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    fredfred

    Aktiv seit: 19. Dezember 2022
    "Hilfreich"-Bewertungen: 12

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    677 Rezensionen

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    Cursed - Eine Vampirin, eine Jägerin und ein Fluch, der sie auf ewig bindet

    Annie Summerlee
    Cursed - Eine Vampirin, eine Jägerin und ein Fluch, der sie auf ewig bindet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.04.2026

    Spannendes Hörbuch mit interessanter Grundidee und starker Sprecherin

    „Cursed“ von Annie Summerlee punktet vor allem durch die tolle Performance von Josephine Hochbruck, die der Geschichte viel Atmosphäre und Emotion verleiht. Man hört ihr wirklich gerne zu und sie bringt die Figuren überzeugend zum Leben.

    Die Story selbst hat eine spannende Ausgangslage: Rebeccas Eltern wurden von Vampiren getötet, woraufhin sie von der Organisation Callisto rekrutiert und zur Vampirjägerin ausgebildet wird. Ihr neuer Auftrag führt sie undercover an eine Vampir-Universität – ein entsprechend gefährlicher Einsatz. Besonders reizvoll ist dabei die Dynamik, dass sie ausgerechnet mit einer Vampirin zusammenlebt, zu der sie sich zunehmend hingezogen fühlt. Die sich entwickelnde Lovestory ist interessant und emotional gut angelegt.

    Zusätzlich entfaltet sich im Hintergrund noch eine Art Krimihandlung rund um die Machenschaften von Callisto, was dem Ganzen weitere Tiefe gibt.

    Insgesamt ein wirklich spannender Plot mit viel Potenzial, der jedoch stellenweise nicht ganz so mitreißend umgesetzt ist, wie man es sich wünschen würde. Daher ein kleiner Punktabzug – trotzdem absolut hörenswert!
    Beth is dead

    Katie Bernet
    Beth is dead (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.04.2026

    sprunghaft erzählt

    „Beth is Dead“ hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Schon das Cover in Pink passt meiner Meinung nach so gar nicht zum doch eher düsteren Inhalt – da erwartet man etwas ganz anderes.

    Die Ausgangsidee ist spannend: Ein Autor vermarktet sein eigenes Familienleben als Stoff für einen Bestseller – und ab da gerät alles aus dem Gleichgewicht. Vier Töchter, eine hart arbeitende Mutter, die als Krankenschwester den Lebensunterhalt sichert, während die Kinder oft sich selbst überlassen sind. Die beiden älteren sind noch relativ vernünftig und verantwortungsbewusst, die jüngeren dagegen eher schwierig und egoistisch. Jede hat ihre eigene Richtung: Medizin, Musik, Schreiben, Malerei.

    Nach dem Mord an einer der Schwestern geraten nach und nach alle ins Visier der Polizei. Dabei brechen immer mehr Risse im Familiengefüge auf. Die Atmosphäre ist durchgehend angespannt und stellenweise regelrecht vergiftet – was vor allem an den jüngeren Töchtern liegt.

    Über weite Strecken ist das Buch allerdings eher ein erzählender Familienroman als ein Krimi. Die eigentliche Spannung kommt erst ganz zum Schluss auf, dann wird es auch deutlich turbulenter. Bis dahin zieht es sich teilweise zu sehr, zumal es einfach zu viele mögliche Motive gibt, was eher ermüdend als spannend wirkt.

    Das Hörbuch punktet mit wirklich tollen Sprecherinnen – angenehm jugendlich und frisch gelesen. Allerdings ist es nicht immer leicht zu verfolgen, da die Perspektiven ständig zwischen den Schwestern wechseln und zusätzlich zwischen „vor dem Mord“ und „nach dem Mord“ gesprungen wird. Ich kann mir vorstellen, dass die Print-Ausgabe diesbezüglich übersichtlicher ist.

    Die Mädchen, ausgenommen der stillen und freundlichen Beth, wirken vor allem unsympathisch und egoistisch, obwohl sehr stark betont wird, wie groß der Zusammenhalt untereinander ist.

    Fazit:
    Interessante Grundidee und stark gelesenes Hörbuch, aber insgesamt zu sprunghaft, zu langatmig und mit zu vielen Motiven überladen. Gute 4 Bewertungssterne, mit etwas Straffung wäre deutlich mehr drin gewesen.
    Der Sommer, der uns blieb

    Greta Herrlicher
    Der Sommer, der uns blieb (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.04.2026

    Freundschaft, die überdauert

    „Der Sommer, der uns blieb“ ist ein wunderschön gestaltetes Buch, das schon äußerlich begeistert: mit liebevollem Blümchen-Buchschnitt, Lesebändchen und zwei zauberhaften Lesezeichen.

    Inhaltlich erzählt der Roman die bewegende Freundschaft von Martin, Britta und Pia. Durch Rückblenden in ihre Kindheit und Szenen aus der Gegenwart entsteht ein intensives Bild ihrer Verbindung. Besonders berührend sind die aktuellen Lebenssituationen: Pia ist sterbenskrank, Britta unerwartet schwanger, und Martin kämpft mit einem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter.

    Die kurzen Kapitel – jeweils aus der Perspektive einer der drei Figuren – geben tiefe Einblicke in ihr Seelenleben und machen das Buch sehr angenehm zu lesen. Die Sprache ist leicht und gut verständlich, wodurch man schnell in die Geschichte eintaucht.

    Zwar ist der Plot stellenweise recht klischeehaft und kommt einem bekannt vor, doch die Protagonisten sind so nahbar und sympathisch gezeichnet, dass das kaum stört.

