommen entfaltet. Die Schlussakkorde des ersten Satzes sind wie ein Atemzug, der sich langsam schließt. Im Finale, dessen Gesang oft missverstanden wird, findet Schliessmann die perfekte Balance: Die Melodie bleibt präsent, selbst wenn sie in die tieferen Stimmen wandert. Der Satz trägt einen natürlichen Sog, als würde er sich selbst vorwärtsziehen.


Die Zugaben bilden ein poetisches Nachspiel: Chopins Walzer op. 64 Nr. 2,
dessen Rhythmus wie ein leiser Herzschlag bleibt, und Schumanns
"Chopin"-Stück aus dem Carnaval, das wie ein Traum von einem
Chopin-Impromptu wirkt. Nichts wird überhastet, und doch funkeln die Läufe,
die Melodien blühen, das Rubato atmet. Den Abschluss bildet Schumanns
Warum?, ein Stück, das Schliessmann wie ein Gespräch mehrerer Stimmen
gestaltet - ein leises, fragendes, inniges Ende eines großen Abends.


Ein stiller Held dieses Projekts ist Tonmeister Matteo Costa, der den
FAZIOLI so einfängt, als würde man direkt neben dem Instrument sitzen.
Schliessmanns eigene Booklet-Texte bilden den gedanklichen Rahmen. Sein
forschender Geist und seine souveräne Technik führen zu Interpretationen,
die gleichermaßen Herz und Verstand ansprechen. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst.
Sonaten für 2 Violinen ohne Bc op. 12 Nr. 1-6 Sonaten für 2 Violinen ohne Bc op. 12 Nr. 1-6 (CD)
5 von 5 Sterne
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5

Wunderbares Duo

Jean Marie Leclair war ein Virtuose, der schon von Zeitgenossen als der Engel bezeichnet wurde, weil seine Musik sehr grazil und wunderschön ausgeformt war.

Hier kann man diese Kunstfertigkeit Leclairs sehr gut heraushören.
Danish National Symphony Orchestra - Agents only live twice Danish National Symphony Orchestra - Agents only live twice (BR)
5 von 5 Sterne
Bild:
5 von 5
Booklet:
3 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Agenten im Konzert

Die erste Überraschung, obwohl überall steht, dass auf dieser Blu-Ray 16 Werke versammelt sind, sind allerdings 17 Werke auf der Blu-Ray. Christian Schumann dirigiert das Danish National Symphony Orchestra nicht zum ersten Mal und eine Vertrautheit ist zu spüren. Emma Smith begleitet den Abend als Sängerin und Caspar Phillipson den Abend als Moderator. Gegen Mitte und zum Ende des Abends hat auch David Bateson ein Stimmauftritt, der vorher aufgenommen worden ist. Das DNSO leistet sich diesen Luxus und nimmt diese Konzerte auf. Das Orchester ist immer groß besetzt und ein paar Sonderinstrumente werden immer gebraucht. Dass diese Konzerte stattfinden, muss man loben und hoffen, dass noch weitere veröffentlicht werden.
Die Filmmusik zu „Mission: Impossible“ eröffnet den Abend. Es folgt ein Werk, welches für „Thunderball“ komponiert worden ist. „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“. Emma Smith ist keine Shirley Bassey, aber sie macht ihre Sache ausgesprochen gut.
Es folgt das „Theme“ aus „Men in Black“. Anspruchsvoll für das Orchester, da es nicht dem normalen Repertoire angehört, ist „Red handed“. Viel Schlagwerk, welches normalerweise eher vernachlässigt wird, ist zu finden. Klassischer wird es mit Bernard Herrmanns Ouvertüre zu „Der unsichtbare Dritte“. Ein Film von Alfred Hitchcock. Herrmann arrangierte auch die berühmte „Storm Cloud Cantata“. John Powell steuerte die Musik zu „Mr. & Mrs. Smith“ bei. Es gibt aus dem Film einen Tango mit Akkordeon und Soli der Tuba und der ersten Geige. Caspar Phillipson leitet mit Emma Smith zum nächsten Teil des Abend über. Es erklingt die Ouvertüre zu „Red Sparrow“, danach singt Emma Smith „For you Eyes only“. Filmmusik aus „James Bond“. In Kopenhagen folgte die Konzertpause. Man sieht es an der leicht umgebauten Bühne. Es erklingt als erstes nach der Pause das „Thema“ zu „James Bond“. Allerdings muss man sagen, dass es schon eine bessere Aufnahme des Orchesters gibt. Die Eröffnungsnummer zu „Agents are forever“. „You only live twice“ folgt. Emma Smith lässt ihre Stimme funkeln. Der Hidden Track „George Smiley“ aus „Tinker Tailor Soldier Spy“ wertet mit Trompeten-Solo und Englischhorn-Solo auf. Ungewöhnlich ist die Besetzung mit zwei Bassklarinetten und sonst der schmalen Orchesterbesetzung. Einen Kontrast schafft da die Musik zu „The Imitation Game“. Auch für dies Werk sind zwei Bassklarinetten besetzt. Aus dem sinfonischen Repertoire kennt man das nur von „Le Sacre“ und sonst von sehr wenigen Werken. Sinfonisch wird es mit der Musik zu „Eye of the Needle“. Die Musik wurde von Miklós Rózsa komponiert. Der berühmt geworden ist für seine Musik zum Film „Ben Hur“. Zu diesem gibt es auch eine sehr beeindruckende Orchestersuite. Anklänge mag man bei der Musik zu „Eye of the Needle“ durchaus hören. Bevor der abschließende James Bond-Block erklingt, gibt es Musik aus „The Bourne Identity“. Emma Smith singt „Licence to Kill“ und legt als Zugabe noch „Writing‘s on the Wall“ oben drauf. Ganz bombastisch, eine Miniaturoper könnte man es nennen. Auch wenn es der Gattung „Oper“ nicht gerecht wird. Vor der Zugabe gibt es die „Suite“ aus „No Time to Die“. Das „Bond Leitmotiv“ erklingt auch hier.
Orgelsonaten Nr.6 G-Dur op.27 & Nr.7 fis-moll op.25 Orgelsonaten Nr.6 G-Dur op.27 & Nr.7 fis-moll op.25 (CD)
5 von 5 Sterne
Booklet:
5 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Klanggewalt und Leidenschaft

