Eine gute Mischung aus hilfreichem Wissen, gut umsetzbaren Methoden und motivierenden Worten
Der Ratgeber „Aufwärtsspirale“ wurde von Dr. Alex Korb geschrieben. Er ist bei Yes Publishing erschienen. Korb ist Neurowissenschaftler und hat langjährige Erfahrung in der Erforschung von Gehirn und mentaler Gesundheit. Er ist als Assistenzprofessor in der Abteilung für Psychiatrie an der University of California, Los Angeles tätig. Weiterhin arbeitet er als Speaker, Coach und Berater für Persönlichkeitsentwicklung.
Mit Depressionen haben viele Menschen das Gefühl sich in einer Abwärtsspirale zu befinden. Der Autor verfolgt mit diesem Buch das Ziel die Abwärtsspirale seiner LeserInnen in eine Aufwärtsspirale zu verwandeln und dadurch dabei zu helfen, ihre Beziehungen zu verbessern, Ängste und Sorgen zu verringern und depressive Gedanken und Stimmungstiefs in den Griff zu bekommen. Dadurch steigen die Freude und die geistige Klarheit. Das Buch richtet sich an Personen mit Depression sowie deren Umfeld, aber auch an Personen, die „nur“ schlecht drauf sind. Dabei stehen beim Autor kleine Veränderungen mit großer Auswirkung im Mittelpunkt, da sich diese gut in den Alltag integrieren lassen.
Weil für Veränderungen laut Autor ein entsprechendes Hintergrundwissen von großer Bedeutung ist, startet das Buch mit Informationen rund um das Gehirn und die neuronalen Schaltkreise. Dabei geht es beispielweise darum, wie man in die Abwärtsspirale gekommen ist. Nach dieser Wissensvermittlung, sind bereits erste Ansätze/Übungen enthalten, um die eigene Situation zu verbessern. Damit diese immer wieder schnell gefunden werden können, sind sie grau hinterlegt.
Im zweiten Buchteil geht es dann um die tatsächliche Verbesserung des eigenen Zustands und die dazu benötigten Übungen, Methoden, Ratschläge und Tipps. Diese beziehen sich insbesondere auf Bewegung, Ziele und Entscheidungen, Pausen, Entwicklung von positiven Gewohnheiten, Biofeedback, Dankbarkeit und Kontakt zu anderen Menschen. Auch das Thema professionelle Hilfe wird hier erläutert, auch wenn das Buch grundsätzlich auf Selbsthilfe abzielt.
Dem Autor gelingt es sehr gut Wissen und Forschungsergebnisse in verständliche Texte zu übersetzten. Dabei nutzt er beispielsweise anschauliche Vergleiche und Zeichnungen. Schade finde ich allerdings, dass die Übungen/Methoden weder im Inhaltsverzeichnis aufgeführt sind, noch es eine entsprechende Übersicht mit Seitenzahlen gibt.
Neben den Methoden und Übungen zur Verbesserung der Situation sind für mich auch zwei Erkenntnisse aus dem Buch sehr wichtig. Diese sind, dass man selbst keine Schuld daran hat, eine Depression bekommen zu haben und dass das Gehirn auf Grund seiner Neuroplastizität veränderungsfähig und somit neu programmierbar ist.
Ich habe dank des Buchs viel Wissen und hilfreiche Vorschläge für das Erreichen der Aufwärtsspirale erhalten und empfehle das Buch daher sehr gerne weiter.