    Eine angenehme, emotionale Lektüre, die sich wunderbar zwischendurch lesen lässt – absolut empfehlenswert!
    Tödliches Déjà-vu

    René Anour
    Tödliches Déjà-vu (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Tödliche Bienen

    Ich habe das Hörbuch von Tödliches Déjà-vu von Anour mit richtig viel Spaß gehört. Insgesamt ein spannender Krimi mit dem Flair der Provence.
    Die Story rund um die Polizeitruppe in der Provence hat mich schnell gepackt. Commissaire Louis Campanard ist einfach ein Highlight. Sein trockener, oft ziemlich genialer Humor lockert die Handlung total auf und sorgt immer wieder für kleine Schmunzler, selbst wenn es gerade ernster wird.
    Auch die beiden Mitarbeiter werden pointiert dargestellt. Beide bringen ihre eigenen Baustellen mit, wirken dadurch erst etwas schräg, wachsen aber im Laufe der Geschichte richtig über sich hinaus. Gerade das macht sie so sympathisch und irgendwie auch authentisch.
    Der Fall selbst, die ermordete militante Ökoaktivistin und die möglichen Verbindungen zu einer Pestizidfirma, ist spannend aufgebaut und bleibt durchweg interessant.
    Was das Hörbuch aber wirklich nochmal auf ein anderes Level hebt, ist der Sprecher. Der ist einfach unglaublich gut. Jede Figur bekommt ihre eigene Stimme und ihren eigenen Ton, sodass man sofort weiß, wer gerade spricht. Das macht das Ganze richtig lebendig und zieht einen noch mehr in die Geschichte rein.
    Die Atmosphäre der Provence wird gut wiedergegeben. Man hat direkt Bilder im Kopf und fühlt sich fast vor Ort.
    Der Krimi ist ein wirklich hörenswertes Hörbuch mit starken Figuren und viel Charme.
    Statt aus dem Fenster zu schauen

    Anna Katharina Scheidemantel
    Statt aus dem Fenster zu schauen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Eine, die ihr Leben hinterfragt

    Das Cover bezieht sich wunderbar auf den Inhalt des Romans. Genau so stellt man sich dieses verwilderte Grundstück vor, auf dem Sophie landet. Ein bisschen abgeschieden, ein bisschen wild, irgendwie frei. Sogar der kleine Teich ist beim genauen Hinschauen zu entdecken.
    In der Geschichte geht es um Sophie, die eigentlich immer funktioniert hat. Gute Noten, Studium, alles geschniegelt und geplant. Und dann kommt dieser Punkt, an dem sie sich plötzlich fragt, wofür das eigentlich alles ist. Ziemlich spontan kauft sie sich für einen Spottpreis, der allerdings ihr ganzes Erspartes auffrisst, ein baufälliges Häuschen irgendwo in Ostdeutschland und lässt ihr altes Leben erstmal komplett hinter sich.
    Ich mochte total, wie bodenständig das Ganze erzählt wird. Sie hat kaum Geld, kellnert, um sich überhaupt Essen leisten zu können. Vom Mund spart sie sich Farbe für die Wände oder die Dachpappe, damit es nicht reinregnet, ab. Das wirkt alles sehr real und gar nicht romantisiert.
    Auch diese bewusste Abgrenzung von Familie und Freunden fand ich spannend. Sophie zieht sich zurück, hat kaum Handyempfang, lebt wirklich im Nirgendwo und muss für alles wirklich weite Strecken mit dem Rad zurücklegen. Aber genau das hilft ihr, runterzukommen und einen ganz anderen Blick aufs Leben zu bekommen. Weg von Leistungsdruck und Excel Tabellen, hin zu Natur, Stille, Sonnenuntergängen und einfach mal sein.
    Der Schreibstil ist dabei sehr einfühlsam und bildhaft, ohne kitschig zu werden. Es ist eher ein ruhiges Buch, das einen zwischendurch nachdenklich macht und auf eine leise Art lange beschäftigt.
    Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich das Ende. Gerade weil man Sophie auf diesem langen Weg begleitet, wirkt ihre Entscheidung für die Zukunft am Schluss ziemlich knapp abgehandelt. Das kam mir fast zu abrupt und hätte für meinen Geschmack mehr Raum verdient.
    Trotzdem insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, der zum Innehalten anregt.
    Der Tote vom Klünderhof

    Antje Szillat
    Der Tote vom Klünderhof (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Tierarzt unter Verdacht

    „Der Tote vom Klünderhof“ wirkt mit seinem eher biederen Cover zunächst unscheinbar, entpuppt sich aber als durchaus gelungener Reihenauftakt.

    Im Mittelpunkt stehen der frisch gestartete Tierarzt Konstantin und seine Tante Amalia – ein sympathisches, wenn auch eigenwilliges Duo. Gleich bei seinem allerersten Einsatz gerät Konstantin jedoch unter Mordverdacht, was seiner jungen Praxis erheblich schadet. Für zusätzlichen Druck sorgt die neue Polizeileiterin Finja Fehrmann, die nach einem Karriereknick in Düsseldorf nach Marne strafversetzt wurde. Entsprechend ehrgeizig legt sie sich sofort auf Konstantin als Hauptverdächtigen fest.

    Die Dynamik zwischen den beiden ist spannend angelegt: Zwei starke, durchaus attraktive Persönlichkeiten, die sich zunächst nicht ausstehen können – wobei der Plot schon jetzt erahnen lässt, dass sich diese Beziehung in den Folgebänden noch entwickeln dürfte.

    Der Kriminalfall selbst ist solides Handwerk, gut aufgebaut und mit einer stimmigen Auflösung versehen. Besonders gelungen ist die Darstellung der friesischen Lebensart, die stellenweise etwas störrisch, aber sehr authentisch wirkt.

    Ein echtes Highlight ist zudem die Hörbuchversion: Die Vortragsweise von Oliver Dupont bringt Atmosphäre, Figuren und regionale Eigenheiten besonders eindrucksvoll zur Geltung.

    Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi mit kleinen Schwächen, aber viel Charme und Entwicklungspotenzial für die Reihe.
    Mit beiden Händen den Himmel stützen

    Lilli Tollkien
    Mit beiden Händen den Himmel stützen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Schonungslos, keine leichte Kost

    „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ein Roman, der tief unter die Haut geht. Lilli Tollkien zeichnet das Leben von Lale in einer Umgebung, die von Chaos, Grenzüberschreitungen und fehlenden Strukturen geprägt ist. Die Darstellung einer zügellosen Männer-WG, in der Drogen, Alkohol und fehlender moralischer Halt den Alltag bestimmen, wirkt erschütternd und beklemmend.