Mit seiner neuen Fährmann-CD legt Andreas Jetter eine außergewöhnliche Aufnahme vor, die eindrucksvoll zeigt, welch ungeheure Qualität und Ausdruckskraft in der heute nahezu vergessenen Musik Hans Fährmanns steckt. Mit technischer Souveränität, klanglicher Fantasie und tiefem stilistischen Verständnis entfaltet Jetter die monumentalen Orgelsonaten Nr. 6 und 7 in ihrer ganzen orchestralen Pracht.

Die prachtvolle Goll-Orgel der Kollegiumskirche Schwyz wird dabei unter Jetters Händen zu einem atmenden symphonischen Kosmos – mal von mystischer Innigkeit, mal von eruptiver Wucht. Kaum noch irgendwo ist diese Musik zu hören, da Hans Fährmann heute nahezu vollständig aus dem Konzertleben verschwunden ist. Umso beeindruckender ist es, mit welcher Konsequenz, Farbenvielfalt sowie mit wie viel Wissen, Können und Liebe Andreas Jetter diese Werke gestaltet und den fast vergessenen Komponisten eindrucksvoll wieder ins Bewusstsein rückt.

Diese Einspielung ist nicht nur eine Entdeckung, sondern ein leidenschaftliches Plädoyer für einen der großen unterschätzten Romantiker der deutschen Orgelmusik. Andreas Jetter beweist eindrucksvoll, dass Hans Fährmann endlich wieder einen festen Platz im Konzertleben verdient.
Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten" Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten" (CD)
5 von 5 Sterne

Fantastisch

Normalerweise höre ich kaum Klassik, aber die "Quattro Stagioni" haben es mir irgendwie angetan. Ich hatte schon zwei andere Versionen davon, aber diese hier ist nun mein absoluter Favorit. Aus meiner Sicht: sehr empfehlenswert. Werde ich immer wieder gerne hören!
Burkard Schliessmann - Live & Encores Burkard Schliessmann - Live & Encores (SACD)
5 von 5 Sterne
Booklet:
5 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Im Strom der Klänge: Ein Pianist - LIVE - zwischen Inspiration und Resonanz

Schliessmann beschreibt sein Verhältnis zum Publikum mit bemerkenswerter Offenheit: Er spüre, so sagt er, die Aufmerksamkeit jedes einzelnen Zuhörers, deren Wärme und Intensität, und gebe diese Energie an den gesamten Saal zurück. Dieses Wechselspiel aus Konzentration und Resonanz gleiche einem elektrischen Strom, der zwischen Künstler und Hörern fließe. Mit diesem Geist präsentiert er ein Programm, das ihm persönlich besonders nahesteht.

