Schöne Aussicht: die jpc-Vorschau (März-April 2025)

28. Februar 2025

Gefühlt war gerade erst Sylvester, da sind die ersten Monate des Jahres auch schon wieder vorbei. Höchste Zeit für unsere »Schöne Aussicht« auf einige der interessantesten Neuheiten der kommenden Wochen. Viel Spaß beim Entdecken!

Jason Isbell: »Foxes In The Snow« (07.03.)

Sein zehntes Album »Foxes In The Snow« ist für Jason Isbell in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes. Der sechsfache Grammy-Gewinner hat das gesamte Werk innerhalb von fünf Tagen eingespielt und nur seine Stimme und eine Akustikgitarre aus dem Jahr 1940 sind hier zu hören. So verarbeitet Jason Isbell minimalistisch aber in wahnsinnig emotionalen Songs die Scheidung von seiner Frau und musikalischen Gefährtin Amanda Shires.

Lady Gaga: »Mayhem« (07.03.)

Im letzten Jahr war sie noch im Kino als Harley Quinn zu bewundern, nun präsentiert uns Lady Gaga schon ihr neues Album »Mayhem«. Auf diesem finden sich Club-taugliche Tracks wie »Disease«, die an den kraftvollen Dance-Pop der ersten Alben der Musikerin erinnern. Aber natürlich darf auch »Die With A Smile«, der weltweite Megahit von Lady Gaga und Bruno Mars, nicht fehlen.

Steven Wilson: »The Overview« (14.03.)

Wie es Steven Wilson schafft, bei seinen zahlreichen eigenen Projekten und zusätzlich zu seiner Tätigkeit als gefragter Remixer und Produzent, im März schon sein achtes Album »The Overview« zu veröffentlichen, bleibt wohl sein Geheimnis. Die Qualität seines visionären Art-Prog-Rocks bleibt jedenfalls konstant hoch. Diesmal hat Wilson zwei epische Longtracks, mit insgesamt über 40 Minuten Spielzeit, für seine Fans im Köcher.

Japanese Breakfast: »For Melancholy Brunettes (& Sad Women)« (21.03.)

Mit ihrem optimistischen letzten Album »Jubilee« gelang Japanese Breakfast der Durchbruch. In Deutschland und den USA reichte es erstmals für die Charts und sogar zwei Grammy-Nominierungen konnte die Band um Chefin Michelle Zauner einfahren. Der Nachfolger »For Melancholy Brunettes (& Sad Women)« soll wieder etwas düsterer klingen und wurde als erstes Japanese-Breakfast-Album nicht in Eigenregie zu Hause, sondern im berühmten Sound City Studio mit Produzent Blake Mills (Bob Dylan, Fiona Apple) aufgenommen.

Die Heiterkeit: »Schwarze Magie« (21.03.)

Nach sechs Jahren Veröffentlichungspause erscheint im März mit »Schwarze Magie« endlich das nächste Album von Die Heiterkeit. Zugegeben, Stella Sommer hat seitdem zwei gefeierte Solowerke und das Debüt von Die Mausis – ihrem Projekt mit Drangsal – veröffentlicht. Trotzdem warten Fans schon sehnlichst auf neue Musik der Indie-Pop-Lieblinge mit dem besonderen Etwas.

Alison Krauss & Union Station: »Arcadia« (28.03.)

Noch länger als Die Heiterkeit haben sich Alison Krauss & Union Station für ihr gemeinsames Album »Arcadia« Zeit gelassen, das Ende März erscheint. Satte 14 Jahre sind seit »Paper Airplane« ins Land gezogen. Umso schöner, dass diese Institution ur-amerikanischer Musik nun wieder aktiv ist, um Ende März den Union-Station-Sound aus Country, Bluegrass und Americana unter die Leute zu bringen.

Mumford & Sons: »Rushmere« (28.03.)

Auch die Londoner von Mumford & Sons bringen Ende März auf »Rushmere« ihren Folk zurück. Nach der bisher längsten Albumpause ihrer Karriere, haben sich Marcus Mumford und seine Mitstreiter gesammelt und mit Produzent Dave Cobb (Greta Vab Fleet, Jason Isbell) eine ebenso eindringliche wie mitreißende Platte aufgenommen.

Anouar Brahem: »After The Last Sky« (28.03.)