    Besonders eindrücklich ist, wie schutzlos Lale vielen Situationen ausgeliefert ist – auch durch das Versagen der Erwachsenen in ihrem Umfeld. Der Roman scheut sich nicht, Tabus offen anzusprechen, und vermittelt ein bedrückendes Bild von einem Milieu, das von Ablehnung gegenüber Institutionen und Regeln geprägt ist.

    Sprachlich ist das Buch klar und schnörkellos gehalten, was die Härte der Inhalte noch verstärkt. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, Lales Entwicklung glaubwürdig darzustellen – vom begabten Kind hin zu einem Jugendlichen, der zunehmend in die vorgelebten destruktiven Muster abrutscht.

    Trotz der intensiven und wichtigen Einblicke fällt es schwer, das Buch „gern“ zu lesen – die durchgehend düstere Stimmung und die belastenden Themen machen es emotional fordernd.

    Insgesamt ein eindrucksvoller, schonungsloser Roman mit wichtigen Perspektiven – aber definitiv keine leichte Lektüre.
    Ein guter Blick fürs Böse

    Elizabeth Arnott
    Ein guter Blick fürs Böse (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.04.2026

    Mördergattinnen auf Mörderjagd

    Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott erzählt die Geschichte von drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch durch außergewöhnliche Umstände zu besten Freundinnen geworden sind. Was sie verbindet, ist ihre Vergangenheit, denn alle drei waren mit einem Serienmörder verheiratet und mussten nach deren Verhaftung nicht nur den Schock, sondern auch die Geringschätzung und Verurteilung der Öffentlichkeit ertragen.

    Als ein neuer Serienmörder scheinbar nach einem ähnlichen Muster vorgeht, beschließen die drei, selbst aktiv zu werden und alles daranzusetzen, ihn zu entlarven. Die Grundidee klingt dabei äußerst spannend und vielversprechend.

    Leider kann die Umsetzung mit dieser starken Ausgangslage nicht ganz mithalten. Statt eines packenden Thrillers entwickelt sich die Geschichte eher zu einer Charakterstudie der drei Frauen. Im Mittelpunkt steht, wie sie mit ihrer Vergangenheit umgehen, wie sie einander unterstützen und welche Entscheidungen sie in der Gegenwart für die Mörderjagd treffen.

    Das ist zwar durchaus interessant, nimmt der Handlung aber viel von der erhofften Spannung. Insgesamt zieht sich die Geschichte stellenweise etwas und wirkt dadurch teilweise zäh.

    Wer sich für tiefgehende Figuren und deren Entwicklung interessiert, kann hier dennoch auf seine Kosten kommen, wer jedoch einen durchgehend spannenden Thriller erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Insgesamt eine solide Idee mit schwächerer Umsetzung, daher gute vier Sterne.
    A Curse of Shadows and Ice

    Catharina Maura
    A Curse of Shadows and Ice (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.04.2026

    Sehr romantisch

    Ein zauberhaftes und ausdrucksstarkes Cover, das sofort ins Auge fällt und perfekt den Bezug zur Geschichte herstellt, mit dem Schloss im ewigen Winter als stimmungsvollem Mittelpunkt. Die Geschichte ist eine Nacherzählung von Die Schöne und das Biest, jedoch auf eine ganz eigene, sehr romantische Art umgesetzt.

    König Felix steht unter einem Fluch, und ein magischer Spiegel zeigt ihm die Frau, Arabella, deren Liebe ihn erlösen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, zwingt er die Königstochter zur Heirat. Trotz dieser schwierigen Ausgangssituation entwickelt sich Arabellas Leben zunächst zum Besseren. Während sie zuvor von ihrem Vater und dessen Hofstaat schlecht behandelt wurde, wird sie nun von Felix Gefolge herzlich aufgenommen.

    Besonders hervorzuheben ist Felix Verhalten gegenüber Arabella. Er begegnet ihr von Anfang an mit großem Respekt und versucht ehrlich ihre Liebe zu gewinnen, anstatt sie ihr aufzuzwingen. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich glaubwürdig und einfühlsam.

    Der Schreibstil ist mitreißend, und durch die wechselnden Perspektiven von Felix und Arabella entsteht eine intensive Nähe zu beiden Figuren. Die Geschichte ist sehr romantisch, stellenweise auch etwas spicy, jedoch auf eine angenehme und stimmige Weise.

    Ein kleiner Kritikpunkt ist die Erklärung des Fluchs gegen Ende, die nicht ganz klar und ausführlich dargestellt ist. Daher gibt es nicht die volle Punktzahl, dennoch ist es insgesamt eine sehr schöne und empfehlenswerte Geschichte.
    Alma

    Federica Manzon
    Alma (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    09.04.2026

    Politischer Roman über den Jugoslawienkrieg

    Das sommerliche Cover und der Klappentext von „Alma“ versprechen ein Eintauchen in das schöne Triest, wo die Protagonistin aufgewachsen ist. Diese Erwartung wird jedoch nur teilweise erfüllt.

    Die Autorin taucht sehr tief in Almas Gefühlswelt ein. Man begleitet sie durch eine Kindheit in dem unordentlichen Haushalt ihrer Mutter, der wenig Struktur bietet, und einem Vater, der nur sporadisch anwesend ist. Seine geheimnisvollen Tätigkeiten in Jugoslawien werfen immer wieder Fragen auf. Auch der Junge aus Belgrad, den er mitbringt und der wie ein Bruder mit Alma aufwächst, ist eine interessante Figur.

    Allerdings bleiben Ort und Zeit oft unklar, vieles wirkt schwammig und nicht ganz greifbar. Vor allem ist es nicht der Roman, den man anhand von Cover und Beschreibung erwartet. Statt einer atmosphärischen Geschichte über Triest entwickelt sich das Buch in eine stark politische Richtung. Ohne Vorkenntnisse zum Jugoslawienkrieg fällt es schwer, alles vollständig zu verstehen, sodass man sich nebenbei erst mit den historischen Hintergründen beschäftigen muss.