Die Aufnahme entstand vom 3. bis 5. April 2023 im Fazioli Concert Hall im italienischen Sacile. Neben den außergewöhnlichen Interpretationen beeindruckt die technische Umsetzung: Das Programm liegt in modernster Dolby‑Atmos‑Klangqualität vor. Die hybride Multikanal‑SACD erscheint als edles zweiteiliges Box‑Set mit einem 60‑seitigen Booklet. Aufgrund kleinerer Produktionsverzögerungen ist die physische Ausgabe derzeit knapp, doch das Programm ist bereits als Download verfügbar – ebenso das umfangreiche Booklet.

Dieses Booklet enthält einen ausführlichen, sorgfältig formulierten Essay Schliessmanns, jeweils rund 20 Seiten in Englisch, Deutsch und Französisch. Er gewährt tiefe Einblicke in die Denkweise eines Künstlers, der Musik nicht nur spielt, sondern durchdringt. Die Produktionsqualität des Labels Divine Art ist in den letzten Jahren ohnehin bemerkenswert, doch die Veröffentlichungen mit Schliessmann setzen neue Maßstäbe: vom hochauflösenden Klang über die klangliche Balance bis hin zur Gestaltung des Booklets, der Fotografien und Texte. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Künstler sich eine perfektere Präsentation wünschen könnte.

Besonders hervorzuheben sind die brillanten Sätze und Abschnitte in Werken von Bach, Mendelssohn und Schumann. Schliessmann verliert nie den melodischen Faden; jede Linie ist geformt, dynamisch nuanciert und musikalisch durchdacht. Während man dies in langsamen Sätzen erwartet, ist es eine Offenbarung, wenn dieselbe Sorgfalt in virtuosen, technisch anspruchsvollen Passagen erscheint. Beispiele hierfür sind das Capriccio der Bach‑Partita, der dritte Satz des Italienischen Konzerts, Mendelssohns Variationen Nr. 16 und 17 sowie der zweite Satz von Schumanns Fantasie. Viele junge Pianisten neigen dazu, solche Sätze in größtmöglichem Tempo zu spielen, um technische Brillanz zu demonstrieren. Schliessmann hingegen – frei von jeglichen technischen Grenzen – sucht und findet die melodischen Linien und hält die Virtuosität im Dienst der Musik.

Ein wesentlicher Grund, weshalb dieses Programm auch nach vielen Durchgängen fesselt, liegt in Schliessmanns rhythmischer Vitalität. Bachs Fantasie etwa verbindet rasante Passagen mit ruhigeren Akkordfolgen; selbst in den verlangsamten Momenten bleibt der Puls spürbar. Der langsame Satz des Italienischen Konzerts kann leicht an Spannung verlieren, wenn er zu gedehnt gespielt wird. Mit Bachs reichhaltiger Ornamentik im zweiten Teil entstehen zusätzliche rhythmische Herausforderungen. Schliessmanns Interpretation auf dieser Aufnahme ist in ihrer Geschlossenheit und Ausdruckskraft schlicht ideal. Ähnlich zwingend wirkt der lange Spannungsbogen im dritten Satz von Schumanns Fantasie – ein musikalisches Bekenntnis an Clara. Die rhythmische Entwicklung führt unweigerlich zum Höhepunkt, der hier mit großer emotionaler Wucht und innerer Logik erreicht wird.

Die Bach‑Werke gehören seit Langem zu Schliessmanns Repertoire; frühere Einspielungen (Divine Art SACD 25751) zeigten bereits seine Überzeugung, dass der moderne Konzertflügel mit all seinen Möglichkeiten genutzt werden muss, wenn man Bach darauf spielt. Seine Verzierungen sind stets stilvoll und organisch eingebettet. Er betont zudem, dass die aktuellen Interpretationen das Ergebnis eines lebenslangen Reifungsprozesses sind. Die hier vorliegenden Darbietungen spiegeln diese Entwicklung eindrucksvoll wider. Da seine kommende Schumann‑Aufnahme nach dieser Session entstanden ist, darf man mit Spannung auf weitere außergewöhnliche Einspielungen warten.

Eine höhere Empfehlung lässt sich kaum formulieren. Die Aufnahme steht bereits auf meiner persönlichen Jahres‑Favoritenliste – und wird mich sicher noch lange begleiten.
1 bis 10 von 11 Rezensionen