Oberon stark gekürzt
Das mit den Sternchen vergeben ist ein Problem. Zuerst einmal, im Booklet heißt es, wenn man hier überhaupt von einem Booklet sprechen kann - eher nicht: Gekürzte Rundfunkaufnahme in deutscher Sparche (ohne Dialoge). Nun, das ist stark untertrieben, es fehlt eine ganze Menge. Es fehlt die Oberonarie "Schreckensschwur! - Dein wildes Quälen", tatsächlich geht es nach dem Einführungsschor gleich mit "Sei ein Führer mir" eine Nummer von Hüon, Oberon und Chor gleich am Ende der ersten Szene weiter. Nur um ein Beispiel zu nennen. Bei der Interpretation von Müller-Kray und dem Runfunkorchester Stuttgart mag man eher an eine frühe Wagneroper denken, dazu trägt auch die Besetzung der Sänger bei, vor allem Karl Liebl und Helene Bader, die eher an eine Senta erinnert. Die Klangqualität ist auch nicht berühmt, geht aber, eben dem Alter entsprechend. Wer die Oper überhaupt kennenlernen möchte, wird wohl um die Aufnahme von Kubelik nicht herumkommen. Wenn aber jemand ein Fan des Wagnertenors Karl Liebl ist, so ist diese Aufnahme uneingeschränkt zu empfehlen. Karl Liebl ist ein großartiger, viel zu wenig bekannter Tenor gewesen.