    Trotz der schönen, stellenweise poetischen Sprache konnte mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugen. Meine Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt.
    Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi

    Anett Steiner
    Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    01.04.2026

    Mystisch

    Moorgold ist mein erster Krimi dieser Autorin, und das geheimnisvolle Cover mit den Goldstücken hat sofort meine Neugier geweckt.
    Im Mittelpunkt steht die Kommissarin Annalena Krest, die nicht nur einen komplexen Fall lösen muss, sondern auch privat als Alleinerziehende mit einigen Herausforderungen kämpft. Da ihr Chef aktuell beurlaubt ist, sucht sie immer wieder seinen Rat, was ihrer Figur eine persönliche, aber auch etwas unselbständige Note gibt.
    Der Fall selbst beginnt spannend: Ein Leierkastenmann wird ermordet, und auch sein Sohn gerät ins Visier unbekannter Täter. Gleichzeitig gibt es Verbindungen zu einem Jahre zurückliegenden Verschwinden eines Schatzsuchers jenseits der Grenze. Die Verknüpfung der Ereignisse ist grundsätzlich interessant, und Annalenas Alleingänge sorgen stellenweise für brenzlige Situationen.
    Allerdings nehmen die zahlreichen Sagen und Legenden rund um vergrabene Schätze einen sehr großen Raum ein. Das wirkt mit der Zeit etwas zu ausufernd und bremst die Handlung spürbar aus. Insgesamt fehlt der Geschichte dadurch das Tempo, und auch das Ende kommt eher abrupt und wenig ausgearbeitet daher.
    Das Erzgebirge wird sehr düster und geheimnisvoll dargestellt, vielleicht etwas zu sehr, denn es wirkt stellenweise überzeichnet.
    Insgesamt eine interessante Idee mit sympathischer Hauptfigur, aber für meinen Geschmack zu wenig Spannung und ein etwas unausgewogener Erzählfluss. Daher knappe 4 Sterne.
    Verrat der Schwäne

    A. B. Poranek
    Verrat der Schwäne (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    31.03.2026

    Ein zauberhafter Schwan

    Verrat der Schwäne von A. B. Poranek ist ein atmosphärischer Fantasyroman, der mich insgesamt gut unterhalten hat, auch wenn er kleine Schwächen zeigt.
    Das Cover ist auf den ersten Blick kein typischer Hingucker, passt aber im Nachhinein betrachtet erstaunlich gut zur Geschichte und ihrer Stimmung. Im Mittelpunkt steht Odile, ein Waisenkind mit magischen Fähigkeiten, das vom Zauberer und Theaterdirektor Regnault aufgezogen wurde. Ihre Beziehung zu ihm ist von Gehorsam und Angst geprägt. Sie führt seine Befehle ohne zu hinterfragen aus, selbst wenn es bedeutet, für ihn zu stehlen.
    Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Odile darauf vorbereitet wird, die magische Königskrone zu stehlen, um die Magie im Land wieder zu befreien. Besonders spannend wird es durch den Konflikt mit ihrer ehemaligen Freundin Marie, die inzwischen zur Feindin geworden ist und die in einen wunderschönen Schwan verwandelt wird. Ab diesem Punkt entwickelt sich die Geschichte zunehmend komplexer, vor allem als Regnault mehr und mehr sein wahres Gesicht zeigt.
    Die Atmosphäre ist dicht und teilweise düster, was gut zur Thematik passt. Die Figuren, insbesondere Odile, sind interessant angelegt und ihre innere Zerrissenheit wird nachvollziehbar dargestellt. An manchen Stellen hätte ich mir jedoch noch etwas mehr Tiefe oder Tempo gewünscht.
    Besonders hervorheben möchte ich auch das Hörbuch: Es wird hervorragend von Rebecca Veil gelesen. Sie verleiht den Figuren viel Ausdruck und bringt die Stimmung der Geschichte sehr gut rüber, sodass das Zuhören wirklich Spaß macht.
    Insgesamt ein gelungener Fantasyroman mit einer spannenden Grundidee, starken Motiven und einer besonderen Stimmung. Auch wenn nicht alles perfekt ist: verdiente 4 Sterne!
    Darkly

    Marisha Pessl
    Darkly (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.03.2026

    Wie ein riesiger Escaperoom

    Darkly von Marisha Pessl hat mich als Hörbuch insgesamt sehr gut unterhalten. Ein klares Vier-Sterne-Erlebnis.

    Die Geschichte rund um Dia, die ein Praktikum bei einem legendären Online Spiele Entwickler bekommt, ist von Anfang an spannend aufgebaut. Die Spiele der Firma haben Kultstatus und die seltenen Erstausgaben sind Millionen wert, aber die mysteriöse Erfinderin Veda ist schon lange verschwunden. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen reist Dia auf eine abgelegene Insel, wo sie Schritt für Schritt komplexe und teils lebensgefährliche Rätsel lösen müssen. Das Ganze fühlt sich an wie ein riesiger Escaperoom und bleibt durchgehend packend.

    Die Plot Idee ist wirklich hervorragend und hebt sich angenehm von typischen Jugendthrillern ab. Besonders das methodische Vorgehen beim Rätsellösen hat mir gut gefallen.

    Als Hörbuch hatte ich allerdings gelegentlich Schwierigkeiten den Überblick zu behalten. Die vielen Figuren, und vor allem die trickreichen Handlungsorte, waren für mich akustisch nicht immer leicht nachzuvollziehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Ganze als Printversion noch besser funktioniert hätte.

    Ein großes Plus ist die Sprecherin Nina Reithmeier. Mit ihrer jugendlichen und lebendigen Stimme bringt sie die Atmosphäre und die Figuren wirklich perfekt zur Geltung.