Für sein neues Album »After The Last Sky« hat sich Oud-Virtuose Anouar Brahem erneut mit Dave Holland am Bass und Django Bates am Piano zusammengetan. Mit beiden verbindet den Tunesier eine langjährige Zusammenarbeit und ein tiefes spielerisches Verständnis. Neu im Quartett ist dieses Mal Anja Lechner, die mit ihrem Cello die wunderbare Mischung aus Weltmusik und Jazz bereichert.

Black Country, New Road: »Forever Howlong« (04.04.)

Mit einiger Spannung wird »Forever Howlong«, das dritte Album von Black Country, New Road erwartet. Mit ihrem wilden Mix aus experimentellem Rock und jazzigem Kammerpop, konnte die Band aus Cambridge viele Fan- und Kritikerherzen für sich gewinnen. Dann stieg überraschend Sänger und Gitarrist Isaac Wood aus und die übrigen sechs Musiker mussten sich ganz neu ausrichten. Den ersten Eindrücken nach ist ihnen dies auf »Forever Howlong« perfekt gelungen.

Emil Brandqvist: »Poems For Travellers« (04.04.)

Schon seit über zehn Jahren steht das Emil Brandqvist Trio für relaxten Nordic Jazz auf höchstem Niveau. Der Schlagzeuger und Komponist aus Stockholm und seine Mitstreiter an Kontrabass und Gitarre wissen einfach, wie ein Piano-Trio klingen muss. Trotzdem bewahrt die Formation sich auch auf »Poems For Travellers« ihren eigenen Stil, der durch einprägsame Melodien und kompositorische Raffinesse geprägt wird.

Messa: »The Spin« (11.04.)

Spätestens seit ihrem letzten Album »Close« ist der enge Genrebegriff Doom-Rock für Messa viel zu klein. Hier treffen stimmige Black-Sabbath-Riffs auf außergewöhnliches, vom Blues beeinflusstes Gitarrenspiel, und über allem thront die eindringliche Stimme von Sängerin Sara. Auf »The Spin« öffnen die Italiener ihren Sound noch weiter und bauen auch Einflüsse aus dem Goth Rock und Dark Wave der 80er Jahre ein.

Mieze Katz: »Dafür oder dagegen« (11.04.)

Als Sängerin der Elektropop-Band Mia hat Mieze Katz die deutsche Musiklandschaft der letzten 20 Jahre entscheidend mitgeprägt. Im April legt sie nun ihr erstes Soloalbum »Dafür oder dagegen« vor. Wobei »solo« hier relativ ist, denn für jeden der zwölf Songs hat sich die Berlinerin eine zweite Künstlerin als Duettpartnerin dazu geholt. Darunter Julis Eva Briegel und Pop-Poetin Wilhelmine.

Beirut: »A Study Of Losses« (18.04.)

Für Zach Condon und seine Band Beirut war das neue Album »A Study Of Losses« quasi eine Auftragsarbeit. Der schwedische Zirkus Kompani Giraff bat um einen Soundtrack für seine kommende Show, die auf dem Roman »Verzeichnis einiger Verluste« von Judith Schalansky basiert. Condon war von dem Thema begeistert und hat elf neue Songs und sieben instrumentale Themen im typisch bunten Beirut-Stil geschrieben.

Julien Baker & Torres: »Send A Prayer My Way« (18.04.)

Julien Baker scheint Gefallen an Kollaborationen gefunden zu haben. Nach dem weltweiten Erfolg ihrer Supergroup Boygenius hat sich die Indie-Singer-Songwriterin für ihr neues Album »Send A Prayer My Way« mit Torres zusammengetan. Gemeinsam haben sich die beiden von ihrer Liebe zum Country inspirieren lassen und Songs geschrieben, die ihre individuellen Sichtweisen mit den klassischen Genre-Themen verbinden.

Kool Savas: »Lan Juks« (25.04.)

Deutschlands unangefochtener »King Of Rap« Kool Savas meldet sich im April mit seinem neuen Album »Lan Juks« zurück. Vier Jahre nach »Aghori« – seinem vierten Nummer-eins-Erfolg in Serie – hat der Rapper aus Berlin wieder rasiermesserscharfe Texte in petto. In denen berichtet er aus seinem bewegten Leben oder zeigt der musikalischen Konkurrenz die Grenzen auf.  

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Marc Albermann

Verfasst von Marc Albermann

Marc Albermann ist unser Texter und Redakteur. Außer für Rock, Pop, Jazz und Klassik interessiert er sich für Filme, Fußball und natürlich Vinyl.


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