    Fazit ein originelles spannendes Hörbuch mit kleinen Schwächen in der Übersichtlichkeit, aber definitiv hörenswert. Vier von fünf Sternen.
    Born of Salt and Storm

    Sophia Reynard
    Born of Salt and Storm (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.03.2026

    Setting zu komplex

    Zunächst einmal muss ich das wunderschöne Cover in den Meeresfarben hervorheben. Es passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und hat auch einen Bezug zum Inhalt.
    Ich bin ursprünglich mit dem Hörbuch gestartet, habe aber gleich zweimal neu angefangen, weil ich den teils sehr komplexen Beschreibungen nur schwer folgen konnte. Der Einstieg fiel mir insgesamt nicht leicht. Nach dem Wechsel zur Printausgabe wurde es etwas verständlicher, blieb aber stellenweise zäh, bis ich schließlich besser in die Geschichte hineingefunden habe. Den weiteren Verlauf habe ich dann wieder als Hörbuch gehört, vor allem wegen der beiden Sprecher, die wirklich eindrucksvoll und mitreißend gelesen haben.
    Im Mittelpunkt stehen Tavi und Eero, die eigentlich als Feinde aufgewachsen sind. Beim Kennenlernen stellen sie jedoch fest, dass vieles von dem, was sie über ihre Völker gelernt haben, nicht der Wahrheit entspricht. Diese Entwicklung fand ich grundsätzlich spannend. Allerdings haben mich die Figuren nicht vollständig überzeugt: Eero verfolgt konsequent seine eigenen Ziele und bleibt dabei undurchsichtig, während Tavi oft sehr eigensinnig und teilweise unüberlegt handelt. Ihr Fokus liegt stark darauf, ihre Eltern aus der Sklaverei zu befreien, selbst wenn sie dabei anderen schadet.
    Der Mittelteil der Geschichte ist durchaus spannend und fesselnd, doch im Finale wird es wieder sehr komplex und teilweise schwer nachvollziehbar, auch wenn eine schockierende Wahrheit ans Licht kommt.
    Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht so packen, wie ich es mir nach dem zauberhaften Cover erhofft hatte. Die Fortsetzung werde ich daher vermutlich nicht lesen.
    Wintertöchter Trilogie

    Mignon Kleinbek
    Wintertöchter Trilogie (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.03.2026

    Düstere Familiensaga

    „Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek ist ein beeindruckendes, episches Werk, das mit seinen 1234 Seiten und drei Bänden im wunderschönen Schuber sofort ins Auge fällt. Die stimmigen Cover mit ihren winterlichen Motiven passen perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und machen das Buch auch optisch zu etwas Besonderem.

    Die Handlung spielt in einem abgelegenen österreichischen Gebirgsdorf und erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte – von 1940 bis 2004. Im Mittelpunkt steht Anna, deren Leben bereits mit einer dramatischen Geburt beginnt. Wie alle Frauen ihrer Familie besitzt sie seherische Fähigkeiten, die jedoch weniger ein Geschenk als vielmehr ein Fluch sind – besonders in der Zeit des Nationalsozialismus, in der solche „Gaben“ schnell zur Gefahr werden können.

    Man begleitet Anna durch ihr gesamtes Leben und erlebt hautnah ihre zahlreichen Schicksalsschläge. Die Autorin versteht es, die Geschichte unglaublich mitreißend und emotional zu erzählen. Besonders hervorzuheben sind die eindrucksvollen Beschreibungen der rauen Gebirgslandschaft und der harten Lebensbedingungen – man spürt förmlich die Kälte, die Entbehrungen und die Isolation.

    Die drei Bände unterscheiden sich dabei deutlich in ihrer Wirkung: Der erste Band ist für mich der stärkste – fesselnd, atmosphärisch und sehr stimmig. Der zweite Band ist extrem bedrückend und stellenweise kaum auszuhalten, da die Ereignisse emotional sehr schwer wiegen. Der dritte Band fällt im Vergleich leider etwas ab und konnte mich nicht mehr ganz so überzeugen.

    Trotz kleiner Schwächen im letzten Teil ist „Wintertöchter“ insgesamt eine intensive, bewegende und eindrucksvolle Familiensaga, die lange nachwirkt. Wer sich auf eine emotionale und teilweise sehr düstere Reise einlassen möchte, wird hier definitiv fündig.
    His Dark Materials: Über den wilden Fluss

    Philip Pullman
    His Dark Materials: Über den wilden Fluss (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2026

    Wilde Kanufahrt

    Das Buch handelt vom elfjährigen Malcom, einem außergewöhnlich schlauen, empathischen Jungen, der schon wie ein kleiner Philosoph denkt. Malcom hilft in der Gastwirtschaft seines Vaters und unterstützt auch gerne die Nonnen im Kloster. Als diese ein Baby in Obhut nehmen, beginnt Malcoms Abenteuer, denn das Kind ist plötzlich Mittelpunkt zwielichtiger Interessen.
    Das Abenteuer beginnt, als Malcom und die Küchenhilfe das Baby in letzter Minute vor einer Entführung retten und sich bei strömendem Regen in einem Kanu auf einem über die Ufer tretenden Fluss retten müssen. Diese Szenen sind packend und gut geschrieben. Man beachte auch das Cover, das wunderschön Malcom auf dem Fluss wiedergibt.
    Leider zieht sich die Handlung danach stark in die Länge. Es ist auf Dauer sehr kalt, die Figuren sind ewig durchnässt, müssen das Baby versorgen und bei jedem Halt lauert der Verfolger – das wiederholt sich zu oft und macht die Geschichte ziemlich langweilig.
    Ein großer Pluspunkt ist der Sprecher Rufus Beck. Er rettet das Hörbuchniveau mit seiner lebendigen Stimme, seinem Timing und der Fähigkeit, Figuren und Stimmungen zum Leben zu erwecken. Man hört ihm einfach immer gerne zu.
    Fazit: Eine spannende Grundidee und hervorragende Sprecherleistung, aber die Handlung zieht sich im Mittelteil zu sehr.
    Salto

    Kurt Prödel
    Salto (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.03.2026

    Zwischen Traum und Scheitern

    Es gibt sicher schönere Buchcover – aber selten eines, das so gut zum Inhalt passt.

    Das Abitur ist die erste große Zäsur im Leben: Plötzlich soll man wissen, wer man ist und wohin man will. Genau an diesem Punkt steht Marko. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie, seine Mutter – Krankenschwester – ist früh verstorben. In seinem Kopf wird ihr Traum zu seinem eigenen: Er will Arzt werden. Trotz hervorragender Noten muss er zunächst in Budapest studieren.

    Der Leser begleitet Marko durch Zweifel, Erwartungen und Rückschläge. Man erlebt die Intensität junger Gefühle – Hoffnung, Überforderung, Liebe und Verlust. Als erwachsener Leser ahnt man allerdings früh, dass Marko vielleicht nicht der geborene Arzt ist. Umso eindringlicher wirkt sein Ringen mit den Erwartungen an sich selbst.

    Schwere Schicksalsschläge treffen sowohl Marko als auch seine Freundin Claire und stellen ihre Pläne und Hoffnungen immer wieder infrage.

    Kurt Prödel erzählt diese Geschichte in einer sehr einfühlsamen, ruhigen Sprache. Der Roman entschleunigt, ist stellenweise bedrückend, aber nie hoffnungslos. Am Ende bleibt ein vorsichtiger Blick nach vorn – genau jener Moment, der im stilisierten Cover eingefangen scheint.

    Ein Roman, der unter die Haut geht und lange nachhallt. Für mich ganz klar: fünf Sterne.
    Magic Drowned in Blood

    Christina Rain
    Magic Drowned in Blood (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.03.2026

    Eine nicht ganz perfekte Vampirin

    Schon das Cover von Magic Drowned in Blood ist ein absoluter Hingucker, es ist wunderschön gestaltet, und wenn man genauer hinsieht, entdeckt man viele kleine Details und Elemente aus der Geschichte, die darin verarbeitet sind. Das hat mir richtig gut gefallen und passt perfekt zur düsteren Atmosphäre des Buches.
    In die Story kommt man unglaublich schnell rein, ich war praktisch sofort drin und wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Handlung folgt Lark, die nach ihrer Wandlung auf einem Vampir-College gelandet ist. Doch sie ist nicht so perfekt wie die anderen und das lassen sie Lark auch spüren. Sie kompensiert das mit außerordentlichem Fleiß. Ihr Außenseiterstatus und das Mobbing machen ihr den Aufenthalt auf dieser Schule alles andere als leicht und sorgen dafür, dass man schnell mit ihr mitfühlt.
    Durch eher dubiose Umstände landet sie schließlich in einem Wettbewerb, bei dem die beiden Gewinnerinnen drei Jahre lang die Geliebten der beiden Königssöhne werden sollen. Die Prüfungen sind brutal und teilweise wirklich lebensgefährlich. Trotzdem hat Lark kaum eine Möglichkeit auszusteigen, obwohl sie dieses Leben im goldenen Käfig eigentlich gar nicht anstrebt.
    Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und zieht einen richtig durch die Geschichte, gleichzeitig ist er an einigen Stellen auch ziemlich spicy, was gut zur düsteren Vampir-Atmosphäre passt. Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist allerdings ein typisches Genre Klischee, einerseits wird Lark als starke und taffe Figur dargestellt, andererseits schmilzt sie teilweise allein beim Anblick eines durchtrainierten Männerkörpers dahin. Über solche Momente kann ich nicht immer ganz hinwegsehen, weil sie die Figur für mich etwas widersprüchlich machen.
    Trotzdem hat mich das Buch insgesamt wirklich gepackt, Spannung, Intrigen, gefährliche Prüfungen und eine Protagonistin, mit der man mitfiebert, für Fans von düsterer Vampir Fantasy definitiv eine Empfehlung.
    Nightweaver

    R. M. Gray
    Nightweaver (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2026

    Eine wilde Piratin

    Nightweaver von R. M. Gray hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Schon das Cover ist ein echter Hingucker. Die Farbkombination aus Schwarz und Blau wirkt sehr mysteriös und passt gut zur Atmosphäre der Geschichte. Besonders schön finde ich, dass der Dolch auf dem Cover nicht nur ein dekoratives Element ist, sondern im Verlauf der Handlung auch tatsächlich eine Rolle spielt. Ich mag es sehr, wenn das Cover einen Bezug zum Inhalt hat.
    Die Hauptperson der Geschichte ist die Piratin Aster Oberon. Sie ist wild, mutig und hat einen starken eigenen Willen. Als ihre Familie von einem Nightweaver gefangen genommen wird, gerät sie in eine gefährliche Situation. Die Nightweaver gelten seit Jahrhunderten als ihre Feinde, haben sie vom Land vertrieben und zum Piratendasein gezwungen. Doch im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass vieles von dem, was man ihr über sie erzählt hat, nicht der ganzen Wahrheit entspricht.
    Besonders interessant fand ich, wie sich Aster mit diesen neuen Erkenntnissen auseinandersetzen muss. Sie bleibt lange trotzig und weigert sich, ihre Einstellung zu ändern, selbst als sie Gefühle für ihren Retter entwickelt. Diese innere Spannung macht die Figur sehr lebendig.
    Die Handlung ist insgesamt sehr aufregend. Es passiert ständig etwas und die Geschichte bleibt durchgehend spannend. Allerdings war es für mich stellenweise etwas unübersichtlich. Es gibt neben den Nightweavern noch andere übernatürliche Wesen und nicht immer war ganz klar, welche es genau gibt, in welche Körper sie schlüpfen können und wie man sie erkennt oder tötet.
    Mit etwas mehr Übersicht in der Weltbeschreibung hätte mir das Buch noch besser gefallen. Trotzdem ist es eine spannende Geschichte mit einer starken Hauptfigur und vielen Wendungen, deshalb vergebe ich gute vier Sterne.
    Vergiss nicht zu tanzen, Hanna

    Mareike Busch
    Vergiss nicht zu tanzen, Hanna (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    14.03.2026

    Kindheit in Westpommern in der Nazizeit

    Das Cover von "Vergiss nicht zu tanzen, Hanna" von Mareike Busch, einem richtig dicken Buch, zeigt ein einfaches Mädchen mit einem abgewetzten Koffer, vermutlich Hanna auf der Flucht. Die Farbgebung ist sehr schön und passt gut zur Stimmung der Geschichte.

    Hanna wächst als kleines Mädchen behütet auf einem Hof in Westpommern auf, bis die Zeit des Nationalsozialismus beginnt. Einer ihrer Brüder wird ein strammer Nazi, während der Rest der Familie am katholischen Glauben festhält. Dadurch geraten sie immer wieder unter Druck und erleben verschiedene Repressionen durch das Regime. Gegen Ende des Krieges kommen die Russen ins Dorf, die Familie muss fliehen und verliert fast alles. Besonders tragisch ist der Verlust der jüngsten Schwester von Hanna, die zudem körperlich beeinträchtigt ist.

    Eine zweite Handlungsebene spielt in der Gegenwart. Hanna hat ihr Leben lang Tagebuch geschrieben. Erst auf ihrem Sterbebett findet ihre Tochter Anna diese Aufzeichnungen und versucht anhand der Erinnerungen die verschollene Tante noch vor der Beerdigung aufzuspüren.

    Interessant ist auch der Bezug zur Realität. Hinter dem Namen Mareike Busch steht ein männlicher Krimi-Autor, der unter einem weiblichen Pseudonym schreibt und in diesem Buch die Erinnerungen seiner eigenen Mutter verarbeitet hat.

    Meiner Meinung nach gelingt es ihm allerdings nicht immer gut, sich in die Psyche eines kleinen Mädchens hineinzuversetzen. Mit etwa zwölf Jahren wirkt Hanna noch sehr naiv, sie spricht zum Beispiel noch mit ihrer Puppe und scheint als Einzige im ganzen Buch wenig von den politischen Vorgängen zu verstehen.

    Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Allerdings fehlt der Geschichte etwas Spannung. Die Jugendjahre von Hanna werden eher nacheinander erzählt, ohne größere dramatische Höhepunkte. Dadurch plätschert die Handlung stellenweise etwas dahin.

    Trotzdem vermittelt das Buch einen eindrucksvollen Eindruck vom Leben unter einem nationalsozialistischen Regime und vom Schicksal einer Familie in dieser schweren Zeit. Insgesamt ein lesenswerter Roman mit berührendem Hintergrund, auch wenn ich mir stellenweise mehr Spannung gewünscht hätte.
    Das kalte Moor

    Liza Marklund
    Das kalte Moor (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.03.2026

    Eine bedeutsame Warnung

    Das kalte Moor von Marklund ist der zweite Band einer Trilogie und für mich wieder eine klare fünf Sterne Leseempfehlung. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht, es wirkt geheimnisvoll und passt sehr gut zur düsteren Atmosphäre der Geschichte.

    In diesem Band wird es deutlich persönlicher als im ersten Teil, vor allem für Polizeichef Wiking. Gleich zu Beginn erhält er eine niederschmetternde Krebsdiagnose, mit der er erst einmal umgehen muss. Trotzdem versucht er weiterzuarbeiten und sich nicht von der Krankheit bestimmen zu lassen. Parallel dazu tauchen neue rätselhafte Entwicklungen auf, die ihn sowohl beruflich als auch privat betreffen.

    Besonders spannend ist die Situation um seinen Sohn Markus. Dieser wird anonym, aber sehr eindringlich davor gewarnt, eine bevorstehende Beförderung anzunehmen. Die Botschaft wirkt so persönlich und gezielt, dass schnell der Verdacht entsteht, sie könne nur von einer Person stammen, die eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte, nämlich von Wikings Ehefrau und Markus Mutter, die seit über zwanzig Jahren vermisst wird. Allein dieser Gedanke bringt viele alte Fragen wieder an die Oberfläche.

    Während Wiking versucht herauszufinden, wer hinter der Warnung steckt, arbeitet er gleichzeitig an einem anderen Fall. Ein mysteriöser Waffendiebstahl sorgt für Unruhe und könnte weitreichendere Folgen haben, als zunächst angenommen. Wie man es von ihm kennt, kombiniert Wiking wieder ruhig, logisch und sehr präzise. Schritt für Schritt setzt er die einzelnen Puzzleteile zusammen.

    Dabei wird er immer wieder mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dinge, die lange ungeklärt geblieben sind, tauchen erneut auf und werfen ein neues Licht auf frühere Ereignisse. Nach und nach lösen sich einige der offenen Fragen, während gleichzeitig neue Zweifel entstehen.

    Der Roman ist durchgehend sehr spannend geschrieben. Marklund erzählt wie immer in einem klaren, schnörkellosen Stil, der sich sehr flüssig lesen lässt und trotzdem eine starke Spannung aufbaut. Gerade diese ruhige, präzise Erzählweise passt hervorragend zu der eher düsteren und nachdenklichen Geschichte.

    Das Ende ist diesmal vergleichsweise ruhig, wirkt aber wie ein bewusst gesetzter Übergang. Es deutet bereits an, dass im letzten Band der Trilogie noch einige wichtige Dinge ans Licht kommen werden. Für mich auf jeden Fall ein sehr gelungener zweiter Teil, der die Geschichte stark weiterentwickelt und neugierig auf das Finale macht.
    Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?

    Wencke Mühleisen
    Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.03.2026

    Ehe am Abgrund

    Erika hatte in jungen Jahren eine außereheliche Affäre, die ihr Mann Jan entdeckte. Schon damals stand die Ehe auf der Kippe. Wie tief dieser Fehltritt jedoch nachwirkt, zeigt sich erst Jahrzehnte später, als Jan selbst ein sexuelles Verhältnis zu einer jüngeren Frau gesteht. Jan und Erika sind inzwischen über sechzig. Ihre Ehe ist seit vielen Jahren sexlos, weil Jan jedes Interesse verloren hat, im Gegensatz zu Erika, die nicht weiß, wohin mit ihrem Begehren.

    Nach Jans Geständnis gerät Erikas Welt aus den Fugen. Sie steigert sich in ihre Wut hinein, wird zur gehässigen Furie, verliert jedes Maß. Nicht nur Jan beginnt, um ihre seelische Stabilität zu fürchten. Erika verliert sich in Hasstiraden und Rachefantasien, spinnt frei erfundene Szenarien weiter, bis Jan nur noch aus Angst vor einem möglichen Selbstmord bei ihr bleibt.

    Erika ist eine Figur, die mir Angst macht. Ihre ausufernde Emotionalität, ihre hemmungslose Verbitterung, all das ist für mich kaum greifbar und doch erschreckend nachvollziehbar geschildert.

    Die Autorin spricht Klartext. Sie scheut weder drastische Ausdrücke noch schonungslose Beschreibungen. Das tut beim Lesen weh, wirkt aber konsequent und ehrlich.

    Der saloppe Titel und das fröhlich bunte Cover wecken zunächst eine ganz andere Erwartung. Man rechnet mit Leichtigkeit, vielleicht mit einem augenzwinkernden Blick auf das Älterwerden. Stattdessen bekommt man eine beklemmende, intensive Studie über verletzten Stolz, unerfülltes Begehren und eine Gedankenspirale, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt.

    Ich hätte dieses Buch vermutlich nicht gelesen, wenn ich gewusst hätte, wie sehr sich alles um diese eine Tatsache von Jans Seitensprung dreht. Doch gerade diese radikale Fokussierung macht den Reiz aus. Die Geschichte reißt einen mit in Erikas Abgrund und lässt einen nicht unberührt zurück.
    Liars all around me

    Clara Blais
    Liars all around me (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.03.2026

    Unterhaltsamer Jugendkrimi

    Vom Cover her hätte ich dieses Buch vermutlich nicht gekauft, die Farbkombination wirkt etwas unschön und das Bild insgesamt eher erratisch. Auch ein Zusammenhang mit dem Inhalt erschließt sich mir nicht.

    Im Mittelpunkt stehen zwei Hauptfiguren, Ryle, der Bad Boy der Schule. Er gibt allerdings wenig auf seinen Ruf, sondern tut vor allem das, was getan werden muss, um zum Unterhalt seiner Familie beizutragen. Er lebt mit seinem Vater und seinem kleinen Bruder an der Armutsgrenze in einem eigentlich reichen Viertel. Die meisten Mitschüler sind das genaue Gegenteil, wohlhabend, oberflächlich und ziemlich blasiert.

    Als ihn seine Mitschülerin Avery um eine Waffe bittet, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Kurz darauf wird ihre stärkste Konkurrentin erschossen. Ryle und Avery beginnen daraufhin gemeinsam nach dem Täter zu suchen. Dabei wird schnell klar, dass auch Averys Leben alles andere als einfach ist, ihre Eltern haben übertriebene Erwartungen an sie und setzen sie stark unter Druck, eine Art Wohlstandsverwahrlosung.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich schnell lesen. Die Spannung liegt im mittleren Bereich, man bleibt zwar dran, die Auflösung ist allerdings recht vorhersehbar. Positiv ist, dass der jugendliche Charakter der Protagonisten gut getroffen wurde.

    Der Roman ist insgesamt nicht besonders anspruchsvoll, eignet sich aber gut als leichte, spannende Lektüre und ist auch für Young Adult geeignet.

    Fazit, trotz eines wenig ansprechenden Covers und einer vorhersehbaren Auflösung ein unterhaltsamer Jugendthriller mit glaubwürdigen Figuren und angenehmem Schreibstil.
    Mord & Breakfast

    Anne Gordon
    Mord & Breakfast (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.03.2026

    Trügerische Idylle

    Manchmal passieren Gutes und Schlechtes an einem Tag. So einen Tag erlebt Melody Moss, als sie fristlos ihren Journalistenjob verliert und kurze Zeit später von ihrem Erbe erfährt. Ein hübsches, rentables Frühstückshotel wartet auf sie in Schottland. Man achte auf das aussagekräftige Cover, dass auch die mitgeerbte Bulldogge zeigt. Eigentlich will sie das kleine Hotel schnell zu Geld machen, aber irgendwie bleibt sie doch dort hängen, vor allem weil sie die Angelegenheiten ihrer verstorbenen Tante ins Reine bringen will.
    Für eingefleischte Krimifans ist dieser Roman zu simpel. Doch Fans von englischer Cosy Crime werden sich hier richtig wohlfühlen, denn neben typisch englischer Atmosphäre kommt auch der trockene, britische Humor nicht zu kurz. Man findet schnell in die Handlung hinein, und wird auch nicht mit zu vielen Personen überfrachtet. Das spielt gerade bei Hörbüchern eine große Rolle. Dieses Hörbuch wird ganz hervorragend von Sandrine Mittelstädt vorgelesen.
    Niemands Töchter

    Judith Hoersch
    Niemands Töchter (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.03.2026

    Lebenssplitter

    Der erste Eindruck dieses Buches ist leider etwas fade. Ein grob gemaltes Frauenporträt auf rauem, glanzlosem Papier. Der kleine Hinweis auf der Rückseite des Buches, dass mit Verantwortung produziert wird, erklärt und versöhnt dann allerdings.
    Marie, Gabriele, Alma und Isabell. Vier Frauen, zwei Generationen. Ihre Leben und ihre Beziehungen zueinander werden episodenhaft erzählt. Bedauerlicherweise nur bruchstückhaft und vor allem nicht chronologisch. Der Leser ist gezwungen, sich selbst das Gesamtbild zusammenzusetzen. Er erfährt so die Geschichte von starken Frauen, jede auf ihre Art, die ihr Schicksal meistern müssen, auch wenn sie daran zu zerbrechen drohen. Es sind Persönlichkeiten, die anecken. Menschen, die unbequem sind, aber die auch durch das Leben so geformt wurden.
    Insofern passt der Schreibstil der Autorin gut zum Inhalt. Dennoch konnte ich mich bis zum Ende nicht damit anfreunden, auch wenn die Schicksale nachhaltig Eindruck hinterließen.
    101 bis 125 von 677 Rezensionen
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